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widerrufliche Kündigung in Probezeit - Urlaub?

 Von 
oneberlin
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
widerrufliche Kündigung in Probezeit - Urlaub?

Hallo Zusammen,

ich wurde in der Probezeit gekündigt.

Vertragsstart 01.07.13, Kündigung erhalten am 28.11.2013
Urlaubsanspruch: 12 Tage (24 im gesamten Jahr) - 2 Tage hatte ich genommen. Rest 10.

Ich wurde sofort widerruflich freigestellt. Nun gab es bereits heute die Gehaltszahlung und die ist etwas weniger als die hälfte meinen Monatsgehaltes.

Ich war bisher immer der Auffassung, das wenn man widerruflich freigestellt wird, der Urlaub nicht einfach verrechnet werden kann? Ich hätte ja garnicht wegfahren können da ich jederzeit damit rechnen muss wieder antanzen zu dürfen.

Ich hatte mit Gehalt bis einschl. 13.12.13 + 10 Tage Urlaub als Auszahlung gerechnet.

Liege ich da komplett falsch? Danke für eure Hilfe, anbei das ausformulierte Kündigungsschreiben.

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Formulierung des Schreibens:

Sehr geehrter Herr X,

hiermit kündigen wir das mit Ihnen am 19.06.2013 geschlossene Arbeitsverhältnis frist- und formgerecht zum 13.12.2013, hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Wir stellen Sie mit sofortiger Wirkung unter Fortzahlung Ihrer Bezüge und unter Berücksichtigung Ihres Resturlaubes in Höhe von 10 Tagen widerruflich von der Arbeitsleistung frei.

Die sich in Ihrem Besitz befindlichen Firmengesgenstände reichen Sie bitte bis zum 06.12.2013 zurück. Außerdem werden Sie aufgefordert, alle in Ihrem Besitz befindlichen Firmendaten zurückzugeben bzw. zu vernichten.

Zudem weisen wir Sie ausdrücklich darauf hin, dass Sie sich bei der Agentur für Arbeit als Arbeitssuchen melden müssen.

Mit freundlicheN Grüßen

Firma X.

Lg & Danke


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-- Editiert oneberlin am 19.12.2013 21:40

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Tage Problem Arbeitgeber Urlaub


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3146 Beiträge, 3261x hilfreich)

Sie können Abgeltung Ihres Resturlaubs verlangen, da eine widerrufliche Freistellung durch Ihren AG ausgesprochen wurde.

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#2
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17307 Beiträge, 7621x hilfreich)

Sie liegen komplett richtig! Der Arbeitgeber muß Ihnen den Urlaub auszahlen.
Zur Durchsetzung Ihres Anspruchs können Sie sich an die Rechtsantragsstelle des Arbeitsgerichts wenden.

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#3
 Von 
oneberlin
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

hallo,

danke für eure Informationen.

Ich finde es etwas befremdlich - da wir eigentlich im guten auseinander gegangen sind.

Ich hatte bei meinem Ansprechpartner die Gehaltsabrechnung reklamiert und bekomme heute eine Email mit dem O-Ton: Wir unterbreiten dir folgenden Vorschlag: "Wir gelten 5 Tage ab."

Habe ich irgendetwas übersehen? Ich habe mir noch einmal meinen Arbeitsvertrag herausgesucht. Dort steht zum Thema Urlaub folgendes:

quote:
3. Urlaub:
Es besteht Anspruch auf Jahresurlaub in Höhe von 24 Tagen. Bei Ausscheiden beträgt der Urlaubsanspruch 1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat bis zum Ende der Kündigungsfrist.

4 (...)
4.5 Mit Ausspruch der Kündigung ist der Arbeitgeber nach freiem Ermessen berechtigt, dem Arbeitnehmer unter Fortzahlung seiner Bezüge und unter Anrechnung auf etwa noch bestehende Urlaubsansprüche von der Arbeitsleistung freizustellen. Der Arbeitgeber kann verlangen, dass der Arbeitnehmer seinen verbleibenden Jahresurlaub nimmt.


habe ich irgendetwas übersehen was sich mit der Kündigungsformulierung beisst, so dass mir hier augenscheinlich ein Vergleich angeboten wird?

Danke nochmals für eure Hilfe, ich habe euch bereits bewertet.

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#4
 Von 
hiphappy
Status:
Master
(4049 Beiträge, 2102x hilfreich)

Der Vergleich ist doch nur ein Versuch, billiger aus der Sache raus zu kommen.



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#5
 Von 
oneberlin
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

quote:
Der Vergleich ist doch nur ein Versuch, billiger aus der Sache raus zu kommen.

Das denke ich mir auch. Ich frage mich nur warum?! Irgendetwas muss es doch geben was sie dazu veranlasst. Mir meinen Urlaub auszuzahlen bringt das Unternehmen doch nun nicht um.

Hängt es mit den von mir zitierten Punkten aus dem Arbeitsvertrag zusammen das sich "eventuell" bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung eine Entscheidung pro Arbeitgeber ergeben könnte?


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#6
 Von 
radfahrer999
Status:
Schlichter
(7544 Beiträge, 4480x hilfreich)

quote:
von oneberlin am 22.01.2014 22:07

Mir meinen Urlaub auszuzahlen bringt das Unternehmen doch nun nicht um.



Es ist halt immer günstiger, wenn man etwas handelt. Insbesondere wenn man meint, man wäre in der besseren Postition.

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""Das Problem ist nicht das Problem. Das Problem ist deine Einstellung zum Problem." CJS"

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#7
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17307 Beiträge, 7621x hilfreich)

Bei einer widerruflichenFreistellung darf kein Urlaub angerechnet werden. Da würde keine Formulierung etwas dran ändern. Der Arbeitgeber pokert.

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#8
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6859 Beiträge, 3779x hilfreich)

Der Urlaubsanspruch für 2013 wären im Übrigen nur 10 Tage, da das Arbeitsverhältnis seit dem 01.07.2013 nur 5 volle Monate bestanden hat. Zieht man die 2 genommenen Urlaubstage ab, dann bleiben 8 Urlaubstage.

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#9
 Von 
oneberlin
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

quote:
Der Urlaubsanspruch für 2013 wären im Übrigen nur 10 Tage, da das Arbeitsverhältnis seit dem 01.07.2013 nur 5 volle Monate bestanden hat. Zieht man die 2 genommenen Urlaubstage ab, dann bleiben 8 Urlaubstage.

Meint ihr deswegen der Vorschlag? Auf meiner Kündigung steht wie gesagt 10 Tage.

Ich hab erstmal geantwortet, das ich nicht verstehe warum wir jetzt um meine Urlaubstage handeln und sie mich doch bitte aufklären sollen.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

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#10
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17307 Beiträge, 7621x hilfreich)

Ich tippe mal ganz einfach, der Arbeitgeber weiß, dass die meisten Arbeitnehmer eher nicht klagen. Und das scheint sich für ihn zu rechnen.
Sachlich wäre es ziemlicher Blödsinn, wenn der AG Ihnen erst schreibt, Sie hätten noch 10 Tage Urlaub und dann diese vor Gericht verhandeln will.
Die Klage kostet erstmal keinen Cent, da der Arbeitgeber anscheinend schon weiß, dass er keinen Urlaub für eine widerrufliche Freistellung anrechnen darf und sich hier sogar höchstwahrscheinlich auf die Bezahlung der 10 Tage, die er ja selber festgestellt hat, einlassen wird. Wenn er dann doch vor Gericht weiterpokern will, erkundigen Sie sich vor dem Verfahren über mögliche Gerichtskosten und entscheiden dann, ob Sie sich auf einen Vergleich einlassen, da kostenlos.

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