Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
525.711
Registrierte
Nutzer

Urlaub verfällt durch Firmenübernahme

 Von 
zeitarbeiter01
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 17x hilfreich)
Urlaub verfällt durch Firmenübernahme

Guten Morgen,

ich habe folgendes Problem.

Ich habe am 25.08.2010, nach Einschalten eines Anwaltes, meinen Jahresurlaub für 2010 genehmigt bekommen für den Zeitraum 03.01.2011-04.02.2011. Ich hatte wegen der Urlaubsgewährung ziemliche Probleme mit meinem AG. Der Urlaub wurde ins neue Jahr übertragen, da ich bereits seit Juli diesen Jahres krankgeschrieben bin wegen eines Bandscheibenvorfalles und eines Nervenleidens im Fuß, und den Urlaub deshalb auch nicht mehr im aktuellen Kalenderjahr nehmen konnte. Mittlerweile bin ich fast schmerzfrei, am 10.12. endet meine Therapie. Nach Rücksprache mit dem behandelndem Arzt werde ich dann noch bis Ende des Jahres krankgeschrieben, zur Schonung, und bin ab 01.01.2011 wieder arbeitsfähig. Ich möchte dann meinen schriftlich genehmigten Urlaub antreten, da wir in der Zeit vom 01.01.2011-30.01.2011 eine Reise nach Mexiko gebucht haben. Buchungsdatum war der 27.08. , also 2Tage nach Urlaubsgewährung.

In der Zwischenzeit hat mein AG Insolvenzantrag gestellt, am 14.09.2010. Mit Wirkung vom 01.11.2010 hat eine andere Zeitarbeitsfirma 4 Filialen vom alten AG übernommen, unter anderem die in der ich angestellt bin. Gestern wurde uns von denen mitgeteilt, das die alten Arbeitsverträge und Vereinbarungen voll übernommen werden, außer Urlaubsansprüche und Überstunden. Das heißt unser Urlaub und das Überstundenkonto werden auf Null gesetzt. Wir sollen uns zwecks finanzieller Abgeltung an den Insolvenzverwalter wenden.

Für mich bedeutet das, das ich meinen bereits genehmigten Urlaub nicht antreten könnte. Da ich und meine Freundin aber eine Reise gebucht haben (Kostenpunkt 6000 Euro ) und jetzt nur noch mit einigem Kostenaufwand diese stornieren könnten, wollen wir diese selbstverständlich antreten.

Meine Frage deshalb. Kann der neue AG einfach noch offene Urlaubstage, sowie Plusstunden auf dem Arbeitszeitkonto streichen.? Kann der AG verlangen das ich ab 01.01. 2011 zur Arbeit erscheine, trotz genehmigten Urlaub? Wie gesagt, es handelt sich um eine Firmenübernahme, der Betrieb lief die ganze Zeit normal weiter. Außer dem Namen hat sich eigentlich nichts geändert.

Danke für Eure Hilfe,

Gruß, zeitarbeiter01

-----------------
""

-- Editiert am 03.11.2010 09:23

-- Editiert am 03.11.2010 09:24

-- Editiert am 03.11.2010 09:25

-- Editiert am 03.11.2010 09:26

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Urlaubstage Betrieb Arbeitszeitkonto Urlaub


15 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17207 Beiträge, 7577x hilfreich)

BGB
§ 613a
Rechte und Pflichten bei Betriebsübergang
1) Geht ein Betrieb oder Betriebsteil durch Rechtsgeschäft auf einen anderen Inhaber über, so tritt dieser in die Rechte und Pflichten aus den im Zeitpunkt des Übergangs bestehenden Arbeitsverhältnissen ein.

Ihr neuer Arbeitgeber kann sich nicht aussuchen, was er an Rechten und Pflichten übernimmt. Ihr Urlaubsanspruch ist auch zu übernehmen.



-----------------
""

9x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
zeitarbeiter01
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 17x hilfreich)

Vielen Dank für die schnelle Antwort, hamburgerin01. So was ähnliches hab ich mir schon gedacht. Morgen habe ich ein Gespräch mit unserer Disponentin. Da werde ich direkt darauf hinweisen. Ich habe ja bereits gestern im Telefongespräch nach einer Rechtsgrundlage für die Streichung gefragt. Diese konnte mir, wie so oft in unserer Firma, nicht genannt werden. Vielen Dank nochmal.

Falls Interesse besteht werde ich hier posten wie der AG reagiert hat.


Gruß, zeitarbeiter01

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
Pragmaticus
Status:
Lehrling
(1452 Beiträge, 489x hilfreich)

Grundsätzlich gebe ich Hamburgerin Recht. Allerdings sind mir auch Fälle bekannt, in denen aus einer Konkursmasse Rosinen rausgekauft wurden. In dem Fall
könnte formal das Arbeitsverhältnis mit der alten Firma zum 31.12.2010 enden und ein neues bei einer anderen Firma starten. Darauf lässt der Verweis an den Inso-Verwalter schliessen.
Ob das rechtlich so ok ist, wird man meist erst nachträglich oder gar nicht klären können.
Indiz für Betriebsübergang: Tritt der neue AG in alle Verträge mit Kunden ein, müsste dieses auch bei AN passieren

-----------------
"PS: die hier in Foreneinträgen eingeblendete Werbung ist keine Empfehlung meinerseits"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
zeitarbeiter01
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 17x hilfreich)

Was die Beendigung des Arbeitsverhältnisses betrifft, es soll nach Angabe der Disponentin nicht enden. Alle Arbeitsverträge werden vom neuen Eigentümer übernommen, außer der restliche Urlaubsanspruch sowie die Gutstunden auf dem Arbeitszeitkonto.

Die Kollegen sind weiterhin bei den selben Entleihern beschäftigt, bei denen sie auch vor der Übernahme waren. Zumindest die, die ich persönlich kenne. Deshalb ist anzunehmen, das die Kundenverträge vom neuen AG übernommen wurden.


Gruß, micha

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17207 Beiträge, 7577x hilfreich)

http://dejure.org/dienste/lex/InsO/105/1.html :

"BAG, 18.11.2003 - 9 AZR 95/03
Urlaub bei Betriebsübergang nach Insolvenz
1. Geht ein Betrieb in der Insolvenz über, hat der Betriebserwerber für die Erfüllung bestehender Urlaubsansprüche einzutreten.

2. Das gilt auch für übertragene Urlaubsansprüche und für Ansprüche auf Ersatz für verfallenen Urlaub.

Das könnte doch schonmal hilfreich sein. Urteile des BAG sind richtungsweisend.
Ich kann keinen Grund erkennen, warum der neue Arbeitgeber hier nicht gefälligst auch den Urlaub zu gewähren hat.


-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5012 Beiträge, 2471x hilfreich)

Wurde die Firma denn nach der Insolvenzeröffnung verkauft oder noch in der Insolvenzantragsphase? Habt Ihr die ausführliche schriftliche Information zum Betriebsübergang nach §613a erhalten?



-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
zeitarbeiter01
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 17x hilfreich)

Firma wurde nach meinem Wissensstand in der Insolvenzantragsphase verkauft.
Ich habe einen Brief erhalten, in dem kurz mitgeteilt wurde das die Firma xyz meinen alten AG übernommen hat, das alle Arbeitsverträge so wie sie bestehen übernommen werden und das Urlaub und Überstundenkonto mit Wirkung 01.11. 2010 auf Null gesetzt werden. Dazu eine mündliche Info, das man sich zwecks finanziellen Ausgleich für den Urlaub und Überstundenbezahlung an den Insolvenzverwalter wenden soll.

Ausführlich würde ich das nicht bezeichnen. Es handelt sich bei dem Schreiben um ganze 8 Zeilen.

Mehr weiß ich im Moment selbst nicht. Sollte ich bei dem morgigen Gespräch etwas erfahren, werde ich das hier posten.

Vielen, vielen Dank für Deinen Link hamburgerin01. Das hat mir sehr geholfen.


Gruß, zeitarbeiter01

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#8
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5012 Beiträge, 2471x hilfreich)

Das wäre imho sehr wichtig, dies zu klären. Den Stand der Insolvenz ihrer Leihfirma können sie eigentlich auch unter www.insolvenzbekanntmachungen.de abfragen. Schauen sie mal dort nach.

Zum Urlaub: da ist es meines Wissens völlig unerheblich, ob die Insolvenz eröffnet wurde oder nicht. Die Urlaubsansprüche verfallen nicht und können nicht einfach per 1.11. auf null gesetzt werden.

Bei den Überstunden (es handelt sich dabei sicherlich um die mittlerweile üblichen Arbeitszeitkonten?) sieht es m.E. anders aus. Sollte die Insolvenz eröffnet worden sein, dann ist die Aussage vermutliche leider richtig und die Stunden können nur zur Insolvenztabelle beim IV angemeldet werden. Dieser Anspruch dürfte fast wertlos sein.
Sollte jedoch die Firma vor der Ino-eröffnung verkauft worden sein, dann hat der neue AG diese AZK komplett mit übernommen.

Das Problem mit den AZK und der Insolvenz in der Leiharbeit ist eigentliche den "Tarifparteien" bekannt. Nicht umsonst steht meines wissens in einem Leiharbeits-TV (ich glaube BZA oder IGZ), dass die Leihfirma ab einer gewissen Zahl von Plusstunden auf dem AZK deren Insolvenzsicherung nachweisen muss.

Wieivel Stunden haben Sie denn auf dem AZK? Interessant wäre auch die Problematik der Tarifverträge. Welchen hatte die alte Firma und welchen hat der neue AG?

Des weiteren muss euch eine ausführliche Information zum Betriebsübergang vor diesem schriftlich übergeben werden. Was dort alles drinn stehen muss, steht direkt im §613a BGB . Ganz wichtig ist z.B. auch die Widerspruchsfrist im 613a.

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#9
 Von 
zeitarbeiter01
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 17x hilfreich)

Dank des Hinweises von 1000kleinesachen habe auf der Homepage nachgesehen und festgestellt das am 01.11.2010 das Insolvenzverfahren beim zuständigen Amtsgericht eröffnet wurde. Am 01.11.2010 war auch der Tag der Übernahme durch die andere Firma. Da nur 4 Filialen, incl. Mitarbeiter, übernommen wurden, vermute ich das das Insolvenzverfahren über die restliche Firma eröffnet wurde. Genaues weiß ich leider nicht, denn unser neuer/alter AG hat außer dem im oberen Beitrag erwähnten 8-Zeiler keinerlei Infos an uns Mitarbeiter herausgegeben. Ich such mir grad dank Eurer Hinweise alles mögliche dazu im Internet zusammen.

Ja bei den Überstunden handelt es sich um das übliche Arbeitszeitkonto.
Ich habe momentan noch 31,25 Überstunden plus.

Alter und neuer AG haben den selben Tarifvertrag, IGZ.

Eine ausführliche Information zum Betriebsübergang gemäß BGB §613a habe ich nicht erhalten. Von der Widerspruchsfrist habe ich erst heute hier im Forum erfahren.

Die Überstunden auf dem AZK sind für mich erstmal nicht so wichtig. Wichtig ist für mich in erster Linie, das ich den ins Jahr 2011 übertragenen und genehmigten Urlaub antreten kann. Denn wir haben eine für unsere Verhältnisse recht teure Reise gebucht. Diese läßt sich nicht über die Reiserücktrittsversicherung stornieren mit der Begründung, das ich infolge einer Insolvenz einen neuen AG habe. Außerdem haben wir lange sparen müssen um uns so einen Urlaub überhaupt leisten zu können und wollen die Reise auch gar nicht absagen.

Ich hoffe das sich im morgigen Gespräch einiges klären läßt, obwohl die Hoffnung gering ist. Denn es sind immer noch die selben Leute im Büro, mit denen in der Vergangenheit auch kaum eine Kommunikation möglich war.


Gruß,
zeitarbeiter01



-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#10
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5012 Beiträge, 2471x hilfreich)

quote:
Wichtig ist für mich in erster Linie, das ich den ins Jahr 2011 übertragenen und genehmigten Urlaub antreten kann.

Wurde der Urlaubsstreit vor Gericht ausgetragen oder aussergerichtlich mit Hilfe eines Anwaltes geklärt?
Die Urlaubsgenehmigung haben Sie sicherlich schriftlich.

Ich als Laie sehe nach meinem Kenntnisstand (mein AG hatte ebenfalls ein Inso dieses Jahr hingelegt) bezüglich des Urlaubs keinerlei Probleme.
Das setzen der Urlaubsansprüche auf Null ist absoluter Schwachsinn und hat m.W. keinerlei rechtliche Absicherung.

Von wem kam denn das Info-Schreiben zum Übergang (alter AG, IV oder neuer AG)?

Als Nebenaspekt: wenn die Info bezüglich des Überganges den Kriterien des 613a nicht standhält, dann beginnt die Widerspruchsfrist nicht zu laufen. (das Wissen darüber müssen sie vielleicht nicht unbedingt dem AG morgen auf die Nase binden)
Wobei klar sein sollte, dass mit dem etwaigen Widerspruch quasi die betriebsbedingte Kündigung durch den IV (der ab 1.11. ihr AG ist bzw. war) zur Folge haben wird.

Sollte der neue AG im Dezember wegen dem Urlaub immer noch Theater machen, dann sollten Sie unbedingt noch vor Weihnachten beim ortliche zuständigen Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung beantragen. Auch wenn der einmal genehmigte Urlaub im Prinzip (fast) nicht mehr vom AG gestrichen werden kann, ist eine Selbstbeurlaubung zu riskant und kann als Kündigungsgrund gewertet werden.
[URL=http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Urlaub.html#tocitem13]http://www.hensche.de
/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Urlaub.html#tocitem13[/URL]


Bei so einem teuren Urlaub sollten Sie aber auf Nummer sicher gehen und am besten den Anwalt befragen, der mit Ihnen die Urlaubsgewährung im Sommer erstritten hat.

-----------------
""


http://www.igmetall-bbs.de/fileadmin/user/Dokumente/betriebspolitik/2009_10_br_hilfe_insolvenz.pdf
(darin z.b. seite 66 Urlaub und ab s.55 betriebsübergang in der Inso )


zum Betriebsübergang gibt es hier ne ganz gute info von verdi:
http://www.verdi-it.de/betriebsuebergang.htm

-- Editiert am 03.11.2010 19:08

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#11
 Von 
zeitarbeiter01
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 17x hilfreich)

Der Urlaubsstreit wurde außergerichtlich mit Hilfe eines Anwalts geklärt.
Ich habe den Urlaub schriftlich am 25.08.2010 vom zuständigen Disponenten genehmigt bekommen.

Das Infoschreiben kam vom alten AG.

Ich habe gar nicht vor Widerspruch gemäß BGB § 613a einzulegen, allerdings hätte ich es ja nicht schlecht gefunden wenn mich der AG über solche Dinge informiert.

Eine Selbstbeurlaubung würde nach meinem laienhaften Empfinden eigentlich nicht stattfinden, denn ich habe ja für den genannten Zeitraum Urlaub schriftlich genehmigt bekommen. Aber das ist nur meine laienhafte Auffassung.

Ich warte das morgige Gespräch mit dem AG ab. Sollte der AG stur auf seinem Standpunkt bestehen, werde ich direkt einen Anwaltstermin vereinbaren, um mich da nochmal rechtlich abzusichern. Bin in der Gewerkschaft und habe deshalb keine Probleme wegen Anwalt.

In dem Schreiben steht übrigens wörtlich: "Ihr Arbeitsverhältnis wird von der XXX mit allen Rechten und Pflichten übernommen; allerdings erfordern es die gesetzlichen Rahmenbedingungen, dass Ihr Urlaubs-und Arbeitszeitkonto in die Insolvenzmasse fällt und daher von XXX nicht übernommen werden kann.


Gruß,
zeitarbeiter01

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#12
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5012 Beiträge, 2471x hilfreich)

quote:
"Ihr Arbeitsverhältnis wird von der XXX mit allen Rechten und Pflichten übernommen; allerdings erfordern es die gesetzlichen Rahmenbedingungen, dass Ihr Urlaubs-und Arbeitszeitkonto in die Insolvenzmasse fällt und daher von XXX nicht übernommen werden kann.

Wer hat das geschrieben? Doch nicht etwa der Insolvenzverwalter?


quote:
Eine Selbstbeurlaubung würde nach meinem laienhaften Empfinden eigentlich nicht stattfinden, denn ich habe ja für den genannten Zeitraum Urlaub schriftlich genehmigt bekommen. Aber das ist nur meine laienhafte Auffassung.


Prinzipiell geb ich Ihnen recht und in einer Leihbude ist es vielleicht offensichtlich noch etwas anderes, als in einer "normalen" Firma. Aber was machen Sie, wenn der Disponent Ihnen z.B. am 28.12. den neuen Einsatz für die Entleihfirma X zukommen lässt und Ihre Mitteilung "aber ich habe doch Urlaub ab..." völlig ignoriert?

quote:
Bin in der Gewerkschaft und habe deshalb keine Probleme wegen Anwalt.

Kann man da zu einem Anwalt seiner Wahl oder ist das ein sogenannter Rechtssekräter der Gewerkschaft?

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#13
 Von 
zeitarbeiter01
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 17x hilfreich)

quote:
Wer hat das geschrieben? Doch nicht etwa der Insolvenzverwalter?

Nein. Schreiben ist vom alten AG mit Datum 28.10.2010. Eingegangen bei mir: gestern.

quote:
Prinzipiell geb ich Ihnen recht und in einer Leihbude ist es vielleicht offensichtlich noch etwas anderes, als in einer "normalen" Firma. Aber was machen Sie, wenn der Disponent Ihnen z.B. am 28.12. den neuen Einsatz für die Entleihfirma X zukommen lässt und Ihre Mitteilung "aber ich habe doch Urlaub ab..." völlig ignoriert?

Das weiß ich eben nicht. Deshalb will ich mich ja schnellstens rechtlich beraten lassen. Zur Not würde ich im Vorfeld versuchen per einstweiliger Verfügung vom Arbeitsgericht meinen Urlaubsanspruch vorläufig durchzusetzen.

quote:
Kann man da zu einem Anwalt seiner Wahl oder ist das ein sogenannter Rechtssekräter der Gewerkschaft?

Die Rechtsberatungen übernimmt ein Rechtssekretär der Gewerkschaft. Er erledigt auch den ganzen Schriftverkehr mit der Firma. Vor Gericht wird man dann von einem Anwalt vertreten. Den bekommt man zugewiesen und kann ihn sich nicht selbst aussuchen. Bezahlt wird das ganze von der DGB-Rechtsschutz.

Der Rechtssekretär der Gewerkschaft hat mir im letzten Jahr mehrmals gegen meinen AG geholfen und war jedes Mal sehr engagiert. In allen Fällen bei denen er mich vertreten hat, wurde eine Einigung zu meinen Gunsten erzielt. Ich bin eigentlich recht zufrieden mit dem Herrn.


Gruß,
zeitarbeiter01

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#14
 Von 
zeitarbeiter01
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 17x hilfreich)

Guten Morgen,

war gestern zum Gespräch wegen meines Urlaubs in der Firma. Dort habe ich festgestellt, das alle Büromitarbeiter, incl. der Disponenten, beurlaubt wurden. Meine Disponentin ist jetzt eine junge Dame, die erst im Jan. dieses Jahres in der Verwaltung angefangen hat und nun zur Disponentin "befördert" wurde. Sie hat leider keine Ahnung von dem Job, den sie jetzt machen soll. Sie sagte mir in einem 4-Augen-Gespräch das sie es nicht in Ordnung finde, das der Urlaub verfallen soll. Sie ist übrigens ebenfalls davon betroffen. Sie empfahl mir dringendst zum Anwalt zu gehen, damit das geklärt werden kann. Genau das werde ich jetzt, mal wieder, tun.

Also ich bin kein Stück weiter. Werde mir heute einen Anwaltstermin machen und sehen was draus wird.

Hab gestern mit meinem Bruder gesprochen. Dessen AG war Anfang 2009 auch in Insolvenz gegangen. Firma wurde übernommen. Es gab zwar neue Arbeitsverträge, allerdings mit einer Zusatzvereinbarung das die Betriebszugehörigkeitsdauer vom alten AG übernommen wird. Aufgelaufene Überstunden und Urlaubsansprüche wurden voll übernommen.

Ich werde hier berichten wie es in dieser Sache weitergeht. Kann aber ne Weile dauern. Warten auf Anwaltstermin, dann Fristsetzung usw.

Bis dahin sag ich erstmal Danke an alle die sich hier die Mühe gemacht haben mir zu helfen.


Gruß, zeitarbeiter01

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#15
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5012 Beiträge, 2471x hilfreich)

quote:
Es gab zwar neue Arbeitsverträge, allerdings mit einer Zusatzvereinbarung das die Betriebszugehörigkeitsdauer vom alten AG übernommen wird.

Schon das ist eigentlich fragwürdig. Da die alten AV uneingeschränkt weitergelten, gibt es an sich auch keinen Grund neue AVs auszugeben und zu unterschreiben. Oftmals beinhalten diese dann nachteilige Regelungen für den AN (weniger Urlaub, etc.)
Die Betriebszugehörigkeit ist darüber hinaus so ziemlich das Einzige, auf was ein AN beim Betriebsübergang selbst mit seiner Unterschrift unter einen neuen AV nicht wirksam verzichten könnte. Bei allen anderen Dingen: Lohn, Urlaubsanspruch, VWL und was es alles so gibt sollte der AN genau aufpassen. Einmal zugestimmt kann man später nicht mehr seine alten Rechte einfordern.
http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Betriebsuebergang.html#tocitem6


quote:
Aufgelaufene Überstunden und Urlaubsansprüche wurden voll übernommen.


Urlaubsansprüche ist klar, aber wenn nach Insolvenzeröffnung auch Überstunden(konten) mit übernommen wurden, wundert mich das.


quote:
Werde mir heute einen Anwaltstermin machen und sehen was draus wird.


Viel Glück. Sie scheinen ja eine guten und kompetenten Rechtssekretär an der Hand zu haben. Aus meiner Sicht können Sie reltiv entspannt an die Sache rangehen, da es keinerlei Rechtsgrundlage gibt die Urlaubsansprüche auf 0 zu setzen - weder bei einer Insolvenz noch nach einem Betreibsübergang. Da Widerspricht schon allein der §1 des BurlG.

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer
  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 180.932 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
76.640 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.