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Neuwagen mit ewigen Mängeln - soll ich Wandelung verlangen?

 Von 
dpro
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Neuwagen mit ewigen Mängeln - soll ich Wandelung verlangen?

Guten Abend,

Hier eine kleine Auto-Geschichte:

Habe einen neuen Polo beim Vertragshändler gekauft und am am 02.09.2002 abgeholt. Nach ca. 2 Monaten trat der erste Mangel (Abgaswarnleuchte leuchtete) am Fahrzeug auf. Nachdem das Auto zur Reparatur in der Werkstatt war, dauerte es 3 Wochen bis der gleiche Fehler wieder auftrat. Zusätzlich gab es Quietschgeräusche im Motorraum, was sich als fehlerhafte Riemenscheibe entpuppte.

Das Ersatzteil musste bestellt werden. Ich konnte aber nachdem der Fehler mit der Abgaswarnleuchte durch "nochmalige Grundeinstellung" (O-Ton Werkstatt) behoben wurde, mit dem Auto weiter fahren.

Bis die neue Riemenscheibe da war trat der Fehler mit der Abgaswarnleuchte schon wieder auf. Laut Auskunft der Werkstatt konnte ich aber mit dem Auto weiter fahren. Nachdem die Riemenscheibe da war (habe ich erst auf Nachfrage erfahren), habe ich das Auto wieder in die Werkstatt gebracht, mit dem Auftrag die Riemenscheibe auszuwechslen und den Fehler mit der Abgaswarnleuchte zu beheben. Laut Auskunft der Werkstatt war dafür ein neues Abgasrückführungsventil nötig und dass musste ... richtig, bestellt werden.

Nachdem ich nun weitere 3 Wochen mit leuchtender Abgaswarnleuchte gefahren war, war das Ersatzteil da und wurde dann bei einem weiteren Werkstatttermin eingebaut. Das ging ... richtig, 3 Wochen gut, dann leuchtete die Abgaswarnleuchte schon wieder. Habe daraufhin erneut einen Werkstatttermin gemacht.

Doch bevor dieser fällig war, ist mir 2 mal während der Fahrt der Motor ausgegangen (bei ca 50km/h im 3. Gang). Habe daraufhin das Auto gleich am nächsten Tag in die Werkstatt gebracht. Nach 3 Tagen konnte ich das Auto wieder abholen. Laut Auskunft Werkstatt musste das neue Ventil noch eingestellt werden, was beim Einbau nicht gemacht (weil nicht bekannt) wurde.

Und was kommt jetzt? ... Richtig, noch am gleichen Tag fing das Auto an der Ampel im Leerlauf stark zu ruckeln an. Jetzt ist das Auto erneut in der Werkstatt... und wenn sie nicht gestorben sind, reparieren sie noch heute.

So, dies war meine kleine Odyssee mit dem neuen Polo...

Jetzt meine Fragen:
Soll ich Wandlung verlangen und wie gehe ich am besten vor?
Welche Rechte habe ich diesbezüglich und worauf muss ich achten?

Zur Info:
Das Auto hat mittlerweile 15.000 KM auf dem Tacho. Ich habe von der Werkstatt keine Aufstellung der gemachten Reparaturen erhalten, da jeweils kostenlos repariert wurde.

Danke für eine rasche Antwort.

MfG
D. Probst

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Auto Fehler Käufer Motor


2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Tim Spiekermann
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

ich habe ähnliche Probleme und habe mit meinem Anwalt gesprochen. Dieser meint, daß man nach einer Fristsetzung für die Behebung ALLER Mängel, im Wiedereintrittsfall die Wandlung beantragen könne. Es muß aber ein gravierendes Problem vorliegen. Diese "schwammige" Formulierung ist wohl Auslegungssache. Klar, wenn der Tankdeckel beim Aufdrehen quietscht, ist das kein Wandlungsgrund, aber bei den oben beschriebenen Problemen...

Wäre nett, wenn Sie mir mitteilen, wie der Fall ausgegangen ist.

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#2
 Von 
HarryVic
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 77x hilfreich)

Nach dem neuen Schuldrecht des BGB kann der Käufer zunächst nach seiner Wahl Nachbesserung verlangen oder Neulieferung. Der Verkäufer kann die Neulieferung nur ablehen, wenn Sie für ihn mit unzumutbaren Kosten verbunden ist, was bei kleinen Mängeln, auch wenn sie gehäuft auftreten, sicherlich der Fall ist.
Nach zwei erfolglosen Nachbesserungsversuchen des gleichen Mangels hat der Käufer dann das Recht vom Kaufvertrag zurückzutreten.
Eine Nachfristsetzung ist dann nicht mehr erforderlich. Der Verkäufer muss das Fahrzeug dann grundsätzlich zurücknehmen. Wenn der Schaden allerdings geringfügig ist, kommt an Stelle des Rücktritts regelmäßig nur eine Minderung (=Herabsetzung des Kaufpreises) in Betracht.
Im Falle des Rücktritts kann der Verkäufer eine Entschädigung für die Nutzung des Fahrzeugs verlangen (z. B. für die gefahrenen km). Unter diesen Umständen steht sich der Käufer mit einer Minderung und dem Ersatz seiner vergeblichen Aufwendungen (z. B. erfolgloseFahrt zur Werkstatt) deshalb besser.
Zur Durchsetzung der Anspüche wird man wohl einen Anwalt bemühen müssen, wenn der Verkäufer nicht freiwillig darauf eingeht.
Nicht zu vergessen ist, dass der Käufer seine Ansprüche beweisen muss. Eine Beweispflichtumkehr in Bezug auf die Mängelfreiheit bei der Übergabe des Fahrzeugs gilt für Verbraucher innerhalb von 6 Monaten nach dem Kauf.


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"Harry"

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