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Dispo gekündigt, Unzulässige Aufrechnung??


#31
 Von 
quiddje
Status:
Bachelor
(3739 Beiträge, 2146x hilfreich)

Zitat (von Sir Berry):
Selbst wenn man zu seinen Gunsten unterstellen kann, dass der Kontoausgleich nicht durch aktive Handlung erfolgte, sehe ich keinen Zusammenhang / keine Erfordernis die Pfändungsfreigrenze zu beachten.
Ich auch nicht.
Nach Einführung des P-Kontos braucht auf Konten, die eben NICHT p-Konten sind, von den Gläubigern kein Guthaben belassen werden.
Der TE konnte sein Konto nicht zum P-Konto umstellen, weil es im Minus war.

Ob das Vorgehend er Bank also eine Pfändung war oder eine Aufrechnung oder was auch immer - das Geld ist weg.
Einzig wenn der TE jetzt Insolvenzantrag stellt, wird die Bank u.U. etwas an den Insolvenzverwalter herausrücken müssen - an den TE aber nicht.

Ich denke allerdings auch, dass

Zitat (von bear):
mit dieser Mentalität werden Sie nie dauerhaft aus den Schulden herauskommen
sehr viel Wahrheit enthält. Allein schon wegen der offensichtlichen Luftschlösser, die der TE immer noch baut:
Zitat (von Guapino):
dann hätte ich der Bank ein Angebot machen können hätten die von mir aus 1000-1500 behalten das ist schon ne Menge , den Rest hätte ich vielleicht irgendwo leihen können oder weiter in Raten abzahlen
Wenn er jetzt keine Ahnung hat, wie er seine notwendigen Einkäufe zahlen soll, wieso meint er, dass er sich am 14. irgendwo etwas leihen kann?

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#32
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22546 Beiträge, 14878x hilfreich)

Zitat:
Trotzdem bleibt die auch schon vom userkollegen aufgeworfene Frage, was das mit einer Pfändung zu tun hat.

Nichts. Die Bank pfändet nicht. Sie rechnet auf.

Ich glaube ihr überseht mehrere Dinge.

1. Der BGH hat insbesondere die Aufrechnungsklauseln in der Sparkassen-AGB zum implodieren gebracht. Mit dem Effekt, dass derzeit die dortigen Klauseln unwirksam sind und (derzeit) vollständig gestrichen wurden. Andere Banken haben diese Streichung ebenfalls bereits vorgenommen.

2. Der Zeitablauf ist hier entscheidend. Denn in vielen AGB diverser Banken ist überdeutlich enthalten, dass die Bank eine etwaige Aufrechnung anzudrohen und unter Wahrung einer Frist (ich glaube es waren 2 Monate bei der allgemeinen Sparkassen-AGB) ankündigen muss.

3. Es ist richtig, dass eine Aufrechnung im Spannungsfeld der Fragen zum P-Konto u.ä. steht. Und ja, es gibt einige alte Urteile des BGH, wonach die Banken durchaus sogar auf P-Konten mit Arbeitseinkommen aufrechnen dürfen. Doch seither hat sich die Welt weiter gedreht und insbesondere die Klarstellungen des Gesetzgebers inklusive der Gesetze zum P-Konto sind inzwischen andere als noch zu Beginn des Ganzen. Es gibt zwar meinem Wissen in diesem Spannungsfeld noch keine aktuellen BGH-Entscheidungen, aber durchaus einige spannende Landgericht-Entscheidungen, die rechtskräftig geworden sind. Vielleicht finde ich die auch nochmal wieder. In diesem Spannungsfeld mit Gesetzesbegründungen gibt es durchaus Anmerkungen zur Verwendung des von mir angesprochenen Aufrechnungsverbots.

In jedem Fall ist die pauschale Aussagen, dass die Bank das auf jeden Fall darf, so nicht richtig. Es kommt auf viele Rahmenbedingungen an und gerade der geschilderte Zeitablauf könnte hier der Bank nachträglich kräftig auf die Füße fallen.

Das Problem ist aus der Praxis aber:
A) Wie kommt man akut an Geld? Denn das geht nur bedingt.
B) An wen geht das Geld? Auch hier kommt es auf Fragen an, beispielsweise ob die Insolvenz bereits beantragt wurde u.ä. Dann könnte beispielsweise spannend sein, ob sich der IV das Geld von der Bank wiederholt. Hilft dem TE auch nur bedingt, diese Frage.

-- Editiert von mepeisen am 02.05.2018 19:20

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#33
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3694 Beiträge, 1371x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
In jedem Fall ist die pauschale Aussagen, dass die Bank das auf jeden Fall darf, so nicht richtig.

Wenn ich das richtig sehe, hat diese pauschale Aussage niemand in diesem Thread vertreten. Wir wissen es nicht.

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#35
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22546 Beiträge, 14878x hilfreich)

Zitat:
Wenn ich das richtig sehe, hat diese pauschale Aussage niemand in diesem Thread vertreten. Wir wissen es nicht.

Ausdrücklich nicht, nein. In meinen Augen tendierten die Antworten aber teilweise in diese Richtung. Deswegen habe ich versucht, das klarzustellen.

Zitat:
An den Schuldner wird garantiert kein Cent ausbezahlt.

Schrieb ich ja, dass den TE das nicht weiter hilft. Es wäre maximal ein Druckmittel, um irgendwie doch noch die Bank zu einer Zusammenarbeit kurzfristig zu bewegen. Denn eines ist mal klar: Die Bank hat damit unbeabsichtigt womöglich endgültig die Insolvenz ausgelöst. Hatte man vorher noch irgendeine Möglichkeit eines Verhandlungsspielraums, ist der nun wegen akuter Zahlungsunfähigkeit endgültig vorbei.

Unterm Strich sind wir uns ja einig, denke ich. Der TE kann das alles akut nur bedingt oder gar nicht lösen und selbst wenn sich diese Tendenz der letzten zwei Jahre in der Rechtsprechung bewahrheitet und man am Ende teilweise zum Erfolg kommt, ist das eine Lösung, die ihm nicht akut weiterhilft.

Die rein praktische Lösung bei Schuldnerberatern ist eigentlich immer, direkt als erstes vor irgendeiner Aktion ein Guthabenkonto einzurichten bei einer Bank, wo man keine Schulden hat. Um dieses Praxisproblem zu umgehen. Schade, dass der Anwalt das nicht wusste.

-- Editiert von mepeisen am 03.05.2018 06:27

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#37
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22546 Beiträge, 14878x hilfreich)

Nicht jeder Anwalt ist automatisch ein guter Schuldnerberater. Es ist nicht schlimm, wenn der Anwalt das einfach nicht wusste. Er mag seine Expertisen in anderen Bereichen haben.
Und ja, es kommt durchaus oft genug vor, dass gerade auch Schuldnerberatung spielende Anwälte so etwas nicht wissen (aber auch der ein oder andere "Profi-Schuldnerberater").

Mag natürlich auch sein, dass der TE darauf hingewiesen wurde und das nicht ernst nahm oder dachte, er habe noch Zeit o.ä. Vielleicht antwortet er nochmal.

Helfen tut ihm die Erkenntnis ob er schlecht beraten wurde oder selbst dran Schuld ist, aber auch nicht wirklich.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#38
 Von 
Dr. Lamar
Status:
Beginner
(86 Beiträge, 36x hilfreich)

Zitat (von Guapino):
vielleicht hätte ich den Dispo sofort selber mit meinem Lohn bezahlt aber es wäre immer noch meine Entscheidung gewesen mit meinem Geld

Ja, aber die Bank war so freundlich und hat dir diese Entscheidung von selbst abgenommen, die ja wie du selbst sagst "vielleicht" sowieso getroffen hättest.

Damit hat sie diesen Schritt schonmal für dich getan :)

Also alles im Lot



-- Editiert von Dr. Lamar am 04.05.2018 14:34

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