Gesetzliche Betreuung

14. September 2023 Thema abonnieren
 Von 
go644244-73
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Gesetzliche Betreuung

Guten Morgen liebe Community.

Ich hätte einige Fragen zur gesetzlichen Betreuung und Dinge die in diesem Zusammenhang stehen und erkläre erstmal worum genau es geht.

Meine beste Freundin aus der Schulzeit (44 Jahre alt) Epilepsie erkrankt aber seid min 3 Jahren Anfallsfrei lebt seid dem Tot ihrer Eltern unter gesetzlicher Betreuung in einer 2er WG der LVR Kliniken.

Ausser das Sie wie erwähnt Epilepsie und daraus resultierend eine so sehe ich es eine leichte geistige Beeinträchtigung hat, führt Sie doch ein recht normales Leben.
Sie geht einer Beschäftigung nach, kümmert sich um ihre Wohnung, braucht also NICHT täglich jemanden der nach ihr schaut.
Das einzige worum sich meiner Meinung nach gekümmert wird, sind ihre Finanzen, Sie kann über ihr Geld nicht frei verfügen.
Hier bekommt Sie 30€ Verpflegungs Geld und 70 € Taschengeld pro Woche.
Negativ aufgefallen ist mir, daß ihr gesetzlicher Betreuuer sich kaum sehen lässt.
Sie hat noch Geschwister zu denen Sie ein bisschen Kontakt hat.

Ich merke das Sie sich in der WG sichtlich Unwohl fühlt, denn Sie ist weiblich 44 Jahre alt und ihr Mitbewohner ist männlich Mitte 80 Jahre alt.
Sie hat wenig Kontakt zu gleichaltrigen Menschen und innerhalb der WG geht jeder seinen Weg, sprich kaum bis keine Kommunikation.
Wenn Sie einen Freund hat, wird dieses seitens der LVR geregelt wann er bei ihr übernachten darf und nur an den Wochenenden genehmigt.
Sprich Sie ist unter der Woche, nach der Arbeit mit einem ü 80 jährigen in einer Wohnung in der jeder in seinem Zimmer hockt und fröhlich wartet bis man endlich ins Bett geht...
Keine Freizeit Aktivitäten rein garnichts wird ermöglicht

Gerne würde ich Sie aus dieser WG zu mir holen. Ich bin männlich 45 Jahre alt, verheiratet, beide Berufstätig in der Ambulanten Pflege.

Wir haben eine 2,5 Zimmer Wohnung im EG welche wir selbst bewohnen und eine 3 Zimmer Wohnung im 1. OG (direkt über uns) welche wir zur Verfügung stellen könnten.



Meine Fragen wären nun:

1. Kann bzw darf ein Mensch der unter gesetzlicher Betreuung steht und in einer WG der LVR Kliniken lebt dort ausziehen und in einer "eigenen Wohnung" leben?
(Ggf. Ambulant Betreut durch Betreuuer und Pflegedienst wegen Medigabe)

2. Könnte ich die gesetzliche Betreuung übernehmen?

3. Hat die Familie (ihre Geschwister) hier ein Mitspracherecht oder könnten Sie es sogar verhindern?

4. Wenn Sie die Chance hätte, dort ausziehen zu können, was müssen wir machen / beachten?

Für Antworten danke ich.

Lg Dennis



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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38187 Beiträge, 13945x hilfreich)

Ich denke, hier geht so ein wenig "Pflege" und "gesetzliche Betreuung" durcheinander. Die gesetzliche Betreuung ist überwiegend ein Schreibtischjob, die Aufgabe des Betreuers ist es, im Rahmen seiner Bestellung eben die juristisch relevanten Belange zu regeln.

Hier wäre als erstes zu klären, welche Lebensbereiche die Betreuung umfasst. Wie wäre es, wenn die Betroffene und Du gemeinsam einen Termin beim Betreuer wahrnehmt, mit ihm die Pläne besprecht, wobei Ihr vorher aus ihren Unterlagen schon mal klären könnt, für welche Bereiche er eingesetzt ist. Jedenfalls ist er das wohl für die finanziellen Angelegenheiten. Da wäre dann zu schauen, ob sie sich eine eigene Wohnung überhaupt leisten kann. Das wäre so mein Einstieg. Und dann sieht man weiter.

Noch etwas: Betreuungen fallen nicht vom Himmel. Epilepsie allein ist mit Sicherheit kein Grund für die Betreuung; ebenso wenig die leichte geistige Behinderung. Auch da vielleicht mal Ursachenforschung betreiben. Und, klar, jeder kann als Betreuer bestellt werden. Ob Du die Sachkunde hast, das können wir hier nicht abschätzen. Und, die Familie hat erst einmal gar nichts mit dieser Problematik zu tun.

Also, als erster Schritt ist Aktenstudium angesagt, dann ein Gespräch mit dem Betreuer und dann geht es weiter.

wirdwerden

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#2
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3456 Beiträge, 549x hilfreich)

Zitat (von go644244-73):
Negativ aufgefallen ist mir, daß ihr gesetzlicher Betreuuer sich kaum sehen lässt.

Müssen sie auch nicht. die Person ist versorgt.
Zitat (von wirdwerden):
Wie wäre es, wenn die Betroffene und Du gemeinsam einen Termin beim Betreuer wahrnehmt,

Das haben Betreuer gar nicht gerne, sie verlieren ungern Kunden, vor allem wenn sie "gut" versorgt in Heimen wohnen.
Die bisherige Betreuung, könnte dem Betreuungsgericht gute Argumente vorbringen, welche gegen eine private Betreuung sprechen.
Die Person hat mit Sicherheit Unterlagen bekommen, steht ihr zu, um welche Art der Betreuung es sich handelt, bzw. was sie alles umfasst.
Zitat (von go644244-73):
Wir haben eine 2,5 Zimmer Wohnung im EG welche wir selbst bewohnen und eine 3 Zimmer Wohnung im 1. OG (direkt über uns) welche wir zur Verfügung stellen könnten.

3 Zimmer für eine Person dürfte schwierig werden.
Dazu kommt, in einer betreuten Einrichtung kann sie jederzeit Hilfe bekommen, was bei ihnen privat nicht möglich, da sie und ihre Frau berufstätig sind.
Sie könnten ihrer Freundin trotzdem helfen, indem sie mit Unterstützung der Geschwister dafür sorgen, dass sie in eine andere WG mit jüngeren Menschen kommt.
Die Freizeitgestaltung könnten sie doch ehrenamtlich übernehmen, sie mal zu Ausflügen einladen, die Geschwister könnten ebenfalls dazu beitragen.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38187 Beiträge, 13945x hilfreich)

Loni, hast Du einmal dran gedacht, dass die Betroffene vielleicht die Familie gar nicht will? Denn es ist ja kein Zufall, dass trotz vorhandener Familie eine Fremdbetreuung eingerichtet wurde. Aber man muss erst einmal schauen, was der wirkliche Grund ist, dann sieht man weiter.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3456 Beiträge, 549x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Denn es ist ja kein Zufall, dass trotz vorhandener Familie eine Fremdbetreuung eingerichtet wurde.

Es kommt öfters vor, dass Betreuung für Familien eine zu große Belastung bedeuten kann.
Und der geringe Kontakt mag allen Beteiligen recht sein.
Allerdings könnte die Familie zusammen mit dem Freund, den Vorschlag bzgl. einer anderen WG mit der Betreuung besprechen.
Und wenn die Betreuung da nichts ändern will, bespricht man das Thema mit dem Betreuungsgericht.

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