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Urlaub und daraus resultierende Minusstunden bei Teilzeit?

11.12.2021 Thema abonnieren
 Von 
tepnor
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Urlaub und daraus resultierende Minusstunden bei Teilzeit?

Guten Abend zusammen,

ich arbeite in Teilzeit (28 Stunden/Woche) im medizinischem Bereich, die tägliche Arbeitszeit beträgt 8,75 Stunden an verschiedenen Tagen in der Woche, wobei jeder Wochentag als Arbeitstag zählt.

Nun kommt es dazu, dass die genommenen Urlaubstage mit 5,6 Stunden berechnet werden. (28/5=5,6)
Somit entsteht natürlich eine Diskrepanz zwischen der tatsächlichen täglichen Arbeitszeit von 8,75 Stunden zur verrechneten Zeit von 5,6 Stunden. Diese Diskrepanz fließt dann als Minus in das Arbeitszeitkonto ein.

Nun habe ich mehrfach gelesen, dass Urlaubstage mit 8 Stunden berechnet werden müssen.

Was ist nun rechtens und wo kann man dieses entsprechend nachlesen?

-- Editiert von tepnor am 11.12.2021 21:14

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(99909 Beiträge, 36985x hilfreich)

Gilt hier ein Tarifvertrag?

Was konkret findet sich in den vertraglichen Vereinbarungen zum Thema?



Für den gesetzlichen Mindesturlaub gilt: Urlaub kann nur für den ganzen Tag genommen werden (§ 7 Abs.2 BUrlG).
Davon gibt es 2 "Ausnahmen": Heiligabend und Silvester. Das ist zwar auch nicht rechtens, sofern es den gesetzlichen Mindesturlaub betrifft, wird aber seit Jahrzehnten so praktiziert.

Urlaub, der über das gesetzliche Mindestmaß hinaus gewährt wird, kann bei entsprechender Regelung im Arbeitsvertrag auch gestückelt genommen werden.

Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
tepnor
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Gilt hier ein Tarifvertrag?


Ja, es gilt ein Tarifvertrag.

Zitat (von Harry van Sell):
Was konkret findet sich in den vertraglichen Vereinbarungen zum Thema?


Der Arbeitsvertrag liegt mir leider im Moment nicht vor.

-- Editiert von tepnor am 11.12.2021 21:18

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(99909 Beiträge, 36985x hilfreich)

Wenn Tarifverträge gelten, muss man schauen, denn diese können vom BUrlG abweichen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(14407 Beiträge, 5596x hilfreich)

Zitat (von tepnor):
die tägliche Arbeitszeit beträgt 8,75 Stunden an verschiedenen Tagen in der Woche

Wenn du noch sagst, an wie vielen Tagen der Woche du arbeitest, werden wir vll. weiterkommen.
3 Wochentage geht sich nicht aus mit der Angabe 28 Wochenstunden und 4 Wochentage passt nicht zusammen mit 8,75 h pro Tag.

Urlaubstage sind so zu rechnen, als ob du gearbeitet hättest - ein Minus kann es da nicht geben; insofern geht deine Vermutung in die richtige Richtung, gleichwohl trifft nicht zu, dass U-Tage mit 8 h zu rechnen wären.
Der Fehler liegt in der Annahme und Anwendung eines Wochendurchschnitts.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
tepnor
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
Wenn du noch sagst, an wie vielen Tagen der Woche du arbeitest


Das ist stets unterschiedlich, ich bin im Nachtdienst tätig, da können es schonmal bis zu 9 Nachtdienste am Stück sein, durch Ausgleich mit entsprechenden Freitagen.
Die wöchentlichen Arbeitsstunden werden "flexibel" auf den Monat verteilt.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
tepnor
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Wenn Tarifverträge gelten, muss man schauen, denn diese können vom BUrlG abweichen.


Im Tarifvertrag ist u.a. dieses verankert:

"Beschäftigte haben in jedem Kalenderjahr Anspruch auf Erholungsurlaub unter Fortzahlung des Entgelts. Bei der Verteilung der wöchentlichen Arbeitszeit auf fünf Tage in der Kalenderwoche beträgt der Urlaubsanspruch in jedem Kalenderjahr 30 Arbeitstage."

So erklären sich wohl die 5,6 Stunden.
28/5=5,6

-- Editiert von tepnor am 11.12.2021 21:46

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(14407 Beiträge, 5596x hilfreich)

Zitat (von tepnor):
Die wöchentlichen Arbeitsstunden werden "flexibel" auf den Monat verteilt.

... aber wie? Ich vermute, dass es monatlich einen Schichtplan geben wird, damit du weißt, wann zu arbeiten ist und wann frei.
Dann ist dieser Schichtplan die Grundlage dafür, für wann du überhaupt Urlaub beantragen musst.
Schwierig/ungewiss wird es dann, wenn du für Zeiten Urlaub beantragst, für die es noch keine Pläne gibt. Dann müsste sozusagen fiktiv ein Einsatzplan unterlegt werden.
(Es wäre günstiger für dich, wenn du nach einem Zeitschema arbeiten würdest, oder es zu wiederkehrenden Rhythmen käme.)

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