Sicherer Raten Kaufvertrag für Gebrauchtwagen von Privat

12. August 2019 Thema abonnieren
 Von 
EddBlack
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)
Sicherer Raten Kaufvertrag für Gebrauchtwagen von Privat

Ich biete derzeit ein gebrauchtes Fahrzeug zum Verkauf an. Jemand möchte das Fahrzeug auf Raten kaufen.
Es geht zwar "nur" um 1000€ die in 3 Monaten abbezahlt werden sollen, Ich möchte mich aber natürlich trotzdem rechtlich absichern.

Maßnahmen:
Ich werde den Fahrzeugbrief bis zur vollständigen Bezahlung behalten, d.h. das Fahrzeug ist solange in meinem Besitz, bis es vollständig abbezahlt wurde.

Mich beschäftigt die Frage, wie ich vorgehen kann, wenn der Käufer nach der ersten Rate (Anzahlung) plötzlich nicht mehr zahlt. Ich könnte im Vertrag eine Klausel verwenden, dass alle Raten auf einen Schlag abbezahlt werden müssen, wenn der Käufer eine Rate aussetzt?

Ich habe überlegt zu vereinbaren, dass der Käufer mir das Auto zurückgeben muss, wenn er eine Rate nicht bezahlen kann, doch dann ist das Auto ja weniger Wert, weil das Fahrzeug ja von ihm benutzt wird, ich müsste hierfür also auch einen "Schadensersatz" erhalten.

Wie sollte ich am besten vorgehen?




8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5447 Beiträge, 1823x hilfreich)

Zitat (von EddBlack):
d.h. das Fahrzeug ist solange in meinem Besitz


Nö, in deinem Eigentum. Besitzer ist der, der die faktische Gewalt über das Kfz hat. In dem Fall also dein Käufer.

Zitat:
Ich könnte im Vertrag eine Klausel verwenden, dass alle Raten auf einen Schlag abbezahlt werden müssen, wenn der Käufer eine Rate aussetzt?


Zulässig und üblich.

Zitat:
Ich habe überlegt zu vereinbaren, dass der Käufer mir das Auto zurückgeben muss, wenn er eine Rate nicht bezahlen kann, doch dann ist das Auto ja weniger Wert, weil das Fahrzeug ja von ihm benutzt wird, ich müsste hierfür also auch einen "Schadensersatz" erhalten.


Da das weder gegen ein Gesetz verstößt noch irgendwie sittenwidrig ist, kann das durchaus wirksam vereinbart werden.

Konkrete Formulierungshilfen wirst du hier nicht bekommen, das wäre unzulässige Rechtsberatung im Einzelfall.

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#2
 Von 
radfahrer999
Status:
Unparteiischer
(9029 Beiträge, 4896x hilfreich)

Zitat (von EddBlack):
Wie sollte ich am besten vorgehen?
Ich würde den Plan der Ratenzahlung ersatzlos streichen. Die Indianer hatten ein Sprichwort "Feuerwasser gegen Feuerwaffen".

Zitat (von EddBlack):
Ich werde den Fahrzeugbrief bis zur vollständigen Bezahlung behalten, d.h. das Fahrzeug ist solange in meinem Besitz, bis es vollständig abbezahlt wurde.
Eigentum, nicht Besitz.. Wenn du die Zulassungsbescheinigung II (sprich Fahrzeugbrief) nicht rausrückst, bist du in dem Zeitraum (wahrscheinlich zur vollständigen Bezahlung des Kaufpreises) auch der Halter mit allen Rechten und Pflichten. Stichwort: Halterhaftung.

Wie hast du dir das mit Steuer, Versicherung etc. pp. gedacht?

Die anderen beiden "Maßnahmen" halte ich für ebenfalls problematisch und u. U. schwer durchsetzbar.

Signatur:

Wenn dir die Antwort nicht gefällt, solltest du die Frage nicht stellen... ;-)

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
NaibaF123
Status:
Student
(2124 Beiträge, 332x hilfreich)

Zitat (von EddBlack):
d.h. das Fahrzeug ist solange in meinem Besitz, bis es vollständig abbezahlt wurde.

Na ob sich der Käufer darauf einlassen wird, 3 Monate lang ein Auto zu bezahlen, dessen Benutzung ihm nicht ermöglicht wird?
Andernfalls bitte nochmals die Wortbedeutung von Besitz / Eigentum nachschlagen und klar definieren, was man möchte.

Zitat (von EddBlack):
Mich beschäftigt die Frage, wie ich vorgehen kann, wenn der Käufer nach der ersten Rate (Anzahlung) plötzlich nicht mehr zahlt.

In Verzug setzen (wenn nicht durch Vertrag bereits wirksam geregelt), dann das übliche, Zahlungsaufforderung, Mahnverfahren, Zivilklage.

Zitat (von EddBlack):
Ich könnte im Vertrag eine Klausel verwenden, dass alle Raten auf einen Schlag abbezahlt werden müssen, wenn der Käufer eine Rate aussetzt?

Könnte man. Man tut halt gut daran, dass man dies rechtssicher formuliert. Sonst sind derartige Klauseln schon mal unwirksam.
Im Fall der Fälle wird man aber relativ schnell feststellen, dass eine Klausel das Papier nicht wert ist, auf der sie gedruckt ist. In der Regel scheitert die Bezahlung "auf einen Schlag" schon am fehlenden Geld, wenn nichtmal eine Teilrate aufgebracht werden kann. Fehlt es lediglich am Willen, wird es vermutlich auch nicht leichter.

Zitat (von EddBlack):
Ich habe überlegt zu vereinbaren, dass der Käufer mir das Auto zurückgeben muss, wenn er eine Rate nicht bezahlen kann, doch dann ist das Auto ja weniger Wert, weil das Fahrzeug ja von ihm benutzt wird, ich müsste hierfür also auch einen "Schadensersatz" erhalten.

Siehe oben (sinngemäß).

Zitat (von EddBlack):
Wie sollte ich am besten vorgehen?

1. Den Wagen "auf einen Schlag" verkaufen. Wer sich keine 1000€ (das ist ein feuchter Witz im KFZ Bereich) leisten kann, der sollte vielleicht eher Bus fahren. Der Käufer könnte sich das Geld bspw. bei einer Bank leihen. Kostet für drei Monate nicht mal Zweistellige Zinsen. Er bekommt das Geld von der Bank nicht? Dann hat das schon sicherlich gute Gründe, ...
2. Wenn Sie, aus welchen Gründen auch immer, doch den guten Samariter spielen wollen: den Wagen gedanklich verschenken und sich dann freuen, wenn 3 Raten pünktlich überwiesen werden. Mir fielen ad hoc genügend Gründe ein (Käufer ist Enkel, der gerade in den Job startet, Käufer hat gerade durch schlimmes Feuer alles verloren, Käufer ist bester Freund und hat sich gerade von Frau getrennt und steht mittellos dar, ... ), welche sehr plausibel sind. Nur sollte man bei allen diesen Fällen nicht mit einer (pünktlichen) Bezahlung rechnen...

2x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Start4u
Status:
Schüler
(306 Beiträge, 122x hilfreich)

Manchmal muss ich manche Beiträge echt kopfschüttelnd lesen.
Ernsthaft, Du verkaufst ein Auto für 1000,-€. Und nichtmal diese relativ kleine Summe kann der mögliche Käufer auf einen Schlag bezahlen sondern will in Raten abstottern. Du kannst also davon ausgehen, dass der Käufer keinerlei Rücklagen für Notfälle hat und sein Einkommen ebenfalls nicht ausreicht um mal eben 1000€ abzuzwacken. Sprich diese Person hat einfach mal kein Geld.

Egal welche Klausel, Formulierung oder Schadenersatzforderung Du in den Vertrag schreibst: Die andere Seite hat kein Geld das Du eintreiben könntest. Und selbst wenn Du dort bei Verzug eine Vertragsstrafe von 10.000 Euro einsetzen würdest, auch diesem Geld würdest du hinterherrennen müssen.

Und auch die Sache mit dem Eigentumsvorbehalt oder dem einbehaltenen Fahrzeugbrief bringt Dir nichts wenn der Käufer das Auto morgen gegen eine Laterne setzt oder das Auto an irgendeinen Wald und Wiesen Händler oder Exporteur verramscht. Denn auch dann rennst Du sowohl Auto als auch Geld hinterher.

Ganz ehrlich, wer sich kein 1000 Euro Auto leisten kann ist auch nicht kreditwürdig.
Und in puncto kreditwürdig: Frag dich einfach mal selbst warum der Käufer DICH bittet in Raten zahlen zu können und nicht einfach einen 1000 Euro Kredit bei seiner Bank aufnimmt oder 1000 Euro in seinen Dispo geht. Rrrrrichtig, weil die Bank die Bonität und Liquidität des Käufers wahrscheinlich als miserabel einstuft und niemals einen solchen Kredit gewähren würde. Warum solltest Du es also tun?

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
fm89
Status:
Lehrling
(1988 Beiträge, 759x hilfreich)

Zitat:
Wie sollte ich am besten vorgehen?


Den Plan mit der Ratenzahlung verwerfen.

Im Ernst: Bei solchen Konstellationen ist Ärger vorprogrammiert. Für Kredite gibt es Banken, diese haben auch die enstprechenden Absicherungen gegen Zahlungsausfälle. Als Privatperson kommt man da schnell an seine Grenzen und läuft Gefahr, weiteres Geld und Zeit zu verbrennen

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14937 Beiträge, 4573x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Und nichtmal diese relativ kleine Summe kann der mögliche Käufer auf einen Schlag bezahlen sondern will in Raten abstottern.
Naja, es gibt auch Menschen die einen Fernseher auf Raten kaufen, so ungewöhlich finde ich das nicht. Beispielsweise könnte er das Auto speziell dafür benötigen um zur Arbeit zu kommen und damit die Raten zu erwirtschaften.
Außerdem ist es vielleicht nicht so einfach in dieser Preisklasse solvente Käufer zu finden, wer genug Geld hat kauft halt kein Auto für nur 1000 Euro.

Das mit dem Brief einbehalten geht aber nicht so richtig, denn dann kann der Käufer das Auto ja gar nicht auf sich zulassen (könnte man aber regeln, etwa damit das er das Auto erst gegen Rückgabe des Briefes bekommt).

Wenn dann würde ich mir bei einem solchen Geschäft aber echte Sicherheiten als Pfand aushändigen(!) lassen (der schon genannte Fernseher etc.). Ohne Risiko ist das aber auch nicht (z.B.: was ist wenn der Pfandgegenstand angeblich - oder tatsächlich - beschädigt wurde?).

Und wichtig, alles schriftlich festhalten, auch die Nebengeschäfte.

Stefan

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
NaibaF123
Status:
Student
(2124 Beiträge, 332x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Außerdem ist es vielleicht nicht so einfach in dieser Preisklasse solvente Käufer zu finden

Gerade in der Preisklasse gibt es einen ganzen Haufen an Käufern, die Cash zahlen, keine Fragen stellen und den Wagen quasi ungesehen mitnehmen. Für so ein Auto oft die bessere Option.
Nicht, dass die nächste Baustelle dann in Form von irgendeiner ominösen Sachmängelhaftungsgeschichte aufgemacht wird.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
fb367463-2
Status:
Schlichter
(7419 Beiträge, 3103x hilfreich)

Was Sie in der Hand haben, haben Sie erst einmal. Gerade bei solchen Konstellationen kommt es gerne dazu, dass den Käufer nach der ~ersten Rate auffällt, dass der Wagen irgendwelche Mängel hat oder irgendwas nicht so funktioniert, wie der Käufer das erwartet (in der Preisklasse sehr wahrscheinlich) und dem dann schlagartig einfällt, daß er die weiteren Raten nicht zahlen will. Dann rennen SIE nämlich hinter dem Geld her und die Chancen stehen gut, daß da nichts zu holen ist. Argumente dafür stehe oben zuhauf.

Schenken Sie ihm doch die Karre gleich - oder suchen Sie sich jemanden, der den Betrag in einem Rutsch zahlen kann. Das ist das einzige, was man da raten kann.

Signatur:

"Valar Morghulis"

0x Hilfreiche Antwort

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