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verplante Überstunden bei Kurzarbeit & Krankschreibung

27.2.2022 Thema abonnieren
 Von 
Stefan_1983
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 7x hilfreich)
verplante Überstunden bei Kurzarbeit & Krankschreibung

Hallo zusammen,

ab kommenden Mittwoch muss ich in Kurzarbeit.

Überstunden müssen vorab abgebaut werden aber was ist mit den Überstunden von bereits genehmigten Urlaubsanträgen?

Knapp 80 Stunden habe ich bereits als Urlaub im März und Juni verplant.

Werden mir diese Stunden jetzt wieder weggenommen oder sind sie sicher?

Einige Kollegen wollen ab Montag "noch schnell" eine Krankschreibung vorlegen um dem Überstundenabbau zu entgehen.

Ist da was dran?

Vielen Dank im voraus.
Mfg
Stefan

-- Editiert von Stefan_1983 am 27.02.2022 10:06

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(14540 Beiträge, 5632x hilfreich)

Zitat (von Stefan_1983):
Knapp 80 Stunden habe ich bereits als Urlaub im März und Juni verplant.

Genehmigter Urlaub kann im Grunde nicht wieder aufgekündigt werden, jedenfalls nicht leicht.

Mittlerweile sollte sich doch schon einigermaßen herumgesprochen haben, dass Urlaub in Tagen gewährt wird und nicht in Stunden.

Wenn der Abbau von Über- und Plusstunden schon geregelt ist, nutzt auch eine Krankmeldung nix mehr - anders als bei Krankheit im Urlaub werden diese Zeiten nicht wieder gutgeschrieben.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Stefan_1983
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 7x hilfreich)

Danke für die schnelle Antwort.

Jetzt bin ich dennoch etwas verwirrt.

Genehmigter Urlaub kann nicht wieder aufgekündigt werden, ok.

Jetzt verwirrt mich aber die Aussage bezüglich Urlaub wird in Tagen und nicht in Stunden genommen.

Sind meine Überstunden mit denen ich bereits Urlaub beantragt habe nun sicher oder nicht?

Bei uns gibt es 2 verschiedene Urlaubsanträge ... einen für bezahlten Urlaub und eben einen für Überstunden.

Ist die Regelung für Stundenabbau im Arbeitsvertrag geregelt oder muss zusätzlich vor der aktuellen Kurzarbeit darauf hingewiesen werden?

Nochmals danke.

-- Editiert von Stefan_1983 am 27.02.2022 10:38

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(14540 Beiträge, 5632x hilfreich)

Zitat (von Stefan_1983):
Sind meine Überstunden mit denen ich bereits Urlaub beantragt habe nun sicher oder nicht?

Urlaub und Zeitausgleich für Über-/Plus-/Mehrarbeitsstunden sind zwei Paar Stiefel. Gemeinsam ist eigentlich nur, dass man nicht arbeiten muss.

Für Über-/Plusstunden beantragst du Überstunden- oder Zeitausgleich und keinen Urlaub.
Wenn dann feststeht, dass du an Tag x,y,z Zeitausgleich bekommst, ist auch der sicher; allenfalls könnte der AG dich bitten, doch arbeiten zu kommen und den Zeitausgleich zu verschieben.
Solltest du aber an diesen Zeitausgleichs-Tagen krank werden, gibt es den Ausgleich nicht noch einmal.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Stefan_1983
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 7x hilfreich)

Vielen Dank für die Antwort.

Eine Frage hätte ich aber noch:

Ich habe wie erwähnt Mitte März Freizeitausgleich für eine Woche genehmigt bekommen.

Wenn ich nun in eben dieser Woche krank wäre, würden meine Stunden wieder gutgeschrieben? Und wie würde das Entgelt berechnet werden, da ich einerseits zwar krank während des Freizeitausgleichs wäre aber auch in Kurzarbeit?

Mfg

-- Editiert von Stefan_1983 am 27.02.2022 11:09

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(14540 Beiträge, 5632x hilfreich)

Zitat (von Stefan_1983):
Wenn ich nun in eben dieser Woche krank wäre, würden meine Stunden wieder gutgeschrieben?

nein; Zeitausgleich muss der AG nur einmal gewähren.

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Stefan_1983
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 7x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
nein; Zeitausgleich muss der AG nur einmal gewähren.


Ok, danke, hätte ich zwar nicht gedacht aber nun gut.

Wenn ich jetzt 1 und 1 zusammenzähle, erscheint mir nur 1 Option als sinnvoll.

Ich verplane meine übrigen Überstunden, blocke diese damit und falle sozusagen direkt ins KUG.

Ist das möglich oder denke ich mir das zu leicht?

PS:

Zitat (von Stefan_1983):
Ist die Regelung für Stundenabbau im Arbeitsvertrag geregelt oder muss zusätzlich vor der aktuellen Kurzarbeit darauf hingewiesen werden?


Das würde mich anschließend noch interessieren. Ab wann gilt der Stundenabbau als "geregelt"? Ist das im Arbeitsvertrag bereits festgehalten oder wird/muss vor jeder Kurzarbeit gesondert darauf hingewiesen/werden?

Mfg

-- Editiert von Stefan_1983 am 27.02.2022 11:41

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
dummfragerin
Status:
Praktikant
(573 Beiträge, 292x hilfreich)

Das Thema ist schon recht kompliziert. Die Agentur für Arbeit verlangt, dass Zeitguthaben (größtenteils) aufgebraucht wird, bevor Kurzarbeit genommen werden kann. Das ist eigentlich auch logisch. Der Mitarbeiter hat mehr gearbeitet, als mehr los war. Jetzt ist weniger los, da kann er durch das Zeitguthaben weniger arbeiten. Erst dann kann der Mitarbeiter Kurzarbeit machen.

Was den Fall hier kompliziert macht ist, dass Mitarbeiter und Arbeitgeber sich schon geeinigt haben, dass das Zeitguthaben erst irgendwann in der Zukunft abgebaut werden soll.

Die Frage ist, ob der Arbeitgeber jetzt trotzdem den Abbau der Stunden anordnen kann. Ich vermute schon. Er müsste dem Mitarbeiter dann allerdings zum vereinbarten Zeitpunkt erneut frei geben und der Mitarbeiter baut dann mangels Zeitguthaben Minusstunden auf.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(14540 Beiträge, 5632x hilfreich)

Zitat (von Stefan_1983):
Ab wann gilt der Stundenabbau als "geregelt"?

Auch da gilt es zu unterscheiden: 'Geregelt' ist der Zeitausgleich, wenn es eine Regel gibt - im AV oder TV oder auch betriebsintern durch eine BV. Die Regel kann besagen, dass Zeitausgleich Vorrang hat vor Auszahlung, dass Zeitausgleich binnen X Wochen zu erfolgen hat, dass Zeitausgleich durch den AN in Abstimmung mit dem AG zu realisieren ist ... oder wie immer.
Dann konkret "Ab wann...": der AG stimmt zu, dass du x Tage Zeitausgleich bekommst in der Woche vom 14. März (aber nicht in der Woche vom 7. März). Sobald das Okay gegeben ist. Dann gilt das auch.

Und jetzt gerate ich ins Schwimmen oder Spekulieren: Angenommen, ihr habt eine 40-h-Woche und die Vereinbarung für den Zeitausgleich fußt darauf - dann hast du in 1 Woche auch den Ausgleich für 40 Mehrarbeitsstunden.
Wenn jetzt aber ab 01. März Kurzarbeit angeordnet wird, z.B. KU=50%, dann wäre die Woche nur noch mit 20 Stunden Arbeitspflicht anzusetzen. Bekommst du dann nur 20 h Zeitausgleich angerechnet oder doch 40? Vll wissen andere dazu mehr oder Genaueres.

Leider nur aus Österreich habe ich dazu gefunden, was ich nachstehend poste.
Es kann also sein, dass das in D so nicht zutrifft

Zitat:
Werden während der Kurzarbeit Zeitguthaben aus der Zeit VOR Kurzarbeit verbraucht, muss der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin das Entgelt auf Basis der Arbeitszeit vor Kurzarbeit leisten.
Arbeitszeitrechtlich ist Zeitausgleich aber so zu bewerten, dass die in der Arbeitszeiteinteilung während Kurzarbeit festgelegte Arbeitszeit als gearbeitet gilt.
https://www.bma.gv.at/Services/News/Coronavirus/FAQ-Kurzarbeit.html#urlaub-und-zeitausgleich-waehrend-kurzarbeit

0x Hilfreiche Antwort

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