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Kaufpreisminderung wegen verschwiegenen Unfallschaden??

 Von 
Nichts ist Unmöglich!
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Kaufpreisminderung wegen verschwiegenen Unfallschaden??

Hallo,

wir haben uns letzte Woche einen Toyota Carin Bauj. 12/95 mit einer Laufleistung von 75 TKM von einem Toyotafachhändler gekaukft. Das Fahrzeug wurde mit einer Gebrauchtwagengarantie ausgestattet, als Unfallfrei verkauft, einen Übergabebericht haben wir trotz Vermerk im Kaufvertrag n i c h t erhalten.

Bereits nach dem zweiten Tag fiel uns eine schlecht eingepasste Heckklappe auf. Wir forschten weiter, hinterfragten die Vorbesitzerin ob ein Unfallschaden vorlag. Diese bestätigte einen Heckschaden in Höhe von 3000 Euro, der Schaden wurde sogar vom selbigen Händler wo wir das Auto gekauft haben vor zwei Jahren repariert!!

Nun bemerkten wir auch noch sehr starken Rostbefall an den Unterseiten der Beifahrertüren v. und hinten. Nach diversen Telefonaten mit diversen Meistern von Toyotawerkstätten war man der Meinung das solche Rostschäden für dieses Baujahr und der Modelltype untypisch seien.

Wir wollen keine Wandlung des Fahrzeuges in Anspruch nehmen, (die bot uns der Händler bereits an) sonder eine angemessene Nachbesserung der Rostschäden, als auch eine Kaufpreisminderung des Fahrzeuges für den verschwiegenen Unfallschaden.

Der Händler ist der Meinung das er keine Minderung stattgeben muß, stimmt das?? Wenn nicht, wie hoch sollten wir die Minderung ansetzen? Hängt die Kaufpreisminderung vom eigentlichen Kaufpreis ab, oder gibt es dafür gewisse Grundregeln??

Derzeit steht das Fahrzeug bei diesem Händler, der Verkäufer bot uns die Nachbesserung der Rostschäden an, nach einem heutigen Telefonat war man aber schon wieder anderer Meinung. Derzeit fahren wir ein Leihfahrzeug des Händlers. Wir wissen nun garnicht mehr weiter, kennt sich jemand hier aus???

-- Editiert von Nichts ist Unmöglich! am 11.10.2004 14:29:03

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Fahrzeug Händler Schaden Unfallschaden


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
krull14
Status:
Lehrling
(1031 Beiträge, 161x hilfreich)

Sie können und müssen i.d.F. was die Roststellen betrifft den Händler die Nacherfüllung einräumen, wenn die Rostschäden im Zusammenhang mit dem Unfallschaden stehen.

Für die Wertminderung gibt es auch klare Regeln.

10% der damaligen Schadenshöhe, in Ihrem Fall wären es EUR 300,00 an Wertminderung, die Ihnen zustehen, wenn Sie das Fahrzeug gern behalten möchten.

Hinzu kämen evtl noch Instanzsetzungsarbeiten, falls der Unfallschaden nicht Ordnungsgemäß behoben wurde.

Sprechen Sie nochmal freundlich aber bestimmt mit Ihrem Toyota-Händler und weisen Sie Ihn auf die neue Schuldrechtsreform hin und hier inbesondere auf die §§ 434 , 476 BGB .

Sprechen Sie gleich mit dem Chef oder dem Verkaufsleiter, dann sollte es gehen.

Alles andere würde mich wundern. ;)

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"Beamte dürfen nichts annehmen, nicht einmal Vernunft."

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#2
 Von 
KSV
Status:
Schüler
(208 Beiträge, 45x hilfreich)

Für die Wertminderung gibt es keine festen Beträge, der oben genannte Satz von 10 % ist definitiv falsch!
Im Regelfall gibt es eine Wertminderung nur bei Fahrzeugen bis zu einem Alter von 5 Jahren. Die Höhe der Wertminderung wird dann von einem Sachverständigen ermittelt. Dies geschieht u.a. in Abhängigkeit der Schadensart (s.g. Rahmenschaden, Richtarbeiteen, Instandsetzungsarbeiten, geschraubte Teile, Martgängigkeit des Fahrzeuges, Alter, Laufleistung, ....)

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#3
 Von 
krull14
Status:
Lehrling
(1031 Beiträge, 161x hilfreich)

Jaja und der liegt i.d.R. bei 10% der Schadenshöhe.
Ist bei jedem Schadensgutachten so, was ich bisher gesehen habe und das waren schon einige.

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"Beamte dürfen nichts annehmen, nicht einmal Vernunft."

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#4
 Von 
KSV
Status:
Schüler
(208 Beiträge, 45x hilfreich)

Hab mir mal die Mühe gemacht und aktuelle Bsp. herausgesucht:
Schaden 7500 € Wertm. 1200 €
Schaden 4200 € Wertm. 200 €
Schaden 3300 € Wertm. 250 €
Schaden 3700 € Wertm. 500 €
Schaden 1600 € Wertm. 250 €
Schaden 3600 € Wertm. 150 €
Die Liste läßt sich unendlich fortsetzen, es mag dann auch mal zufällig Fälle geben wo die 10 % erscheinen, aber das ist wirklich die absolute Ausnahme!

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#5
 Von 
Lea99
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 3x hilfreich)

Es gibt auch die Möglichkeit Schadenersatz einzufordern. Da ist's wieder eine völlig andere Berechnung! ;)

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#6
 Von 
krull14
Status:
Lehrling
(1031 Beiträge, 161x hilfreich)

Noch vergessen, bei der Ermittlung der Wertminderung spielt natürlich auch der Gesamtwert des Fahrzeugs eine Rolle !!!

Lag der Kaufpreis z.B. schon unter dem Fahrzeugwert des Fahrzeugs, wird`s schwer mit Schadensersatz, den kann man natürlich nur fordern, wenn auch tatsächlich ein wirtschaftlicher Schaden eingetreten ist. ;)

Das sind dann die anderen Regeln *lach*

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"Beamte dürfen nichts annehmen, nicht einmal Vernunft."

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