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Verdacht auf Scheinehe, sofort zum Anwalt???

14.3.2010 Thema abonnieren
 Von 
alina.m
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 5x hilfreich)
Verdacht auf Scheinehe, sofort zum Anwalt???

Hallo,

meine Mutter(Ukrainerin) hat im Juni 2009 mit einem Touristenvisum geheiratet. Der Ehemann ist aus Croatien und besitzt eine NE. Das Ausländeramt hat Probleme gemacht, weil falsches Visum usw. Letztendlich nach langem hin und her bekam sie(mit Hilfe eines Anwaltes) ein AE für ein Jahr. Die Sache ging über Verwaltzungsgericht, das Ausländeramt musste der AE zustimmen, Lebensunterhalt, Sprachkenntnisse, Krankenversicherung und eine Wohnung war alles vorhanden.

Wir dachten, die Sache wäre jetzt zu Ende. Ihr Ehemann hatte schon zeitlang Kurzarbeit, die Mutter und er stritten sich immer wieder. Der ehemann hatte öfter was getrunken. Irgendwann hat er 2 mal den Strom nicht bezahlt und der wurde abgeschaltet. Die Mutter hat sich mit ihm gestritten und ist für die Zeit zu ihrer Tochter gegangen(meine Schwester ist Studentin und hat 2 kleine Kinder und war letzte 3 Wochen voll in dem Prüfungsstress). Das war vor ca. 3 Wochen. Die Mutter war dabei eine große Hilfe, weil sie auf die Kinder aufgepasst hat.

Nun stand am 9.3 Polizei vor der Tür erstmal bei ihm und dann bei meiner Schwester. Die Mutter war bei der Schwester. Sie hatten einen Durchsuchungsbefehl, haben die Mutter und sämtliche Handys mitgenommen usw. Befragt wurde sie auch. Sie vermuten eine Scheinehe vor allem weil sie die Mutter nicht bei ihrem Mann gefunden haben.

Logisch, die Mutter wollte nicht bei ihrem Ehemann ohne Strom wohnen. Und streiten dürfte man sich auch... Das Lebenmittelpunkt steht nacxh wie vor bei ihrem Ehemann. Jetzt ist der Strom auch wieder da und jetzt passt alles wieder.

Die ganze Sache wird jetzt untersucht, meine Schwester hat schon einen Anwalt kontaktiert. Es besteht die Möglichkeit, noch vor dem Aussprechen des Urteils einen Anwalt zu nehmen. Die Kosten dafür betragen 500€ pro Person(laut Anwalt). Ansonsten wartet man das Urteil ab und erst dann wird der Anwalt angagiert. Jetzt ist die Frage: was macht da mehr Sinn? Jetzt gleich einen Anwalt nehmen(was wird er überhaupt jetzt machen können, wenn er nicht weiß, wie die Sache ausgeht?) oder abwarten?

Uns geht ja auch um das Geld. Wenn wir gewinnen, muss das Ausländeramt alles bezahlen. Wenn man jetzt den Anwalt nimmt und das Ganze wegen Mangel an Beweise eingestellt wird, bleiben wir auf 500 Euro Anwaltskosten pro Person sitzen, oder wer zahlt die? Kennt sich da jemand damit aus? Zahlt der Ausländeramt die Kosten auch wenn es eingestellt wird?

Beweise haben die keine, es war auch keine Scheinehe, meine Mutter ist ja auch nicht verpflichtet, immer zuhause zu sitzen.

Ich hoffe, jemand weiß einen Rat.

Schöne Grüße,

alina



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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17207 Beiträge, 7576x hilfreich)

Einen Anwalt zu beauftragen, nachdem ein Urteil gefällt wurde, ist irgendwie nicht sinnbringend.
Denke mal, es geht noch darum, ob die Staatsanwaltschaft überhaupt Klage erhebt. Bis eine Klageschrift mit Erläuterung dessen, was genau vorgeworfen wird, vorliegt, würde ich abwarten.

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"Wer kämpft, kann gewinnen. Wer nicht kämpft, hat schon verloren."

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#2
 Von 
guest-12327.06.2010 20:05:23
Status:
Senior-Partner
(6302 Beiträge, 2355x hilfreich)

Kein Mensch zieht wegen Streit und fehlendem Strom "komplett" zu seinen Kindern. Daher findet man in der Wohnung Papiere, Kleidung und sonstiges.
Danach haben die Ermittler gesucht.

Solange es kein Verfahren gibt braucht es keinen Anwalt. Sobald die Klageschrift zugestellt wird reicht das aus.

K.

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"Ich schreibe ohne Sinn und Verstand - na und !"

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#3
 Von 
alina.m
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 5x hilfreich)

Sie ist nicht ganz ausgezogen. Sie hatte ein Teil ihrer Sachen da gehabt und ein wenig bei der Schwester. Habe mich vielleicht nicht ganz richtig ausgedrückt. Sie haben auch nach Geldtransfer gesucht...

Danke!

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#4
 Von 
guest-12327.06.2010 20:05:23
Status:
Senior-Partner
(6302 Beiträge, 2355x hilfreich)

Die Frage ist ja nicht was du gesucht, sondern was die gefunden haben.
Man kann ganz klar anhand der Ausgaben auf den Konten, Nachbar, Unterlagen und sonstigem erkennen wer zusammenlebt und wer nicht.

Das man NUN zusammenlebt bringt da nichts.

K.

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"Ich schreibe ohne Sinn und Verstand - na und !"

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#5
 Von 
alina.m
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 5x hilfreich)

Hallo,

jetzt muss ich es doch noch mal hoch schieben.

Dürfen die eigentlich die privaten Nachrichten einfach so lesen und das Adressbuch durchgehen und die Leute befragen?

Der Hintergrund: Ein Mann aus dem Telefonbuch meiner Mutter, der in der gleichen Firma arbeitet, wo auch der Ehemann meiner Schwester. Er und sein Kumpel mögen Ukraine und waren dort oft unterwegs. Da meine Mutter damals noch in der Ukraine war, haben sie sich kennengelernt, weil meine Schwester ein Päckchen für die Mutter durch die beiden mitgegeben hat. Und die Mutter hat denen geholfen und die Stadt gezeigt, auch übersetzt. Später trafen sie sich auch immer wieder zum Essen. Immer wieder ein SMS, sonst nix.

Nun wurde er angerufen und schon gleich am Telefon etwas befragt (*große Augen mach*) wegen der Scheinehe usw.dann haben sie ihn auch zu sich eingeladen. Logisch, er ist einer der wenigen Bekannschaft meiner Mutter. Und dann fing es richtig mit der Befragung. Sie hatten ein paar Fotos, wo die Mutter und der Mann beim Essen waren und einige Sms. Damals war meine Mutter noch nicht verheiratet. So jetzt hat das Kripo behauptet, sie seien ein Paar und mit allen Fragen, die halt dazu gehören. Er hat natürlich alles, was nicht war, mit nein beantwortet. Nur ich verstehe irgendwie nicht, dass man nur anhand irgenwelchen Fotos einem ein Verhältnis unterstellt. Sie haben ihm mit allen möglichen Sachen gedroht, er hätte nur sagen müssen, dass sie ein Paar sind. Hätte er die anlügen müssen oder wie? Er hat damit nix zu tun, ist eben nur ein Bekannter.

Nochmal zum Thema Ehemann: sie wohnen zusammen in einer kleinen 2 Zimmer wohnung und sind nicht sehr reich. Kklar ist sie oft bei meiner Schwester gewesen, weil sie sonst gar keine Kinderbetreuung hat. Der Lebensmittelpunkt ist aber bei ihm. Die meisten Sachen sind auch bei ihm, nur etwas bei der Schwester. Auch bei mit hat sie ihre Zahnpasta und Zahnbürste, wenn sie mich besucht.

Wir sind jetzt etwas ratlos. Macht jetzt vielleicht der Anwalt einen Sinn? Wir kennen uns mit den Sachen nicht aus, sie warten, dass meine Mutter was falsches sagt. Sie hat nix zu verbergen aber von der Aufregung könnte sie etwas missverstehen oder missverständliches antworten. Das einzige, was sie getan hat(ohne es zu wissen) war das Heiraten mit einem falschen Visum. Sonst nix.

Tipp für uns???

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#6
 Von 
guest-12327.06.2010 20:05:23
Status:
Senior-Partner
(6302 Beiträge, 2355x hilfreich)

Glaubst du beim "Ermitteln einer Straftat" müssen die sich auf die Aussagen der mutmasslichen Täter verlassen. Ist klar das die jeder Spur nachgehen,

Was ne Ehe ausmacht ist sicher auch in der Ukraine wie bei uns hier.
Zusammenleben, wirtschaften, schlafen, feiern und entscheiden. Das kann man kaum im geheimen, also gibts Zeugen dafür.

Was macht nicht macht sind. Verschiedene Wohnsitze, Geldtransaktionen zueinander von verschiedenen Konten, weitere Sexualpartner, kein gemeinsame Sprache...

Nur die beiden Ehepaare werden wissen was stimmt. Und wenn alles stimmt wie will dann einer was anderes beweisen.

Warte doch ab was die Ermitteln.

K.

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"Ich schreibe ohne Sinn und Verstand - na und !"

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