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Studentenvisum in Familienvisum umwandeln

 Von 
Kabul
Status:
Schüler
(184 Beiträge, 80x hilfreich)
Studentenvisum in Familienvisum umwandeln

Hi an alle,

ich arbeite und lebe in Pakistan. Meine Frau (wir haben eine Deutsche Heiratsurkunde) ist vor 6 Monaten über ein D Visum zum Studium nach Deutschland gekommen. Wir haben kein Familienvisum beantragt, weil ich ja eben in Pakistan lebe. Das Visum wurde erst einmal für ein Jahr ausgestellt.

Nun ist sie im Sprachkurs, also In der Vorbereitung zum Studium. Wir wissen schon jetzt, dass sie niemals die Vorbereitung inkl. Studienkolleg in den zwei Jahren schaffen kann.
Ausserdem fängt ja offensichtlich die 3 Jahres Frist, die sie zur Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft braucht erst an zu laufen, soblad wir das Visum in ein Familienvisum umwandeln.

Frage: 1.) Wir würden schon bald die Umwandlung der Aufenthaltsberechtigung vom Studentenvisum in ein Familienvisum umwandeln wollen. Was prüfen die in der Regel? Hat jemand Erfahrung? Wir wollen ncith riskieren, dass die das rausfinden und meine Ehefrau wieder nach Pakistan ausreisen muss.

2.) Hat jemand Erfahrung was die bei der Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung prüfen? Lassen die sich alle Nachweise der Sprachkurse vorzeigen etc?

3.) Haltet ihr das alles für ne Kluge Idee oder sollen wir erst einmal bis zu meiner Rückkehr beim Studentenvisum bleiben?

Danke & Gruss


Peter

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Deutschland Aufenthaltsgenehmigung Verlängerung Studium


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Greg0r
Status:
Schüler
(454 Beiträge, 241x hilfreich)

Hallo,
Mir ist der Sachverhalt noch nicht ganz klar.
Sie sind deutscher? Sie hat eine Aufenthalserlaubnis nach §16 I aufenthG?
Nach 3 Jahren in Deutschland wird man sicher noch nicht eingebürgert. Frühestens nach 7 Jahren.
Da haben sie wohl etwas falsch verstanden. Wenn sie deutscher sind kann sie nach 3 Jahren eine Niederlassungserlaubnis bekommen.

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"- es ist nur meine Meinung, kein Anspruch auf Richtigkeit-"

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#2
 Von 
Kabul
Status:
Schüler
(184 Beiträge, 80x hilfreich)

Ja ich bin Deutscher. Meine Frau hat einen Titel nach § 16 Abs. 1 AufenthG .

danke für den Hinweis zur Niederlassungserlaubnis. Wie siehst Du die Umstellung des Visums? Weisst Du was die prüfen?

1000 Dank für alle Antworten?


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#3
 Von 
Greg0r
Status:
Schüler
(454 Beiträge, 241x hilfreich)

Solange sie im Ausland leben kann ihr Frau ihren Aufenthaltserlaubnis nicht von ihnen ableiten.
Dies wäre ja §28 I S1 Nr 1 AufenthG . Dort ist eine Vorrausetzung das der Deutsche seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Bundesgebiet hat.
Wenn sie in Deutschland leben haben sie einen Rechtsanspruch auf die AE.

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"- es ist nur meine Meinung, kein Anspruch auf Richtigkeit-"

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#4
 Von 
Felicite
Status:
Praktikant
(890 Beiträge, 1198x hilfreich)

Schon nach 3 Jahren in Deutschland ist für Ehepartner von Deutschen eine Einbürgerung nach § 9 StAG möglich. Deutsch-Verheiratete sind hier gegenüber anderen Ausländern privilegiert. Man muss seit mindestens 3 Jahren in Deutschland leben und davon mindestens 2 Jahre gemeinsam mit dem deutschen Ehepartner.

quote:
1.) Wir würden schon bald die Umwandlung der Aufenthaltsberechtigung vom Studentenvisum in ein Familienvisum umwandeln wollen. Was prüfen die in der Regel?

Es wird geprüft, ob eine schützenswerte Ehe besteht. Also vor allem, ob es keine Scheinehe ist bzw. eine Ehe, die allein eine Aufenthaltserlaubnis (AE) zum Ziel hat. Dass man sich so einfach ohne Not für über ein halbes Jahr trennt, kann zu Nachfragen führen. Wenn man vorher bereits in Pakistan zusammengelebt hat, kann man eventuelle Zweifel schnell zerstreuen. Ansonsten kann man auch durch Fotos, Telefonnachweise, Belege für gegenseitige Besuche während der Zeit der Trennung belegen, dass eine wirkliche Verbindung besteht. Falls diese Belege nur dürftig sind, kann man auch zu einer zeitgleichen Befragung eingeladen werden. Im Zweifel überprüft die ABH auch nach der Erteilung der AE noch, ob die Ehepartner wirklich zusammenleben.

quote:
2.) Hat jemand Erfahrung was die bei der Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung prüfen? Lassen die sich alle Nachweise der Sprachkurse vorzeigen etc?

Das sollten sie zumindest. Der deutsche Staat bringt eine Menge Geld auf für Studienplätze. Da sollte bei ausländischen Studenten schon garantiert sein, dass zumindest die Chance auf ein erfolgreiches Studium existiert. Wenn hierfür keine Eignung besteht, ist es für beide Seiten besser, dass nicht weiter Geld und Lebenszeit verschwendet wird.

quote:
3.) Haltet ihr das alles für ne Kluge Idee oder sollen wir erst einmal bis zu meiner Rückkehr beim Studentenvisum bleiben?

Was für einen Sinn sollte eine studentische AE machen, wenn jetzt schon feststeht, dass sie die Studienvorbereitung selbst in der maximalen Zeit nicht bewältigen kann? Wenn jemand für ein Studium ungeeignet ist, bringt es wenig, um jeden Preis daran festzuhalten. Man nimmt so anderen, die die Chance auf ein erfolgreiches Studium haben, nur einen Platz am Studienkolleg weg. Zudem kann solch ein taktisches Vorgehen das Misstrauen bei der ABH wecken. Wer eine studentische AE verlängern will, obwohl er weiß, dass er das Studium nicht schaffen wird, verstärkt den Eindruck, dass es allein um die Aufenthaltserlaubnis geht - egal auf welchen Weg, ob über Studium oder über die Ehe. Das sollte man vermeiden. Wenn sie hier als Ehefrau eines Deutschen leben will, sollte sie auch eine entsprechende AE beantragen.

-- Editiert Felicite am 20.01.2012 14:12

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#5
 Von 
Greg0r
Status:
Schüler
(454 Beiträge, 241x hilfreich)

quote:
Schon nach 3 Jahren in Deutschland ist für Ehepartner von Deutschen eine Einbürgerung nach § 9 StAG möglich.

Oh das wusste ich nicht. Woher nimmst du die 3 Jahre? In dem § selber steht das ja nicht drin.

Eine Umwandlung in §28 AufentG wird es aber nicht geben, solange der deutsche Ehemann in Pakistan lebt.

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"- es ist nur meine Meinung, kein Anspruch auf Richtigkeit-"

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#6
 Von 
Felicite
Status:
Praktikant
(890 Beiträge, 1198x hilfreich)

quote:
Woher nimmst du die 3 Jahre? In dem § selber steht das ja nicht drin.

Das kann man den "Vorläufigen Anwendungshinweisen des Bundesministeriums des Innern" zum Staatsangehörigkeitsgesetz entnehmen. Zu § 9 heißt es hier:

quote:
9.1.2.1 Allgemeine Anforderungen

Erforderlich ist in der Regel ein Aufenthalt im Inland von drei Jahren. (...)
Die eheliche Lebensgemeinschaft oder partnerschaftliche Lebensgemeinschaft des Einbürgerungsbewerbers mit dem deutschen Ehegatten oder Lebenspartner muss im Zeitpunkt der Einbürgerung seit zwei Jahren bestehen. Dieser muss in dieser Zeit deutscher Staatsangehöriger oder Statusdeutscher gewesen sein.



http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Themen/MigrationIntegration/Staatsangehoerigkeit/Anwendungshinweise_05_2009.pdf?__blob=publicationFile

Es wird allein deshalb ein wenig unübersichtlich, weil in § 9 auf die in § 8 StAG genannten Voraussetzungen für die Einbürgerung verwiesen wird, wobei nähere Bedingungen hierzu allein in den Anwendungshinweisen stehen. Bei der "Ermessenseinbürgerung" nach § 8 gibt es Einbürgerungserleichterungen, wenn ein besonderes öffentliches Interesse an der Einbürgerung besteht (also z.B. bei Spitzensportlern, Wissenschaftlern und Künstlern von Rang). In den Anwendungshinweisen zu § 8 werden hier 3 Jahre als Mindestaufenthaltsdauer angegeben. An dieser Mindestmarke scheint man sich an den für die Einbürgerung Deutsch-Verheirateter orientiert zu haben.

-- Editiert Felicite am 20.01.2012 18:20

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