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Deutscher Pass für mein erwachsenes Kind, illigale Adoption, staatenlos

20.1.2019 Thema abonnieren Zum Thema: Pass Kind Vater
Geschlossen Neuer Beitrag
 Von 
xone55
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 2x hilfreich)
Deutscher Pass für mein erwachsenes Kind, illigale Adoption, staatenlos

Liebe Forenmitglieder,

nach 30 Jahren hat mein Kind mich,ihren biologischen Vater, gefunden. Es kam in Palästina zur Welt und wurde wenige Tage nach Geburt ohne mein Einverständnis zur Adoption freigegeben. Als Palästinenser wäre es staatenlos. Nur ein temporärer Pass von Jordanien ist vorhanden.
Nach deutschem und palästinensischem Recht war die Adoption illegal. Viel zu früh und gegen den Willen des Vaters, (ich mit hundertjährigen deutschen Wurzeln).
Welche Möglichkeiten könnte es geben, dass das Kind einen deutschen Pass erhält und somit ein freier Mensch ist? Als Vater sehe ich mich in der Pflicht, meinem Kind mit deutschen Wurzeln zu helfen.
Danke im Voraus
Mit freundlichem Gruß
H.H.

-- Editiert von xone55 am 20.01.2019 10:47

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Pass Kind Vater


13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(28611 Beiträge, 11840x hilfreich)

Wenn die Adoption dem dortigen Recht entsprach, dann ist sie auch nicht illegal. Abgesehen davon konnte man seinerzeit auch in Deutschland nichteheliche Kinder auch gegen den Willen des Vaters zur Adoption freigeben. Deshalb sehe ich wenige Ansatzpunkte.

wirdwerden

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#2
 Von 
cirius32832
Status:
Student
(2091 Beiträge, 704x hilfreich)

Unabhängig von der Adoptions-Vorgeschichte würde ich versuchen nach Deutschland zu siedeln und es über eine Einbürgerung versuchen.

Signatur:https://www.antispam-ev.de
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#3
 Von 
xone55
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 2x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Wenn die Adoption dem dortigen Recht entsprach, dann ist sie auch nicht illegal. ...

wirdwerden


vielen Dank, für die erste schnelle Reaktion. Nein, in arabischen Staaten ist diese Adoption nach Kenntnislage der Umstände ebenfalls illegal.

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#4
 Von 
xone55
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 2x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Unabhängig von der Adoptions-Vorgeschichte würde ich versuchen nach Deutschland zu siedeln und es über eine Einbürgerung versuchen.

Diese Absicht besteht vorläufig nicht.

-- Editiert von xone55 am 20.01.2019 12:46

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#5
 Von 
xone55
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 2x hilfreich)

Ergänzend sei erwähnt, dass ein DNA Abgleich die Abstammung nachweisen kann. Ob das für die Lösung des Problems relevant ist, kann ich nicht beurteilen.

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#6
 Von 
Felicite
Status:
Praktikant
(867 Beiträge, 1181x hilfreich)

Ein prinzipielles Problem ist, dass vor 30 Jahren die biologische Abstammung vom Vater noch ohne jede Relevanz war. Ausschlaggebend war allein der rechtliche Vaterschaft und, wenn es keinen rechtlichen Vater gab, die Staatsangehörigkeit Mutter. Da es umständlich ist, vergangene rechtliche Lagen zu dokumentieren, verweise ich auf die Darstellung in Wikipedia:

Zitat:
Nichteheliche Kinder einer deutschen Mutter erwarben die deutsche Staatsangehörigkeit ab dem 1. Januar 1914. Dagegen erwarben nichteheliche Kinder einer ausländischen Mutter die deutsche Staatsangehörigkeit erst ab dem 1. Juli 1993, sofern ein deutscher Mann die Vaterschaft anerkannte.

Einen Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit (quasi über die Abstammung) sieht das Gesetz in solchen Fällen nur unter bestimmten Voraussetzungen vor, § 5 StAG:

Zitat:
Durch die Erklärung, deutscher Staatsangehöriger werden zu wollen, erwirbt das vor dem 1. Juli 1993 geborene Kind eines deutschen Vaters und einer ausländischen Mutter die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn
1. eine nach den deutschen Gesetzen wirksame Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft erfolgt ist,
2. das Kind seit drei Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Bundesgebiet hat und
3. die Erklärung vor der Vollendung des 23. Lebensjahres abgegeben wird.

Für das biologische Kind eines deutschen Vaters, das nicht in Deutschland lebt und bereits mindestens 30 Jahre alt ist, gibt es hier keine gesetzliche Möglichkeit zum Erwerb der Staatsbürgerschaft über die Abstammung.

Die Frage ist nun, welche Staatsangehörigkeit die Mutter des Kindes hatte (und ob sie ledig war). Zudem: Ich bin kein Experte für ausländisches Recht, mich wundert aber, dass es hier eine rechtlich wirksame Adoption gegeben haben soll. Bislang habe ich immer nur gehört, dass das im arabischen Raum nicht möglich sein soll. Vielleicht hat es ja mit Rechtsänderungen in den letzten Jahrzehnten zu tun oder die Adoption geschah nach dem Recht eines anderen Landes?

-- Editiert von Felicite am 20.01.2019 13:46

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#7
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7952 Beiträge, 1397x hilfreich)

Zitat (von xone55):
Es kam in Palästina zur Welt
Wie alt ist denn das Kind? Ca.1989 gab es kein Palästina. Es gab und gibt *palästinensische Gebiete*.
Zitat (von xone55):
Als Palästinenser wäre es staatenlos.
Ja. Das geht wohl allen Palästinensern so. Auch in Jordanien.
Zitat (von xone55):
Nur ein temporärer Pass von Jordanien ist vorhanden.
Seit wann gibt es den? Hat das Kind jetzt die jordanische Staatsangehörigkeit?
Zitat (von xone55):
Diese Absicht besteht vorläufig nicht.
Dann verstehe ich deine Frage im ersten Beitrag nicht.

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#8
 Von 
xone55
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 2x hilfreich)


Zitat (von Anami):
Dann verstehe ich deine Frage im ersten Beitrag nicht.

Eine Absicherung und Erbfolge ist aufgrund der "Adoption " nach deutschem Recht ausgeschlossen.
Das will ich aber nicht. Und wegen einer ernsten Krankheit möchte ich Vorsorge treffen.
Soll ich jetzt mein leibliches Kind adoptieren ?? Das wäre die Kernfrage.
Das Kind beabsichtigt nicht in das Sozialsystem Deutschland s einzutreten, da es sich selbst versorgen kann und derzeit Job und Unterkunft im Ausland hat.
Die ganze Geschichte berührt tatsächlich eine Reihe von Rechten.

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#9
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(28611 Beiträge, 11840x hilfreich)

Es hindert Dich niemand daran, das Kind als Erben einzusetzen. Und abgesehen davon gibt es weder eine einheitliche arabische Sprache noch ein einheitliches arabisches Recht. Das gilt insbesondere für das Familienrecht. Und dann kommt noch der Sonderstatus der Palestinenser dazu. Dafür haben dann die Aufnahmestaaten wiederum eigenes Recht geschaffen. Wie das spezielkl im Aufnahmeland der Tochter ausgestaltet war, das wissen wir nicht. Ich weiss allerdings, dass man seinerzeit null Integrationsbemühungen seitens der Aufnahmeländer durchgeführt hat, für jeden Pali froh war, der anderweitig unterkam, also etwa durch Adoption.

Noch ein Hinweis auf Deutschland. Noch vor 20 Jahren war es hier möglich nichteheliche Kinder ohne Zustimmung des biologischen/juristischen Vaters zur Adoption freizugeben und eben auch zu adoptieren.

wirdwerden

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#10
 Von 
Flo Ryan
Status:
Senior-Partner
(6821 Beiträge, 4712x hilfreich)

Durch Adoption wird das "Kind" auch kein Deutscher. Rechtlich gesehen warst du offenbar auch nie der Vater bzw. sorgeberechtigt, damit gelten für das Kind dieselben Regeln wie für jeden anderen Drittstaatler auch.

Signatur:Wo lagert die Post eigentlich die ganzen Briefe, die angeblich nie zugestellt worden sind?
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#11
 Von 
AltesHaus
Status:
Gelehrter
(10780 Beiträge, 2862x hilfreich)

Zitat (von Felicite):
Die Frage ist nun, welche Staatsangehörigkeit die Mutter des Kindes hatte (und ob sie ledig war).

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
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#12
 Von 
Neuanmeldung ya 380
Status:
Praktikant
(727 Beiträge, 333x hilfreich)

Zitat (von xone55):
Diese Absicht besteht vorläufig nicht.

Welchen Sinn macht dann ein deutscher Pass, das war doch Ihr Anliegen?
Zitat:
Deutscher Pass für mein erwachsenes Kind, illegale Adoption, staatenlos

Beerben kann es Sie auch ohne deutschen Pass. Es liegt doch in Ihrer Hand Ihr Testament entsprechend abzufassen.

-- Editiert von Neuanmeldung ya 380 am 20.01.2019 17:27

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#13
 Von 
xone55
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 2x hilfreich)

Danke für die zahlreichen Antworten.
Würde den thread jetzt gern schließen.

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