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Neues Haus finanzieren durch Beleihung des eigenen Hauses

 Von 
go487084-55
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)
Neues Haus finanzieren durch Beleihung des eigenen Hauses

Guten Abend,

zunächst der Sachverhalt:
Meiner Schwester und mir gehört gemeinsam durch eine Erbschaft ein altes Haus jeweils zur Hälfte.
Mein Schwester möchte nun zusätzlich ein neues Haus mit ihrem Partner kaufen.

Die Frage ist nun, ob meine Schwester die Möglichkeit hat, ohne meine Unterschrift bei einer Bank einen Kredit für ein neues Haus zu bekommen, indem sie unser gemeinsames Haus beleiht?

Wenn das möglich ist, und sie könnte ihre Schuld nicht begleichen, was passiert dann mit dem Haus wenn der Kredit ausläuft oder sie die Raten nicht mehr zahlen kann?

Vielen Dank für die Antworten im Voraus.

VG Patrick

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Bank Kredit Unterschrift zahlen


14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71828 Beiträge, 32479x hilfreich)

Sie könnte ihren Anteil beleihen - ob das eine Bank macht ist aber zweifelhaft.



Zitat (von go487084-55):
was passiert dann mit dem Haus wenn der Kredit ausläuft oder sie die Raten nicht mehr zahlen kann?

Entweder sie lässt es versteigern bzw. ihren Anteil oder die Bank macht das.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
go487084-55
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Ok, das hört sich gut an. Müsste man sich das im Falle der Beleihung nicht auch beim Notar beglaubigen lassen und folglich auch beide Eigentümer unterzeichnen?

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#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(35350 Beiträge, 12675x hilfreich)

Zitat:
Müsste man sich das im Falle der Beleihung nicht auch beim Notar beglaubigen lassen

Ja

Zitat:
und folglich auch beide Eigentümer unterzeichnen?

Nur, wenn das gesamte Haus beliehen wird.
Auch ich kann mir nicht so richtig vorstellen, dass sich die Bank darauf einlässt, nur den Anteil Deiner Schwester zu beleihen

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#4
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22903 Beiträge, 15071x hilfreich)

Ein kleines Detail: Was exakt steht im Grundbuch drin? Die Ausführungen von Harry und hh gelten, wenn sie entsprechend neben dem TE im Grundbuch steht (mit/ohne Eigentumsanteil).

Zitat:
Auch ich kann mir nicht so richtig vorstellen, dass sich die Bank darauf einlässt, nur den Anteil Deiner Schwester zu beleihen

Das kommt auf die Gesamtumstände an. Wenn es beispielsweise ein Zweifamilienhaus ist, also zwei Haushälften mit separaten Eingängen, dann könnte auch eine Teilversteigerung Sinn ergeben und damit eine reelle Sicherheit vorhanden sein.

Was natürlich extrem unattraktiv ist: Wenn es nur eine Wohnung in diesem Haus gibt und man somit schwer etwas aufteilen kann. Denn dann stellt sich im Fall der Fälle die ganz einfache Frage: Wer will so etwas jemals ersteigern (außer dem TE, der schon eine Haushälfte hat)?

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#5
 Von 
go487084-55
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Guten Morgen,

also das Haus ist ein Mehrfamilienhaus, bei dem insgesamt drei Wohneinheiten möglich sind. In der einen Haushälfte sind 3 Stockwerke, mit insg. 2 Wohnungen; in der anderen Haushälfte eine weitere kleinere Wohnung.

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#6
 Von 
Paragrafenreiter
Status:
Praktikant
(531 Beiträge, 378x hilfreich)

Wie steht es im Grundbuch?
Ist das Haus nach WEG geteilt und dir gehören zB 50/100 Miteigentumsanteil an Wohnung 1 und 2 oder gehört euch jeweils 1/2 vom ganzen Haus?

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#7
 Von 
go487084-55
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Uns gehört jeweils 1/2 vom Haus.

Es ist nicht unterteilt in einzelne Wohnungen

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#8
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22903 Beiträge, 15071x hilfreich)

OK, damit wird es wiederum ggf. IMHO unattraktiv. Denn dann müsste bei einer Versteigerung immer erst mal geschaut werden, wie man diese ideelle Haushälfte real aufteilt.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#9
 Von 
go487084-55
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Alles klar dann vielen Dank für die Beiträge!

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#10
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(35350 Beiträge, 12675x hilfreich)

Zitat:
Das kommt auf die Gesamtumstände an. Wenn es beispielsweise ein Zweifamilienhaus ist, also zwei Haushälften mit separaten Eingängen, dann könnte auch eine Teilversteigerung Sinn ergeben und damit eine reelle Sicherheit vorhanden sein.

Eine Teilungsversteigerung kann aber nicht von der Bank beantragt werden.

Zitat:
Denn dann müsste bei einer Versteigerung immer erst mal geschaut werden, wie man diese ideelle Haushälfte real aufteilt.

Wieso das?

Die Bank könnte nur den 50%-Anteil versteigern lassen und dafür werden sich kaum Interessenten finden. Das ist auch der Grund, warum die Banken kaum derartige Sicherheiten akzeptieren.

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#11
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22903 Beiträge, 15071x hilfreich)

Zitat:
Wieso das?

Das müsste meine ich nicht im Sinne von irgendeinem juristischen Zwang. Ich meine damit, dass eine sinnvolle Nutzung einer halben Immobilie aus Käufersicht nur dann Sinn ergibt, wenn man sie vermieten oder selbst bewohnen kann.

Zitat:
Eine Teilungsversteigerung kann aber nicht von der Bank beantragt werden.

Hmmm. Wirklich nicht? Siehe am Ende des Artikels:
https://www.haufe.de/recht/deutsches-anwalt-office-premium/teilungsversteigerung-21-antragsberechtigte_idesk_PI17574_HI9547103.html
Übersehe ich da etwas?

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#13
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(35350 Beiträge, 12675x hilfreich)

Zitat:
Übersehe ich da etwas?

Ja, da geht es um die Teilungsversteigerung im Rahmen einer Pfändung. So etwas kann immer passieren, wenn ein Teileigentümer zahlungsunfähig ist und zwar auch ohne Eintragung einer Grundschuld.

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#14
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(22903 Beiträge, 15071x hilfreich)

Zitat:
Ja, da geht es um die Teilungsversteigerung im Rahmen einer Pfändung. So etwas kann immer passieren, wenn ein Teileigentümer zahlungsunfähig ist und zwar auch ohne Eintragung einer Grundschuld.

Ähhhm. Aber hier geht es doch um das Szenario einer Zahlungsunfähigkeit. Das war das Anliegen des TE, zu erfahren, was da passieren könnte.

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