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Kreditbetrug Ja oder Nein ? Wie würde dieses Beispiel hier geahndet werden ?

12. September 2022 Thema abonnieren
 Von 
mechior
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Kreditbetrug Ja oder Nein ? Wie würde dieses Beispiel hier geahndet werden ?

Fiktives Beispiel:

Jemand hat Kredite in Anspruch genommen, obwohl er Hartz4 empfängt und keine realistische Möglichkeit hatte, die Raten zu bezahlen.

Bei den Angaben zum Kreditantrag hat er wahrheitsgemäß Auskunft gegeben betreffend Schufa, Vermögenswerte etc.

Lediglich bei „Beruf" wurde Selbstständigkeit eingetragen, diese Selbstständigkeit gibt es in der Tat in kleinem Umfang (ca. 150-300 Euro / Monat). Beim Feld „Beruf" hätte man jedoch, wenn man ganz ehrlich gewesen wäre, „Arbeitsloser" eintragen müssen. Die Angabe bei „Einkommen" entsprach wiederum dem Betrag, der insgesamt jeden Monat zur Verfügung stand durch Jobcenter und Selbstständigkeit.

Als der Kredit lief, und die Raten nicht gezahlt worden sind, und die Kreditinstitute Kontakt aufnahmen, wurde nicht reagiert.
Der Kreditnehmer hat nie eine Rate bezahlt.

Was passiert jetzt, wie ist der Ablauf der Dinge?
Geht das einfach nur in die Mahnung und Schufa sowie Gerichtsvollzieher?
Oder wird Anzeige erhoben werden wegen Betrugs?
Wenn ja, mit welcher Strafe ist zu rechnen? Grobe, geschätzte Auskunft unter Berücksichtigung der hier genannten Details reicht völlig aus.

Die Kleinstkreditbeträge, die bei mehr als einem Kreditinstitut in Anspruch genommen worden sind, belaufen sich auf insgesamt 6000 Euro.

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13835 Beiträge, 8495x hilfreich)

Zitat (von mechior):
Geht das einfach nur in die Mahnung und Schufa sowie Gerichtsvollzieher?

Sehr wahrscheinlich ja.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(104030 Beiträge, 37585x hilfreich)

Zitat (von mechior):
Kreditbetrug Ja oder Nein ?

Ziemlich eindeutig kein Kreditbetrug.

Oder hat man noch irgendwelche Unterlagen "optimiert"?



Zitat (von mechior):
Beim Feld „Beruf" hätte man jedoch, wenn man ganz ehrlich gewesen wäre, „Arbeitsloser" eintragen müssen.

Wenn man zu dem Klientel gehört, das solches als Beruf ausübt ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#3
 Von 
cirius32832
Status:
Master
(4629 Beiträge, 1133x hilfreich)

Ich sehe das Vorgehen nur als Betrug, wenn man die Kreditverträge abgeschlossen hätte nachdem man vor dem Gerichtsvollzieher die Eidesstattliche Versicherung abgegeben hätte.

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#4
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(25195 Beiträge, 4790x hilfreich)

Zitat (von mechior):
keine realistische Möglichkeit hatte, die Raten zu bezahlen.
Unsinn. Das geht selbstverständlich, wenn man entspr. wirtschaftet.
Zitat (von mechior):
Lediglich bei „Beruf" wurde Selbstständigkeit eingetragen,
Das war korrekt.
Zitat (von mechior):
Beim Feld „Beruf" hätte man jedoch, wenn man ganz ehrlich gewesen wäre, „Arbeitsloser" eintragen müssen
Auch Unsinn. Seit wann ist *Arbeitsloser* denn ein Beruf bzw. eine Tätigkeit?
Der Kreditnehmer ist ---Aufstocker--, er bekommt wegen geringen Einkommens ergänzende Leistungen vom JC nach SGB II.
Ich sehe keinen Kreditbetrug.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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#5
 Von 
Wurstsemmel
Status:
Schüler
(430 Beiträge, 64x hilfreich)

Sollte es tatsächlich Banken geben die Kredite für jemanden einräumen, der unterhalb der Pfändungsfreigrenze liegt? Und das auch noch im Plural - mehrere Banken??

Gerade von Selbstständigen wird doch für gewöhnlich eine Menge an Unterlagen gefordert, vom Steuerberater, Finanzamt etc.

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#6
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(25195 Beiträge, 4790x hilfreich)

Vielleicht gibts aufgrund der wirtschaftlichen Lage Deutschlands schon *Mikrokredite*? Woanders in der Welt retten solche schon mal Existenzen. :wink:

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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#7
 Von 
kalledelhaie
Status:
Lehrling
(1163 Beiträge, 186x hilfreich)

Ich teile den Optimismus nicht.

Zitat (von mechior):
Kleinstkreditbeträge, die bei mehr als einem Kreditinstitut


Zitat (von mechior):
hat nie eine Rate bezahlt


Da ist das hier:
Zitat (von mechior):
hat Kredite in Anspruch genommen, obwohl er Hartz4 empfängt und keine realistische Möglichkeit hatte, die Raten zu bezahlen.


Nur noch Makulatur.

Signatur:

Die von mir vertretenen Meinungen sind rein private Einschätzungen und ersetzen keine professionelle

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#8
 Von 
mechior
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Ich sehe das Vorgehen nur als Betrug, wenn man die Kreditverträge abgeschlossen hätte nachdem man vor dem Gerichtsvollzieher die Eidesstattliche Versicherung abgegeben hätte.


Wichtiger Punkt, den ich vergessen habe, danke.

Genau das wurde nämlich bereits gemacht. Eine Eidesstattliche Versicherung wurde abgegeben. Vorher (!)

Mit welcher Strafe ist da zu rechnen? (Kreditnehmer nicht vorbestraft oder dergleichen).

-- Editiert von User am 14. September 2022 21:46

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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(104030 Beiträge, 37585x hilfreich)

Zitat (von mechior):
Mit welcher Strafe ist da zu rechnen?

Mit gar keiner.

Wenn die Banken zu inkompetent sind, die Kreditvergabe "richtig" zu machen, ist das keine strafrechtlich relevante Handlung des Kreditnehmers.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
kalledelhaie
Status:
Lehrling
(1163 Beiträge, 186x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von mechior):
Mit welcher Strafe ist da zu rechnen?

Mit gar keiner.


Ich empfehle mal sich mit dem Thema "Eingehungsbetrug" zu beschäftigen.

Bspw. hier:: https://www.schuldnerberatung.de/eingehungsbetrug/#hier

Für die erste und vielleicht noch zweite Kreditvergabe mag es zutreffend sein, dass hier die Bank sich den Schuldner selber ausgesucht hat.

Aber dann wird es irgendwann "kritisch", wenn man NIE einen bestehenden Kredit bedient hat, dann aber einen weiteren beantragt. Hier glaubhaft darzulegen, dass man diesen neuen Kredit tatsächlich bedienen wollte wird, ich sage es mal vorsichtig, eine nicht unbeachtliche Herausforderung.

Mit welcher Strafe dann am ende zu rechnen ist, ist immer eine Frage der Gesamtumstände.

Signatur:

Die von mir vertretenen Meinungen sind rein private Einschätzungen und ersetzen keine professionelle

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#11
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(25195 Beiträge, 4790x hilfreich)

Zitat (von mechior):
Mit welcher Strafe ist da zu rechnen?
Frag doch bitte wieder nach, wenn der Kreditnehmer eine Anzeige vorliegen hat.
Wir wissen nicht, was die Banken nach dem vergeblichen Versuch der Kontaktaufnahme tun werden.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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#12
 Von 
CarstenF
Status:
Schüler
(262 Beiträge, 44x hilfreich)

Wenn der Fragesteller denn nie vorhatte, hier seine Raten zu bedienen, würde wohl schon ein Betrug vorliegen. Realistisch gesehen wissen das die Banken ja aber nicht (außer er würde es Ihnen gestehen), somit wird hier ziemlich sicher keine Anzeige(n) erfolgen.

Die ganzen Kredite werden dann früher oder später an Inkasso-Büros abgegeben, da dies mehrere sind, wird der Fragesteller vermutlich bald mit Briefen bombardiert werden, darauf kann man sich schon mal einstellen. Die Kosten werden sich auch erhöhen, irgendwann mal eine Klage und in Folge dessen eine Pfändung erfolgen. Kann natürlich auch sein, dass das Ziel hier die Insolvenz ist oder man besorgt sich eben ein Pfändungsschutzkonto.
Oder was ist hier sonst der Plan des Fragestellers, wenn man es sowieso nicht bezahlen kann?

-- Editiert von User am 15. September 2022 15:44

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
kalledelhaie
Status:
Lehrling
(1163 Beiträge, 186x hilfreich)

Zitat (von CarstenF):
Realistisch gesehen wissen das die Banken ja aber nicht (außer er würde es Ihnen gestehen), somit wird hier ziemlich sicher keine Anzeige(n) erfolgen.


Da haben wir aber unterschiedliche Erwartungshaltungen.

Ich würde davon ausgehen, dass bei Krediten bei denen NIE eine Rate bedient wird und man wohl auch nicht aktiv aufgeklärt/kooperiert hat, die Strafanzeige zum Standardprozess im Rahmen der internen Regelungen gehört. Denn was braucht man bitte mehr für einen konkreten Anfangsverdacht?

Signatur:

Die von mir vertretenen Meinungen sind rein private Einschätzungen und ersetzen keine professionelle

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(25195 Beiträge, 4790x hilfreich)

Zitat (von CarstenF):
Oder was ist hier sonst der Plan des Fragestellers, wenn man es sowieso nicht bezahlen kann?
Ich verstehe eher, dass jemand behauptet, man könne Raten realistisch gar nicht bedienen, wenn man ALG2-Bezieher mit Einkommen aus Selbstständigkeit sei.
Man kann es, viele tun es und wie hoch die (unmöglich zahlbaren) Raten sind, lesen wir nicht.

Mal ganz platt: Als ALG2-Bezieher könnte man schon mit einem Einkommen von mtl. 100,- Kreditraten in Höhe von 100,-mtl. bedienen.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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