kündigung nach 6-monatiger Probezeit bei befristeter 1 Jahresvertrag, Regeländerung August´22

30. August 2023 Thema abonnieren
 Von 
pa439859-76
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
kündigung nach 6-monatiger Probezeit bei befristeter 1 Jahresvertrag, Regeländerung August´22

Hallo liebe 123 recht community,

Ich arbeite bei meinem Arbeitgeber seit 1. März, es wurde ein befristeten 1 Jahresvertrag mit 6 monatiger Probezeit beschlossen.

Überraschend wurde ich heute am vorletzten Tag meiner Probezeit vom Arbeitgeber gekündigt, natürlich ohne Grund bzw mit suspekten mündlichen Begründungen. Was an sich natürlich rechtens ist.

Nun habe ich vorsichtshalber mal die Lage gegoogelt und plötzlich sehe ich das es eine Änderung seit August 2022 zu dieser Regelung gibt nach §15 Abs. 3 TzBfG nämlich das bei befristeten Verträgen die Probezeit angemessen (ca. 1/4) sein muss, sprich bei mir 4 monate.

Natürlich wusste ich das zu dem Zeitpunkt der Unterschrift nicht, auch weil ich nicht davon ausging das ich in der Probezeit gekündigt werde.

Mein Vertrag wurde nach der Änderung geschlossen und meine Arbeit ist im Hotel in der Rezeption als so art schichtführer, sogenannter supervisior.

Es gibt neben der Angabe der Probezeit im Arbeitsvertrag keine weiteren Erwähnungen einer verkürzten Kündigungsfrist.

Ist tatsächlich meine Kündiung die ich erhielt aufgrund dieser Änderung juristisch unwirksam. Lohnt es sich zum Anwalt zu gehen und würde dies von meiner Rechtsschutzversicherung (die ich habe) abgedeckt werden oder habe ich da bei meiner Recherche etwas missverstanden?

https://www.wirtschaftswissen.de/personalmanagement/arbeitsrecht/arbeitsvertrag/dauer-der-probezeit-in-befristeten-arbeitsvertraegen/

https://karrierebibel.de/kundigung-in-der-probezeit/#:~:text=Wird%20der%20Arbeitsvertrag%20vom%20Arbeitgeber,Sie%20Anspruch%20auf%20ALG%201.

Vielen Dank für die Antworten

LG

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47263 Beiträge, 16741x hilfreich)

Zitat (von pa439859-76):
Ist tatsächlich meine Kündiung die ich erhielt aufgrund dieser Änderung juristisch unwirksam.


Nein, weil es für die Wirksamkeit der Kündigung gar nicht darauf ankommt, ob man noch in der Probezeit war. Ob die Kündigung wirksam ist oder nicht, richtet sich nach dem KSchG und das wirkt unabhängig von der Dauer der Probezeit immer nach 6 Monaten.

Wenn die Probezeit zu lang war, dann würde ggf. eine kängere Kündigungsfrist gelten.

Das kann man auch schön im ersten genannten Link nachlesen.

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#2
 Von 
pa439859-76
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von hh):
Wenn die Probezeit zu lang war, dann würde ggf. eine kängere Kündigungsfrist gelten.



Stimmt das habe ich überlesen.

Das große aber ist das dann nicht die Kündigungsfristen der Probezeit sondern die " normale" Kündigungsfrist ist. Wie lange ist dann die "normale" Kündigungsfrist?

Bei 1 Monat könnte ich ja bespielsweise noch 2 wochen länger arbeiten und noch finanziell bis 31. September abgesichert sein. Würde mir Zeit verschaffen.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118553 Beiträge, 39594x hilfreich)

Zitat (von pa439859-76):
nämlich das bei befristeten Verträgen die Probezeit angemessen (ca. 1/4) sein muss, sprich bei mir 4 monate.

Das ist - wie im Gesetz nachzulesen ist - schlicht falsch.



Zitat (von pa439859-76):
Es gibt neben der Angabe der Probezeit im Arbeitsvertrag keine weiteren Erwähnungen einer verkürzten Kündigungsfrist.

Bedeutet was genau? Das es in der Probezeitklausel eine spezielle Kündigungsfrist steht?



Zitat (von pa439859-76):
Lohnt es sich zum Anwalt zu gehen

Für den Anwalt immer ...



Zitat (von pa439859-76):
würde dies von meiner Rechtsschutzversicherung (die ich habe) abgedeckt werden

Das könnte sich einem erschließen, wenn man die uns unbekannten vertraglichen Vereinbarungen / betreffenden Klauseln / Absprachen etc. liest.

Kennt man diese, kann man sinnvoll weiterdiskutieren.

Bei Unklarheiten gerne wieder hier melden, den vollständigen Wortlaut der relevanten Stellen posten, dann können wir zielführend dazu diskutieren.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#4
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17228 Beiträge, 6429x hilfreich)

Also: nach deinem Link 1 - wirtschaftswissen - wäre eine überlange Probezeit in einem befristeten AV ungültig, d.h. es wäre so, als ob es diese Klausel nicht gäbe: keine Probezeit vereinbart, keine Kündigung mit der verkürzten Frist von 14 Tagen.
Ob der AV darüber hinaus noch Möglichkeiten einer Kündigung vor Vertragsende vorsieht, solltest du prüfen.

Jedenfalls solltest du vors Arbeitsgericht gehen und die Kündigung anfechten.
Du weißt vmtl., dass das binnen 3 Wochen nach Zugang der Kündigung zu geschehen hat.
Das Gesetz schreibt zwar vor, dass die Probezeit im Verhältnis zur Befristung zu stehen habe, legt aber keine Schlüssel vor - die 4 Monate sind Mutmaßungen aus den Quellen. Du gibst als dem Arbeitsgericht Gelegenheit, das neue Gesetz konkret zu füllen.

Der Gang vors Arbeitsgericht kostet dich praktisch nichts, da Beistand durch RA nicht geboten ist - ansonsten kannst du deinen Rechtsschutz ja fragen, ob er Kostenübernahme zusagt, sofern Arbeitsrechtsschutz dabei ist.

Zitat (von TzbfG):
§ 15 Ende des befristeten Arbeitsvertrages
...
...
(3) Wird für ein befristetes Arbeitsverhältnis eine Probezeit vereinbart, so muss diese im Verhältnis zu der erwarteten Dauer der Befristung und der Art der Tätigkeit stehen.


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