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Was ist ein ,, ausführliches Attest " im Zusammenhang eines Hinderungsgrundes für eine Abschiebung?

2.9.2019 Thema abonnieren
 Von 
Sergio_Luca
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)
Was ist ein ,, ausführliches Attest " im Zusammenhang eines Hinderungsgrundes für eine Abschiebung?

Wenn ein geduldeter Flüchtling abgeschoben werden soll, er sich aber in einem stationären Krankenhausaufenthalt befindet und die staatliche Abschiebestelle das Attest seines behandelten Arztes nicht als Abschiebestopp akzeptiert, sondern auf ein sog. ausführliches Attest besteht, kann mir hier jemand erj´klären, was das ist? Ein ,, ausführliches Attest"?

Ich habe bei meiner Krankenversicherung angerufen und die kennen diese Formulierung nicht.

Mein Freund hat ein Attest vorgelegt, wonach seine Ärztin bescheinigt, dass er derzeit stationär behandelt wird, da er selbsttötunggefährdet ist, sollte es zur Abschiebung kommen.

Aber das reicht nicht. Hat einer von euch hier Erfahrungen mit diesem sog. ,, ausführlichen Attest " ?
Im Netz finde ich dazu nichts.

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22 Antworten
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#1
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7979 Beiträge, 1399x hilfreich)

Zitat (von Sergio_Luca):
das Attest seines behandelten Arztes
Zitat (von Sergio_Luca):
dass er derzeit stationär behandelt wird, da er selbsttötunggefährdet ist, sollte es zur Abschiebung kommen.
Das ist leider auch nichts, was vor einer Abschiebung schützt.
Die Ärztin oder andere ambulante Ärzte sollten doch mindestens attestieren, dass der Geflüchtete sich schon länger mit Suizidgedanken trägt, deshalb auch behandelt wird. Mindestens, seit sein Asylantrag abgelehnt wurde und er die Duldung/Ausreisepflicht erhielt.
Ob es andere Gründe gibt, familiär, gesundheitlich...die auch eine Abschiebung verhindern könnten.
Und vor allem, wie lange seit Kenntnis der Duldung er schon stationär behandelt wird.
Liegt er in einer psychiatrischen Einrichtung?

d.h. mE nichts weiter, als dass die Gefahr des Suizids besteht, wenn abgeschoben wird.
Wenn du weißt , wie eine Abschiebung erfolgt, weißt du auch, dass kein Suizid mehr möglich ist, bis die Abschiebung *vollendet ist*.
Betritt die Person den Boden des H-Landes, ist D nicht mehr *zuständig*.
So ist das leider geregelt.

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#3
 Von 
Sergio_Luca
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

@ anami

Er ist im Okt. 2018 in die EU eingereist. Bevor er in DE seinen Asylantrag gestellt hat, ist er in einem anderen -, osteuropäischen EU -Staat bereits registriert worden ( Dublin - Regeln ).

Er befindet sich seit Jan.2019 in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Also seit mehr als 6 Monaten, Einahme von Medikamente wie Anti - Depressiver. Alles in Zusammenhang mit seinen suizidalen Gedanken, aufgrund des Negativ - BAMF - Bescheides und der drohenden Abschiebung.

Seit 4 Wochen wird er mit gleicher Symptomatik stationär behandelt. Anfänglich in einer geschlossenen Station, inzwischen auf einer offenen, psychiatrischen Station.

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#4
 Von 
Sergio_Luca
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Himm.... sieht nicht gut aus:

,, Selbst in der Psychiatrie nicht mehr sicher

Sogar seelisch kranke Migranten werden abgeschoben, weil die Ansprüche an die Atteste so hoch sind."

https://www.zeit.de/2018/32/abschiebung-deutschland-migranten-psychiatrie


Aus dem obigen Artikel und vermutlich die Antwort auf meine Frage ,, Was ist ein ausführliches Attest?" :

,, Ein normales Attest für eine Behörde, sagt Ebbinghaus, etwa über Arbeitsunfähigkeit oder Schwerbehinderung, habe ein bis zwei Seiten und koste den Patienten nichts. Ein Attest, das alle Vorgaben des Aufenthaltsgesetzes erfülle, sei eigentlich gar kein Attest mehr, sondern ein Gutachten. 15 bis 20 Arbeitsstunden müsse man dafür aufwenden. "Wenn der Arzt nett und gütig ist", stelle er ein solches Attest vielleicht für 500 oder 700 Euro aus, sagt Ebbinghaus. Nach den normalen Honorarsätzen könne es ohne Weiteres 2000 Euro kosten. " Quelle, siehe oben.

-- Editiert von Sergio_Luca am 02.09.2019 17:17

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#5
 Von 
Loni12
Status:
Schüler
(423 Beiträge, 101x hilfreich)

Eine Option wäre doch, dass sie ihn in sein Heimatland begleiten. Er hätte sie als Bezugsperson und wäre in seiner Heimat.
Das BAMF muss sich an Vorgaben halten und deshalb gibt es halt auch Negativbescheide.

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(28619 Beiträge, 11842x hilfreich)

Es kommt darauf an, wer der Auftragsgeber ist, in der Regel sind ja Kostenträger da, etwa die Berufsgenossenschaft, Rentenversicherung, Krankenversicherung. Oder eben auch der deutsche Staat, zumindest dann, wenn er ein Verfahren verliert.

Normalerweise wissen Ärzte auch, wie ein Attest auszusehen hat. Die schreiben bzw. begutachten gerade in der Psychatrie doch laufend. Nur, es gibt auch Fälle, in denen nichts zu schreiben ist. Und dann zu sagen, was der Arzt zu schreiben hat, also ich würde mir das als Arzt verbitten.

Außerdem ist zu bedenken, dass eine Erkrankung für sich eben keinen Automatismus darstellt, welcher ein wie auch immer ausgestaltetes Bleiberecht in Deutschland begründet. Warum soll hier ein Unterschied zwischen psychischen und physischen Erkrankungen gemacht werden?

wirdwerden

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#7
 Von 
Sergio_Luca
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

@ Loni12

Bei seinem Heimatland handelt es sich vereinfacht - und verkürzt formuliert um eine Scharia - Diktatur. Da es hier um Apostasie geht, wäre nach Schariarecht die Todesstrafe vorgesehen.

,, Apostasie, der "Abfall" vom Glauben, gilt im Iran seit der Gründung der Islamischen Republik im Jahr 1979 als ein schwerwiegendes "Verbrechen", wenn es sich um den Abfall vom Islam handelt. Die Konversion von Christen zum Judentum ist ebenfalls verboten,....

(...)

Nach dem im Jahr 2013 in Kraft getretenen „neuen" Islamischen Strafrecht, ist nach Art. 225.7 und 225.8 "Die Bestrafung für einen (… ;) [männlichen] Apostaten (… ;) der Tod". "

www.igfm.de/abfall-vom-islam-ein-kapitalverbrechen-im-iran/

Vielleicht würde ich als Begleitperson in so einem Fall als Anstifter und systemfeindlicher Kufr verhaftet?

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#8
 Von 
Sergio_Luca
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

@ wirdwerden

Ich gebe zu, ich hatte gehofft, dass es vielleicht nur eine Strategie ist. Verständlich, wenn einer die Regeln kennt und für sich zu nutzen versucht. Leider scheint er wirklich krank zu sein. Ich könnte viele Beispiele aus dem Alltag bringen.

Das ist ein sachlicher, bescheidender und ruhiger Mann. In seinem Heimatland hat er ein naturwissenschaftliches Studium abgeschlossen. Er beherrscht , für die kurze Zeit hier, schon erstaunlich gut die deutsche Sprache. Er kann sehr fokussiert arbeiten. Ich bin mir sicher, der wird geplant und entschlossen sich töten.

Er spricht fließend russisch und hatte sich beim Staatsschutz darum beworben, im Bereich russischer - sprachiger Anhänger des politischen Islam, mitzuhelfen. Ohne Geld, um Deutschland etwas etwas zurück zugeben.

Bei solchen Menschen muss ich an ein Zitat - ich glaube es war Jörges vom Stern - denken: ,, Wir schieben die falschen ab und lassen die falschen hier. "

-- Editiert von Sergio_Luca am 02.09.2019 18:14

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#9
 Von 
Neuanmeldung ya 380
Status:
Praktikant
(728 Beiträge, 333x hilfreich)

Zitat: Er ist im Okt. 2018 in die EU eingereist. Bevor er in DE seinen Asylantrag gestellt hat, ist er in einem anderen -, osteuropäischen EU -Staat bereits registriert worden ( Dublin - Regeln ).

Zitat: Bei seinem Heimatland handelt es sich vereinfacht - und verkürzt formuliert um eine Scharia - Diktatur. Da es hier um Apostasie geht, wäre nach Schariarecht die Todesstrafe vorgesehen.

,, Apostasie, der "Abfall" vom Glauben, gilt im Iran seit der Gründung der Islamischen Republik im Jahr 1979 als ein schwerwiegendes "Verbrechen", wenn es sich um den Abfall vom Islam handelt. Die Konversion von Christen zum Judentum ist ebenfalls verboten,....

Hier geht es wohl nicht um die Abschiebung in sein Heimatland, sondern, entsprechend der Dublin Regeln, in das Land wo er den Asylantrag gestellt hat. Insofern besteht keine Gefahr in den Iran zurückgeschickt zu werden, wo ihm Gefahr für Leib und leben droht.

-- Editiert von Neuanmeldung ya 380 am 02.09.2019 18:27

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#10
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7979 Beiträge, 1399x hilfreich)

Zitat (von Sergio_Luca):
osteuropäischen EU -Staat bereits registriert worden
Dann geht es doch um die *Rückführung* in das Erstaufnahmeland.
Zitat (von Sergio_Luca):
Wir schieben die falschen ab und lassen die falschen hier.
Das mag oft so sein.
Aber er ist sich evtl. nicht des Dublin-Verfahrens bewusst?

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#11
 Von 
Sergio_Luca
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

@ Neuanmeldung ya 380

Asylantrag ist nur in DE gestellt worden.

Es gibt Urteile, wonach Abschiebungen nach der Dublin II-VO verhindert worden sind. Mir ist ein Fall aus der Presse bekannt, wonach eine Syrische Familie nicht nach Bulgarien rück-geführt werden durfte.

Vielleicht hat er auch Glück und er trift auf einen Richter, dem es nicht nur darum geht, ob ein Körper verfrachtbar ist oder nicht.

,,Im besonderen Falle des Antragstellers - der an schweren, dringend behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankungen leidet und aufgrund dieser suizidgefährdet ist - erkennt das Gericht aber an, dass in ganz Italien (!) nach einem Gutachten Judith Gleitzes an das OVG Sachsen-Anhalt vom Dezember 2012 unter dem italienischen „Schutzsystem für Asylsuchende, Flüchtlinge und Schutzberechtigte" (SPAR) gerade einmal 50 Plätze für die Behandlung schwer psychisch erkrankter Asylsuchender existieren, so dass es „nahezu unmöglich [erscheint), dass der Antragsteller eine Aufnahme in das vorgenannte Problem wird erreichen können"."


Quelle : ra-vonauer.de/downloads-asylrecht-ausländerrecht/ .


@ Anami

,,Aber er ist sich evtl. nicht des Dublin-Verfahrens bewusst?"

Ja, leider.

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#12
 Von 
Neuanmeldung ya 380
Status:
Praktikant
(728 Beiträge, 333x hilfreich)

Zitat (von Sergio_Luca):
Wir schieben die falschen ab und lassen die falschen hier.

....und woran machst Du das fest?

Andere Staaten lassen nur Personen ins Land, die ihnen von Nutzen sind.

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#13
 Von 
Sergio_Luca
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

@ Neuanmeldung ya 380

,,... und woran machst Du das fest?"

Wie wäre es mit nachweislich festgestellter feindlicher Gesinnung gegen die FDGO?

,,Andere Staaten lassen nur Personen ins Land, die ihnen von Nutzen sind."

Ja, z.B. im Bereich Arbeitsmigration. Hier geht es aber um politisches Asyl.

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#14
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7979 Beiträge, 1399x hilfreich)

Zitat (von Sergio_Luca):
,,Aber er ist sich evtl. nicht des Dublin-Verfahrens bewusst?" Ja, leider.
Dann wird es doch Zeit, dass ihm jemand in seiner Sprache die Sache erklärt und ihn damit möglichst von seiner Angst befreit.
Aber: Wenn er tatsächlich NUR in D den Asylantrag gestellt hat, dann geht die Rückführung ins Erstaufnahmeland nicht.
Ist ein Anwalt beauftragt?
Zitat (von Sergio_Luca):
die staatliche Abschiebestelle
Wie heißt die denn in *echt*?
Ich habe seit langer Zeit nicht gehört/gelesen, dass in den Iran abgeschoben wird. Die mir hier bekannten Iraner (keine Konvertiten) haben auch keine Anerkennung, aber das laufende Asylverfahren wird um je 6 Monate verlängert. Sie klagen gegen die Ablehnung. Drei machen trotzdem inzwischen eine Ausbildung. Sie sind in GR nur registriert worden. Dublin war schnell vom Tisch.
Deine Lesetexte zu gerichtl. Entscheidungen helfen dem Iraner jetzt nicht. Er braucht ein deutliches und anderes/ausführliches Attest.
Hast du schon mit Pro Asyl und/oder dem Flüchtlingsrat des Bundeslandes Kontakt aufgenommen?
-------------------------------------------------
Zitat (von Neuanmeldung ya 380):
Andere Staaten lassen nur Personen ins Land, die ihnen von Nutzen sind.
Zeig doch bitte nicht mit dem Finger auf andere. HIER gehts um Deutschland und deutsches Recht.
Und nicht alle können heiraten, um ins erwartete P**** zu kommen. :sad:

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#15
 Von 
Sergio_Luca
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

@ Anami

Inzwischen kennt er die Dublin - Regeln.

Einen Asylantrag hat er ausschließlich in DE gestellt.

Wenn ich es richtig verstanden habe, sind ihm aber Fingerabdrücke in einem osteuropäischen EU - Staat abgenommen worden. Den Grund kenne ich nicht, aber einen Asylantrag hat er dort nicht gestellt. Ist aber damit nachweislich vor DE in einem anderen EU - Staat gewesen, wo er den Asylantrag eigentlich hätte stellen müssen.

,,Ist ein Anwalt beauftragt? "

Ein Anwalt ist dran.


,,Ich habe seit langer Zeit nicht gehört/gelesen, dass in den Iran abgeschoben wird.!

Und ich habe von ihm, wie auch aus seinem Umfeld gehört, dass abgeschoben wird. Auch Abschiebungen von iranischen Konvertierten finden stat. Himm....

Wenn ich die Suchmaschine anwerfe bekomme ich vor allem Beispiele zu Abschiebung von Iranern aus Süddeutschland in den Iran. So sollte diese christliche Familie zurück in den Iran abgeschoben werden. Allerdings ist vor vor dem Abflug, die Aktion abgebrochen worden, da die Mutter einen Schwächeanfall erlitt. Der Artikel ist relativ jung.

evangelisch.de/inhalte/154868/30-01-2019/wachsende-kritik-abschiebung-getaufter-iraner

Zu Pro Asyl und Co. Ich suche mal die Adresse in unserer Stadt.

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#16
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7979 Beiträge, 1399x hilfreich)

Zitat (von Sergio_Luca):
sind ihm aber Fingerabdrücke in einem osteuropäischen EU - Staat abgenommen worden.
Ja. Nur Fingerabdrücke nehmen ist eben kein Asylantrag. Also käme doch die Abschiebung in Frage.

Mir ist durchaus bekannt, dass vieles über Abschiebungen/geplante Abschiebungen/ Abbrüche von Abschiebungen...durch die Medien und Köpfe geistert.
Meistens sind das keine Tatsachen. Oder eben Halbwahrheiten und andere Hintergründe.
Es zählt ja zum Glück noch immer der Einzelfall. Deswegen bringt es nichts, in solchen Situationen nach anderen Entscheidungen zu schauen. Weder im positiven wie negativen Fall trifft das dann genau auf diesen Iraner zu.
Ja, die Bayern machen vieles anders als die übrigen BL.

Bei welcher staatlichen Abschiebestelle :???: soll das besondere Attest vorgelegt werden?

Zitat (von Sergio_Luca):
Ist aber damit nachweislich vor DE in einem anderen EU - Staat gewesen, wo er den Asylantrag eigentlich hätte stellen müssen.
NÖ. Hätte er nicht müssen.

Lasst mal den Anwalt machen.
Versucht bitte, über die genannten Org. zu erfahren, was der Arzt *ausführlich* alles attestieren muss.

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#17
 Von 
Sergio_Luca
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Bei Iranern wird noch nach Einzelfall entschieden. Allerdings stimmt es - leider - nicht, dass Iraner keine Abschiebung fürchten müssen.

,,Bei welcher staatlichen Abschiebestelle :???: soll das besondere Attest vorgelegt werden?"

Ist das nicht immer die Ausländerbehörde? Ich muss ihn fragen.

,,NÖ. Hätte er nicht müssen."

Aber geht es nicht im Kern ( Dublin - Regeln ) genau darum, dass für das Asylverfahren immer das EU - Land zuständig ist, in das der Flüchtling als erstes in die EU eingereist ist? Ausgedacht hat sich dieses System übrigens eine Gruppe von deutschen-, österreichischen - und finnischen EU - Beamten. Alles Nordeuropäer, mit den bekannten Folgen für die Südeuropäer.

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#18
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7979 Beiträge, 1399x hilfreich)

Zitat (von Sergio_Luca):
Allerdings stimmt es - leider - nicht, dass Iraner keine Abschiebung fürchten müssen.
Hat doch auch niemand geschrieben.Zwischen fürchten müssen und abgeschoben werden--- liegen doch ziemliche Brocken.
Dein Bekannter aus dem Iran fürchtet die Abschiebung. Hier soll doch möglichst beantwortet werden, wie das in solchem Fall verhindert werden könnte. Ich hab dir geschrieben, was mir bekannt ist. Und -ICH-erhalte hilfreiche Hinweise für Fragen ähnlicher Art von den o.a. Hilfsorganisationen.
Zitat (von Sergio_Luca):
Ist das nicht immer die Ausländerbehörde? Ich muss ihn fragen.
Die Ausländerbehörde bereitet vor. Die Ausführung selbst macht die Bundespolizei.
Zitat (von Sergio_Luca):
Aber geht es nicht im Kern
Möchtest du hier eine Diskussion über Sinn und Unsinn politischer Entscheidungen? Da mach ich nicht mit, weil damit dem Iraner gar nicht geholfen wird.

Nein, es ist schlicht unmöglich und wird auch nicht praktiziert, Geflüchtete in das EU-Land der ersten Einreise zurückzuschieben/zurückzuführen.
Das würde bedeuten, dass die aller-allermeisten eben nach GR, I, Malta und Spanien zurück müssten. Ist doch seit 2015 undenkbar. Es geht um Asylanträge im Ersteinreiseland.

Das hier kennst du wahrscheinlich schon?
https://www.youtube.com/watch?v=C96i8CuRB1c

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#19
 Von 
Sergio_Luca
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Du hast das hier behauptet: ,,Ich habe seit langer Zeit nicht gehört/gelesen, dass in den Iran abgeschoben wird."

Daraufhin habe ich geschrieben, dass es zahlreiche Beispiele aus der aktuellen Presse, von Flüchtlingsgruppen, Stellen wie der Evangelischen Kirche und iranischen Exilanten - Gruppen gibt, die alle das Gegenteil zu Deiner Behauptung sagen. Dazu hast Du nur so verschrobeltes geschrieben wie: ,,Meistens sind das keine Tatsachen. Oder eben Halbwahrheiten und andere Hintergründe".

,,Möchtest du hier eine Diskussion über Sinn und Unsinn politischer Entscheidungen? Da mach ich nicht mit, weil damit dem Iraner gar nicht geholfen wird."

LOL. Aus welchem Satz liest Du politische Agitation?

,,Nein, es ist schlicht unmöglich und wird auch nicht praktiziert, Geflüchtete in das EU-Land der ersten Einreise zurückzuschieben/zurückzuführen."

Deine Welt und die Welt - Welt.

Es sind geringe Zahlen, aber es ist weder unmöglich, noch ist es bisher zu keinen Rückführungen gekommen. Du könntest viel besser sein, wenn Du auf dieses ,, gibt es nicht" und ,, das habe ich nie gehört" verzichtest.

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#20
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7979 Beiträge, 1399x hilfreich)

Wollen wir hier über Abschiebung diskutieren? Dafür gibts andere Rubriken in dieser Plattform. Wollen wir die *bösen* und die *guten* Bundesländer durchhecheln, was Abschiebungen in den Iran betrifft?

Zitat (von Anami):
Ich habe seit langer Zeit nicht gehört/gelesen, dass in den Iran abgeschoben wird.
Zitat (von Sergio_Luca):
Allerdings stimmt es - leider - nicht, dass Iraner keine Abschiebung fürchten müssen.
Du erkennst den Unterschied? Ich fürchte mich auch vor vielen Sachen, die mir aber wahrscheinlich zum Glück nicht passieren. Nicht alles, was anderen passiert, wird auch mir passieren. Aber fürchten tu ich mich schon---- Man muss nicht jeden Einzelfall auf sich beziehen.
Zitat (von Sergio_Luca):
LOL. Aus welchem Satz liest Du politische Agitation?
Zitat (von Sergio_Luca):
Aber geht es nicht im Kern ( Dublin - Regeln ) genau darum, dass ...
Um diese Frage ging es. Von politischer Agitation hab ich 0,00 geschrieben. Nur, dass solche Diskussionen dem Iraner NICHT helfen würden.
Zitat (von Sergio_Luca):
Deine Welt und die Welt - Welt.
Es ist jedenfalls von den *Nordeuropäern* nicht so gedacht, dass alle in das Ersteinreiseland zurückmüssen. Und so wird es auch nicht gemacht.
Zitat (von Anami):
Es geht um Asylanträge im Ersteinreiseland.
Du erkennst den Unterschied?
Zitat (von Sergio_Luca):
aber es ist weder unmöglich, noch ist es bisher zu keinen Rückführungen gekommen
Und deshalb meinst du, auch dieser arme Iraner muss zurück?
Zitat (von Sergio_Luca):
Du könntest viel besser sein,
Du könntest dem armen Iraner evtl. wirklich helfen, wenn du statt Medienberichte zu verlinken, den Einzelfall nachfragst. Das war das besondere Attest. Mehr weiß ich nicht dazu. Warte doch bitte noch andere Antworten ab, es gibt hier echte Experten.

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#21
 Von 
Sergio_Luca
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

@ Anami

,,Du erkennst den Unterschied?"

Ich, ja.

,,Um diese Frage ging es."

Richtig. Nur, ich beschreibe EU -Asyl - Gesetzgebung und das sie praktiziert wird. Wenn auch nicht in der Größenordnung, wie ihre Erfinder glaubten. Hier geht es nicht um Politik.

,,Und so wird es auch nicht gemacht."

Natürlich wird es auch so gemacht. Aber eben mit grotesk geringen Zahlen.

,,Und deshalb meinst du, auch dieser arme Iraner muss zurück?"

Was ich also meine. Interessant.


,,Du könntest dem armen Iraner evtl. wirklich helfen, wenn du statt Medienberichte zu verlinken, den Einzelfall nachfragst. Das war das besondere Attest. "

Die Frage ist für mich beantwortet. Eben durch ein paar Internet - Links. Vor allem der aus der Zeit.

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#22
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7979 Beiträge, 1399x hilfreich)

Zitat (von Sergio_Luca):
Nur, ich beschreibe EU -Asyl - Gesetzgebung
Nö. Das kann ich nirgends lesen. Außerdem gehts hier um deutsches Recht. Und die besondere Situation einer Person in D.

Hier evtl. noch zur Informationsergänzung:
https://www.dgsp-ev.de/fileadmin/user_files/dgsp/pdfs/Fachaussch%C3%BCsse/FA_Migration_Juristische_Anforderungen_an_%C3%A4rztliche_Atteste.pdf
------------------------------------------
Warum mich deine pauschalen Medienlinks...und was du daraus ableitest... so ärgern?
Weil: Gerade gestern vormittag habe ich wieder einen Geflüchteten zur Anhörung beim BAMF begleitet. Es war diesmal allerdings eine sog. *Widerrufsanhörung*... ist aber im Prinzip egal.
Es geht IMMER nur um den Einzelfall, eben NUR um diese eine Person. Um niemanden anders in anderer Situation mit anderen Gründen usw.
Dieser Betroffene hat während seiner langen Flucht NUR 1x in GR seine Fingerabdrücke gegeben, als er erstmals EU-Boden betrat. Diverse Zettel in fremder Sprache/Schrift unterschrieben. Hat aber def. keinen Asylantrag gestellt. Natürlich war das für ihn zunächst sowas wie ein Asylantrag und die große Angst blieb etwa 2 Jahre.
Betroffene sagen ganz häufig, dass sie schon gehört hätten, dass Herr X und Frau Y aber solche dollen Probleme hätten und wohl abgeschoben würden... dann in >95% wars heiße Luft.
Und sehr verständlich ist für mich, dass Betroffene und von Abschiebung Bedrohte nach jedem Strohhalm greifen, der sich bieten könnte.
Es taugt nur nicht jeder Strohhalm für jeden Betroffenen und jeden Grund. Und nicht immer ist die Abschiebung Gesetz.

Wenn du helfen willst: Such den Strohhalm, der diesem Iraner hilft. Suche Leute, die solche Strohhalme und engagierte Ärzte kennen. Die deutsche Gesetzgebung präsentiert diese Strohhalme nicht offen. Aber die o.g. Org. kennen sie. Dabei ist nichts illegal.
btw. Beim Nachlesen deines Beitrages #1 erscheint mir die Aussage der ABH, man möge ein *ausführliches Attest* vorlegen----durchaus auch schon hilfreich.
Übersetzt heißt das doch: Leg ein besseres, ausführliches, qualifiziertes Attest vor, dann bremsen wir uU das weitere Verfahren zur Abschiebung.
Das ist einer der Strohhalme.

Gern nochmal: Die Erfinder des Dublin-Verfahrens haben niemals in den Stufen I bis III geregelt, dass Asylbewerber in das EU-Land zurückzuführen sind, in welches sie erstmals eingereist sind. Haben sie aber dort den Asylantrag gestellt- beginnt die Unlogik des Systems.

Viel Glück!

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