eAU kann nicht abgerufen werden - abgemahnt

20. September 2023 Thema abonnieren
 Von 
mustermaus
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
eAU kann nicht abgerufen werden - abgemahnt

Hallo Zusammen,

ich bin gerade in einer unschönen Situation. Ich bin am Montag endlich zum Arzt wegen einer bereits länger laufenden Depression, um sie nun behandeln zu lassen. Ich bin vom Arzt erstmal 2 Wochen krankgeschrieben worden. Ich habe für diesen Zeitraum eine eAU erhalten und Montag noch vor 9 Uhr mich per Email krankgemeldet. Später gegen 12 Uhr war der Arzttermin vorbei und er versicherte mir, dass die eAU bald bei meinem Arbeitgeber abrufbar wäre. Ich habe nach dem Arzttermin noch dem Arbeitgeber geschrieben, dass ich nicht nur den Montag sondern 2 ganze Wochen krank sein werde. Am Dienstag erhielt ich dann kurz nach 9 Uhr eine Email mit einer Abmahnung, weil ich für den Montag und den Dienstag unentschuldigt fehlen würde. Die eAU kam nie an bzw. der Abruf war mehrfach erfolglos. Mein Gehalt wird ebenfalls von Montag an einbehalten, eben aufgrund fehlender AU.

Mein Arbeitgeber ist in einem kompetitiven Umfeld tätig und mein Arbeitsausfall kostet ihn wahrscheinlich viel Geld. Ich habe das Gefühl, dass er mich schnell loswerden will und nun Gründe findet, mich zu kündigen. Die Sache ist jedoch auch noch, dass ich schwanger bin. Der Arbeitgeber darf Schwangeren grundsätzlich ja nicht kündigen, außer eben verhaltensbedingt, was das Nichteinreichen von AUs dann für ihn als Grund wäre, von dieser Regelung abzuweichen.

Was mache ich denn jetzt? Ich habe eine Abmahnung erhalten, erhalte bestimmt noch weitere und bekomme nun auch kein Gehalt mehr. So einfach kann es sich ein Arbeitgeber doch nicht machen, oder doch? Insbesondere bei Schwangeren?

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cirius32832
Status:
Senior-Partner
(6891 Beiträge, 1458x hilfreich)

Zitat:
Was mache ich denn jetzt?


Dafür sorgen dass die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arbeitgeber ankommt. Sich diese zb. vom Arzt schicken lassen, um sie dann dem Arbeitgeber weiterzuleiten.

Das Einbehalten von Lohn dürfte rechtswidrig sein.

Um was für eine Art Arbeitgeber geht es denn? Das klingt mir nicht nach einem seriösen Vorgehen

Signatur:

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#2
 Von 
hiphappy
Status:
Junior-Partner
(5516 Beiträge, 2494x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Dafür sorgen dass die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arbeitgeber ankommt. Sich diese zb. vom Arzt schicken lassen, um sie dann dem Arbeitgeber weiterzuleiten.


Warum? Dazu besteht schlicht keine Verpflichtung mehr.

Man mahnt bei Fälligkeit die Gehaltszahlung einmal mit kurzer Frist an und klagt dann vor dem Arbeitsgericht auf Zahlung.

Edit:

ich habe gerade nochmal nachgeguckt: der Arzt muss die eAU bis Dienstag Abend an die Krankenkasse übermitteln. Sollte die Technik streiken, muss er sie Mittwoch schriftlich an die Krankenkasse schicken, diese pflegt sie ein und stellt sie zum Abruf bereit.
Dienstag morgen muss die eAU also noch gar nicht bereitstehen (im Normalfall erst Mittwoch morgen, aber auch Tage später wäre noch in der Frist).

Die Abmahnung entbehrt also jeder Grundlage.
Im Gegenteil, je nach Formulierung hat man eine wunderbare Bestätigung dafür, dass man sich ordnungsgemäß krank gemeldet hat.

-- Editiert von User am 20. September 2023 10:10

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#3
 Von 
mustermaus
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Um was für eine Art Arbeitgeber geht es denn? Das klingt mir nicht nach einem seriösen Vorgehen


Es handelt sich um einen Dienstleister für den öffentlichen Dienst. Letztlich verkauft er meine Arbeitsstunden an den Auftraggeber für 150 Euro netto die Stunde. Wenn dies nicht mehr möglich ist, weil ich krank bin, entgeht ihm eben viel Geld. Ich vermute, das ist aus seiner Sicht nicht tragbar.

Ob seriös oder nicht. Er macht es einfach. Ich denke er lässt es drauf ankommen, dass ich mich schon wehren werde. Oder auch nicht. Ich will halt auch nicht mein Kind riskieren, durch den Stress durch Klage und co.

Ich denke, er erarbeitet sich da die fristlose Kündigung, um mich schnell loszuwerden.

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#4
 Von 
Holperik
Status:
Schüler
(467 Beiträge, 152x hilfreich)


Zitat (von mustermaus):
Ich habe eine Abmahnung erhalten, erhalte bestimmt noch weitere und bekomme nun auch kein Gehalt mehr. So einfach kann es sich ein Arbeitgeber doch nicht machen, oder doch? Insbesondere bei Schwangeren?


Also, die Abmahnung ist Unsinn. Wenn Sie ihre Erkrankung ordnungsgemäß haben feststellen lassen, so ist das Schicksal der eAU nicht ihr Problem. Anstelle der Nachweispflicht (wie früher) ist ein eine Feststellungspflicht getreten, d.h. gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer müssen ihre Arbeitsunfähigkeit durch einen Arzt feststellen lassen (§ 5 Abs. 1a S. 2 EFZG n.F.). Anderes gilt, wenn Sie privatversichert sind oder der AG entsprechenden Vorgaben macht.

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#5
 Von 
vacantum
Status:
Praktikant
(824 Beiträge, 128x hilfreich)

Zitat (von mustermaus):
Am Dienstag erhielt ich dann kurz nach 9 Uhr eine Email mit einer Abmahnung, weil ich für den Montag und den Dienstag unentschuldigt fehlen würde. Die eAU kam nie an bzw. der Abruf war mehrfach erfolglos.
Wenn der Arbeitgeber bei der korrekten Krankenkasse die AU angefragt hat, kann der Abruf nicht mehrfach erfolglos sein. Die Krankenkasse sendet die AU nach der Anfrage eines AG innerhalb von 14 Tagen an den AG, falls die eAU noch nicht bei der KK eingetroffen ist.

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#6
 Von 
CarstenF
Status:
Praktikant
(887 Beiträge, 157x hilfreich)

Scheint ja ein "netter" Arbeitgeber zu sein, der Sie direkt am nächsten Tag abgemahnt und das auch noch trotz korrekter Krankmeldung.

Zitat (von mustermaus):
Letztlich verkauft er meine Arbeitsstunden an den Auftraggeber für 150 Euro netto die Stunde. Wenn dies nicht mehr möglich ist, weil ich krank bin, entgeht ihm eben viel Geld. Ich vermute, das ist aus seiner Sicht nicht tragbar.


Das tut doch nichts zur Sache, man kann in jedem Beruf krank werden.

Zitat (von mustermaus):
Ich denke, er erarbeitet sich da die fristlose Kündigung, um mich schnell loszuwerden.


Also viel eindeutiger wie hier in diesem Fall kann man eigentlich nicht "im Recht sein", da würde ich mir wenig Sorgen machen.

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