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Händler/Autokauf

 Von 
abc1996
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)
Händler/Autokauf

Ihr lieben, ich bräuchte mal eine Meinung über ein Sachverhalt.

Freitag, den 03.06.2020 haben mein Partner und ich uns ein Auto bei einem Autohändler angeschaut.
Dieser hatte uns recht gut gefallen, er sollte vorher noch neue Reifen und TÜV bekommen.
Da uns dieser das Auto nicht reservieren wollte, sollten wir eine anzahlung von 500€ (gesamt Kaufpreis sind 5.000€ ;) leisten damit er reserviert wird.
Er hat uns eine Quittung gegeben.
Wir haben nix unterschrieben.

Wir haben am selben Tag um 21uhr diesen Händler mitgeteilt das wir das nach reiflicher Überlegung doch nicht möchten.
Diese Nachricht wurde gelesen und das Inserat vom Verkäufer auch wieder online gestellt.

Heute, schrieb er das wir die Anzahlung nicht zurück erhalten werden, da dass Auto schließlich Freitag in die Werkstatt gebracht wurden ist. Tüv sei noch nicht gemacht wurden, er weiß auch nicht ob dieser Montag,Dienstag oder vielleicht auch erst Mittwoch gemacht wird.

Darf er meine anzahlung dafür verwenden obwohl wir eindeutig vorher vom kauf zurück getreten sind? Darf er die anzahlung behalten obwohl das Geld nur für die Reservierung war und nicht für Werkstatt etc gedacht war?

Der Kaufpreis war inkl.tüv...
Das heißt für mich nicht das dieser von meiner anzahlung gemacht wird oder?

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Kauf Auto Werkstatt Geld


11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
fm89
Status:
Lehrling
(1913 Beiträge, 710x hilfreich)

Zitat (von abc1996):
Darf er meine anzahlung dafür verwenden obwohl wir eindeutig vorher vom kauf zurück getreten sind?

Es gibt kein Rücktrittsrecht. Ihr habt einen Kaufvertrag, den ihr erfüllen müsst. Wenn der Händler dafür die 500 Euro einbehält, um euch aus dem Vertrag zu lassen, könnt ihr das entweder akzeptieren oder müsstest auf eigenes Risiko den Rechtsweg einschlagen. Ihr könntet z.B versuchen nachzuweisen, dass der Schaden unter 500 Euro liegt. Ganz ohne Kosten dürfte ihr da aber nicht raus kommen

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#2
 Von 
abc1996
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

In wie fern schaden?
Das er das Fahrzeug knappe 8 stunden für uns reserviert hat?

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#3
 Von 
Eff123
Status:
Schüler
(258 Beiträge, 36x hilfreich)

Ob Ihr das Geld wieder bekommt, hängt davon ab, ob hier ein Vertrag zustande gekommen ist oder ob es sich lediglich um eine Reservierungsgebühr handelt.

Hier ist entscheidend, was genau besprochen wurde und was auf der Quittung für die 500 Euro steht.

Steht da Anzahlung, dann habt Ihr einen (mündlichen) Kaufvertrag geschlossen, der jetzt rückabgewickelt werden muss. Dafür kann der Verkäufer eine Gebühr einbehalten, wenn er plausibel machen kann, welcher Schaden ihm durch Eure Absage entstanden ist. 500 Euro, also 10% halte ich hier aber für übertrieben.

Steht auf der Quittung Reservierung ist kein Vertrag zustande gekommen und Ihr könnt Euer Geld komplett zurück fordern.

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#4
 Von 
abc1996
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Leider steht auf der Quittung Anzahlung des Autos..

Also müsste ich trotzdem zum Anwalt? Da er ja nichts von dem Geld zurück zahlen will

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#5
 Von 
radfahrer999
Status:
Richter
(8145 Beiträge, 4614x hilfreich)

Zitat (von abc1996):
obwohl das Geld nur für die Reservierung war
Es war also vereinbart, dass er das Fahrzeug für 500€ für euch reserviert? So wie ich das lese, hat seinen Part eingehalten und das Fahrzeug reserviert, also stehen ihm auch die 500€ für die Reservierung zu..

Zitat (von abc1996):
Leider steht auf der Quittung Anzahlung des Autos..
Also gibt es doch ein Kaufvertrag. An Verträge mus sman sich halten. Da gibt es kein "ich überlege es mir anders".

Zitat (von abc1996):
Also müsste ich trotzdem zum Anwalt?
Ob es ihm gelingt einen Kaufvertrag wegzudiskutieren?

Zitat (von abc1996):
Da er ja nichts von dem Geld zurück zahlen will
Imho sitzt gem. Fallbeschreibung der Händler am längeren Hebel.

Signatur:Wenn dir die Antwort nicht gefällt, solltest du die Frage nicht stellen... ;-)
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#6
 Von 
Eff123
Status:
Schüler
(258 Beiträge, 36x hilfreich)

Ich würde den Verkäufer schriftlich auffordern, mitzuteilen, welcher Schaden ihm (Aufstellung der Kosten) entstanden ist.

Und dann darum bitten, den Restbetrag an Euch zurück zu zahlen. Frist 14 Tage, mit der Androhung, die Angelegenheit ansonsten einem Anwalt zu übergeben.

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#7
 Von 
abc1996
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Das haben wir bereits.
Er schrieb dazu ; schöne Grüße an ihren Anwalt...

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#8
 Von 
Eff123
Status:
Schüler
(258 Beiträge, 36x hilfreich)

Was genau habt Ihr gemacht? Einen Brief geschrieben? Mit genau welchem Inhalt?

Habt Ihr eine Rechnung erhalten? Welche "Leistungen" sind darin aufgeführt?

Für mich hört sich das so an, als würde er es mal versuchen.

Im Zweifel ist der Gang zum Anwalt der richtige Weg. Hättet Ihr noch nicht geschrieben, wäre ein Anschreiben mit der Bitte um Rückabwicklung des mündlichen Kaufvertrages sowie einer Bitte um Rechnungsstellung der entstandenen Kosten und Rückzahlung des überschüssigen Betrages die bessere Alternative gewesen.

Manche reagieren aber leider nur, wenn sie ein Schreiben vom Anwalt erhalten.

Dieser hat vielleicht noch andere Ansatzpunkte oder Ideen.

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#9
 Von 
Sir Berry
Status:
Richter
(8832 Beiträge, 2836x hilfreich)

Zitat (von abc1996):
Er schrieb dazu ; schöne Grüße an ihren Anwalt...

versteh ich gut, auf so einen Unsinn würde ich auch nicht reagieren.

Der Händler könnte sogar auf Vertragserfüllung bestehen - scheinst Du nicht wirklich realisiert zu haben.

Da bist Du doch mit nur 500 € für eine Vertragsauflösung recht gut bedient.

Berry

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#10
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Schlichter
(7694 Beiträge, 3850x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
obwohl wir eindeutig vorher vom kauf zurück getreten sind?
Ihr seid alles Andere als eindeutig vom Kauf zurückgetreten! Dafür fehlt jegliche Rechtsgrundlage.

Euer KV kann nur im beidseitigen Einvernehmen aufgelöst werden. Euer Vertragspartner, der Händler kann die Bedingungen dafür frei fesstsetzen!

Wenn Euch der Händler für den Preis von 500Euro aus dem Vertrag lassen möchte, könnt ihr entweder dieses Angebot annehmen oder eben den Vertrag ordentlich erfüllen, wozu ihr verpflichtet wärt.

Der Händler könnte Euch sogar dazu verklagen wenn er möchte.

Zitat:
Ich würde den Verkäufer schriftlich auffordern, mitzuteilen, welcher Schaden ihm (Aufstellung der Kosten) entstanden ist.
Da der Händler die Bedingungen einer Vertragsauflösung frei setzen kann, braucht er rein gar nichts nachzuweisen. Selbst wenn der Grund für den Händler wäre, dass das Gras draussen vor der Türe Heute zu grün ist und er deswegen den Betrag von 500Euro ansetzt, ist das absolut zulässig.

Zitat:
Hättet Ihr noch nicht geschrieben, wäre ein Anschreiben mit der Bitte um Rückabwicklung des mündlichen Kaufvertrages sowie einer Bitte um Rechnungsstellung der entstandenen Kosten und Rückzahlung des überschüssigen Betrages die bessere Alternative gewesen.
Würde keinen Unterschied machen, der Händler kann auch dann immer noch sagen, wenn ihr aus dem vertrag raus wollt, geht das nur für den Preis von 500Euro und er muss rein gar nichts nachweisen!

Zitat:
Da bist Du doch mit nur 500 € für eine Vertragsauflösung recht gut bedient.
Sehe ich auch so...

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#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81121 Beiträge, 33923x hilfreich)

Zitat (von abc1996):
Da uns dieser das Auto nicht reservieren wollte, sollten wir eine anzahlung von 500€ (gesamt Kaufpreis sind 5.000€ leisten

Das liest sich jetzt nach einem geschlossenen Kaufvertrag.

Man könnte eventuell argumentieren, das es doch keine übereinstimmenden Willenserlärungen gab bzw. über eine Irrtumsanfechtung vornehmen.
Das sollte man dann aber dem Anwalt überlassen,



Zitat (von abc1996):
Wir haben nix unterschrieben.

Verträge kann man auch mündlich schließen.



Zitat (von abc1996):
Wir haben am selben Tag um 21uhr diesen Händler mitgeteilt das wir das nach reiflicher Überlegung doch nicht möchten.

Aber man hat einen Kaufvertrag, bedeutet man muss den Vertrag erfüllen.
Ausnahme: es gäbe ein Rücktrittsrecht - aber davon ist hier nichts zu sehen.



Zitat (von abc1996):
Heute, schrieb er das wir die Anzahlung nicht zurück erhalten werden, da dass Auto schließlich Freitag in die Werkstatt gebracht wurden ist.

Die Begründung ist natürlich Unfug.
Allerdings kann er durchaus Schadenersatz geltend machen, auch pauschal. Dann muss er weder was nachweisen, noch was begründen.
Man sollte bedenken, das es durchaus bis zu 25% pauschalen Schadenersatz sein könnten, da wäre man mit 10% auf den ersten Blick nicht schlecht bedient.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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