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Wie ist dieses "ausführliche" Ausbildungszeugnis? Mit dem Hintergrung Mobbing

 Von 
DerFraeser
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 4x hilfreich)
Wie ist dieses "ausführliche" Ausbildungszeugnis? Mit dem Hintergrung Mobbing

Guten Abend,
ich muss erstmal sagen, wie klasse ich diese Seite finde. Danke schonmal im Voraus für Ihre Hilfe und hilfreiche Tipps.

Vorgeschichte: Ich habe mein Maschinenbau Studium nach langer Zeit abgebrochen und eine Ausbildung, als Zerspaner gemacht. Ausbildungsende war letzten Freitag.

Es handelte sich um einen kleineren mittelständigen Betrieb, mit ca. 10 Gesellen und 10 Azubis. Besonders wichtig war dem Betrieb, dass von Anfang an, voll mitgearbeitet wurde. Deswegen wurde weniger Wert auf Berichtsheftführung etc. gelegt. Als die Abschlussprüfungsanmeldung anstand und das Berichtsheft von Ihm unterschrieben werden musste, ließ er mich auflaufen und meinte ich müsse ein halbes Jahr verlängern. Andere Berichtshefte, die genauso lange nicht von Ihm unterschrieben waren, wurde einfach unterzeichnet. Ich musste einen Lehrer einschalten, der beim Betrieb anrief und plötzlich war es gar kein Problem mehr.

Nach dem letzten Schulblock wurde ich dann zwei Wochen lang von meinem Ausbilder "geärgert". Er trug mir Arbeit auf, die sonst zu zweit gemacht wurde und ließ keinen Moment aus mir zu sagen wie schlecht ich sei. Ich hohle jetzt nicht weiter aus, das würde vier Seiten füllen. Es sollte nur erwähnt werden, dass der Betrieb nicht ohne Fehler ist: hält sich nicht an UVV der BG bzw. Jugendarbeitsschutzgesetze usw. Auch besuchen wir die falsche Berufsschule, damit wir Azubis schichten können. Der Schwerpunkt Werkzeugbau erlernen wir somit nur theoretisch in der Berufsschule, im Betrieb zerspanen wir ausschließlich. Die richtige Bezeichnung würde lauten: Feinwerkmechaniker Schwerpunkt Zerspanen.

Ich bekomme in jedem Schulzeugnis Noten von 1-2 und ind den offenen Zeilen die besten sozialen Eigenschaften und sehr gute mündliche Mitarbeit bescheinigt. Von den vier Azubis aus diesem Jahrgang bin ich der Beste.

Nach den zwei Wochen Betrieb und den zwei Wochen aus der Berufsschule zuvor war ich dann fix und fertig und wurde von meinem Arzt krank geschrieben, da ich nicht in der Lage war mich auf meine Abschlussprüfung vorzubereiten. Ich bin eigentlich kein Sensibelchen, mir ist aber ungemein wichtig einen guten Job zu machen und möglichst konzentriert und fehlerfrei zu arbeiten. Wenn ich schon 100% leiste und es nicht gewürdigt wird, macht das mich ziemlich fertig.

Nun habe ich bestanden und seit dem 05.12.2017 auf ein Zwischenzeignis gewartet. Heute gab es nun endlich dieses Ausbildungszeugnis. Ich habe es 1:1 abgeschrieben, inklusive aller Zeichen- und Rechtschreibungsfehler.

Sie würden mir echt ungemein helfen, wenn sie mir das Zeugnis entschlüsseln könnten:

Herr
Markus Mustermann
Xyz Straße 13
12345 Musterstadt

Ausbildungszeugnis Datum 02.02.2018

Herr xxxxx, geb. Xx.xx.1983 wurde bei uns vom 01.09.2015 bis 02.02.2018 zum Feinwerkmechaniker mit Schwerpunkt Werkzeugbau ausgebildet. Die Dauer der Berufssusbildung konnte um ein Jahr gekürzt werden, da Herr Mustermann die allgemeine Hochschulreife besitzt.

Im Rahmen der Ausbildung sind ihm sämtliche in der Ausbildungsordnung entsprechende Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt worden. Herr Mustermann wurde im Rahmen seiner Ausbildung mit folgenden Tätigkeiten befasst:
- Bohren
- Drehen
- Montieren
- Messen / QK
- Cnc-Fräsen
- der Schwerpunkt der Ausbildung lag im Bereich CNC Fräsen

Er hat regelmäßig am Berufsschulunterricht sowie an allen überbetrieblichen Maßnahmen teilgenommen.

Herr Mustermann verfügt über eine gute Auffassungsgabe und hat seine Berufsausbildung von Anfang an mit großem Engagement und Interesse betrieben. Praktische Arbeiten verrichtete er stets fleißig, sorgfältig und in guter Qualität.

Sein Verhalten war immer vorbildlich. Er wurde von Vorgesetzten, Ausbildern, Kollegen gleichermaßen geschätzt.

Wir danken Herrn Mustermann für die angenehme Zusammenarbeit während der Ausbildungszeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.

Musterstadt, heute
Herr CHEF
Geschäftsführer



Für ein ausführliches Zeugnis, welches 2 Monate gebraucht hat, finde ich es ziemlich plump und kurz angebunden. Aber ich kann mich irren. Auch sollte ein Schlusssatz mit Bedauern vorhanden sein?! Die Aufzählung mit den Tätigkeiten sticht mir besondes ins Auge. Bohren ist ein Standard Werkstattarbeit sowie beim Mahler Farbeimer tragen. Gedreht habe ich nur eine Woche, montiert gar nicht. Messen und QM macht man immer und CNC-Fräsen war meine 90% Tätigkeit.

Mein Ausbilder meinte, ich solle drüber schauen und wenn ich etwas zum Ändern finde, reden wir nochmal drüber.

Ich hoffe es sprengt nicht Ihren Rahmen und ist nicht zu verwirrend.

Mit freundlichen Grüßen
Hannes

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Ausbildung Zeugnis Betrieb 100%


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
DerFraeser
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 4x hilfreich)

Okay er hat einfach dieses IHK Vordruck Zeugnis abgekupfert:

https://www.ihk-kassel.de/solva_docs/9Muster_Ausbildungszeugnis.pdf

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#2
 Von 
PP9325
Status:
Praktikant
(941 Beiträge, 692x hilfreich)

Hallo,

alles in allem ist das Ausbildungszeugnis schon sehr kurz gefasst und hinterlässt einen fragwürdigen Eindruck. Auch, die Tatsache, dass jemand mit 34-35 eine komplette Ausbildung macht, hinterlässt fragen, welche jedoch nicht Ansatzweise in dem Arbeitszeugnis erwähnt werden. Auch stellt sich die Frage, warum Sie nicht übernommen wurden.
Im Gesamtbild würde ich dieses Zeugnis nicht als positiv ansehen.

Ebenso, wie Sie bereits erkannt haben, fehlt ein Bedauern im Schlusssatz bzw. ein Grund, warum keine Weiterbeschäftigung erfolgt ist (Einstellungsstopp, Auftragslage etc.). Das lässt leider fast nur einen Schluss zu. Das Unternehmen war froh, Sie endlich losgeworden zu sein.

Als Personaler würde ich mir bei diesem Zeugnis wirklich ein paar Gedanken machen, was da wohl vorgefallen ist. Ich kenne Ihre Lebenslauf nicht, aber jemanden, der in diesem Alter noch eine volle Ausbildung absolviert und dann so ein Zeugnis erhält, könnte bei einem Personaler durchaus der Verdacht aufkommen, dass der Bewerber ein "Rohekrepierer" ist.

Grüße
PP

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#3
 Von 
DerFraeser
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 4x hilfreich)

Ich komme aus einer Akademikerfamilie und wollte auch unbedingt dazu gehören, bin aber selbst eher der praktische Mensch. Meine kleineren Brüder schreiben gerade ihre Promotionen ^^

Ich hatte es erst an der Uni und dann an der FH probiert. Elektrotechnik und Mathe 3 haben mir das Genick gebrochen.

Ich hätte früher den Absprung schaffen sollen. Mein Fehler. Werde halt jetzt nicht mehr reich.

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