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Rücktritt vom Kaufvertrag (mit Ratenzahlung) oder Regressansprüche?

 Von 
jonny.pl
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 4x hilfreich)
Rücktritt vom Kaufvertrag (mit Ratenzahlung) oder Regressansprüche?

Person M hat vom Autohaus A ein Fahrzeug gekauft, beim Kauf des Fahrzeuges wurden keine Vorschäden oder Mängel benannt.
Das Fahrzeug vom Autohaus A wurde vorher durch einen eingetragenen Verein G genutzt.

Vorweg als wichtige Info, hier wird durch G vermutlich ein Fahrtenbuch geführt worden sein.

Das Fahrzeug wurde durch G geleast und alle Service- und Reparaturarbeiten wurden lt. G durch die Fachwerkstatt des Autohausverbundes A gemacht.
Person M hat die zwei folgenden Servicearbeiten einmal bei einer Fachwerkstatt der Automarke / Autohausverbundes A gemacht und eine bei einem Unternehmen, welches die Arbeiten nach Herstellervorgaben macht.
Bei beiden gab es keine Informationen, dass es am Kühlerkreislauf / Wärmekreislauf einmal Probleme gab.
Werkstatt A und die andere Fachwerkstatt verneinen eine den Einsatz eines solchen Mittels. Werkstatt A hat durch die Fahrgestellnummer die Möglichkeit alle in dem Verbund getätigten Reparaturen einzusehen, nutzt die Daten aber nur im internen Gebrauch.
Bei der anderen Werkstatt kennt Person M einen Mitarbeiter persönlich, der versicherte, dass das Mittel sonst auf der Rechnung stehen würde.

Zudem wäre ein Problem im System auch viel lukrativer in Sachen „Reparaturkosten", Dichtmittel kostet paar €, eine Reparatur des Systems bzw. eine Leckage mehrere hundert Euro….

Person M, also der Käufer des Fahrzeuges hatte nun nach 3 Jahren das Problem, dass die Heizung / Gebläse / Warmluft nicht mehr funktioniert und das Auto kalt blieb. Person M wollte also diesen Mangel beheben lassen und fuhr daraufhin in eine Fachwerkstatt P.
Die Fachwerkstatt P stellt fest, dass die Umwälzwasserpumpe für Kühlmittel defekt war und das im Kreislauf durch die Verwendung von Kühlerdicht/Kühlerdichtmittel das System verstopft ist, der Kühlmittelkreislauf wurde gereinigt und die defekte Pumpe wurde getauscht.
Dennoch gab es keine Verbesserung des Zustandes, da die Fachwerkstatt P meint, dass noch zusätzlich der Wärmetauscher zu sein muss und dadurch das System nicht funktioniert.

Person M hat bei der Fachwerkstatt des Autohausverbundes A nachgefragt, ob ein solches Mittel verwendet worden ist. Dieses wurde verneint.
Person M hat bei G angefragt, ob ein Defekt vorlag und dieses Mittel dann durch den ADAC / ACE oder dergleichen als Notfallmaßnahme eingesetzt worden ist. Es wurde daraufhin verwiesen, dass alle Service- und Reparaturarbeiten in der Fachwerkstatt gemacht worden sind und man keine weitere Auskunftsverpflichtung hätte. Denn Person M hatte gefordert, dass G ihm Fahrtenbücher und Reparaturrechnungen vorlegen sollte.

Der Einsatz von Kühlerdichtmittel verursacht oben genannte Probleme, dass sich das System zusetzt, bei der Verwendung wird immer vorher der Halter / Eigentümer des Fahrzeuges informiert, dass der Einsatz zu den oben genannten Problemen führt und der Einsatz muss bestätigt werden und man würde so von Regressansprüchen zurücktreten… Dieses muss G dann wohl getan haben oder die Fachwerkstatt von A muss dieses ohne „Wissen" gemacht haben…

Person M stellt sich nun folgende Fragen:

1) Hat G keine Auskunftsverpflichtung und kann Fahrtenbücher und Reparaturrechnungen zurückhalten? Da es sich bei G um einen eingetragenen Verein handelt.
2) Hat M gegenüber A die Möglichkeit vom Kaufvertrag zurückzutreten, da ein versteckter Mangel nicht genannt worden ist beim Verkauf? Denn für M wäre der Einsatz, da er nicht komplett ohne Fachwissen ist, ein Grund gewesen dieses Fahrzeug nicht zu kaufen.
a) Wie sieht die Sachlage aus, wenn A von dem Einsatz wusste?
b) Wie sieht es aus, wenn G dieses Mittel eingesetzt hat, A davon aber nicht wusste?
3) Kann M gegenüber A oder G in irgendeiner Art und Weise Regressansprüche gegenüber A oder G anmelden? (Reparatur und Instandsetzung der Heizung / Kreislaufes und Zahlung der bisher entstandenen Kosten)
4) Muss M sich an einen Anwalt richten, um an Fahrtenbücher oder Reparaturrechnungen zu kommen?
5) Welche Rechte unf Plichten hat der Verkäufer (A) / Leasingnehmer (G) gegenüber einem Käufer?

-- Editiert von jonny.pl am 25.01.2019 08:20

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Verkauf Mangel Kaufvertrag Fahrzeug


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
fm89
Status:
Lehrling
(1676 Beiträge, 663x hilfreich)

Zitat:
1) Hat G keine Auskunftsverpflichtung und kann Fahrtenbücher und Reparaturrechnungen zurückhalten? Da es sich bei G um einen eingetragenen Verein handelt.


Ja, G hat keine Auskunftsverpflichtung

Zitat:
2) Hat M gegenüber A die Möglichkeit vom Kaufvertrag zurückzutreten, da ein versteckter Mangel nicht genannt worden ist beim Verkauf?


Nein, denn selbst wenn Ansprüche auf Mängelbeseitigung bestanden hätten, wären diese verjährt

Zitat:
a) Wie sieht die Sachlage aus, wenn A von dem Einsatz wusste?


Dann könnte man eventuell eine arglistige Täuschung hinein konstruieren. Man wäre aber voll beweispflichtig. Wie will man denn z.B. beweisen, dass das Mittel nicht nach dem Kauf rein geschüttet wurde? Aussichtslos...

Zitat:
b) Wie sieht es aus, wenn G dieses Mittel eingesetzt hat, A davon aber nicht wusste?


Irrelevant, da A ja offenbar der Verkäufer ist

Zitat:
3) Kann M gegenüber A oder G in irgendeiner Art und Weise Regressansprüche gegenüber A oder G anmelden? (Reparatur und Instandsetzung der Heizung / Kreislaufes und Zahlung der bisher entstandenen Kosten)


Anmelden kann man viel. Aber selbst wenn Ansprüche bestehen würden, erlischen diese wenn man eigenmächtig repariert. Also auch hier: Aussichtslos

Zitat:
4) Muss M sich an einen Anwalt richten, um an Fahrtenbücher oder Reparaturrechnungen zu kommen?


Ein Anwalt kann an der Rechtslage auch nichts ändern

Zitat:
5) Welche Rechte unf Plichten hat der Verkäufer (A) / Leasingnehmer (G) gegenüber einem Käufer?


§433 ff. BGB

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(73426 Beiträge, 32751x hilfreich)

Zitat (von fm89):
Zitat:
5) Welche Rechte unf Plichten hat der Verkäufer (A) / Leasingnehmer (G) gegenüber einem Käufer?
§433 ff. BGB

Kleine Korrektur: Leasingnehmer (G) hat gegenüber einem Käufer von Verkäufer (A) 0,0 Pflichten

Ansonsten volle Zustimmung zum Vorposter.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
guest-12315.07.2019 11:09:56
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von jonny.pl):
Person M, also der Käufer des Fahrzeuges hatte nun nach 3 Jahren das Problem, dass die Heizung / Gebläse / Warmluft nicht mehr funktioniert und das Auto kalt blieb.
-- Editiert von jonny.pl am 25.01.2019 08:20

Nun, nach 3 Jahren jetzt den vermutlichen verantwortlichen zu finden zu wollen. Da frage ich mich warum?
Das hat sich ja sowieso erledigt, meines Erachtens ist da ja gar nichts mehr zu holen.
So dramatisch die Vorgeschichte doch ist.


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#4
 Von 
jonny.pl
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 4x hilfreich)

Wie sieht es mit der Quelle zu der Verjährung aus?
Da G ja ein Fahrtenbuch geführt haben muss und hier eventuell eine Institution ADAC / ACE in Betracht kam, so könnte man über diesen Weg einen Defekt aufzeigen und über den ADAC / ACE dann die Rechnung anfordern bzw. schauen, welche Mittel zum Einsatz kamen.

Problem mit den 3 Jahren ist bei M ja, dass der Schaden nun erst zum Vorschein kam und M dieses Mittel definitiv nicht eingesetzt hat.

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#5
 Von 
charlyt4
Status:
Student
(2366 Beiträge, 619x hilfreich)

Zitat (von jonny.pl):
Wie sieht es mit der Quelle zu der Verjährung aus?

Das wäre das BGB.

Zitat (von jonny.pl):
Da G ja ein Fahrtenbuch geführt haben muss und hier eventuell eine Institution ADAC / ACE in Betracht kam, so könnte man über diesen Weg einen Defekt aufzeigen und über den ADAC / ACE dann die Rechnung anfordern bzw. schauen, welche Mittel zum Einsatz kamen.

Zitat (von jonny.pl):
Person M hat vom Autohaus A ein Fahrzeug gekauft,


Das ist dein Ansprechpartner und sonst niemand. Du kannst von fremden Leuten weder
Rechnungen noch sonst etwas anfordern.

Bis jetzt gibt es doch nur Vermutungen von dir.


gruß charly

Signatur:
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#6
 Von 
jonny.pl
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 4x hilfreich)

Bei A handelt es sich um ein Autohaus, ändert dieses etwas an der Sachlage?
Ist dort die Rechtslage gleich?

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(73426 Beiträge, 32751x hilfreich)

Zitat (von charlyt4):
Du kannst von fremden Leuten weder Rechnungen noch sonst etwas anfordern.

Naja, anfordern kann man sie schon.
Nur muss der Andere nicht reagieren, geschweige denn das angeforderte zur Verfügung stellen.



Zitat (von jonny.pl):
Ist dort die Rechtslage gleich?

Ja.
2 Jahre hat man Zeit um Sachmängel geltend zu machen, danach ist der Zug abgefahren.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#8
 Von 
jonny.pl
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 4x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von charlyt4):
Du kannst von fremden Leuten weder Rechnungen noch sonst etwas anfordern.

Naja, anfordern kann man sie schon.
Nur muss der Andere nicht reagieren, geschweige denn das angeforderte zur Verfügung stellen.



Zitat (von jonny.pl):
Ist dort die Rechtslage gleich?

Ja.
2 Jahre hat man Zeit um Sachmängel geltend zu machen, danach ist der Zug abgefahren.


Bliebe also nur die Hoffnung, dass A aus Kulanz etwas macht?
Da das Autohaus einen gewissen Namen hat... So das man sagen könnte, Lohnkosten bei denen, Material bei mir...?

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#9
 Von 
charlyt4
Status:
Student
(2366 Beiträge, 619x hilfreich)

Zitat (von jonny.pl):
Bliebe also nur die Hoffnung, dass A aus Kulanz etwas macht?

Versuchen kann man es natürlich.
Aber nach 3 Jahren und einem Kunden der Reparatur und Wartung in einer anderen
Werkstatt ausführen lässt würde ich mir nicht zu viele Hoffnungen machen.

Zum anderen bin ich mir nicht sicher, ob die Diagnose überhaupt korrekt ist.

Solche Mittel können zwar die Kühl- oder Heizleistung der Kühler beeinträchtigen, aber dass
ein Kühler komplett dicht ist hatte ich noch nie.
Dann wäre mit einer verminderten Heizleistung zu rechnen, aber laut deiner Aussage
ist die Heizung ja komplett tot!?


Zitat (von jonny.pl):
Die Fachwerkstatt P stellt fest, dass die Umwälzwasserpumpe für Kühlmittel defekt war



Um was für ein Fahrzeug handelt es sich denn?



gruß charly

Signatur:
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#10
 Von 
-Laie-
Status:
Gelehrter
(11602 Beiträge, 4953x hilfreich)

Zitat (von jonny.pl):
Die Fachwerkstatt P stellt fest, dass die Umwälzwasserpumpe für Kühlmittel defekt war
Das hat zunächst einmal rein gar nichts mit irgendwelchen Dichtmitteln zu tun.

Zitat (von jonny.pl):
Person M, also der Käufer des Fahrzeuges hatte nun nach 3 Jahren das Problem, dass die ......... Gebläse................ nicht mehr funktioniert und das Auto kalt blieb.
Das Gebläse hat ebenfalls rein gar nichts mit dem Dichtmittel zu tun.

Kann es also evtl. bei dir sein, dass nur der Lüfter nicht läuft???

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