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Ist Arbeitsplatzsuche Visum D angerechnet.

13.4.2019 Thema abonnieren Zum Thema: Einbürgerung Visum
 Von 
go513099-83
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Ist Arbeitsplatzsuche Visum D angerechnet.

Ist Arbeitsplatzsuche Visum D (6 Monate) in Einbürgerung angerechnet?

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Einbürgerung Visum


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Philosoph
(12918 Beiträge, 1973x hilfreich)

Ein Visum wird nicht angerechnet.
Für die Einbürgerung gelten ganz andere Voraussetzungen.

-- Editiert von Anami am 13.04.2019 16:07

Signatur:auch ich verweise auf § 675 (2) BGB.
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#2
 Von 
Felicite
Status:
Praktikant
(943 Beiträge, 1250x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Ein Visum wird nicht angerechnet.


So undifferenziert ist diese Aussage falsch. Ein nationales Visum ( „D-Visum" ) wird auf die Aufenthaltszeiten angerechnet. § 6 Absatz 3 Satz 3 AufenthG :

Zitat:
Die Dauer des rechtmäßigen Aufenthalts mit einem nationalen Visum wird auf die Zeiten des Besitzes einer Aufenthaltserlaubnis, Blauen Karte EU, Niederlassungserlaubnis oder Erlaubnis zum Daueraufenthalt – EU angerechnet.


Wenn jemand mit einem nationalen Visum einreist und in der Folge den vorgesehenen Aufenthaltstitel beantragt, dann läuft die Frist für z.B. den eigenständigen Aufenthalt von Ehegatten, für die Niederlassungserlaubnis und für die Einbürgerung ab dem Tag der Einreise.

Im betreffenden Fall muss der Fragesteller prüfen, ob er mit einem nationalen Visum für einen längerfristigen Aufenthalt eingereist ist und dann die entsprechende Aufenthaltserlaubnis (AE) erhalten hat. Dann wird die Frist ab der Einreise auf jeden Fall mit eingerechnet. Im Normalfall geht es hier nur um eine kurze Zeit zwischen Einreise und Antrag auf eine Aufenthaltserlaubnis. Ob das auf sein Visum zur Arbeitsplatzsuche zutrifft, müsste man im Einzelfall prüfen.

Es kann gut sein, dass die Zeit mit Visum angerechnet wird, wenn der Betreffende dann einen Arbeitsplatz findet und mit einer AE "zum Zweck der Erwerbstätigkeit" hier lebt. Wenn jemand zur Arbeitsplatzsuche einreist, dann z.B. heiratet und mit einer AE "aus familiären Gründen" hier lebt, würde die Zeit mit Visum mMn nicht angerechnet werden können. Also: es hängt vom Gesamtzusammenhang ab.

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#3
 Von 
Neuanmeldung ya 380
Status:
Praktikant
(813 Beiträge, 376x hilfreich)

Zitat (von Felicite):
Es kann gut sein, dass die Zeit mit Visum angerechnet wird....,

Das ist doch alles nur Pfennigfuchserei, weil es sich allenfalls um ein paar Wochen handelt. Es lässt sich doch ohnehin nicht exakt voraussagen, wie lange es vom Tag der Antragstellung bis zum Erhalt der Einbürgerungsurkunde letztendlich dauern wird. Da kommt es doch nun wirklich nicht auf ein paar Tage mehr oder weniger an.

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#4
 Von 
Anami
Status:
Philosoph
(12918 Beiträge, 1973x hilfreich)

Zitat (von Felicite):
Im betreffenden Fall muss der Fragesteller prüfen, ob er mit einem nationalen Visum für einen längerfristigen Aufenthalt eingereist ist
Ein Visum zur Arbeitsplatzsuche für 6 Monate.... was ist da noch zu prüfen?
Der Fragesteller kann evtl. mal erklären, was überhaupt Fakt ist.

Signatur:auch ich verweise auf § 675 (2) BGB.
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#5
 Von 
Felicite
Status:
Praktikant
(943 Beiträge, 1250x hilfreich)

Zitat (von Neuanmeldung ya 380):
Das ist doch alles nur Pfennigfuchserei, weil es sich allenfalls um ein paar Wochen handelt.


Nicht unbedingt, denn nicht jeder beantragt die AE wenige Wochen nach Einreise. Manche warten auf den von der ABH vergebenen Termin und geben erst dann den Antrag ab. Dann können es Monate sein - und das kann evtl. schon den Unterschied machen zwischen gelungener Einbürgerung und Ablehnung der Einbürgerung, z.B. im Fall, dass der Arbeitsplatz in absehbarer Zeit verloren geht. Letztlich muss aber allein der Fragesteller wissen, weshalb das für seinen Fall persönlich von Bedeutung ist.

Zitat (von Anami):
Ein Visum zur Arbeitsplatzsuche für 6 Monate.... was ist da noch zu prüfen?


Ein Visum gemäß § 18c AufenthG - mit welcher Begründung erklärst du eine Prüfung hier für überflüssig? Welches Resultat sollte hier schon so eindeutig feststehen?

Einerseits ist gesetzlich geregelt, dass die Aufenthaltszeit mit D-Visum aufenthaltsrechtlich angerechnet wird, andererseits gibt es das Problem, dass mit diesem Visum der Anspruch auf eine AE gemäß § 18c AufenthG besteht, die aber nicht zur Erwerbstätigkeit berechtigt. Hier geht es um die Frage, wann der rechtmäßige Aufenthalt auch "gewöhnlich" ist und inwieweit es evtl. abweichende Einschätzungen bei Aufenthaltsrecht und Staatsangehörigkeitsrecht gibt. Da muss man sich nur den jahr(zehnt)elangen Streit um die Anrechnung von Aufenthaltszeiten von Studenten ansehen, um zu erahnen, dass man die evtl. erforderliche Prüfung nicht mit einer lapidaren Frage abtun kann.

Letztlich führt man Ratsuchende und jeden, der später hier Infos sucht, mit eindeutig falschen Antworten fahrlässig in die Irre ("Ein Visum wird nicht angerechnet" - und das, obwohl sogar in der Frage das "Visum D" erwähnt wird!?). Wenn dann ein kryptisches "was ist da noch zu prüfen?" nachgeschossen wird, hilft das dem Fragesteller gar nicht und verwirrt nur.

-- Editiert von Felicite am 14.04.2019 15:02

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