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Zumutbarer Arbeitsweg nach Arbeitsplatzverlagerung ?

 Von 
TQRZ
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Zumutbarer Arbeitsweg nach Arbeitsplatzverlagerung ?

Guten Abend zusammen,

Mein Arbeitgeber hat mir vor einigen Monaten mitgeteilt,
dass wegen Arbeitsplatzabbau, mein Arbeitsplatz in unsere nächstgelegene Zweigstelle verlagert wird.
Problem dabei: Diese befindet sich statt bisher 8km von meinem
Wohnort entfernt, 100 km von meinem Wohnort entfern - hierbei
handelt es sich wohlgemerkt um einen Weg.
Dies würde für mich eine unzumutbare Fahrtzeit von täglich mehr als 4 Stunden bedeuten, wobei ich bisher nur
als Halbtagskraft eingestellt
bin und auch in Zukunft sein
werde.
Fakt wäre dann:
Ich stehe am morgen um 4.30 auf, Fahre 5.00 Uhr mit meinem
privaten Auto zum Bahnhof von
dort geht meine Reise mit dem
Zug um 5.30 Uhr an meinen Zielort, von wo ich nochmals 30 Minuten mit dem Bus zu meinem Arbeitsplatz benötige:
Dann Arbeite ich von 7.00 Uhr bis 12.00 Uhr - ab dann wieder nach Hause - Ankunftszeit 14.00 Uhr.
D.h. jeden Tag 4 Stunden auf Achse für 5 Stunden Arbeit, wobei mindestens 30 Euro/Tag für die Zugfahrt anfallen würden.

Da ich den Arbeitsplatzwechsel
als Angebot meines AG nicht
annehmen werde - wegen Unzumutbarkeit der Wegstrecke,
hat mir nun der AG gekündet.

Gegen diese Kündigung werde
ich nun gerichtlich vorgehen, mit Aussicht auf eine von meinem Anwalt geforderten Abfindungszahlung.

Wie stehen meine Chancen vor Gericht, wie soll ich hier weiter vorgehen.

Ist der o.g. Arbeitsweg überhaupt zumutbar ?

Danke für Eure Hilfe.




-----------------
"Gruss Waltraud"

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Abfindung Anwalt Arbeitgeber Arbeitsplatz


4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Chylla
Status:
Student
(2096 Beiträge, 619x hilfreich)

Hallo,

das kommt auch auf die familiäre Situation an, sind Kinder da ?

Wäre es denn nicht z.B. möglich, dass nur 2 Tage in der Woche gearbeitet wird, dann aber ganztags ?

Wenn Familienpflichten da sind, sehe ich gute Chancen auf ne Abfindung, denn alleine dass Halbtags gearbeitet wird, ist ja ein Indiz dafür, dass einfach die Zeit für Vollzeit nicht ausreicht. Und dann wäre es ja Vollzeitumfang aber nur halbes Geld. Und ein zweiter Wohnsitz für Halbtags ist ja Schwachsinn.

-----------------
"Chylla"

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#2
 Von 
sika0304
Status:
Schlichter
(7945 Beiträge, 2832x hilfreich)

Es handelt sich vermutlich um eine Änderungskündigung, d.h., du kannst das Angebot annehmen oder ablehnen.
Wie lange bist du bereits in dem Unternehmen? Wieviele Mitarbeiter sind tätig? Gibt es einen Sozialplan?
Wenn du Glück hast und tatsächlich eine Abfindung "herausspringt" als Richtschnur ca. 1/2 Monatsgehalt pro Arbeitsjahr.
Die Abfindung wird versteuert und soweit ich weiß auch mit Sozialabgaben belegt.
Falls du kein ALG bekommst sondern nur Hartz IV könnte es sogar sein, dass du das Geld erst verbrauchen musst, bevor du Geld vom Staat erhälst.
Ach ja, den Anwalt musst du auch bezahlen.
Klär doch erst mal mit deinem Arbeitgeber, wie er zu einem Aufhebungsvertrag steht und war er zu zahlen bereit wäre. Und unbedingt mit dem Amt sprechen (wegen Sperre und Zumutbarkeit).

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#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(41299 Beiträge, 14779x hilfreich)

Mir ist nicht so ganz klar, womit Dein Anwalt die Forderung nach einer Abfindungszahlung begründen will.

Die betriebsbedingte Kündigung ist berechtigt, da Du das Alternativangebot Deines AG abgelehnt hast.

Zudem solltest Du wissen, dass vor dem Arbeitsgericht Du auch dann die Kosten für Deinen Anwalt zahlen musst, wenn Du das Verfahren gewinnst.

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass bei einer betriebsbedingten Kündigung ein gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung besteht.

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#4
 Von 
blaubär49
Status:
Schlichter
(7434 Beiträge, 1966x hilfreich)

... wenn du zeitung liest, wirst du wissen, das 'zumutung' heutzutage seeehr weit gesehen wird. wo ich arbeite, fahren etliche leute täglich zwischen 1,5 und 2,5 stunden - ein weg!
(das ist kein trost, aber tatsache)

.. zum thema abfindung: als anwalt würde ich auch fordern - der kunde will schließlich muckies sehen. aber der richter entscheidet - und wie schon gesagt: einen anspruch gibt es nicht. abfindungen werden in vergleichen (!) in dem maß gezahlt, wie der AG sein prozessrisiko sieht.


-- Editiert von blaubär49 am 18.12.2006 19:11:39

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