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Auto mit Zylinderkopfschaden gekauft. Verkäufer hat dies trotz Wissen nicht erwähnt. Vorgehen?

 Von 
Thomas91
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
Auto mit Zylinderkopfschaden gekauft. Verkäufer hat dies trotz Wissen nicht erwähnt. Vorgehen?

Hallo zusammen,

folgendes Problem:

Vor ca. 3 Monaten haben wie einen PKW für 3.000 € gekauft. Verkäufer (Nennen wir ihn mal Schmitz) hat privat verkauft, ist jedoch Kfz Mechaniker und arbeitet bei einer allseits bekannten Autowerkstatt.

Im Musterkaufvertrag von mobile wurden keine Mängel aufgeführt. Es wurden Bremsscheiben, Reifen, Steuerkette und Wasserpumpe erneuert. Am Kauftag wurde unter 5 Augenzeugen die beim Kauf anwesend waren auf NACHFRAGE unsererseits, ob an dem PKW Motorschäden o.ä. in der Vergangenheit aufgetreten sind, dies VERNEINT. Der TÜV wurde neu gemacht.

Der Wagen wurde also gekauft.

Nach ca. 3 Wochen traten erste Probleme auf, da die Theromstat / Wärmeanzeige im Auto blinkte. Beim Blick in der Motorraum wurde festgestellt, dass der Kühlbehälter keine Kühlslüssigkeit mehr hatte (scheinbar komplett ausgelaufen). Kühlmittel nachgekauft und Dichtungsmittel eingeführt. Danach lief es erstmal wieder.

Dann letzte Woche der Alptraum. Jetzt wird es spannend. Auf der Autobahn blinkte erneut die Anzeige. Rechts rangefahren und erneut kontrolliert. Das Kühlwasser sprudelte vor Überhitzung aus dem Druckventil und entleerte sich komplett.

Nun kürze ich ein bisschen ab:

Abschleppt worden, Mietwagen durch Versicherung bekommen und den Wagen in eine Werkstatt bringen lassen.

Feststellung der Werkstatt:

Zylinderkopf defekt, Schadenssumme mindestens 2.000 €, Zusätzlich komplette Vorderachse durchgerostet, sodass der Wagen keinen TÜV hätte bekommen dürfen, es wurde anscheinend über den Rost drüberlackiert oder gesprüht.

Was wir danach getan haben:

Am selben Tag Vorbesitzer aufgesucht (Adresse Fahrzeugbrief) und nachgefragt. ACHTUNG:

Der Vorbesitzer brachte den PKW vor einem halben Jahr zur oben genannten allseits bekannten Autowerkstatt, da der Vorbesitzer ebenfalls Probleme mit dem Kühlwasser hatte und ständig nachfüllen musste, Wagen überhitzte etc. Die Werkstatt diagnostizierte einen Zylinderkopfschaden und das sich eine Reparatur nicht mehr lohnen würde. Anwesend zu dem Punkt waren der Werkstattmeister und der o.g. Verkäufer "Schmitz".

In einer ruhigen Minute ging Schmitz zum Vorbesitzer und fragte ihn hinterücks ob er ihm den Wagen aufgrund des Schadens nicht für 400 € verkaufen wolle. Der Vorbesitzer willigte ein.

Der Rest ist eigentlich selbsterklärend. Der Vorbesitzer bestätigte uns, in Anwensenheit von 3 Zeugen, dass der Wagen mit Zylinderkopfschaden verkauft wurde. Der Schmitz hatte somit wissen über einen meiner Meinung nach gravierenden Sachmangel.

Auf Nachfrage am Kaufttag verschweigt Schmitz (WIDER BESSEREN WISSENS) uns den Schaden und verkauft den Wagen für 3.000 Euro (Samt Zylinderkopfschaden und der durchgerosteten Vorderachse). Sämtliche Reperaturen als auch der TÜV hat Schmitz in seiner Arbeitstelle vermutlich selbst gemacht, machen lassen. Weitere Gedanken: Schwarzarbeit? Steuerhinterziehung? Kunden unter der Hand Autos abkaufen?

Für 400 € verkauft und für 3000 € verkauft und jetzt ein kaputtes Auto. Wir sind sprachlos und enttäuscht in jeder Hinsicht.

Welche rechtlichen Möglichkeiten haben wir?

Wie sehen die Chancen aus wenn wir Schmitz zivilrechtlich verklagen?

Sollte auch noch strafrechtlich ermittelt bzw Anzeige ersttat werden? Betrug?

Wir sind sehr verzweifelt und hoffen auf Rat, wie wir weiter vorgehen sollen.

-- Editiert von Thomas91 am 06.01.2019 11:57

-- Editiert von Thomas91 am 06.01.2019 12:01

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verkauft Pkw Werkstatt Tüv


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82170 Beiträge, 34113x hilfreich)

Zitat (von Thomas91):
Am Kauftag wurde unter 5 Augenzeugen die beim Kauf anwesend waren

Was genau waren denn das für Zeugen?



Zitat (von Thomas91):
Am selben Tag Vorbesitzer aufgesucht (Adresse Fahrzeugbrief) und nachgefragt.

Vorbesitzer war Schmitz. Die Adresse im Fahrzeugbrief ist die des vorherigen Halters.


Der vorherige Halter würde den Ablauf der Sache auch schriftlich bestätigen? Insbesondere das der Schmitz definitiv von dem Motorschaden wusste?



Zitat (von Thomas91):
Wie sehen die Chancen aus wenn wir Schmitz zivilrechtlich verklagen?

Wenn alle Beweise passen: sehr gut



Zitat (von Thomas91):
Sollte auch noch strafrechtlich ermittelt bzw Anzeige ersttat werden? Betrug?

Ja, das sollte man in der Tat.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Thomas91
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Am Kauftag wurde unter 5 Augenzeugen die beim Kauf anwesend waren


Was genau waren denn das für Zeugen?



Käufer, Partnerin des Käufers, Beide Elternteile des Käufers, Bruder des Käufers.

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von Thomas91):
Am selben Tag Vorbesitzer aufgesucht (Adresse Fahrzeugbrief) und nachgefragt.


Vorbesitzer war Schmitz. Die Adresse im Fahrzeugbrief ist die des vorherigen Halters.


Der vorherige Halter würde den Ablauf der Sache auch schriftlich bestätigen? Insbesondere das der Schmitz definitiv von dem Motorschaden wusste?


Ja korrekt, wir waren beim vorherigen Halter. Ich denke der Halter würde es auch schriftlich bestätigen wenn es drauf ankommt, er sagte wenn es geht solle man ihn da raushalten da er dort selber Kunde sei, wenn es aber nicht anders ginge ..

Der Besitzer der Werkstatt wo der Wagen aktuell steht würde es denke ich auch auf Nachfrage verschriftlichen, dass ein Schaden vorliegt und dieser schon vorhanden war.



Sollte man evtl. dem Schmitz die Chance geben den Kaufvertrag rückgängig zu machen, das Auto zurück zu nehmen und das Geld wiederzugeben?

-- Editiert von Thomas91 am 06.01.2019 12:56

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#3
 Von 
Sir Berry
Status:
Richter
(8950 Beiträge, 2848x hilfreich)

Zitat (von Thomas91):
Sollte man evtl. dem Schmitz die Chance geben den Kaufvertrag rückgängig zu machen, das Auto zurück zu nehmen und das Geld wiederzugeben?

Das Mittel der Wahl ist hier die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung.
Ein sehr scharfes Schwert, aber es muss im Zweifel die Kenntnis des Verkäufers nachgewiesen werden.
Sollte Dir jedoch, wenn alles so wie oben beschrieben stimmt, ohne Probleme gelingen.

Der Verkäufer hat bewusst betrogen, da muss man ihn nicht mit Samthandschuhen anfassen.
Für die bereits gefahrenen KM ist ein Nutzungsentgelt abzuziehen.

Berry

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(82170 Beiträge, 34113x hilfreich)

Zitat (von Thomas91):
Sollte man evtl. dem Schmitz die Chance geben den Kaufvertrag rückgängig zu machen, das Auto zurück zu nehmen und das Geld wiederzugeben?

Das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Das könnte dazu führen, das man das Geld schnell wieder hat.


Die Strafanzeige kann man hinterher ja immer noch stellen.
Man sollte sich nur davor hüten so Formulierungen wie "Geld zurück oder Strafanzeige" zu verwenden.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
Thomas91
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Erstmal vielen Dank für eure Antworten und euren Zuspruch. Da geht es einem direkt etwas besser. Auch wenn der Drops noch nicht gelutscht ist.

Wir haben heute Nachmittag Herrn Schmitz angetroffen und ihn mit den Tatsachen konfrontiert. Zuerst gab er auf Nachfrage an, nichts von einem Zylinderkopfschaden gewusst zu haben. Dann haben wir ihn gesagt dass das nicht stimmt und wir mit dem letzten Halter gesprochen haben der das alles bestätigt hat.

Nun gab der Schmitz an dass der Schaden bzw die Zylinderkopfdichtung ja aber repariert worden sei. Als wir ihn dann fragten, warum er am Kauftag nicht ein Wort darüber verloren hat, wich er der Frage aus und behauptete wir hätten danach überhaupt nicht gefragt (Mal abgesehen davon dass wir gefragt haben, glaube ich, dass ein Verkäufer sowas erwähnen muss?? Im Inserat gab er alles andere an was er ausgetauscht und erneuert habe, aber vom Zylinderkopf war nichts zu lesen ;-) )

Letzten Endes haben wir ihm die Wahl gelassen den Kaufvertrag rückgängig zu machen und das Geld gegen Auto zurückgegeben ODER es über einen Anwalt laufen zu lassen (mit sämtlichen kosten die wir ihm in Rechnung stellen würden).

Er wollte uns auch nicht glauben, dass unsere Werkstatt diesen Schaden bestätigt hat und wollte das ganze erst mal selber in Augenschein nehmen und es dann ggf reparieren. Er meldet sich nun auch per sms und möchte sich das morgen selber angucken um uns „schneller" zu helfen. Wir sehen das aber überhaupt nicht ein und wollen ihm das Auto unter keinen Umständen zur Reparatur überlassen.

Wir wollen morgen in der Werkstatt den Schaden bzw die Diagnose per Rechnung schriftlich bestätigen lassen und ihm dies als Beweis vorzeigen. Danach kann er sich dann letztmalig überlegen den Wagen zurück zu nehmen oder wir die Sache einem Anwalt geben.

Ist unser Vorhaben in der Art realistisch und „Rechtssicher"?

Auf weitere Spielchen mit dem Schmitz haben wir keine Lust mehr, die arglistige Täuschung ist durch Zeugenaussage bereits bestätigt und er hat es heute im Gespräch, gewollt oder ungewollt, selber zugegeben.

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