Zahnprothese im Krankenhaus abhanden gekommen

11. Dezember 2019 Thema abonnieren
 Von 
Tavare
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Zahnprothese im Krankenhaus abhanden gekommen

Guten Tag,

meiner Mutter ist ihr Vollgebiss bei einer vollstationären Behandlung in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses abhanden gekommen. Der genaue Umstand des Verlustes ist unbekannt, es ist jedoch sicher, dass der Verlust wärend des Klinikaufenthaltes eingetreten ist. Meine Mutter hat Alzheimer-Demenz im Wechselspiel mit Depressionen und Angststörungen und befindet sich im Pflegegrad 4.

Mein Versuch, ihr Gebiss mittels eines zahnärztlichen Kostenvoranschlages, welchen ich im Rahmen einer Verlustmeldung einreichte ersetzt zu bekommen, wurde Seitens der Haftpflichtversicherung des Krankenhauses abgelehnt. Die Begründung war, dass deren Mitglied nicht zum Schadensersatz verpflichtet sei, da dem Pflegepersonal des Krankenhauses kein Verschulden über den Verlust nachgewiesen werden könne.

Diese Einschätzung der Versicherung des Krankenhauses ist für uns ein großes Problem, da die Eigenfinanzierung eines Gebisses kaum möglich ist. Zudem besteht allerdings noch das Problem, dass aufgrund des gesundheitlichen Zustandes meiner Mutter fraglich ist, ob für sie überhaupt ein neues Gebiss angefertigt werden könnte und sie dieses dann auch akzeptieren würde.
Ihre privaten Versicherungen haben eine Kostenübernahme ebenfalls abgelehnt. Eine Rechtsschutzversicherung ist nicht vorhanden.

Durch das Abhandenkommen des Gebisses ist meiner Mutter sowohl der materielle Schaden des Verlustes entstanden, als auch eine deutliche Minderung der Lebensqualität, da sie ohne Zähne keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen kann und ihre Fähigkeit zu sprechen stark eingeschränkt ist.

Nach meiner persönlichen Einschätzung hat das Krankenhaus eindeutig seine Obhutspflicht verletzt und es müsste selbstverständlich ein neues Gebiss finanziert und ein entsprechendes Schmerzensgeld gezahlt werden.

Ich bitte um Informationen:
- wie sich die Rechtslage sich in unserem Fall darstellt und ob eine Klage erfolgsversprechend wäre?
- ob es ratsam wäre einen Anwalt zu konsultieren und wenn ja, wer für die Kosten der Beratung bzw. der anwaltlichen Tätigkeiten aufkommen müsste?
- ob im Falle meiner Mutter neben den Forderungen für eine Erstattung der Kosten für das Gebiss noch eine Schmerzensgeldforderung gestellt werden könnte und wenn ja, in welcher Höhe diese ausfallen dürfte?

Für Ihre Bemühungen und Einschätzungen bedanke ich mich im Voraus!

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3635 Beiträge, 579x hilfreich)

Zitat (von Tavare):
Nach meiner persönlichen Einschätzung hat das Krankenhaus eindeutig seine Obhutspflicht verletzt und es müsste selbstverständlich ein neues Gebiss finanziert und ein entsprechendes Schmerzensgeld gezahlt werden.


ihre Mutter kann nicht 24 Stunden überwacht werden. Sie kann das Gebiss selber in den Abfall oder das WC geworfen haben.
Aufgrund ihrer Erkrankung kann das nicht ausgeschlossen werden.
Somit dürfte die Aussage des KH richtig sein.

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#2
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9326 Beiträge, 3001x hilfreich)

Zitat (von Tavare):
Nach meiner persönlichen Einschätzung hat das Krankenhaus eindeutig seine Obhutspflicht verletzt


Dafür findet sich in Deinem Eingangsbeitrag aber kein Hinweis.
Bedenke, dass ein Krankenhaus keine generelle Obhutspflicht für persönlich eingebrachte Gegenstände hat.

Dein Beitrag enthält auch nichts konkretes, bei welcher Gelegenheit dass "Esszimmer" verlustig gegangen ist.
So allgemein wie Bei rein war es noch da, bei raus nicht mehr, reicht nicht aus um ein Verschulden zu begründen.

Berry

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#3
 Von 
Tavare
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Antworten!

Leider gibt es keine weiterführenden Informationen, zu welcher Gelegenheit das Gebiss verloren gegangen ist. Es war halt dann plötzlich nicht mehr da...

Ich habe natürlich auch Verständnis dafür, dass das Krankenhaus keine generelle Obhutspflicht hat, aber aufgrund der Pflegebedürftigkeit meiner Mutter ist halt die Frage, wer sonst - außer dem Pflegepersonal - soll denn die Verantwortung für ihre Devices übernehmen. Sie selbst ist ja leider dazu nicht mehr in der Lage...

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121911 Beiträge, 40080x hilfreich)

Zitat (von Tavare):
Sie selbst ist ja leider dazu nicht mehr in der Lage...

Ist sie vom Gericht für Geschäftsunfähig erklärt worden und unter Betreuung gestellt worden?



Zitat (von Tavare):
Es war halt dann plötzlich nicht mehr da...

Da sehe ich keine Guten Erfolgsaussichten ...

Aber für kleines Geld kann man hier nebenan Fachleute fragen: https://www.frag-einen-anwalt.de/


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Tavare
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ist sie vom Gericht für Geschäftsunfähig erklärt worden und unter Betreuung gestellt worden?


Ja, sie ist bereits vom Gericht als geschäftsunfähig erklärt worden... und ich habe im Rahmen einer umfassenden Vorsorgevollmacht die Verantwortung für sie...

-- Editiert von Tavare am 11.12.2019 17:09

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