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Autohaus/Händler hat mich strategisch betrogen

 Von 
PrinceSoul
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Autohaus/Händler hat mich strategisch betrogen

Hallo,

ich habe ein gebrauchtes Fahrzeug bei einem Händler bzw. Autohaus gekauft. Dieser meinte, er kann mir dies aufgrund der Kilometer etc., jedoch leider nur ohne Gewährleistung und ohne Sachmangelhaftung verkaufen, weswegen ich einen Abschnitt abschreiben musste, in dem ich mich als Gewerbetreibender ausgebe und auf jegliche Garantie etc. verzichte. Ich fragte ob das nicht betrug sei und der Verkäufer meinte, dies ist eine ganz normale Formalität die vor Gericht gilt. Es wurde mir mitgeteilt, dass das Auto so nichts hat ausser die Reifen deren Profil abgefahren sind und die Stoßstange, die aufgrund von Kratzern vom Vorbesitzer mal getauscht oder lackiert wurde.. Anstatt den angebotenen 4750€, wurde ein Kaufpreis von 4700 € für das Fahrzeug ausgemacht und 400 € extra für neuen TÜV (Standardpreis, egal was anfällt). Es wurde eine "verbindliche Bestellung" gemacht wo meine Barzahlung, Fahrzeugdaten etc. festgehalten wurden. Ich bekam Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein. Eine Woche später wurde mir dann mitgeteilt dass das Auto fertig ist und Radlager und Bremsbacken erneuert wurden. Es wurde mir dann per Email der TÜV Bericht zugesandt, sodass ich das Fahrzeug anmelden konnte. Als ich das Fahrzeug dann mit meinen Nummernschildern abholen wollte, wurde nocheinmal kurz ein Kaufvertrag vorgelegt (Datum identisch mit der "verbindlichen Bestellung" mit den wichtigsten Daten wie Kilometer, Fahrzeugnummer, 2 Schlüssel, und verzicht auf Gewährleistung etc. vorgelesen. Habe dann unterschrieben und die Fahrzeugschlüssel bekommen.

Nach 2 Tagen habe ich bemerkt dass das Fahrzeug tropfend Öl verliert. Laut ATU (Simmering) Kosten ca. 1500-2000€.

3 Tage später Lichtmaschine defekt. Fahrzeug ist stehen geblieben. Bei Nachfrage beim Händler, meinte dieser, er kann das Fahrzeug wenn dann leider nur für 3000 € für Export zurück kaufen.

Ich wollte mich nun heute für einen Rechtsanwalt vorbereiten.

Hier fiel mir ein Absatz, des 1 Woche später unterschriebenen Kaufvertrages in die Augen, welcher mir den Boden unter meinen Füßen weggerissen hat.

Unter dem verzicht auf Gewährleistung, steht dass das Auto ein repariertes Unfallfahrzeug ist, die Steuerkette dringend gewechselt werden muss und die hintere rechte Tür beschädigt ist und Rost aufweist.
Der Verkäufer hat das Fahrzeug nicht auf Schäden etc- überprüft
Der Käufer verpflichtet sich für alle genannten und auch in Zukunft auftretenden Schäden und Reperaturen die Kosten selbst zu tragen.

Nichts von all dem wurde mir je mitgeteilt.
Mündlich wurde mir das alles vorenthalten.

Ich musste mir extra einen Kredit aufnehmen, welchen ich die nächsten 5 Jahre abbezhalen muss.

Ich weiss jetzt ehrlich gesagt rein garnichts mehr was ich jetzt noch tun könnte ;(

Ich wurde eindeutig strategisch betrogen.

-- Editiert von PrinceSoul am 08.07.2018 21:31

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Gewährleistung Garantie Fahrzeug Verkäufer


1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(72079 Beiträge, 32529x hilfreich)

Zitat (von PrinceSoul):
Ich wollte mich nun heute für einen Rechtsanwalt vorbereiten.

Dann sollte man alle Unterlagen die man hat kopieren, E-Mails, Chats etc. ausdrucken und mitnehmen.



Zitat (von PrinceSoul):
Hier fiel mir ein Absatz, des 1 Woche später unterschriebenen Kaufvertrages in die Augen,

Wenn man was ungelesen unterschreibt, hat man ein echtes Problem das weg zu argumentieren.



Zitat (von PrinceSoul):
Nichts von all dem wurde mir je mitgeteilt.

Man würde schon beweisen müssen, das einem das irgendwie untergeschoben wurde.
Man hat den Vertrag ja vor der Unterschrift in den Händen gehabt. Wenn man nicht liest was man unterschreibt, dann gilt meist "Pech gehabt"




Zitat (von PrinceSoul):
in dem ich mich als Gewerbetreibender ausgebe und auf jegliche Garantie etc. verzichte.

Das kann man auch ohne das man Gewerbetreibender ist, der Verkäufer muss übrigens gar keine Garantie geben.

Müsste man aber mal prüfen, was genau da unterschrieben wurde.



Zitat (von PrinceSoul):
Der Käufer verpflichtet sich für alle genannten und auch in Zukunft auftretenden Schäden und Reperaturen die Kosten selbst zu tragen.

Der Satz dürfte nichtig sein.
Mit etwas Glück wird dann - je nachdem wie das geschrieben wurde - die komplette Klausel ungültig.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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