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Bausparkasse ist monatlicher Regelsparbeitrag zu gering

13.1.2021 Thema abonnieren Zum Thema: Bank Bausparvertrag
 Von 
Geradedenker
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)
Bausparkasse ist monatlicher Regelsparbeitrag zu gering

Hi

der Sinn eines Bausparvertrages hat sich mir noch nie richtig erschlossen. Trotzdem habe ich 2004 einen Bausparvertrag abgeschlossen, weil ein Berater der Bank mir damals so einen Bausparvertrag empfohlen hat und auch in meinem Bekanntenkreis fast jeder einen hat(te).

Nach mehreren Jahren habe ich den Bausparvertrag für eine lange Zeit ruhen lassen. Vor ein paar Jahren meinte meine Beraterin von der Bank zu mir, dass ich meinem Bausparvertrag noch weiter ansparen kann, dafür mehr Zinsen und zusätzlich noch jährlich eine Bausparprämie bekommen würde.

Nachdem ich keine Haken entdeckt habe, habe ich das meiner Beraterin von der Bank machen lassen.

Anfang Januar 2021 teilte mir meine Bausparkasse nun mit, dass ich den monatlichen Regelsparbeitrag nicht (vollständig) eingezahlt habe. Ich soll den noch ausstehenden Betrag bis Ende März 2021 einzahlen. Für den Fall das Nichtzahlens hat man mir bereits jetzt eine Kündigung im April 2021 ausgesprochen.

In meine Bausparkasse habe ich in den letzten beiden Jahren jährlich und nicht monatlich einen mittleren dreistelligen Betrag eingezahlt.

Für mich ergeben sich nun mehrere Fragen:
1. Was hat es mit diesem monatlichen Regelsparbeitrag auf sich, wenn ich nur jährlich einmal eingezahlt habe?
2. Hat meine Beraterin von der Bank einen Fehler gemacht?
3. Möchte die Bausparkasse meinen alten Bausparvertrag einfach nur irgendwie beenden?

Vielen Dank im Voraus!

Geradedenker

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Bank Bausparvertrag


12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9308 Beiträge, 2921x hilfreich)

Zitat (von Geradedenker):
3. Möchte die Bausparkasse meinen alten Bausparvertrag einfach nur irgendwie beenden?

Ja, die versprochenen Habenzinsen sind nicht mehr zu erwirtschaften. Die BSK zahlt drauf.

Zitat (von Geradedenker):
2. Hat meine Beraterin von der Bank einen Fehler gemacht?

Auf den ersten Blick nicht erkennbar.

Zitat (von Geradedenker):
1. Was hat es mit diesem monatlichen Regelsparbeitrag auf sich, wenn ich nur jährlich einmal eingezahlt habe?

Nichts. Aber offensichtlich ist Deine Jahreszahlung nicht hoch genug um die vereinbarte monatliche Sparrate für das gesammte Jahr zu decken.
Musst Du selbst in den Unterlagen nachsehen. Bei mir steht es in der Vertragsbestätigung.

Berry

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#2
 Von 
Herr-Kules
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 2x hilfreich)

Die BSK hat das Recht die vertraglich vereinbarten Regelsparbeiträge einzufordern. Werden diese nicht bezahlt, kann die BSK den BSV kündigen.

Ob Du den Regelsparbeitrag einmalig pro Jahr oder monatlich aufgeteilt bezahlst spielt keine Rolle.

Ich denke die BSK möchte auf diese Weise erreichen, dass der BSK aufgelöst wird und nicht noch weitere Guthabenszinsen auflaufen.

Eine Falschberatung/Fehler bei der Beratung sehe ich ebenfalls nicht, da der Regelsparbeitrag bei Vertragsunterschrift bekannt war, diese ist in den entsprechenden Abschlussbedingungen enthalten.

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#3
 Von 
Kalanndok
Status:
Schüler
(473 Beiträge, 96x hilfreich)

Zitat (von Geradedenker):
der Sinn eines Bausparvertrages hat sich mir noch nie richtig erschlossen.

Der Sinn dahinter ist ganz einfach:
Bei steigenden Zinsen hat der Bausparer einen Anspruch auf einen günstigen Kredit zu (dann) marktunüblich niedrigen Zinsen, bei fallenden Zinsen hat er die Anlage zu marktunüblich hohen Zinsen. Finanziert werden die Guthabenzinsen teilweise aus den zugeteilten Krediten. So die Theorie.

Jetzt die Praxis: In der Blütezeit der Bausparverträge war nicht abzusehen, dass die Zinsen so stark in den Keller fallen, eher im Gegenteil. Dadurch haben sich jede Menge Verträge angesammelt, bei denen aber keiner mehr die Kredite abruft, weil die vereinbarten Zinsen überhöht sind und man bei einem normalen Kredit günstigere konditionen bekommt. Dadurch fallen bei der Bausparkasse die Zinseinnahmen weg, über die sich die Guthabenszinsen der anderen Bausparer refinanzieren müssten. Also haben die Bausparkassen ein Interesse daran solche Altverträge loszuwerden.

Wenn man es genau nimmt kann man da gerade einer Blase beim Platzen zugucken :)

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#4
 Von 
Bearish
Status:
Beginner
(58 Beiträge, 6x hilfreich)

Ich stimme dem gesamten Beitrag zu, außer dem letzten Satz:

Zitat (von Kalanndok):
Wenn man es genau nimmt kann man da gerade einer Blase beim Platzen zugucken :)

Mit einer "Blase" hat das nichts zu tun. Ein sehr traditionelles, ursprünglich genossenschaftliches Modell der Eigenheimfinanzierung funktioniert wegen der niedrigen Marktzinsen für Immobiliendarlehen nicht mehr, wie beschrieben. Das ist alles.

Also wenn die Guthabenzinsen lukrativ sind, würde ich auch den fehlenden Betrag nachzahlen. Die Bausparkasse besteht zu Recht auf der vertraglichen Mindestansparrate.

Signatur:Don't worry, be happy
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#5
 Von 
Geradedenker
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Herr-Kules):
Eine Falschberatung/Fehler bei der Beratung sehe ich ebenfalls nicht, da der Regelsparbeitrag bei Vertragsunterschrift bekannt war, diese ist in den entsprechenden Abschlussbedingungen enthalten.

Meine Beraterin von der Bank hat den jährlich nötigen Sparbeitrag berechnet und einen entsprechenden Dauerauftrag für mein Girokonto erstellt.

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#6
 Von 
Herr-Kules
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 2x hilfreich)

Zitat (von Geradedenker):
Zitat (von Herr-Kules):
Eine Falschberatung/Fehler bei der Beratung sehe ich ebenfalls nicht, da der Regelsparbeitrag bei Vertragsunterschrift bekannt war, diese ist in den entsprechenden Abschlussbedingungen enthalten.

Meine Beraterin von der Bank hat den jährlich nötigen Sparbeitrag berechnet und einen entsprechenden Dauerauftrag für mein Girokonto erstellt.

Den jährlich nötigen Sparbeitrag für was ? Um evtl. Wohnungsbauprämie zu bekommen ? Das hat mit dem Regelsparbeitrag nichts zu tun.

Wenn Sie den Vertrag 2004 abgeschlossen haben und wirklich die Regelsparbeiträge bezahlt hätten, dann wäre der Vertrag längst zugeteilt worden. Ist dies der Fall ?

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#7
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(12001 Beiträge, 7965x hilfreich)

Im Ausgangsbeitrag steht "mittlerer dreistelliger Betrag", den der Fragesteller pro Jahr einzahlt.
Das dürfte der Mindesteinzahlung entsprechen, um die volle Wohnungsbauprämie abgreifen zu können. (512€ pro Jahr abzüglich Zinsen bei unverheirateten Personen.)

Ab 2021 muss man ohnehin mindestens 700€ (abzüglich Zinsen) pro Jahr einzahlen, um die volle Wohnungsbauprämie bekommen zu können.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#8
 Von 
Anami
Status:
Weiser
(16347 Beiträge, 2519x hilfreich)

Zitat (von Herr-Kules):
Wenn Sie den Vertrag 2004 abgeschlossen haben und wirklich die Regelsparbeiträge bezahlt hätten, dann wäre der Vertrag längst zugeteilt worden. Ist dies der Fall ?
Zitat (von Geradedenker):
Nach mehreren Jahren habe ich den Bausparvertrag für eine lange Zeit ruhen lassen.

Signatur:auch ich verweise auf § 675(2) BGB.
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#9
 Von 
Geradedenker
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Herr-Kules):
Zitat (von Geradedenker):
Zitat (von Herr-Kules):
Eine Falschberatung/Fehler bei der Beratung sehe ich ebenfalls nicht, da der Regelsparbeitrag bei Vertragsunterschrift bekannt war, diese ist in den entsprechenden Abschlussbedingungen enthalten.

Meine Beraterin von der Bank hat den jährlich nötigen Sparbeitrag berechnet und einen entsprechenden Dauerauftrag für mein Girokonto erstellt.

Den jährlich nötigen Sparbeitrag für was ? Um evtl. Wohnungsbauprämie zu bekommen ? Das hat mit dem Regelsparbeitrag nichts zu tun.


Genau, gerade so viel um die Wohnungsbauprämie zu bekommen.


Zitat (von Herr-Kules):
Wenn Sie den Vertrag 2004 abgeschlossen haben und wirklich die Regelsparbeiträge bezahlt hätten, dann wäre der Vertrag längst zugeteilt worden. Ist dies der Fall ?

Von der Bausparkasse habe ich noch keinen Brief mit diesem Hinweis bekommen.

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#10
 Von 
Geradedenker
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Im Ausgangsbeitrag steht "mittlerer dreistelliger Betrag", den der Fragesteller pro Jahr einzahlt.
Das dürfte der Mindesteinzahlung entsprechen, um die volle Wohnungsbauprämie abgreifen zu können. (512€ pro Jahr abzüglich Zinsen bei unverheirateten Personen.)

Du hast mich durchschaut. :respekt:


Zitat (von drkabo):
Ab 2021 muss man ohnehin mindestens 700€ (abzüglich Zinsen) pro Jahr einzahlen, um die volle Wohnungsbauprämie bekommen zu können.

Hat sich von 2019 auf 2020 auch etwas an der Mindesteinzahlung geändert?

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#11
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(12001 Beiträge, 7965x hilfreich)

Zitat:
Hat sich von 2019 auf 2020 auch etwas an der Mindesteinzahlung geändert?

Nein.

Zurück zur Ausgangsfrage:
2. Hat meine Beraterin von der Bank einen Fehler gemacht?
3. Möchte die Bausparkasse meinen alten Bausparvertrag einfach nur irgendwie beenden?

2. Nein
3. Ja - denn offenbar bekommen Sie Zinsen, die oberhalb des aktuellen Marktniveaus liegen. Die Bausparkasse zahlt derzeit also drauf. Diesen Zustand möchte die Bausparkasse möglichst schnell beenden - entweder durch Kündigung oder dadurch, dass Sie schneller sparen - dann wird der Bausparvertrag nämlich schneller zuteilungsreif. Wenn der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, haben Sie Anspruch auf den Kredit. Wenn Sie den annehmen (was sich aber wahrscheinlich nicht lohnt), dann verdient die Bausparkasse an den Kreditzinsen. Wenn Sie den ablehnen, kann Ihnen die Bausparkasse den Vertrag kündigen und ist einen teuren Kunden los.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#12
 Von 
Geradedenker
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Dann werde ich die Nachzahlung in der geforderten Frist leisten, damit mir mein Bausparvertrag noch etwas erhalten bleibt.

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