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Nachforschungsauftrag bei der Bank nach Überweisung auf falsche IBAN

10.2.2020 Thema abonnieren
 Von 
DerPilz
Status:
Schüler
(478 Beiträge, 22x hilfreich)
Nachforschungsauftrag bei der Bank nach Überweisung auf falsche IBAN

Moin,

die Tante meiner Partnerin hat im Auftrag meiner Partnerin eine Überweisung veranlasst zum Erwerb eines Geburtstagsgeschenkes für mich. Das Geschenk hat meine Partnerin bei einer privaten Verkäuferin über Facebook erworben. Diese Verkäuferin wandte sich dann später an meine Partnerin und informierte sie darüber, dass sie ihr eine falsche IBAN mitgeteilt habe. Zu dem Zeitpunkt war die Überweisung auf die falsche IBAN aber schon raus. Eine Testüberweisung von meinem Konto per Echtzeitüberweisung ergab, dass das Konto zu dieser falschen IBAN tatsächlich existierte. Die Empfängerbank bestätigte mir dann auch dass bei einem so kleinen Betrag, es waren knapp über 100 Euro, gemäß § 675r BGB nicht geprüft wird ob Inhaber auf dem Überweisungsauftrag und Inhaber der angegebenen IBAN zusammenpassen, es reicht, wenn das Konto zur angegebenen IBAN existiert. Da wir nun aber nicht wissen wer Inhaber dieses Kontos mit der falschen IBAN ist, beabsichtigt die Tante bei ihrer Bank einen Nachforschungsauftrag zu stellen.

Ich würde nun gern wissen ob bei einem solchen Nachforschungsauftrag auch tatsächlich der Name und die Anschrift des Inhabers des falschen Kontos beauskunftet wird. Ich meine, irgendwie müssen wir ja diese Person dann kontaktieren und auffordern uns das Geld zurück zu erstatten.

Gruß

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46 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Lehrling
(1266 Beiträge, 458x hilfreich)

Warum schreibt die Tante nicht einfach die Bank an und bittet das Geld zurückzuzahlen. Die Bank wird sich dann mit dem Empfänger in Verbindung setzen. So war es zumindest bei mir.

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#2
 Von 
guyfromhamburg
Status:
Lehrling
(1781 Beiträge, 353x hilfreich)

a) Gem. § 675r BGB wird nur die Kundenkennung beachtet, das ist aber genau die IBAN (incl. BIC). Der Name des Empfängers wird überhaupt nicht mehr geprüft (unabhängig von der Höhe der Überweisung).

b) Ihre Tante stellt keinen "Nachforschungsauftrag". Sie soll einfach ihrer Bank die fehlerhafte Überweisung melden. Im Normalfall setzt sich die Bank dann mit der Empfängerbank in Verbindung und versucht das Geld zurück zu holen. Misslingt dies, wird die Bank den Namen und die Adressdaten des Kontoinhabers herausgeben. Datenschutz zählt in diesem Fall nicht mehr.


Aber ich würde anders vorgehen:
Da die Verkäuferin nachweislich die falschen Kontodaten genannt hat, ist Ihre Tante ihren Verpflichtungen aus dem Kaufvertrag ausreichend nachgekommen. Ich würde die Verkäuferin mit Fristsetzung von 14 Tagen auffordern, die Ware zu liefern.

Zudem ich nicht glaube, dass die Verkäuferin den Namen des "falschen" Kontoinhabers nicht kennt. Einen einfachen Zahlendreher in der IBAN schließe ich aus, da durch das Prüfzifferverfahren die IBAN dann ungültig wäre.

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#3
 Von 
DerPilz
Status:
Schüler
(478 Beiträge, 22x hilfreich)

Die Tante Martina ist nicht Käufer, sondern meine Partnerin. Martina hat nur im Auftrag meiner Partnerin die Überweisung veranlasst, weil meine Partnerin dies nicht kann. Das Geld hat die Martina bereits zurück erhalten. Daher müsste meine Partnerin dann wohl die Verkäuferin unter Fristsetzung auffordern die Ware zu liefern, oder nicht?

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#4
 Von 
guyfromhamburg
Status:
Lehrling
(1781 Beiträge, 353x hilfreich)

Zitat (von DerPilz):
Das Geld hat die Martina bereits zurück erhalten.
Von wem?

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#5
 Von 
DerPilz
Status:
Schüler
(478 Beiträge, 22x hilfreich)

Von meiner Partnerin, daher ist es nicht mehr Martinas Geld, um das es hier geht.

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#6
 Von 
fb367463-2
Status:
Schlichter
(7141 Beiträge, 2869x hilfreich)

Es geht doch um die 100 Euro, die falsch adressiert wurden - die kann nur die Tante Martina zurück holen, der (falsche) Empfänger hat nichts mit Ihrer Partnerin zu schaffen. Auch die Bank wird Ihrer Partnerin keinen Namen und keine Adresse geben, nur der Tante Martina.

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#7
 Von 
DerPilz
Status:
Schüler
(478 Beiträge, 22x hilfreich)

Das ist klar, aber wir können dann den falschen Empfänger kontaktieren und um Rückzahlung des Geldes unter Fristsetzung bitten. Es ist das Geld meiner Partnerin und insofern hat sie auch einen Rückzahlungsanspruch.

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#8
 Von 
guyfromhamburg
Status:
Lehrling
(1781 Beiträge, 353x hilfreich)

ich würde die Verkäuferin in der Pflicht sehen, Vorgehensweise wie oben beschrieben. Sie (bzw. die Tante) hat an die von der Verkäuferin angegebene Kontoverbindung überwiesen. Fertig.

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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(74169 Beiträge, 32870x hilfreich)

Zitat (von guyfromhamburg):
ich würde die Verkäuferin in der Pflicht sehen,

So ist es. Die Schlampigkeit der Verkäuferin ist weder das Problem der Partnerin, noch das der Tante. Könnte aber sein, das die Verkäuferin das erst kostenpflichtig von einem Gericht erklärt haben möchte ...


Das einzige wozu die Tante verpflichtet wäre, wäre die Abtretung der Ansprüche / Mitwirkung bei der Ermittlung.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#10
 Von 
DerPilz
Status:
Schüler
(478 Beiträge, 22x hilfreich)

Ja, das kann die Tante an meine Partnerin gern abtreten, oder wie meinst Du das? Ich habe doch richtig verstanden, dass die Tante meiner Partnerin die Ansprüche abtreten müsste, oder?

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#11
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9836 Beiträge, 3700x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
aber wir können dann den falschen Empfänger kontaktieren und um Rückzahlung des Geldes unter Fristsetzung bitten.
Ja, bitten könnt ihr, der Geldverwahrer wäre aber schön blöd wenn er dem folgen würde.
Das Geld muss dahin wo es her gekommen ist, und wenn möglich auf dem selben Weg (das würden wir hier dringend raten wenn der Empfänger fragen würde).

Und noch ein Weg wie man Kontakt herstellen kann: Man überweist 1 Cent und schreibt in den Betreff seine Kontaktdaten (leider ist das aber auch nicht sicher weil die meisten Banken die Kontodaten des Überweisenden nicht zeigen, und damit sind wir wieder bei dem was ich oben geschrieben hatte).

Stefan

Signatur:Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?
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#12
 Von 
DerPilz
Status:
Schüler
(478 Beiträge, 22x hilfreich)

Die Tante kann schriftlich bestätigen und versichern dass sie diesen Betrag von meiner Partnerin erhalten hat sie daher keinen Anspruch mehr auf das Geld hat. Insofern ist es in Ordnung wenn diese Person das Geld an meine Partnerin erstatten würde. Wie gesagt, die Tante hat die Ansprüche an meine bis dahin Partnerin abgetreten.

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#13
 Von 
DerPilz
Status:
Schüler
(478 Beiträge, 22x hilfreich)

Also meine Partnerin hat die Verkäuferin nun schriftlich aufgefordert die Ware zu versenden, doch die Verkäuferin weigert sich erwartungsgemäß. Der Kauf fand über Facebook statt, dort wurde der Artikel, es handelt sich wohl um Eintrittskarten zu einer Veranstaltung, dargeboten. Meine Partnerin ließ sich natürlich die Anschrift der Verkäuferin nicht geben, diese steht selbstverständlich auch nicht im Facebook-Profil dieser Dame. Insofern wüssten wir nun auch nicht gegen wen meine Partnerin vorgehen soll, wenn sich diese Person weigert die Ware an meine Partnerin zu versenden. Im schriftlichen Kontakt wurde, so wurde mir zugetragen, nur der Kaufpreis und der Artikel vereinbart, meine Partnerin nannte der Dame noch unsere Adresse und erhielt dann die (falsche) IBAN dieser Verkäuferin. Die Verkäuferin betont nun immer wieder, dass sie von ihrer Bank informiert wurde, dass dieser Betrag an Martina erstattet worden ist, weil das falsche Konto angeblich nicht existiert. Ich habe daher mein Online-Banking heute nochmals überprüft, denn von dort habe ich eine Testüberweisung als Echtzeit-Überweisung in Höhe von 0,01 EUR veranlasst. Diese Überweisung wurde sofort erfolgreich abgeschlossen, eine Rückbuchung aufgrund falscher Kontodaten bzw. eines nichtexistierenden Zielkontos erfolgte bislang nicht. Damit dürfte die Angabe der Dame widerlegt sein. Das Konto mit der falschen IBAN besteht definitiv. Wir vermuten dass es sich hierbei um einen Betrug handelt, diese Dame sich das Geld unter den Nagel reißen will ohne die Ware zu versenden. Eventuell besitzt sie überhaupt keine Eintrittskarten. In dem Fall wüssten wir aber auch nicht an wen wir uns wenden sollten.

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#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(74169 Beiträge, 32870x hilfreich)

Zitat (von DerPilz):
In dem Fall wüssten wir aber auch nicht an wen wir uns wenden sollten.

https://www.polizei.de/


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#15
 Von 
DerPilz
Status:
Schüler
(478 Beiträge, 22x hilfreich)

Lustig. Wen sollen wir denn Anzeigen? Facebook, weil darüber der Kauf abgewickelt wurde?

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#16
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(74169 Beiträge, 32870x hilfreich)

Klar ... man kann man ja nur anzeigen wenn man Name, Anschrift, Geburtsurkunde und DNA-Probe des Täters hat ... ist ja nicht so, das es der Job der Polizei wäre Täter zu ermitteln ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#17
 Von 
DerPilz
Status:
Schüler
(478 Beiträge, 22x hilfreich)

Die Dame hat meiner Partnerin gerade eine neue IBAN geschickt, diesmal ist die IBAN aber ungültig, weil diese 21 Ziffern hat (nach dem "DE") und nicht 20, wie es normalerweise der Fall ist. Mein Online-Banking teilt mir mit, dass die IBAN falsch ist. So langsam werde ich wütend auf diese Frau. Die will uns echt verarschen.

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#18
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9836 Beiträge, 3700x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Lustig. Wen sollen wir denn Anzeigen?
Na die Verkäuferin (den Namen braucht man dafür nicht unbedingt).
Die Polizei kann schon herausfinden, wem der Facebook-Account gehört, oder das Bankkonto.

Stefan

Signatur:Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?
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#19
 Von 
DerPilz
Status:
Schüler
(478 Beiträge, 22x hilfreich)

Zunächst Mal ist es keine Straftat eine IBAN falsch anzugeben, oder? Wir können ihr nicht beweisen dass sie vorhatte mit dem Geld zu verschwinden, das ist eine Vermutung. Daher hat sie bislang ja nichts verkehrt gemacht. Sie hat meine Partnerin darauf hingewiesen dass die zuerst genannte IBAN falsch sei, dass dies etwas spät kam, war halt Unglück. Wir haben auch keine Anhaltspunkte dafür, dass das "falsche" Konto auf sie läuft oder auf eine Person, mit der sie "zusammenarbeitet" um einen Betrug zu begehen. Es ist halt nur seltsam, dass man meiner Partnerin zuerst eine an sich korrekte IBAN gibt, das Konto dahinter jedoch falsch sein soll und man ihr dann eine inkorrekte IBAN mitteilt.

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#20
 Von 
vundaal76
Status:
Student
(2640 Beiträge, 1467x hilfreich)

Für mich riecht das hier ganz stark nach einem Betrugsmanöver der vermeintlichen Verkäuferin.

Zitat:
b) Ihre Tante stellt keinen "Nachforschungsauftrag". Sie soll einfach ihrer Bank die fehlerhafte Überweisung melden. Im Normalfall setzt sich die Bank dann mit der Empfängerbank in Verbindung und versucht das Geld zurück zu holen. Misslingt dies, wird die Bank den Namen und die Adressdaten des Kontoinhabers herausgeben. Datenschutz zählt in diesem Fall nicht mehr.

Das glaube ich nicht!
Wenn es eine Regelung gibt, öffnet das Tor und Türen für Jedermann die Kontaktdaten eines Kontoinhabers rauszufinden.

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#21
 Von 
DerPilz
Status:
Schüler
(478 Beiträge, 22x hilfreich)

Also die Verkäuferin gab meiner Partnerin gestern eine dritte IBAN, die dann wohl korrekt war. Eine Test-Echtzeit-Überweisung von mir war erfolgreich. Ich befürchte auch einen Betrug, wir können es aber nicht nachweisen. Sollen wir nun einfach auf "gut Glück" eine Strafanzeige erstatten?

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#22
 Von 
DerPilz
Status:
Schüler
(478 Beiträge, 22x hilfreich)

Hallo,

heute haben wir von der Tante Martina einen Beleg bekommen, der ihr von ihrer Bank aufgrund des Nachforschungsauftrags ausgehändigt wurde. Dieser Beleg besagt folgendes:

"Sie haben uns beauftragt, uns um die Wiederbeschaffung der mit einer fehlerhaften Kundenkennung beauftragten Überweisung zu bemühen. Die Widerbeschaffung war nicht erfolgreich. mangels Deckung.
Überweisung in EUR 106,00
Zahlungsempfänger: Frau Lisa Maria J.
IBAN/BIC: XXXXXXXXX"

Was sollen wir nun tun? Strafanzeige dürfte ja nicht so vielversprechend sein, denn dann wird nur ein Strafverfahren eingeleitet, das Geld wird meiner Partnerin dann aber nicht zurück erstattet.

Wir sind nun ratlos. Dieser Beleg sagt aber aus, dass das falsche Konto auf diese Dame läuft, die meiner Partnerin mehrfach erklärt hat, dass dies die falsche IBAN sei und sie nicht wisse wem dieses Konto gehört, sie hat sogar häufiger versichert, dass dieses Konto nicht existiert. Das Gegenteil ist der Fall, wie man nun schwarz auf weiß sieht.

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#23
 Von 
NaibaF123
Status:
Lehrling
(1070 Beiträge, 157x hilfreich)

Zitat (von DerPilz):
Strafanzeige dürfte ja nicht so vielversprechend sein, denn dann wird nur ein Strafverfahren eingeleitet, das Geld wird meiner Partnerin dann aber nicht zurück erstattet.

Ein Strafverfahren einleiten um a) die Zahlungsbereitschaft zu erhöhen und b) eine erfolgte Straftat zu ahnden, so denn jemand überführt wird.
Um das Geld (oder die Ware) zu erhalten müsste man Notfalls einen Zivilprozess anstreben. Man kann es aber vorher auch nochmal mit warmen Worten versuchen, jetzt wo man ein Indiz hat.

Blöd ist halt, dass Betrüger oft aus Geldmangel betrügen. Insofern kann man das Geld nicht unwahrscheinlicherweise abschreiben.

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#24
 Von 
fb367463-2
Status:
Schlichter
(7141 Beiträge, 2869x hilfreich)

Das "Gute" am Strafantrag ist, daß der Richter entscheiden kann, daß dieses Geld aus "vorsätzlich begangener Straftat" stammt. Nach § 302 Nr. 1 InsO werden Schulden aus vorsätzlichen unerlaubten Handlungen durch eine Privatinsolvenz nicht beseitigt. Diese müssen dann weiter in Raten abbezahlt werden.

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#25
 Von 
DerPilz
Status:
Schüler
(478 Beiträge, 22x hilfreich)

Die Staatsanwaltschaft kann aber auch entscheiden ein solches Verfahren wegen Geringfügigkeit oder aus Mangel an Beweisen einzustellen. Dann haben wir gar nichts davon. Ich habe heute auch erfahren, dass es wohl die Möglichkeit gibt, direkt beim Strafantrag und der Erstattung der Strafanzeige zu beantragen dass auch über den meiner Partnerin geschuldeten Betrag im Gerichtsverfahren, sollte es zur Anklage kommen, entschieden wird. Der Strafrichter hat wohl die Möglichkeit auch, wie im Zivilverfahren, dies zu beschließen, sodass meine Partnerin anschließend einen gültigen Titel zur Zwangseintreibung hätte.

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#26
 Von 
NaibaF123
Status:
Lehrling
(1070 Beiträge, 157x hilfreich)

Zitat (von DerPilz):
Die Staatsanwaltschaft kann aber auch entscheiden ein solches Verfahren wegen Geringfügigkeit oder aus Mangel an Beweisen einzustellen. Dann haben wir gar nichts davon.

Korrekt. Da der Einsatz hier aber "0" beträgt, ist das eine Wette, die man quasi nicht verlieren, aber durchaus gewinnen kann.
Auch wurde schon so manch einer allein durch den Briefeingang "Sehr geehrte Frau XYZ, gegen Sie wurde ein Ermittlungsverfahren in der Sache Betrug ... eingeleitet" durchaus in seiner Zahlungsmoral beeinflusst. Im Falle einer Verurteilungen sehen es Richter durchaus gerne, wenn man den angerichteten Schaden bereits beglichen hat, oder zumindest ernsthaft danach strebt.

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#27
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9836 Beiträge, 3700x hilfreich)

Hallo,

aktueller Stand ist doch, dass die Verkäuferin die Ware schuldet. Das ist aber reines Zivilrecht, eine Straftat ist hier (noch) nicht zu erkennen.

Zitat:
auch über den meiner Partnerin geschuldeten Betrag ... entschieden wird.
Ich hatte das weiter oben schon mal geschrieben: Deiner Partnerin wird überhaupt nichts geschuldet, sondern - nur - der Tante.
Diese kann ihre Forderung natürlich an deine Partnerin abtreten, aber das geschieht nicht einfach auf Zuruf; der Schuldner muss - und sollte - sich darauf nicht einlassen (sonst zahlt er am Ende zwei mal).

Also, wurde dem - falschen (davon ist zumindest noch immer auszugehen) - Kontoinhaber die Abtretungserklärung rechtswirksam zugestellt? Ich halte das nämlich für praktisch unmöglich (weil, wie will die Tante ihre Identität nachweisen, und wie sollte die Gegenseite das überprüfen können?).

Stefan

Signatur:Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?
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#28
 Von 
DerPilz
Status:
Schüler
(478 Beiträge, 22x hilfreich)

Wie, was, wo? Ich verstehe nur Bahnhof. Meine Partnerin hat in Facebook Karten erworben bei dieser privaten Verkäuferin, nicht die Tante. Die Tante hat nur im Auftrag meiner Partnerin überwiesen. Sie ist sonst nicht in Erscheinung getreten. Insofern hat meine Partnerin den Kaufvertrag mit der Verkäuferin geschlossen. Warum muss hier was abgetreten werden?

Warum sollte dem falschen Kontoinhaber eine Abtretungserklärung zugegangen sein? Es wurde doch gar nichts verschickt diesbezüglich. Ich weiß nicht worum es hier geht.

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#29
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9836 Beiträge, 3700x hilfreich)

Hallo,

es gibt doch zwei Probleme.

1. Der Vertrag zwischen deiner Partnerin und der Verkäuferin auf Facebook.
2. Die Überweisung auf das angeblich falsche Konto.

Und das musst du eben trennen (bzw. doch nicht, weil das 2. ist eigentlich nicht euer Problem, ihr müsst nur mitwirken).

Die Verkäuferin schuldet kein Geld sondern nur die Karten*, und auch nur dazu kann sie verurteilt werden (zivilrechtlich, strafrechtlich ist bisher nichts belastbares bekannt).

*außer wenn die Veranstaltung schon vorbei ist(?)

Zitat:
Warum sollte dem falschen Kontoinhaber eine Abtretungserklärung zugegangen sein?
Weil du in #7 geschrieben hast, dass ihr - deine Partnerin und du - das Geld zurück verlangen wollt (ich hatte in #11 auch schon was dazu geschrieben).
Aber gut, in #22 steht ja nun, dass doch die Tante ihre Bank angewiesen hat die Überweisung zu stornieren, das ist der einzig richtige Weg.

Das alles sollte euch aber nur am Rande interessieren, wie gesagt schuldet euch die Verkäuferin die Karten (bzw. den Gegenwert), und das fehlgeleitete Geld muss sie sich selber zurückholen (ihr müsst dabei mitwirken, mehr aber nicht, insbesondere haftet ihr nicht).
Ein Problem in solchen Fällen ist halt manchmal, dass das falsche Konto gepfändet ist. Dann wird es schwierig ...

Stefan

Signatur:Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?
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#30
 Von 
NaibaF123
Status:
Lehrling
(1070 Beiträge, 157x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
strafrechtlich ist bisher nichts belastbares bekannt

Das würde ich hier anders sehen.
Meinem Verständnis der, zugegeben recht konfusen und unstruktirierten, Postings hier, ist der Kontoinhaber des angeblich falschen Kontos und der Verkäuferin identisch. Das in Verbindung mit den getätigten Aussagen der Verkäuferin lässt einen Betrug schon sehr nahe liegend erscheinen.
(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Vermögensvorteil würde ich hier bejahen. Insbesondere, da eine Zweite, angeblich korrekte IBAN gleich nachgeliefert wurde.
Vorspielung falscher Tatsachen, Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen sehe ich hier auch gleich mehrere.
Außer natürlich, der gleiche Name wäre ein ganz blöder Zufall. Dann wären wir tatsächlich nur im Zivilrecht und einer noch offenen Lieferung.

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