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Aufenthalt in Deutschland

12.9.2019 Thema abonnieren
 Von 
Waki09
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Aufenthalt in Deutschland

Ich lebe mit meiner Frau derzeit mit Touristenvisum in Deutschland. Ich bin Deutscher meine Frau ist Afrikanerin. Sie spricht Deutsch ich bin mir aber nicht sicher ob dies fûr A1 reicht. Kann Sie jetzt eine Duldung beantragen und in dieser Zeit Ihr A1 machen. Oder was muss ich tun damit Sie bleiben kann. Alles soll legal sein und keine Probleme bereiten
Danke
Walter

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Philosoph
(12319 Beiträge, 1916x hilfreich)

Wo habt ihr geheiratet?
Ist die Ehe nach deutschem Recht anerkannt?
Wann ist sie ist mit einem Touristenvisum (Schengen-Visum) nach D. gekommen?

Eine Duldung KANN man nicht beantragen. Eine Duldung bedeutet, man muss D. wieder verlassen. Das bedeutet Ausreisepflicht.
A1-Sprachnachweis ist nicht das wichtigste Kriterium.
Andere Dinge sind viel wichtiger zu klären.

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#2
 Von 
Neuanmeldung ya 380
Status:
Praktikant
(803 Beiträge, 371x hilfreich)

Zunächst einmal, eine afrikanische Staatsangehörigkeit gibt es nicht.

Deine Frau hat sich bei der Beantragung des Visums unterschriftlich dazu verpflichtet zum Ende des Gültigkeitszeitraums wieder auszureisen und das sollte sie auch tun. Für den dauerhaften Verbleib in Deutschland ist ein Visum zur Familienzusammenführung erforderlich, welches sie bei der deutschen Vertretung in ihren Herkunftsland beantragen muss.

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#3
 Von 
Anami
Status:
Philosoph
(12319 Beiträge, 1916x hilfreich)

Zitat (von Neuanmeldung ya 380):
eine afrikanische Staatsangehörigkeit gibt es nicht.
Nun ja. Aber sie darf Afrikanerin sein, oder?
Zitat (von Waki09):
meine Frau ist Afrikanerin.

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#4
 Von 
Neuanmeldung ya 380
Status:
Praktikant
(803 Beiträge, 371x hilfreich)

Zitat @Amani: Nun ja. Aber sie darf Afrikanerin sein, oder?

Natürlich darf sie das, aber es entbindet sie auch nicht von einer ordnungsgemäßen Beantragung des dafür notwendigen Visums.

Obwohl...?
Wenn ich mir die vielen, derzeit hier aufhältigen Afrikaner so betrachte.....?

-- Editiert von Neuanmeldung ya 380 am 12.09.2019 15:02

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#5
 Von 
Anami
Status:
Philosoph
(12319 Beiträge, 1916x hilfreich)

Zitat (von Neuanmeldung ya 380):
Wenn ich mir die vielen, derzeit hier aufhältigen Afrikaner so betrachte.....?
Das brauchst du doch gar nicht tun.
Hier gibts 'ne Ehefrau eines Deutschen. Der Ehemann weiß nicht, was für den Aufenthalt zu tun ist.

Hast du es damals gleich gewusst?

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#6
 Von 
Felicite
Status:
Praktikant
(930 Beiträge, 1243x hilfreich)

Zitat (von Waki09):
Kann Sie jetzt eine Duldung beantragen und in dieser Zeit Ihr A1 machen.

Der Ablauf wäre ein anderer: Wenn sie nicht vor Ablauf des Touristenvisums ausreist, hält sie sich illegal in Deutschland auf (und muss da auch mit entsprechenden rechtsstaatlichen Konsequenzen rechnen, im Extrem die Strafvorschriften nach § 95 AufenthG). Sie wäre dann ausreisepflichtig. Der Staat kann dann ihre Ausreise zwangsweise durchsetzen mit einer Abschiebung; das hätte dann die Konsequenz: 1.) Verpflichtung die Abschiebegebühr zu zahlen (von den Reisekosten über die Kosten für die Beamten, die tätig werden mussten, bis zum Extrem: mögl. Kosten für die Abschiebehaft). 2.) Verhängung einer schengenweiten Einreisesperre.

Eine Duldung wird dann erteilt, wenn die Behörden feststellen, dass Abschiebehindernisse bestehen; das könnten kriegerische Unruhen im Heimatland sein oder Reiseunfähigkeit wegen einer Erkrankung oder eines Unfalls. Sobald die Abschiebehindernisse aber wegfallen, kann jederzeit abgeschoben werden. Bei Menschen, die mit einem Visum eingereist sind, steht zudem die Identität fest; das erleichtert eine mögliche Abschiebung. Diese Schiene muss man unbedingt vermeiden.

Zitat (von Waki09):
Oder was muss ich tun damit Sie bleiben kann. Alles soll legal sein und keine Probleme bereiten

Ich sehe keine wirkliche Möglichkeit, den touristischen Aufenthalt zum Spracherwerb zu verlängern. Das, was eine Duldung rechtfertigen würde, sollte man sich vernünftigerweise nicht wünschen. Und selbst, wenn eine Duldung erteilt würde, stände am Ende die Ausreisepflicht, um von der Heimat aus den Ehegattennachzug zu beantragen. Denn Voraussetzung für eine Aufenthaltserlaubnis ist nach § 5 Abs. 2 AufenthG:

Zitat:
(2) Des Weiteren setzt die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis (...) voraus, dass der Ausländer
1. mit dem erforderlichen Visum eingereist ist und
2. die für die Erteilung maßgeblichen Angaben bereits im Visumantrag gemacht hat.
Hiervon kann abgesehen werden, wenn die Voraussetzungen eines Anspruchs auf Erteilung erfüllt sind oder es auf Grund besonderer Umstände des Einzelfalls nicht zumutbar ist, das Visumverfahren nachzuholen.

Wenn deine Frau hier dauerhaft bleiben will, muss sie mit dem richtigen Visum (Ehegattennachzug) einreisen und auch beim Visumantrag alle Voraussetzungen erfüllen (A1-Nachweis). Natürlich gibt es den Vorbehalt für den Härtefall. Wer darauf spekuliert, sollte aber wirklich gute Gründe haben (ähnliche Gründe wie für eine Duldung). Zeit und Gelegenheit zum Deutschlernen gehört keinesfalls dazu.

Ausländerbehörden reagieren meist nicht wohlwollend, wenn man versucht, die geltenden Regeln zu umgehen, ob durch eine illegale Einreise oder durch Überziehung des Schengenvisums. Natürlich hat man immer noch Anrecht auf den Nachzug des Ehepartners. Aber überall dort, wo die ABH Entgegenkommen zeigen kann, kann man sich einiges verbauen. Es gibt immer wieder Fälle, wo Paare versuchen, die Aufenthaltserlaubnis durchzusetzen. Das kann zu jahrelangen rechtlichen Auseinandersetzungen führen. In all der Zeit hat man keine ordentliche Aufenthaltserlaubnis - die Zeit wird beim Aufenthalt nicht angerechnet, wenn später man eine Niederlassungserlaubnis oder die Einbürgerung beantragt. Man sollte das dringend vermeiden, wenn es nicht zwingende Gründe gibt (Gefahr in der Heimat).

Zitat (von Waki09):
Sie spricht Deutsch ich bin mir aber nicht sicher ob dies fûr A1 reicht.

Dann kann sie es doch einfach probieren mit dem Test. Den kann man beliebig oft wiederholen. Wenn sie den Test schaffen sollte, könntet ihr z.B. auch zur Ausländerbehörde gehen und wegen des geplanten Ehegattennachzugs vorsprechen. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, kann die ABH eine Vorabzustimmung erteilen, dann geht es schneller mit dem Visumsverfahren. Dann muss sie pünktlich ausreisen, kann dafür aber umso schneller wieder da sein.

-- Editiert von Felicite am 12.09.2019 15:41

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#7
 Von 
Neuanmeldung ya 380
Status:
Praktikant
(803 Beiträge, 371x hilfreich)

Zitat @Amani: Hier gibts 'ne Ehefrau eines Deutschen. Der Ehemann weiß nicht, was für den Aufenthalt zu tun ist.

Hast du es damals gleich gewusst?

Ich habe mich bereits vor der Eheschließung umfassend informiert. Damals noch ohne Internet.

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#8
 Von 
fb367463-2
Status:
Schlichter
(7309 Beiträge, 2917x hilfreich)

.

-- Editiert von fb367463-2 am 12.09.2019 18:11

Signatur:"Juristen haben keinen Sex, sondern stellen eine Geschlechtsgemeinschaft her" :D
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