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Auto unfallfrei gekauft, aber hat Unfallschaden

 Von 
Melli66
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)
Auto unfallfrei gekauft, aber hat Unfallschaden

Hallo Leute, hoffe ihr könnt mir ein wenig helfen.
Habe seit einem Monat ein neues Auto (gebrauchter Polo 6n2 Kaufpreis 1.300 € ;) . Hatte hier und da Kratzer, Schrammen und Dellen, aber die Optik war mir nicht so wichtig. Naja gut, der Verkäufer hat mir gesagt das Auto ist unfallfrei und so steht es auch in meinem Kaufvertrag. Genau steht dort "Unfallfrei" und "Kratzer und sichtbare Schäden". Vorne an der Stossstange hat er auch eine schöne Schramme, die mich aber nicht gestört hat und er meinte er ist da mal nur irgendwo hergeschrabbt, nichts wildes. Naja musste relativ viel Geld jetzt nochmal in das Auto stecken und beim Kühlerwechsel haben wir die Stoßstange abgenommen und da sah man dann, dass unter dieser "kleinen Schramme" der Querträger verbogen ist und auch der Schlossträger verbogen ist und die Halter der Stoßstange teilweise abgebrochen sind.
Auch hat der Verkäufer mir einen Stapel von Rechnungen mitgegeben. Die habe ich mir aber erst zu Hause in Ruhe angeschaut. Da habe ich dann vom Vor-Vorbesitzer eine Rechnung über einen Vollkaskoschaden gefunden von 1600 €, wo auch vorne alles in einer Werkstatt erneuert wurde (Schloßträger, Querträger, Stoßstange und co). Also ist es ja ein Unfallwagen. Das Problem ist auch, dass mein Verkäufer mir den Kaufvertrag gezeigt hat wo er damals das Auto gekauft hat und er hat es auch als unfallfrei gekauft, obwohl die Rechnung vom Vollkaskoschaden dabei war. Mein Verkäufer wusste definitiv von dem Schaden, ich mein jeder schaut doch mal in Ruhe alle Rechnungen durch, früher oder später.
Ich frag mich jetzt ob ich dagegen vorgehen kann. 1. Wegen dem Vollkaskoschaden vom Vorvorbesitzer wo alle Rechnungen vorliegen, und 2. wegen dem momentanen Schaden der ja nichtmal behoben wurde. Ist ja theoretisch ein wirtschaftlicher Totalschaden. Kaufpreis war halt nur 1300 Euro und es war ein Privatkauf. Habe ihm Privat schon geschrieben, aber er lässt sich nicht drauf ein und will mir immernoch versichern, dass es ein unfallfreies Auto ist. Ich werde ja jetzt Probleme beim irgendwann stattfindenden Weriterverkauf haben, weil ich ihn als Unfallwagen weiterverkaufen muss.

Liebe Grüße
Melissa

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Schaden Unfallwagen unfallfrei Auto


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Student
(2859 Beiträge, 1257x hilfreich)

Grundsätzlich gilt: für Zusagen hat der VK einzustehen. Hat er "unfallfrei" ohne Einschränkung ("lt. Vorbesitzer") zugesichert, muß er dafür auch geradestehen, auch bei Gewährleistungsausschluß.

Zitat:
er hat es auch als unfallfrei gekauft, obwohl die Rechnung vom Vollkaskoschaden dabei war. Mein Verkäufer wusste definitiv von dem Schaden, ich mein jeder schaut doch mal in Ruhe alle Rechnungen durch, früher oder später.

Das wiederum ist nicht unbedingt sicher, manche Leute lesen sich nicht mal durch, was sie unterschreiben. Aber Kenntnis ist hier IMO gar nicht notwendig, der VK haftet schon wegen der nicht eingehaltenen Zusicherung.

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#2
 Von 
Au-dee
Status:
Schüler
(215 Beiträge, 65x hilfreich)

Zitat (von BigiBigiBigi):
Grundsätzlich gilt: für Zusagen hat der VK einzustehen. Hat er "unfallfrei" ohne Einschränkung ("lt. Vorbesitzer") zugesichert, muß er dafür auch geradestehen, auch bei Gewährleistungsausschluß.

Zitat:
er hat es auch als unfallfrei gekauft, obwohl die Rechnung vom Vollkaskoschaden dabei war. Mein Verkäufer wusste definitiv von dem Schaden, ich mein jeder schaut doch mal in Ruhe alle Rechnungen durch, früher oder später.

Das wiederum ist nicht unbedingt sicher, manche Leute lesen sich nicht mal durch, was sie unterschreiben. Aber Kenntnis ist hier IMO gar nicht notwendig, der VK haftet schon wegen der nicht eingehaltenen Zusicherung.


Und was ändert das bei einem Fahrzeug mit einem Verkaufswert von 1300€ ?
Man könnte das Fahrzeug zurück geben, das währe rechtens möglich. Aber bekommt man dann seine Investitionen wieder zurück? Wohl kaum, ohne zu Klagen.
Für mich bei dem Kaufpreis, ein unnötiger weg.
Und wie ich das lese, wurden diese Mängel durch Reperatur über die Vollkaskoversicherung des vor, vor Besitzers wieder Instand gesetzt.
Ich frage mich wo da jetzt genau der Schaden für den Käufer liegen soll.

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#3
 Von 
Melli66
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)

Ja der Schaden wurde wieder instandgesetzt. Aber nun ist ja ein neuer Schaden von meinem Verkäufer am Auto, was noch nicht repariert wurde. Und es ist halt ein Unfallwagen..

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#4
 Von 
0815Frager
Status:
Master
(4971 Beiträge, 2126x hilfreich)

Zitat (von Melli66):
Das Problem ist auch, dass mein Verkäufer mir den Kaufvertrag gezeigt hat wo er damals das Auto gekauft hat und er hat es auch als unfallfrei gekauft, obwohl die Rechnung vom Vollkaskoschaden dabei war. Mein Verkäufer wusste definitiv von dem Schaden, ich mein jeder schaut doch mal in Ruhe alle Rechnungen durch, früher oder später.

Nun in welchen Gesetz ist es festgeschrieben, das ein Autokäufer alle Unterlagen zur Kenntnis nehmen muss?
Es wird eher so sein, der Verkäufer hat ein Fahrzeug gekauft, dessen Zusicherung "Unfallfrei" war, und nach treu und Glauben dies so weiter verkauft.
Zitat (von Melli66):
Naja gut, der Verkäufer hat mir gesagt das Auto ist unfallfrei und so steht es auch in meinem Kaufvertrag. Genau steht dort "Unfallfrei" und "Kratzer und sichtbare Schäden". Vorne an der Stossstange hat er auch eine schöne Schramme, die mich aber nicht gestört hat und er meinte er ist da mal nur irgendwo hergeschrabbt, nichts wildes.

Damit hat man ja schon den Schaden offensichtlich gesehen, das es eben hinter dem Plastik mehr Schaden war, kann ein Laie wohl nicht erkennen, sonst hätte man das Fahrzeug nicht gekauft.

Zitat (von Melli66):
Kaufpreis war halt nur 1300 Euro

Na für das Geld kann man doch als Mindestes ein lückenloses Scheckheft und 10 Jahre Garantie erwarten?
Oder doch nicht, andere geben 40.000€ für ein gebrauchtes Auto aus, und bekommen beim Händler Gewährleistung und 3 Jahres Garantie.
Zitat (von Melli66):
Ich werde ja jetzt Probleme beim irgendwann stattfindenden Weriterverkauf haben, weil ich ihn als Unfallwagen weiterverkaufen muss.

Klar auf jeden Fall!
Ein dann bald 20 Jahre altes Auto darf ab 2020 die Autowiederverwerter nur noch in Unfallfreiem Zustand zum Verschrotten annehmen.

Aber mal im Ernst, für das Geld bekommt man üblicher Weise nur ein Bastlerauto, dafür spricht das Alter, der optische Zustand, und auch die Sichtbare Schramme an der Stoßstange. Wer jetzt eben pokert und hofft das hinter dem verdellten Plastik sei nichts, hat sich eben verpokert. Mit so einem alten Auto treibt man keinen Kult und steckt Geld rein, sondern fährt es bis es auseinander fällt.

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#5
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Student
(2859 Beiträge, 1257x hilfreich)

Zitat:
und nach treu und Glauben dies so weiter verkauft.

Darauf kommt es nicht an; auch für Zusicherungen "ins Blaue hinein" muß der VK einstehen. Hätte er "unfallfrei lt. Vorbesitzer" angegeben, wäre er aus dem Schneider. So hingegen ist er es nicht.

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