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Vorwurf des Diebstahls - Womit ist zu rechnen?

11. Oktober 2006 Thema abonnieren
 Von 
wichtell
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Vorwurf des Diebstahls - Womit ist zu rechnen?

Es wurde am Arbeitsplatz Ware im Wert von ca. 20,- Euro deponiert. Das "Versteck" ist ein separater Heizungsraum, der fünf Mitarbeitern mit entsprechendem Schlüssel zugänglich ist.

Nun hat der AG festgestellt, dass in dem besagten Raum Ware deponiert wurde und vermutet, es handelt sich um einen (versuchten) Diebstahl. Alle Mitarbeiter, die Zutritt zu dem Raum haben wurden einberufen und gedrängt, dass derjenige sich "geständig" erklärt, der die Ware mitnehmen wollte.

Nachdem sich niemand gemeldet hat, behauptet der AG nun, es wurden bereits Fingerabdrücke von der Kripo genommen und es komme zu einem Verfahren.

Es ist dazu zu sagen, dass der AG den betreffenden MA verdächtigt und u.U. auch loswerden möchte.

Womit ist zu rechnen bzw. wie sieht die Rechtslage aus? Handelt es sich hierbei um einen versuchten DS, der wenn er nachgewiesen werden könnte auch arbeitsrechtlich Folgen hätte?

Vielen Dank im Voraus!

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15 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2311x hilfreich)

Wie soll das aus der Ferne jemand beurteilen bei dem bissel Beschreibung? Zumindest scheints ja ungewöhnlich zu sein (für den AG) und auch nicht logisch erklärbar, dass die Ware da 'deponiert' wurde. Da würde - deiner bisherigen Beschreibung nach - bei mir auch ein gewisser Verdacht aufkommen, wenn mir keiner erklären kann, warum sich die Ware dort befindet.

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#2
 Von 
-Joshua-
Status:
Beginner
(58 Beiträge, 22x hilfreich)

Also ganz ehrlich, wenn ich im HEIZUNGSRAUM Ware finden würde, würde ich mir auch ein paar gedanken durch den Kopf gehen lassen. Was hat die Verloren?

Diebstahl (sofern man diesen beweisen kann) ist immer ein fristloser Kündigungsgrund. § 626 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
avalon2006
Status:
Praktikant
(801 Beiträge, 100x hilfreich)

Hallo, das sieht wohl ziemlich schlecht aus. Der AG kann den betreffenden AN ohne weiteres kündigen. Alleine der begründete Verdacht des Diebstahls reicht aus, eine fristlose Kündigungung auszusprechen.

Hoffe für Dich, das sich die Sache aufklärt.

gruß
avalon 2006


-----------------
"Das Leben ist eines der Härtesten."

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
SVielha
Status:
Praktikant
(653 Beiträge, 151x hilfreich)

Ist das mit den Fingerabdrücken nun eine Behauptung oder tatsächlich so?

Was sit, wenn Fingerabdrücke von mehreren Kollegen drauf sind?

Wenn natürlich nur die Fingerabdrücke von einem MA drauf sind, sieht es schlecht aus für denjenigen.

Und da muß ich sagen ist er dann selbst schuld.

Wegen 20 € seinen Job zu riskieren.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
blaubär49
Status:
Schlichter
(7434 Beiträge, 1992x hilfreich)

a) nachgewiesener diebstahl rechtfertigt immer einen rausschmiss - es kommt nicht einmal auf den wert der sache an.
b) darüber hinaus gibt es noch die verdachtskündigung - hierzu reicht die redliche gewissheit, dass niemand anders infrage kommen kann.

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#6
 Von 
SVielha
Status:
Praktikant
(653 Beiträge, 151x hilfreich)

quote:

b) darüber hinaus gibt es noch die verdachtskündigung - hierzu reicht die redliche gewissheit, dass niemand anders infrage kommen kann.


Na bin ich mir aber nicht sicher.
Man ist doch solange unschuldig, wie einem nicht die Schuld bewiesen werden kann.

Vielleicht hat ja jemand Waren in der Hand, mußte schnell was im Keller erledigen und hat dabei die Sachen liegengelassen.

Möglich ist alles.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
wichtell
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Also: der Raum, in dem die Ware stand, kann von mehreren Personen mit einem speziellen Schlüssel geöffnet werden. Es kommen also mehrere Personen in Frage.

Auch die Ware selbst - es handelt sich um Flaschen - kann (im Vorfeld) von mehreren Personen berührt worden sein.

Das mit den Fingerabdrücken ist nicht ganz klar. Der AG "kenne" anscheinend jemanden bei der Kripo. Muss da nicht ein offizielles Verfahren eingeleitet werden. Es wurde behauptet, die Flaschen wurden zur Polizei gebracht. Kurz darauf stehen sie wieder im Betrieb (verschlossen). Muss zu einem ordentlichen Verfahren nicht eine Art Tatortsicherung vorgenommen werden?

Die Frage ist einfach: wenn sich auf offizielle Art und Weise (Verfahren) nichts ergibt, kann der AG dann weitere Schritte einleiten, z.B. selbst die entsprechenden MA verhören, Fingerabdrücke nehmen, etc.

Der betreffende AG kämpft natürlich mit seinem Gewissen. Er ist einsichtig und meiner Ansicht nach - für alle Zeit geläutert. Würde er den Tatbestand (sofern es bereits einer ist) zugeben, wäre die Kündigung eine logische Folge.

Es ist ein Familienvater er seit einigen Jahren im UN arbeitet. Natürlich hat er auch Existenzsorgen.

Nochmal herzlichen Dank für alle Antworten.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
SVielha
Status:
Praktikant
(653 Beiträge, 151x hilfreich)

Der Dieb sollte die Klappe halten und aus seinem Mist lernen und nie wieder sowas machen!

Dann braucht der MA keine Angst weiter zu haben und beim AG wird es sich im Sande verlaufen, wenn nichts weiter vorfällt.

Man muß ja nicht immer aus einer Mücke einen Elefanten machen, auch wenn dies eine Schnapsidee des MA war.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2311x hilfreich)

quote:
Muss zu einem ordentlichen Verfahren nicht eine Art Tatortsicherung vorgenommen werden?


Das ist wohl eher ne Frage fürs Strafrecht-Forum.

quote:
kann der AG dann weitere Schritte einleiten, z.B. selbst die entsprechenden MA verhören, Fingerabdrücke nehmen, etc.


Der AG ist der AG und nicht die Polizei! Und sowas gehört definitiv nicht zu seinen Kompetenzen.

quote:
Der betreffende AG kämpft natürlich mit seinem Gewissen. Er ist einsichtig und meiner Ansicht nach - für alle Zeit geläutert. Würde er den Tatbestand (sofern es bereits einer ist) zugeben, wäre die Kündigung eine logische Folge.


Ich nehme mal an, dass du 'AN' und nicht 'AG' meinst. Das käme drauf an, ob hier überhaupt was zuzugeben ist. Die Frage ist doch noch immer: Warum standen die Flaschen dort?

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2311x hilfreich)

quote:
Man muß ja nicht immer aus einer Mücke einen Elefanten machen, ...


Wieso Mücke? Nur weil von 'Flaschen' die Rede ist, wissen wir doch hier gar nicht, um was es sich wirklich handelt. Wegen paar leeren Pfandflaschen wird ein AG vermutlich nicht so ein Gewese machen.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
wichtell
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die vielen Antworten!

Die Flaschen (nehmen wir an, es waren ein paar Weinflaschen) wurden vom AN im Heizungsraum deponiert. Ich vermute ebenso wie der AG, dass er die Flaschen mitnehmen wollte. Nur wie lässt sich nachweisen, dass der AN dies tatsächlich vorhatte? Er konnte ja nicht auf "frischer Tat ertappt" werden - zudem kommen mehrere Personen in Frage.

Zum Thema "aus einer Mücke einen Elefanten...":

Wie gesagt, handelt es sich um einen geringfügigen Wert. Der AG verdächtigt nun den AN und will sich (verständlicherweise) von ihm trennen. Da ich den AN kenne, weiß ich, dass dieser sich nach einem neuen AG umsieht, da er den psychischen Druck im UN nicht mehr aushält. In der momentanen Situation ist er natürlich sehr angespannt und hat als Familienvater Angst vor einer Kündigung.

Ich würde versuchen, ihm zu helfen, bevor er irgendwelche falschen Schritte wagt.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2311x hilfreich)

quote:
Wie gesagt, handelt es sich um einen geringfügigen Wert.


Dann solltest du mal nach 'Bienenstichurteil' googlen.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
12TNT
Status:
Beginner
(131 Beiträge, 7x hilfreich)

Ick kann den AG verstehn und wenn es nur billig kramm ist, irgend wann könnte es was großes sein und keiner wars.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
wichtell
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Selbstverständlich ist die Absicht und die Tat verwerflich. Ich selbst stehe auf AG-Seite und kann das Verhalten des AN nicht tollerieren. Es geht hier aber nicht um die Moral oder um Wertvorstellungen sondern um die möglichen Konsequenzen für den besagten AN.

Wenn ein Diebstahl zur Last gelegt werden soll, dann frage ich mich eben nur: wie kann dem in Verdacht stehende AN die Tat nachgewiesen werden.

Schließlich haben noch mehrere Personen Zutritt zur Ware und zu dem "Versteck". Der Verdächtige wurde weder gesehen, noch hat er sich verdächtig verhalten. Auch wurde der Vorgang bisher nicht der Polizei gemeldet. Ich sehe daher auch keine weiteren Konsequenzen, als das schlechte Gewissen beim "Täter".

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2311x hilfreich)

Kommt drauf an, ob der AG das weiterverfolgen möchte. Vielleicht lässt er die Geschichte fallen, wenn sich keiner meldet, aber das kann man von hier aus nicht beurteilen.

0x Hilfreiche Antwort

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