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Auto an Betrüger verkauft, Unfall / Kripo / hoher Schaden

Geschlossen Neuer Beitrag
 Von 
Pierro1989
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Auto an Betrüger verkauft, Unfall / Kripo / hoher Schaden

Hallo zusammen, ich habe leider ein sehr großes Problem und würde mich sehr über Eure Einschätzungen freuen.

Vor ca. 3 Monaten habe ich mein Auto privat verkauft. Der Käufer kam mit seiner Frau und seinen Kindern und erweckte einen seriösen Eindruck. Wir haben uns auf einen Kaufpreis XX,XX € geeinigt und ich habe handschriftlich einen Kaufvertrag aufgesetzt, da ich vor Ort leider keinen Drucker hatte.

In dem Kaufvertrag habe ich folgendes aufgenommen:
Name und Adresse des Verkäufers,
Name und Adresse des Käufers,
Kennzeichen,
Datum und Uhrzeit des Verkaufs
Mängel am Auto
Datum bis wann das Auto umzumelden ist
Unterschrift von Käufer und Verkäufer

Leider habe ich den großen Fehler gemacht und habe mir nicht den Personalausweis zeigen lassen, um die Daten zu verifizieren (der Käufer hat Zeitdruck aufgebaut und wollte das Geschäft schnell abwickeln)... ich weiß, dass dies ein großer Fehler war. Ich habe ein paar Tage nach dem Verkauf meine Versicherung und die Zulassungsbehörde informiert, dass das Auto verkauft worden ist und habe beide Stellen den Kaufvertrag übermittelt.

Nach dem Autoverkauf war der Käufer nicht mehr zu erreichen. Das Auto ist bis heute nicht abgemeldet (seit über 3 Monaten). Der Käufer ist natürlich nicht ermittelbar. Jeden Monat treffen 5-10 Strafzettel bei mir ein (auf jeden Foto ist der Käufer ersichtlich). Zwischenzeitlich war die Kripo bei mir, weil der Käufer einen Neuwagen geklaut hat und mein verkauftes Auto dabei verwendet worden ist, um zum Autohaus zu kommen. Und jetzt kommt der Oberhammer... meine Versicherung hat ein Schreiben von einem Anwalt erhalten, dass mit meinem verkauften Auto angeblich ein anderes Auto beschädigt worden sei... Schaden: 17.000 € netto. Es hing jedoch lediglich ein Zettel mit dem Kennzeichen meines verkauften Autos an der Windschutzscheibe. Die Polizei wurde jedoch nicht gerufen. Zudem wurde ein Zeuge benannt, der diesen Unfall angeblich gesehen haben soll. Ich gehe von organisierter Kriminalität aus.

Ich stehe vor großen Problemen.... Wie könnte es weiter gehen? Zahlt meine Versicherung? Muss ich für den Schaden ggf. privat aufkommen? Ich habe total Angst, dass ich auf 20.000 € oder mehr sitzen bleibe. Vor allem kann ich den Wagen erst frühestens nach 12 Monate zwangsabmelden. Es kann in der Zwischenzeit noch soviel Weiteres passieren. Ohje, was habe ich da bloß getan....

Vielen Dank für Eure Einschätzungen im Voraus.

MfG
PD


-- Editiert von Pierro1989 am 02.09.2019 21:16

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Auto privat Käufer Versicherung


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(72149 Beiträge, 32536x hilfreich)

Man sollte hier schnellstens einen versierten Anwalt einschalten.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
NaibaF123
Status:
Praktikant
(827 Beiträge, 124x hilfreich)

Zitat (von Pierro1989):
Ich habe total Angst, dass ich auf 20.000 € oder mehr sitzen bleibe.
Das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Ein Anwalt ist hier zur Schadenbegrenzung aber dennoch angesagt.

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#3
 Von 
spatenklopper
Status:
Senior-Partner
(6943 Beiträge, 3306x hilfreich)

Der Verkauf sowie dessen Meldung ans Straßenverkehrsamt und an die Versicherung können nachgewiesen werden.
Du hast alle relevanten Daten, auch die Pflicht zur Ummeldung mit Datum im Vertrag stehen, so dass ich Dich hier nirgends in Gefahr sehe.
Auch ist die Nachhaftung der Versicherung auf maximal 1 Monat nach Verkauf begrenzt, so dass auch hier nichts mehr kommen wird, außer enorme Probleme für den Käufer, sollte er denn gefunden werden.
Ich würde mit dem Anwalt erstmal abwarten, noch sehe ich den nicht als nötig.
Zumal Du auf dessen Kosten garantiert sitzen bleiben würdest, die Chancen das Geld vom Käufer zurückzubekommen können Sie sich selbst ausmalen....

-- Editiert von spatenklopper am 03.09.2019 12:28

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#4
 Von 
Spejbl
Status:
Praktikant
(823 Beiträge, 136x hilfreich)

Wahrscheinlich einem Fake aufgesessen. Wenn der Käufer nicht zu ermitteln ist, trotz Adresse im Kaufvertrag, dann wird es allerdings problematisch.

Zitat (von NaibaF123):
Zitat (von Pierro1989):
Ich habe total Angst, dass ich auf 20.000 € oder mehr sitzen bleibe.
Das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Ein Anwalt ist hier zur Schadenbegrenzung aber dennoch angesagt.

Es können auch gut und gerne 2 MIO EUR oder mehr werden, nämlich wenn Personenschaden ins Spiel kommt. Unfall mit Personenschaden etc. Und wer weiß, was sonst noch für Straftaten ins Spiel geraten (können).

Hier würde ich zur auf jeden Fall zur Polizei gehen, Strafanzeige wegen Betrug gegen diese Person, hilfsweiise gegen Unbekannt stellen. Auch und gerade deswegen:

Zitat:
Ich gehe von organisierter Kriminalität aus.

Zitat (von spatenklopper):

Ich würde mit dem Anwalt erstmal abwarten, noch sehe ich den nicht als nötig.
Zumal Du auf dessen Kosten garantiert sitzen bleiben würdest, die Chancen das Geld vom Käufer zurückzubekommen können Sie sich selbst ausmalen....

Der Verlust des Verkaufpreises ist das Eine, es drohen hier möglicherweise noch ganz andere Gefahren mit ganz anderen finanziellen Größenordnungen.

Anwalt nicht nötig??? Ich glaube, der Schaden ohne Anwalt wird wohl erheblich höher ausfallen, als mit Anwalt.

Zitat (von spatenklopper):
Der Verkauf sowie dessen Meldung ans Straßenverkehrsamt und an die Versicherung können nachgewiesen werden.
Du hast alle relevanten Daten, auch die Pflicht zur Ummeldung mit Datum im Vertrag stehen, so dass ich Dich hier nirgends in Gefahr sehe.

So, wie es aussieht, mit gefälschten Daten des Käufers. Der wäre ja sonst auffindbar. Also, auch wenn ein versierter Anwalt kostet, scheint der mir auf Grund dessen, was hier auf dem Spiel stehen kann, durchaus notwendig.

Auf jeden Fall zur Polizei gehen und Strafanzeige gegen "Käufer" stellen.

-- Editiert von Spejbl am 04.09.2019 16:03

-- Editiert von Spejbl am 04.09.2019 16:08

Signatur:Jeder für sich allein, ist nichts. Zusammen aber, sind wir ein unschlagbares Team!
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#5
 Von 
Pierro1989
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten. Ich werde wohl, wie von Euch empfohlen, einen versierten Anwalt einschalten.

Ein Frage hätte ich noch:
- Angenommen, ich würde die Versicherungsprämie nicht mehr zahlen und somit eine Zwangsstillegung über die Versicherung veranlassen. Wer würde z.B. bei einem Unfall haften, wenn kein Versicherungsschutz mehr bestehen würde (und der Fahrer ggf. nicht ermittelbar ist)?

Vielen Dank für Eure Rückmeldung im Voraus.
LG Pierro

-- Editiert von Pierro1989 am 06.09.2019 18:04

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#6
 Von 
NaibaF123
Status:
Praktikant
(827 Beiträge, 124x hilfreich)

Zitat (von Pierro1989):
Wer würde z.B. bei einem Unfall haften

1. Der Verursacher
2. Niemand und sonstige für solche Fälle greifende Mechanismen

Die Idee ist trotzdem mehr als schlecht. Die einseitige Nichterfüllung von vertraglich geschuldeten Leistungen kostet regelmäßig mehr, als den gesetzlich vorgesehenen Weg zu gehen und zähneknirschend bis zur regulären Kündigungsfrist zu warten. Diese beträgt im Idealfall noch wenige Monate. Im Worst-Case sind es 12. Um die Zahlung der Prämien wird man, ausgenommen Privatinsolvenz und Tod, auf Dauer nicht herumkommen.

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#7
 Von 
Pierro1989
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von NaibaF123):
Zitat (von Pierro1989):
Wer würde z.B. bei einem Unfall haften

1. Der Verursacher
2. Niemand und sonstige für solche Fälle greifende Mechanismen

Die Idee ist trotzdem mehr als schlecht. Die einseitige Nichterfüllung von vertraglich geschuldeten Leistungen kostet regelmäßig mehr, als den gesetzlich vorgesehenen Weg zu gehen und zähneknirschend bis zur regulären Kündigungsfrist zu warten. Diese beträgt im Idealfall noch wenige Monate. Im Worst-Case sind es 12. Um die Zahlung der Prämien wird man, ausgenommen Privatinsolvenz und Tod, auf Dauer nicht herumkommen.

Vielen Dank für Deine schnelle Antwort.

Es geht mir nicht darum, dass ich die Prämien nicht zahlen möchte, sondern, dass das Fahrzeug schnellstmöglich stillgelegt wird, da mit dem Fahrzeug sehr viele Straftaten begangen werden. Meine Versicherung würde wohl auf die Prämien verzichten (Sonderkündigung), jedoch nur unter der Bedingung, dass das Fahrzeug ab diesem Zeitpunkt dann nicht mehr versichert ist.

Wichtig ist mir nur, dass ich komplett aus der Haftung raus bin. Das muss zu 100% sichergestellt sein. Ich möchte keine Gefahr eingehen.


-- Editiert von Pierro1989 am 06.09.2019 18:32

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#8
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(625 Beiträge, 188x hilfreich)

Lektion für nächstes Mal: Nicht nur Daten erfassen, sondern auch nur abgemeldete Autos verkaufen.

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#9
 Von 
Spejbl
Status:
Praktikant
(823 Beiträge, 136x hilfreich)

Versicherungstechnisch läuft die Versicherung noch?? Bei Verkauf wird diese doch informiert bzw. beendet. Wenn sie noch aktiv ist, mit der Versicherung einen Termin vereinbaren. Sachverhalt darlegen und abstimmen, wie du dich nun verhalten sollst.

Signatur:Jeder für sich allein, ist nichts. Zusammen aber, sind wir ein unschlagbares Team!
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#10
 Von 
NaibaF123
Status:
Praktikant
(827 Beiträge, 124x hilfreich)

Zitat (von Pierro1989):
Meine Versicherung würde wohl auf die Prämien verzichten (Sonderkündigung), jedoch nur unter der Bedingung, dass das Fahrzeug ab diesem Zeitpunkt dann nicht mehr versichert ist.
Dann sollte man sich von der Versicherung schriftlich geben lassen, dass diese einer Sonderkündigung inkl. Verzicht der fälligen Zahlungen und allen zugehörigen Kosten (Mahnung, Rechtsanwalt, ...) zustimmt.

Aber auch das hilft einem nur bedingt weiter. Wird der Wagen schlichtweg nie gefunden, werden sie auch zukünftig der erste Postempfänger für alle Bußgelder, Straftaten etc. sein.

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