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Wie nach Freistellung bei Eigenkündigung fragen ?

22.12.2020 Thema abonnieren
 Von 
BlueDean
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)
Wie nach Freistellung bei Eigenkündigung fragen ?

Guten Tag,

ich werde in den nächsten Tagen aus gesundheitlichen Gründen kündigen, ein entsprechendes Attest liegt vor. Nun steht in meinem Arbeitsvertrag, dass der Arbeitgeber das Recht hat, mich für den Zeitraum der Kündigungsfrist freizustellen.

Sollte ich meinen Arbeitgeber vorab (z.B. per Mail) darum bitten, von diesem Recht gebrauch zu machen und schauen, was er dazu sagt oder sollte ich diese Bitte in meinem Kündigungsschreiben formulieren ?

Vielen Dank schon mal !

Gruss

Dean

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
spatenklopper
Status:
Unparteiischer
(9199 Beiträge, 3895x hilfreich)

Du weißt schon, dass eine Freistellung quasi geschenkter bezahlter Urlaub ist?
Ich sehe jetzt bei einer Eigenkündigung keinen Grund weswegen der Arbeitgeber das tun würde.

Bist Du denn überhaupt arbeitsfähig?

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
BlueDean
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Du weißt schon, dass eine Freistellung quasi geschenkter bezahlter Urlaub ist?
Ich sehe jetzt bei einer Eigenkündigung keinen Grund weswegen der Arbeitgeber das tun würde.

Bist Du denn überhaupt arbeitsfähig?


Danke für deine Antwort...
Nein, arbeitsfähig bin ich nicht, was für den Arbeitgeber sowieso bedeuten würde, dass ich bis zum Ende der Kündigungsfrist krankgeschrieben wäre. Allerdings mit dem Nachteil für den Arbeitgeber, dass er mir meinen Resturlaub (ca. 4 Wochen) auszahlen müsste. Bei einer Freistellung könnte man den Urlaub damit abgelten.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
user08154711
Status:
Lehrling
(1899 Beiträge, 270x hilfreich)

Zitat (von BlueDean):
Allerdings mit dem Nachteil für den Arbeitgeber, dass er mir meinen Resturlaub (ca. 4 Wochen) auszahlen müsste. Bei einer Freistellung könnte man den Urlaub damit abgelten.
Und warum willst Du Dir selbst die Urlaubstage nicht auszahlen lassen?

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
BlueDean
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von user08154711):
Zitat (von BlueDean):
Allerdings mit dem Nachteil für den Arbeitgeber, dass er mir meinen Resturlaub (ca. 4 Wochen) auszahlen müsste. Bei einer Freistellung könnte man den Urlaub damit abgelten.
Und warum willst Du Dir selbst die Urlaubstage nicht auszahlen lassen?


Falls ich nach er Kündigung ins Arbeitslosengeld falle, werden mir die ausgezahlten Urlaubstage auf das ALG1 angerechnet. Würde also nur was bringen, wenn ich bereits einen neuen Arbeitgeber hätte.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(34678 Beiträge, 13198x hilfreich)

Im Zweifel ist bei Langzeitkranken doch die Auszahlung des Urlaubs wesentlich preiswerter als eine Freistellung. Und, man weiß ja nie, ob da nicht doch eine arbeitsrechtliche Klage kommt.

Man kann es ansprechen, klar, nur ob der Arbeitgeber darauf anspringt, ist eine ganz andere Sache. Ist nicht unbedingt die sinnvollste Lösung für ihn.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
guest-12321.03.2022 17:40:03
Status:
Lehrling
(1312 Beiträge, 175x hilfreich)

Du willst aus gesundheitlichen Gründen selbst kündigen, dann solltest Du zuvor unbedingt mit dem Arbeitsamt klären ob die gesundheitlichen Gründe anerkannt werden wegen einer möglichen Sperrzeit.

Ich nehme an du bist bereits aus der Lohnfortzahlung herausgefallen, da zahlt der AG doch ohnehin dein Gehalt nicht mehr, warum sollte er also freiwillig für etwas bezahlen was er auch billiger haben kann. Deshalb würde ich empfehlen die Eigenkündigung im Betrieb gar nicht zu thematisieren, sondern dem AG einen AHV vorzuschlagen. Aber auch hier mit dem AA abklären ob eine Sperrzeit vermieden werden kann.

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
BlueDean
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Alter Sack):
Du willst aus gesundheitlichen Gründen selbst kündigen, dann solltest Du zuvor unbedingt mit dem Arbeitsamt klären ob die gesundheitlichen Gründe anerkannt werden wegen einer möglichen Sperrzeit.

Ich nehme an du bist bereits aus der Lohnfortzahlung herausgefallen, da zahlt der AG doch ohnehin dein Gehalt nicht mehr, warum sollte er also freiwillig für etwas bezahlen was er auch billiger haben kann.


Danke für deine Antwort.
Arbeitsagentur habe ich informiert und warte seit Tagen auf Rückruf der Leistungsabteilung. Ärztliches Attest, welches besagt, dass eine Kündigung aus gesundheitlichen Gründen empfohlen wird, liegt vor.

Ich bin auch noch in der Lohnfortzahlung und könnte es auch noch einige Zeit bleiben, da durch eine Krebserkrankung diverse andere Erkrankungen entstanden sind und da ich auch noch einen hohen GdB habe, wird mein Arbeitgeber froh sein, wenn er mich los wird.
Ich versuche einfach für beide Parteien die einfachste und unkomplizierteste Lösung zu finden.

Gruss

Dean

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Anami
Status:
Unsterblich
(23375 Beiträge, 4593x hilfreich)

Zitat (von BlueDean):
werden mir die ausgezahlten Urlaubstage auf das ALG1 angerechnet
Das ist nicht so.
Geldzufluss wird höchstens beim Alg2 angerechnet.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
BlueDean
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Zitat (von BlueDean):
werden mir die ausgezahlten Urlaubstage auf das ALG1 angerechnet
Das ist nicht so.
Geldzufluss wird höchstens beim Alg2 angerechnet.


Doch, leider ist es so... hier ein Zitat:

Urlaubsabgeltung führt zum Ruhen des Arbeitslosengeldes!

RA Dr. Weidenthaler
Wenn das Arbeitverhältnis beendet ist und der Arbeitnehmer nicht alle Urlaubsansprüche während des Arbeitsverhältnisses in natura einbringen konnte, müssen die nicht genommenen Urlaubstage gem. § 7 Abs. 4 Bundesurlaubsgesetz finanziell abgegolten werden, was in der Regel mit der letzen Gehaltsabrechnung geschieht.

Vielen Arbeitnehmern ist aber nicht bewußt, dass eine Urlaubsabgeltung gem. § 143 II SGB III dazu führt, dass für die Zeit des abgegoltenen Urlaubs der Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht, d.h. der Arbeitnehmer erhält kein Arbeitslosengeld. Wenn also z.B. noch 20 Tage Urlaub abzugelten sind, erhält der Arbeitslose für 20 Tage kein Arbeitslosengeld. Ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht nach § 5 Abs.1 Nr. 2 SGB V aber während dieser Zeit auch kein Versicherungsschutz in der gesetzlichen Krankenversicherung, d.h. der Arbeitslose muss sich gegebenenfalls freiwillig gesetzlich versichern um den Krankenversicherungsschutz nicht zu verlieren.

Um sozialrechtliche Nachteile zu vermeiden sollte daher der Arbeitnehmer versuchen, seine bestehenden Urlaubsansprüche noch während der Kündigungsfrist in natura einzubringen, um eine Urlaubsabgeltung zu vermeiden, sofern eine Arbeitslosigkeit droht.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Anami
Status:
Unsterblich
(23375 Beiträge, 4593x hilfreich)

Zitat (von BlueDean):
führt zum Ruhen des Arbeitslosengeldes!
Das ist keine Anrechnung.
Meine Quelle aus 2018:
https://www.exner-rechtsanwaelte.de/journal/arbeitsrecht/urlaubsabgeltung-muss-nicht-zum-ruhen-des-arbeits-losengeld-i-anspruchs-fuehren.html

Zitat (von BlueDean):
wird mein Arbeitgeber froh sein, wenn er mich los wird.
Warum wartest du nicht, bis er dir kündigt? Und nimmst bis dahin deinen Urlaub und ansonsten das Krankengeld von der KK.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

1x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
spatenklopper
Status:
Unparteiischer
(9199 Beiträge, 3895x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Warum wartest du nicht, bis er dir kündigt?


Das wäre erstmal das Sinnvollste.

Zitat (von Anami):
Und nimmst bis dahin deinen Urlaub


Hat Zeit, noch ist er auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben.

1x Hilfreiche Antwort

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