Versetzung in eine andere Abteilung

14. Oktober 2018 Thema abonnieren
 Von 
Norbert324
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)
Versetzung in eine andere Abteilung

Guten Tag liebe Gemeinde,

ich habe eine Frage zu dieser Situation:

Herr Mustermann ist gelernter Industriekaufmann und seit 3 Jahren nach Ausbildungsende in seinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb als Industriekaufmann im Vertriebsinnendienst tätig. Mittlerweile hat er durch diese drei Jahre schon deutlich Erfahrung sammeln können und fühlt sich sehr sicher und spezialisiert.

Nun hat Herr Mustermann erfahren, dass bald ein neuer Kollege kommt, dieser ist schwerbehindert und möchte nach einer Auszeit wieder in den Beruf zurückkehren – ebenfalls Industriekaufmann, Bereich Vertriebsinnendienst. Herr Mustermann hat die Anweisung bekommen den neuen Kollegen in seine Aufgaben komplett einzuarbeiten.

Herr Mustermann ist besorgt über seine eigene Zukunft und fürchtet nun dass er mit der Einarbeitung des neuen Kollegen sich selbst überflüssig macht, oder aber dass er in die Buchhaltung versetzt wird, weil eine Kollegin die Buchhaltung verlassen hat und diese Abteilung eigentlich gar nicht mehr existiert.

Wäre eine Versetzung in die Buchhaltung rechtlich in Ordnung? Wie bereits erwähnt, Herr Mustermann war in dieser Abteilung noch nie tätig und hat eigentlich auch kein Fachwissen das für die Buchhaltung erforderlich ist.

Herr Mustermann hat auch noch einmal in seinem Arbeitsvertrag nachgeschaut, dort steht:

„Der Arbeitnehmer wird als Mitarbeiter im Vertriebsinnendienst eingestellt. Der Arbeitgeber behält sich vor, dem Arbeitnehmer unter Beibehaltung der Vergütung andere gleichwertige Arbeitsaufgaben zuzuweisen, soweit dies bei Abwägung der beiderseitigen Interessen für den Arbeitnehmer zumutbar ist".

Wie ist die Situation zu bewerten?

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17220 Beiträge, 6427x hilfreich)

Du bist angestellt für den Vertriebsinnendienst - soweit alles klar. Dann behält der AG sich vor, dir andere gleichwertige Aufgaben zu geben.
Die Buchhaltung wird, denke ich mir, nicht zum Vertriebsinnendienst gehören.
Dann wäre zu prüfen, ob Buchhaltung gleichwertige Tätigkeit ist, zumal noch die Frage der Qualifikation hinzukommt.
Tendenz also zum Nein. Nicht so ohne weiteres möglich, die Umsetzung.

Ich verstehe - nebenbei - die Ausgangslage nicht so recht: Der Kollege, der zurück kommt, sollte also früher schon da gewesen sein. Wieso ist dann eine komplette Einarbeitung erforderlich?

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#2
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17802 Beiträge, 8067x hilfreich)

Die Abwägung der beiderseitigen Interessen dürfte m.E. nicht dazu führen, dass ein Vertriebler gegen seinen Willen in die Buchhaltung gedrängt werden kann.
Wieviel Mitarbeiter hat das Unternehmen? Gibt es einen Betriebsrat?

Signatur:

Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.

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#3
 Von 
Norbert324
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die beiden Rückmeldungen!

Zitat (von blaubär+):
Ich verstehe - nebenbei - die Ausgangslage nicht so recht: Der Kollege, der zurück kommt, sollte also früher schon da gewesen sein. Wieso ist dann eine komplette Einarbeitung erforderlich?


Ich habe die Situation vielleicht etwas ungenau beschrieben. Es kommt ein neuer Kollege in die Firma, der dort noch nie war. Er ist wie bereits erwähnt schwerbehindert und möchte nun wieder ins Berufsleben zurück. Seine Spezialisierung ist der Vertrieb - der gleiche Bereich wie von Herrn Mustermann. Herr Mustermann bekam die Anweisung den neuen Kollegen ab sofort in alle Aufgaben einzuarbeiten. Diese Anweisung stimmt Herrn Mustermann nachdenklich, denn es gibt genug Personal in der Firma, eine Unterbesetzung liegt nicht vor.

Deswegen fürchtet Herr Mustermann nach der Einarbeitung gekündigt zu werden, oder aber in die Buchhaltung versetzt zu werden, in welcher er noch nie tätig war. Die Buchhaltung kennt er nur aus der Ausbildung, seitdem hatte er nichts mehr damit zu tun.

Zitat (von altona01):
Die Abwägung der beiderseitigen Interessen dürfte m.E. nicht dazu führen, dass ein Vertriebler gegen seinen Willen in die Buchhaltung gedrängt werden kann.
Wieviel Mitarbeiter hat das Unternehmen? Gibt es einen Betriebsrat?


Es gibt derzeit 30 Mitarbeiter in der Firma. Ein Betriebsrat ist nicht vorhanden.

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118526 Beiträge, 39584x hilfreich)

Zitat (von Norbert324):
Die Buchhaltung kennt er nur aus der Ausbildung,

Er hat also in dem Bereich eine Ausbildung erhalten? Welcher Art?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#5
 Von 
Norbert324
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Er hat also in dem Bereich eine Ausbildung erhalten? Welcher Art?


Es war ein Teil der Berufsausbildung, als er noch Auszubildender war. Seitdem hatte er mit dem Bereich aber nie wieder Kontakt gehabt. Das war vor drei Jahren.

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#6
 Von 
Ohadle
Status:
Schüler
(211 Beiträge, 77x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von Norbert324):
Die Buchhaltung kennt er nur aus der Ausbildung,

Er hat also in dem Bereich eine Ausbildung erhalten? Welcher Art?


Industriekaufmann - wie im Eröffnungspost geschrieben

Jernkompetenzen, die man während der Ausbildung erwirbt:

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index;BERUFENETJSESSIONID=jwR2nXV4p-3hn0a5X1N1VEdcFIwARsEYcBWIw3ksDtIRt7lGD20t!-727606570?path=null/kurzbeschreibung/berufkompetenzen&dkz=7964


-- Editiert von Ohadle am 15.10.2018 09:29

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