Wann gilt Tarifvertrag?

6. November 2006 Thema abonnieren
 Von 
BlackWidow1974
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Wann gilt Tarifvertrag?

Hallo alle miteinander!

Lese hier schon eine Zeit mit und hoffe, Ihr könnt mir ein oder auch zwei gute Tips geben!

Ich arbeite seit Juli 2006 in einer Firma des Wach- und Sicherheitsgewerbes.
Ich bin von dieser Firma bei einer anderen Firma seit ebenfalls 6 Jahren als Empfangsdame "ausgeliehen" (wie soll man es sonst nennen?!)

Ich bin "hauptberuflich" Studierende und habe einen Arbeitsvertrag in dem ausdrücklich steht, daß ich während des Semesters nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten darf.

In den Semesterferien gilt diese Regelung nicht.

Ich arbeite Mo - Fr. An den WEs nicht!

In meinem Arbeitsvertrag steht ein Stundenlohn der Summe X. Es ist nirgendwo das Wort "Tarif" oder "Tarifvertrag" zu lesen.

Bis vor wenigen Monaten wurden Urlaubs-, Krankheits-, und Feiertage mit vollem Stundenlohn bezahlt.

Nun, neuer Vorgesetzter, werden o.g. Tage nicht mehr voll bezahlt, sondern der Lohn für diese Tage wird anhand einer obskuren Rechnung ermittelt. So sehe es der Tarifvertrag vor.

Aha. Von dem (Tarifvertrag) war nur vorher nie eine Rede ...

Mein Vorgesetzter weigert sich, mir diesen Tarifvertrag zu zeigen. Er ist zwar verpflichtet dazu, aber ...

Der Tarifvertrag ist im Internet nicht einzusehen (nur für teuer Geld).

Ich bin nicht in einer Gewerkschaft organisiert.

Gilt der Tarifvertrag für mich überhaupt?
Was kann ich tun?

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär49
Status:
Schlichter
(7434 Beiträge, 2001x hilfreich)

.. der TV ist öffentlich zugänglich zu machen. und die lohnabrechnung muss nachvollziehbar sein. firmen, die einen TV anwenden, binden sich auch daran, d.h. sie können nicht nach gutdünken andere arbeitsverträge abschließen als auf der basis des TV. insofern wird der TV auch für dich gelten. und jetzt könnte es kompliziert werden: wenn der TV für dich ungünstiger wäre als der arbeitsvertrag, könnte gleichwohl der arbeitsvertrag gelten, weil du einen unmittelbaren anspruch aus deinem vertrag gegenüber dem AG hast.

und spätestens jetzt wird klar, dass - wenn es um nennenswerte summen und nicht um peanuts geht - ein ra sich die sache anschauen sollte.

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#2
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2326x hilfreich)

Ja der Tarifvertrag für das Wach und Sicherheitsgewerbe ist allgemeinverbindlich. Das heißt, er gilt auch ohne Vereinbarung im Arbeitsvertrag bzw. ohne das AG und AN in den tarofschließenden Parteien sind.
Die Gewerkschaften können sich natürlich vorbehalten Informationen diesbezüglich nur ihren Mitgliedern zukommen zu lassen. Und von den ca. 60000 TV in Deutscland ist auch nur ein verschwindend geringer Teil im i-net einsehbar.
Vielleicht hilft ja das deinem Vorgesetzten etwas 'auf den Sprung':
<font color=red>'Die Arbeitgeber sind verpflichtet, die für ihren Betrieb maßgebenden Tarifverträge an geeigneter Stelle im Betrieb auszulegen.'</font>
http://www.gesetze-im-internet.de/tvg/__8.html

MfG

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#3
 Von 
BlackWidow1974
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für Eure Antworten!

dennoch bleibt noch was offen ...

Was mich stutzig macht: Über 5 (FÜNF) Jahre lang war von Tarifvertrag und die Bezahlung nach diesem nicht die Rede.

Nun auf einmal schon. Ist das denn rechtens?

Ich meine, was kann ich dafür, daß die vorherigen Vorgesetzten angeblich falsch gerechnet und uns "zu viel" Geld ausgezahlt haben?
Ich glaube nicht, daß man von jetzt auf gleich sagen kann "Hach, wir haben uns fünf Jahre geirrt, nun gilt Tarifvertrag"!

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#4
 Von 
Interessierter Laie
Status:
Lehrling
(1620 Beiträge, 301x hilfreich)

Meiner Meinung nach darf eine Arbeitgeber, trotz Tarifvertrag bessere Leistungen erbringen.
Da er offensichtlich 5 Jahre lang den Lohn im Krankheitsfall ohne Abzüge gezahlt hat, handelt es sich um eine betriebliche Übung auf die Du einen Rechtsanspruch hast. Einseitig darf der AG davon nicht abweichen.
Ganz klar ist mir aber nicht wie das mit Deiner Ausleihe zu verstehen ist.
Seit wann bist Du von wem ausgeliehen und bei wem besteht Dein Arbeitsvertrag.
Wenn Du bisher ausgeliehen warst und jetzt bei Deinem ursprünglichen AG wieder arbeitest, dann müsste er sich nicht an die betrieblichen Übungen deines Leiharbeitgebers halten.

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#5
 Von 
BlackWidow1974
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Mit "ausleihen" meinte ich folgendes:

Meinen Arbeitsvertrag habe ich mit der Wach- und Sicherheitsgesellschaft. Von der wurde und werde ich auch bezahlt.

Mein Einsatzort ist aber der Empfang der Firma XYZ. Diese Firma XYZ hat vor sechs Jahren "meine" Wach- und Sicherheitsgesellschaft damit beauftragt nette Empfangsdamen zu stellen.

Somit arbeite ich seit 6 Jahren also faktisch bei der Firma XYZ, von der ich aber nicht direkt bezahlt werde, sondern über den Umweg der Wach - und Sicherheitsgesellschaft.

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