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krank oder Minusstunden am Samstag

7. Februar 2022 Thema abonnieren
 Von 
SchafferohneHäusle
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
krank oder Minusstunden am Samstag

Liebes Forenleser und -leserinnen,

Ich habe vertraglich festgeschriebene "30h regelmäßige Wochenarbeitszeit", da wir in 6h-Schichten arbeiten üblicherweise als 5 Tage-Woche. Geöffnet ist der Dienstleister allerdings 6 Tage die Woche. Wer samstags ran muss (i.d. Regel alle 2 Wochen) bekommt entsprechend Überstunden bzw. eigentlich einen Ausgleichstag frei in der Woche.
Nun hatte ich im Dienstplan Samstagsschicht und meinen freien Ausgleichstag zu Beginn der Woche, wurde dann aber Mitte der Woche bis einschl. Sa krankgeschrieben. Der Sa wird nun vom AG als "frei", nicht als krank gewertet, obwohl ich im Plan dafür fest vorgesehen war, weil die "normale" Woche ja nur Mo-Fr behinhalte. Dementsprechend entsteht mir in dieser Woche bei nur 24h ein Minus von 6 Stunden, das ich kommende Woche rausarbeiten soll.
Was mich zu der Frage bringt, ob dieses System nicht etwas willkürlich ist. Werde ich zufällig krank, wenn ich "normal" Mo-Fr eingeteilt bin, wird meine Arbeitszeit voll entschuldigt/gewertet, und obwohl wir sehr oft auch samstags ranmüssen, hat man im Krankheitsfall dann einfach "Pech"? Mir kommt das etwas merkwürdig vor und ich freue mich über eine Einschätzung von außen.

Herzliche Grüße

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(14966 Beiträge, 5772x hilfreich)

Zitat (von SchafferohneHäusle):
... ob dieses System nicht etwas willkürlich ist

'Willkürlich' würde ich nicht sagen, wohl aber: schlicht falsch.
Du hast an diesem Samstag im Plan eingetragen, dass du zu arbeiten hattest / gehabt hättest, und bist krank geworden.
'Krank' oder auch 'arbeitsunfähig' fällt unter erlaubte Abwesenheit - ein Minus kann es da nicht geben und der Arbeitstag ist zu zahlen.
Vmtl. wirst du eine Korrektur des Eintrages verlangen müssen.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
-Laie-
Status:
Wissender
(14915 Beiträge, 5570x hilfreich)


Habe ich das richtig verstanden?
1) Du hast eine 5 Tage Woche von Montag bis Freitag was vertraglich auch so festgelegt ist?
Ab und zu arbeitest du aber freiwillig auch Samstags und bekommst dafür Überstunden?
Dein vorhandenes Stundenkonto ändert sich durch die Krankschreibung nicht. Vorhandene Minus- oder Plusstunden bleiben bestehen.

2) Oder ist es so, dass nicht Mo-Fr in deinem AV genannt sind und du einfach nur eine 5 Tage Woche hast.
Wenn du Samstags arbeitest, dann bekommst du an einem sogenannten Rolltag frei?

Bei 1) schuldest du dem Arbeitgeber die Stunden für die bereits genommene Freizeit. Du bist nämlich an deinem freien Tag ins Minus gerutscht, indem du Stunden abgefeiert hast, und nicht an dem Samstag.
Bei 2) hat der AG Pech gehabt. Das wäre dann einfach nur Dienst nach Dienstplan. Minusstunden entstehen dadurch nicht.

Hier kommt es darauf an, was in deinem AV niedergeschrieben wurde.








-- Editiert von -Laie- am 07.02.2022 12:35

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1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
SchafferohneHäusle
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Hier kommt es darauf an, was in deinem AV niedergeschrieben wurde.


Hallo,
erstmal vielen Dank an beide für die freundliche Antwort!

Im Vertrag steht nichts von Mo-Fr oder 5 Tage-Woche, nur dass der Dienst innerhalb der Öffnungszeiten stattfindet (das wäre eben Mo-Sa) und die 5 Tage-Woche ergibt sich dann in der Praxis daraus, dass 30h Wochenarbeitszeit im Vertrag stehen und bei 12h Öffnungszeit 6h-Schichten an 5 Tagen üblich sind. Samstage sind aber auch keine freiwilligen Überstunden sondern stehen regelmäßig, meist mindestens alle 2 Wochen im Plan und dafür gibt es häufig den Ausgleichstag unter der Woche. Selten werden auch 6 Tage gearbeitet und die 6 Überstunden eine andere Woche abgebaut. Das wäre dann Fall 2?

Viele Grüße

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
bostonxl
Status:
Bachelor
(3176 Beiträge, 490x hilfreich)

Zitat (von SchafferohneHäusle):
Das wäre dann Fall 2?
Genau.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(14966 Beiträge, 5772x hilfreich)

Zitat (von SchafferohneHäusle):
Samstage sind aber auch keine freiwilligen Überstunden sondern stehen regelmäßig, meist mindestens alle 2 Wochen im Plan

Das ist entscheidend: du stehst im Plan und bist somit zur Arbeit verpflichtet, sofern eben nicht Krankheit das verhindert.
Somit gilt das Entgeltfortzahlungsgesetz. 'Minus im Krank' kann es schon aus Prinzip nicht geben, sofern AN sich ordnungsgemäß krank meldet. (Und selbst dann wird die Fehlzeit wieder korrigiert, wenn die Meldung verspätet eingeht.)

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
-Laie-
Status:
Wissender
(14915 Beiträge, 5570x hilfreich)

Zitat (von SchafferohneHäusle):
Das wäre dann Fall 2?
Ja. Du hast zwar eine 5 Tage Woche, aber es wird an 6 Tagen gearbeitet. Somit hast du kein Überstundenfrei sondern einfach deinen Rolltag. Alles gut. Dein Chef hat dir 30h aufzuschreiben und du brauchst auch nichts nachzuarbeiten.
Genau so wie es die Vorposter auch bereits geschrieben haben.

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1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Lehrling
(1242 Beiträge, 637x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Ab und zu arbeitest du aber freiwillig auch Samstags und bekommst dafür Überstunden?


Du meinst keine „freiwillige" Arbeit, sondern eine Vereinbarung, wonach der Arbeitnehmer selbst über die Lage und Verteilung seiner Arbeitszeit bestimmen können soll.

Hier war jedenfalls dienstplanmäßig Samstagsarbeit angeordnet.

Wenn angeordnete (samstags-, sonntags-, feiertags-, Nacht-) Arbeit krankheitsbedingt nicht geleistet werden konnte, ist der ausgefallene Tag wie gearbeitet ( einschließlich etwaig vereinbarter Zeitzuschläge ) zu vergüten.

RK

1x Hilfreiche Antwort

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