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Vollmacht entzogen Eilig, da Handlungsbedarf

3. August 2016 Thema abonnieren
 Von 
Badenixe007
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Vollmacht entzogen Eilig, da Handlungsbedarf

Hallo,
Ich habe für meinen dementen Großvater, der in einem Pflegeheim lebt, eine Vorsorgevollmacht und eine Betreuungsverfügung. Als Vertretung, falls ich das nicht mehr ausüben kann, ist meine Tante (Tochter meines Opas) eingetragen.
Bei der Bank habe ich (bis heute) ebenfalls Vollmacht gehabt. Meine Tante ist weitere Bevollmächtigte.
Oma ist vor 6 Wochen gestorben. Es gibt eine große Summe von einer Sterbeversicherung, die diese Woche ausgezahlt werden soll.
Nun habe ich erfahren, dass meine Tante Opa heute aus dem Heim zur Bank geschleppt hat und Opa dazu gebracht hat, mir die Kontovollmacht zu entziehen. Opa wusste gar nicht was er da unterschreibt.

Vor drei Tagen habe ich mich schon aufgeregt, da meine Tante sich einfach 500 Euro auf ihr Konto überwiesen hat. Nun habe ich die Befürchtung, dass sie sich das Geld aus der Versicherung unter den Nagel reißen will...

Frage: Hätte die Bank nicht zumindest Rücksprache mit mir halten müssen bzgl. der Vollmachtlöschung? Der Bank ist bekannt, das Opa krank ist.

Was kann ich nun tun? :???:

Danke für eure Tipps

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38 Antworten
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#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16059x hilfreich)

Wenn die Bank das Gefühl hat, dass der Opa durchaus weiß, was er tut, dann braucht sie dich nicht fragen.
Das ist schließlich die Angelegenheit des Opas und nicht deine, wem er eine Vollmacht erteilt. Es ist sein Konto. Dass er krank ist bedeutet noch lange nicht, dass er nicht Willenserklärungen abgeben könnte.
Wenn allerdings die Bank auch von einer fortgeschrittenen Demenz weiß und damit davon, dass er nicht fähig ist, eine Willenserklärung abzugeben, dann ist es extrem fragwürdig, wenn sie ihn da etwas unterschreiben lässt.

Eine Vorsorgevollmacht berechtigt dich ja nur, im Falle einer Notsituation zu handeln. Das ist nicht dasselbe wie eine Vormundschaft (!)

Gibt es weitere Erben? Also neben seiner Tochter bzw. deiner Tante? Deine Eltern müssten da ja ebenfalls erbberechtigt sein. Wenn ja, würde ich diesen Erben den Fall schildern und gemeinsam heute beim Betreuungsgericht vorzusprechen, dort den Fall schildern inkl. der bereits abgezweigten 500€ (Kontoauszug mitnehmen, ggf. Unterlagen zum fortgeschrittenen Krankheitsbild), der zu erwartenden großen Summe und eine einstweilige Verfügung o.ä. beantragen, was das Geld einfriert, sobald es kommt. Diese Verfügung müsstet ihr dann IMHO der Bank vorbei bringen. Dann kann in der Folge das Betreuungsgericht schauen, in wieweit der Opa noch fähig ist, Willenserklärungen abzugeben und inwieweit er eine Vormundschaft benötigt, damit er nicht ausgenommen werden kann und auch das Erbe gesichert wird.

Wer dann als Vormund in Frage kommt, kann man noch sehen.

-- Editiert von mepeisen am 03.08.2016 08:54

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#2
 Von 
asd1971
Status:
Student
(2594 Beiträge, 979x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Wenn die Bank das Gefühl hat, dass der Opa durchaus weiß, was er tut, dann braucht sie dich nicht fragen.
Das ist schließlich die Angelegenheit des Opas und nicht deine, wem er eine Vollmacht erteilt. Es ist sein Konto. Dass er krank ist bedeutet noch lange nicht, dass er nicht Willenserklärungen abgeben könnte.
Wenn allerdings die Bank auch von einer fortgeschrittenen Demenz weiß und damit davon, dass er nicht fähig ist, eine Willenserklärung abzugeben, dann ist es extrem fragwürdig, wenn sie ihn da etwas unterschreiben lässt.

-- Editiert von mepeisen am 03.08.2016 08:54


Das ist nicht nur fragwürdig, sondern schlichweg straf- und zivilrechtlich ein Problem für die Bank.

Ich würde einen Anwalt einschalten. Alles andere wäre verlorene Zeit.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(35352 Beiträge, 13322x hilfreich)

Auch Menschen mit fortgeschrittener Demenz haben durchaus klare Phasen und können durchaus wissen, was sie tun. Und er wußte ja offensichtlich, was er tat. Die Bank muss da weder ein Gutachten einholen noch sonst was.

Das ist eben die Schwäche der Vollmacht. Einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung, die jederzeit widerrufen werden kann. Und mal ganz ketzerisch gefragt: warum sollte der Großvater seiner Tochter nicht 500 € schenken? So was kommt doch öfters vor, oder?

Der einzige Ausweg ist doch, beim Amtsgericht einen Antrag auf Einrichtung einer Betreuung zu stellen. Der Richter macht sich ein Bild über den Zustand des Betroffenen, befragt ihn persönlich. Was anderes kann der Rechtsanwalt auch nicht tun.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16059x hilfreich)

Zitat:
Ich würde einen Anwalt einschalten

Vom Grundprinzip her ja, aber wenn dann einen, der auch wirklich kurzfristig diese Woche alles regeln kann, also direkt sagen "Sie müssen sich sofort drum kümmern, haben Sie gerade Zeit für so etwas?"
Damit es keine Missverständnisse gibt.

P.S.: Selbst wenn die Vollmacht nicht entzogen worden wäre. Die Tante hatte offenbar ebenfalls eine Vollmacht. Und der eine Bevollmächtigte kann dem anderen auch nicht wirklich widersprechen.

-- Editiert von mepeisen am 03.08.2016 11:31

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#5
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(35352 Beiträge, 13322x hilfreich)

Erklär mir mal, wie ein Anwalt ein Gericht dazu bringen kann, ohne Begutachtung jemandem zu verbieten, über sein Geld zu verfügen?

wirdwerden

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#6
 Von 
-Laie-
Status:
Wissender
(14511 Beiträge, 5503x hilfreich)

Solange deinem Opa klar ist was er macht kann er mit seinem Geld machen was er will. Er kann auch die Tante als alleinige Bevollmächtigte einsetzen. Eine Demenz spricht dem nicht pauschal entgegen.

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(35352 Beiträge, 13322x hilfreich)

Ich werfe mal noch ein Argument in den Ring. In ein Pflegeheim gibt es zwar die freie Kost und Logis. Darüber brauchen wir gar nicht zu schreiben. Aber, es gibt vieles nebenbei, was das Leben in so einem Heim angenehm macht. Da wäre der Friseur, der aufs Zimmer kommt, der Fußpfleger, die Ergänzungsnahrung (Astronautenkost), die nicht immer von der Krankenkasse übrnommen wird, neue Leibwäsche/Klamotten, das Hausgeld, evtl. auch mal in schwierigen Fällen ein 50ger für den Praktikanten, der sich liebevoll um den zickigen Oldie kümmert.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16059x hilfreich)

Zitat:
Erklär mir mal, wie ein Anwalt ein Gericht dazu bringen kann, ohne Begutachtung jemandem zu verbieten, über sein Geld zu verfügen?

§300/301 FamFG

Das Gericht kann das ganze über einen zeitweise bestellten Betreuer einfrieren bzw. kontrollieren lassen und dann "in Ruhe" schauen, wie weit das nun geht.

Es geht ja nicht darum, die Verfügung über das Geld zu verweigern. Es geht darum, abzusichern, dass er nicht in den Momenten, wo er gerade nicht mehr klar im Kopf ist, ausgenommen werden kann. Und wenn die Tante den Enkel aus der Nummer rauskickt und Geld zugesteckt bekommt, ist nicht auszuschließen, dass sie die Demenz ggf. ausnutzt. So wäre meine Argumentation.

Das meine ich persönlich übrigens nicht mal böswillig. Es gibt auch oft Situationen, wo sich demente Menschen irgendetwas in den Kopf gesetzt haben, dann herum fantasieren und plötzlich etwas wollen, was man ihnen erfüllt. Vielleicht will die Tante auch nichts böses, sich nicht mal bereichern und ist selbst auch nur mit der Situation überfordert. Wer weiß...

Was, wenn morgen plötzlich Person C ankommt. Und der Demente setzt sich in den Kopf, die Tante rauszukicken und C zu bevollmächtigen, weil er ihn schon Jahre kennt und für einen eigenen Sohn hält? Dieser holt sich dann die große Geldsumme?

-- Editiert von mepeisen am 03.08.2016 15:21

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#9
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11824 Beiträge, 3153x hilfreich)

Ich kenn mich jetzt in diesen Dingen nicht aus, aber muss der Bank nicht mitgeteilt werden, dass ein Betreuer bestellt wurde?

Zufällig habe ich da mal eine lustige Sache erlebt, ich wollte Geld abheben von meinem Konto, das ging aber am Automaten nicht, so bin ich zum Schalter, die Dame meinte, dass mein Betreuer erst zustimmen müsse zur Abhebung ... da war ich platt, da mir nicht bekannt war, dass ich unter Betreuung stehen sollte. Erklärung ist einfach, Namensgleichheit, hier hat die Bank diese Betreuergeschichte einfach dem falschen Konto zugeordnet.

Deswegen meine Frage von oben.

-- Editiert von AltesHaus am 03.08.2016 18:01

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16059x hilfreich)

Zitat:
Ich kenn mich jetzt in diesen Dingen nicht aus, aber muss der Bank nicht mitgeteilt werden, dass ein Betreuer bestellt wurde?

Noch ist ja keiner bestellt. Das ist ja das Dilemma. Noch gibt es ja nur entsprechende Vollmachten.

Signatur:

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#11
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11824 Beiträge, 3153x hilfreich)

Ja dann, was ist denn dagegen einzuwenden, dass die Tochter das jetzt macht? Wenn es dem Großvater so zusagt, ist doch sein Geld.

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#12
 Von 
Badenixe007
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

So... Ich bin heute mit Opa zur Bank. Betreuungsverfügung und Attest über seine Demenz seit 2014 mitgenommen. Fakt ist nun, die Bank hat es rückgängig gemacht. Zudem ist meine Tante aus dem Konto raus. Also alles im Lot.
Betreuung wurde zugleich heute beim Amtsgericht über meinen Anwalt beantragt.
Danke erstmal für eure Antworten

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(35352 Beiträge, 13322x hilfreich)

Es ist doch gar kein Betreuer bestellt. Wenn einer bestellt wird, dann legitimiert er sich mit seinem Betreuerausweis bei der Bank. Es kann natürlich passieren, dass das Gericht die Tante als Betreuerin bestellt. Und 500 €, die sind doch ganz schnell weg, für den alten Menschen. Und wenn er ihr 500 € schenken wollte, dann ist das für mich auch in Ordnung. Es scheint ja genug Geld da zu sein.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11824 Beiträge, 3153x hilfreich)

Na ja, da der Großvater erneut zur Bank geschliffen wurde, ist für die Nixe alles wieder OK, was die Tochter jedoch davon hält bleibt offen.

Wenn ich die Tochter wäre, würde ich sofort zum Gericht gehen und die Dinge klarstellen. Mal sehen, wer denn Betreuer wird. Frage ist nur, wer handelt jetzt in Opas Sinne? Die Nixe? Die Tochter? Oder beide ... nicht?

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(35352 Beiträge, 13322x hilfreich)

Dein letzter Satz gefällt mir sehr. Das ist nämlich die Frage. Was will er. Darauf kommt es an, und nur darauf. Ich habs bei meinen Odlies erlebt, erlebe es gerade bei meiner Mutter. Sie schenkt gerne. Sie findet die Fußpflegerin u.ä. super. Das alles ist nicht so preiswert. Aber, warum nicht? Es ist ihr Geld, und sie muss nichts für die Erben sparen. Meine Meinung dazu.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11824 Beiträge, 3153x hilfreich)

Zitat:
Aber, warum nicht? Es ist ihr Geld, und sie muss nichts für die Erben sparen. Meine Meinung dazu.


Das spricht für ein liebevolles Verhältnis zur Mutter, Achtung und Respekt, alte Werte, die man heute kaum noch findet, leider.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16059x hilfreich)

Zitat:
wer handelt jetzt in Opas Sinne

Im Moment der Enkel. Warum? Weil er als einziger die Gefahr erkennt, dass niemand im Moment in Opas Sinne handelt und weil er als einziger die korrekte Maßnahme ergriffen hat:
Das Betreuungsgericht hinzu ziehen, damit zum einen mal Opas Wille geklärt wird und zum zweiten hoffentlich vernünftig auch in Opas Sinne festgestellt wird, ob eine Betreuung notwendig ist und wie weit die reicht.

Wenn Opa noch fitt genug ist bzw. genug klare Momente hat, seinen Willen klar gegenüber dem Gericht zu äußern, was auch mit dem Geld aus der Versicherung wird, dann wird das vom Gericht ja auch festgehalten. Und dann hat sich der Betreuer ja genauso dran zu halten.

Enkel sollte nur für den Moment nicht den Fehler machen und sich irgendwie beeinflussen lassen. Wenn Opa dem Enkel Geld schenken will: Ablehnen. Wenn Opa sich selbst etwas kaufen will, kriegt er es. Ist ja auch seines. Will er größere Summen verschenken, kann man den Willen notieren, so dass sich dann das Gericht bzw. der Betreuer damit auseinandersetzt (wer auch immer das wird).
Anders würde ich nicht handeln. Wäre auch blöd, das Gericht hinzuzuziehen und sich dann selbst bereichern oder dümmlich verhalten.

-- Editiert von mepeisen am 03.08.2016 21:25

Signatur:

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#18
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11824 Beiträge, 3153x hilfreich)

Wer sagt denn, dass die Tochter nicht im Sinne ihres Vaters handelt? Die Befürchtung des Enkels ist dürfte da nicht ausreichend sein.

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Badenixe007
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Ist schon interessant, was einem so durch die Blume unterstellt wird, nicht wahr, AltesHaus?
Meine Tante wohnt 500km entfernt und mach hier zurzeit "Urlaub". Was will sie da mit den 500 Euro? Sie konnte mir das auch nicht wirklich erklären....

Also.. mir tut es in der Seele weh, was mit Opa im Moment passiert. Das ich ihn nochmals zur Bank schleifen musste, war schlimm für ihn. Und ich hätte ihm das gerne erspart. Übrigens habe ich heute erfahren, dass sich meine Tante gestern auch noch eine alleinige Vorsorgevollmacht von Opa erschlichen. Opa wusste gar nicht was er da untérschreibt. Diese Vollmacht ist natürlich nicht relevant, sagt mein Anwalt.
Ach ja... Schenkungen von Opa habe ich übrigens bisher ausgeschlagen. Und werde das auch in Zukunft tun. Ich will und brauche das nicht. Er bekommt jeglichen Luxus im Heim.

Ich hoffe, dass Opa nun endlich zur Ruhe kommen darf. Nichts anderes ist relevant.

-- Editiert von Badenixe007 am 03.08.2016 21:45

-- Editiert von Badenixe007 am 03.08.2016 21:47

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(104030 Beiträge, 37585x hilfreich)

Zitat (von Badenixe007):
Betreuungsverfügung

Zitat (von Badenixe007):
Betreuung wurde zugleich heute beim Amtsgericht über meinen Anwalt beantragt.

Ich bin verwirrt?
Wenn doch schon eine Betreuungsverfügung vorleigt warum dann nochmal beantragen? Oder war die Betreuungsverfügung gar keine gerichtliche?



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Badenixe007
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von Badenixe007):
Betreuungsverfügung

Zitat (von Badenixe007):
Betreuung wurde zugleich heute beim Amtsgericht über meinen Anwalt beantragt.

Ich bin verwirrt?
Wenn doch schon eine Betreuungsverfügung vorleigt warum dann nochmal beantragen? Oder war die Betreuungsverfügung gar keine gerichtliche?


Genau. Es gibt die Verfügung aber noch keine gerichtliche.

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16059x hilfreich)

Zitat:
Wer sagt denn, dass die Tochter nicht im Sinne ihres Vaters handelt

Das mag sogar sein.
Aber im Moment wird das niemand so genau sagen können, was Opa nun eigentlich will. Und wenn Opa gutgläubig irgendetwas unterschreibt aber gar nicht weiß, was, weil er seiner Tochter vertraut, dann kann diese gar nicht in seinem Sinne handeln.

Die Richter am Betreuungsgericht sind logischerweise öfter mit so etwas konfrontiert. Sie sind sensibel genug um zu schauen, dass es keine Tortur wird.

Soweit Opa noch klare Momente hat muss man ihm klar machen, dass dieser Weg nun sein muss. Solange er noch seinen Willen äußern kann, muss er das nun auch tun und das wird vom Gericht festgehalten und dann vom Betreuer (wer auch immer das wird) durchgesetzt.

Und wenn Opa sagt, dass er das Geld, was nun kommt, seinen Kindern schenkt, dann soll er das tun, dann ggf. allen aufgeteilt schenken. Ist ja auch kein Unding. es ist doch nichts Schlimmes, das von einem Gericht dann festgehalten und umgesetzt zu sehen, dann kann es in der Familie auch weniger Potential für Konflikte geben. Denn meist zerbricht die Familienbande am Ende, richtig, wegen dem Erbe.
Wenn die Tante halbwegs vernünftig ist, dann kann man ihr das auch klar machen. Dass sie doch so oder so ein Erbe kriegt. Ob nun vorzeitig als Geschenk oder dann, wenn der Opa mal nicht mehr da ist.

-- Editiert von mepeisen am 04.08.2016 08:21

Signatur:

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#23
 Von 
Manu_Pappe
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 1x hilfreich)

Wenn die Tante DEINE Vertretung ist, geht das so sowieso nicht. Und auch wenn ihr beide eine Vorsorgevollmacht habt, dürfen nur Geschäfte abgeschlossen werden, wenn IHR BEIDE einer Meinung seit. Also ich finde das ganze sehr fragwürdig und würde das auch nicht ohne Anwalt angehen.

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(35352 Beiträge, 13322x hilfreich)

@ manu, lies doch mal genau. Die Vollmachten sind nachrangig erteilt. Und dann kommt noch hinzu, dass die Vollmachten ja jederzeit widerrufen werden können, und der alte Herr selbstverständlich dieses auch alleine machen kann. Es handelte sich ja auch nicht um einen Notfall. Der alte Herr war handlungsfähig. Der alte Herr darf im Augenblick alle Geschäfte dieser Welt abschliessen, ganz alleine, ohne Tochter, ohne Enkeltochter. Und er darf auch ganz alleine alle Vollmachten widerrufen und den König vom Takka-Tukka-Land als neune Bevollmächtigten einsetzen. Oder Barrack Obama.

Deshalb ja mein Tipp mit der Einrichtung einer Betreuung.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11824 Beiträge, 3153x hilfreich)

@Badenixe

Zitat:
Ist schon interessant, was einem so durch die Blume unterstellt wird, nicht wahr, AltesHaus?
Meine Tante wohnt 500km entfernt und mach hier zurzeit "Urlaub". Was will sie da mit den 500 Euro? Sie konnte mir das auch nicht wirklich erklären....


Ich unterstelle nix, ich hinterfrage. Sie schrieben nichts davon, dass Ihre Fr. Tante 500 km entfernt wohnt, sie schrieben lediglich, dass Sie sich

Zitat:
Vor drei Tagen habe ich mich schon aufgeregt


da die Tante sich Geld überwiesen hat, wozu sie aufgrund der Vollmacht durchaus berechtigt war.

Nun schreiben Sie, dass die Frau Tante 1000 km Weg auf sich nahm um den Großvater zur Bank zu schleifen, damit dieser IHRE Vollmacht widerruft, was dieser auch tat. Was SIE wiederrum veranlasste, den alten Herrn ebenfalls zur Bank zu schleifen um den Spieß umzudrehen.

Nach wie vor ist mir nicht klar, wer hier im Sinne des alten Herrn handelt und wer nicht.

Es ist hier nicht bekannt, was Sie genau der Tochter Ihres Großvaters, vorwerfen. Ihre Tante hat sich also was erschlichen?
Zitat:

Übrigens habe ich heute erfahren, dass sich meine Tante gestern auch noch eine alleinige Vorsorgevollmacht von Opa erschlichen. Opa wusste gar nicht was er da untérschreibt. Diese Vollmacht ist natürlich nicht relevant, sagt mein Anwalt.


Aber Opa wusste was er unterschreibt, als Sie ihn zur Bank geschliffen haben?

Ich unterstelle nix ... ich hinterfrage nur.

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
Badenixe007
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Im Eingangspost schrieb ich, dass die kommenden Tage eine größere Summe auf das Konto fließen wird. Sie holt sich 500 Euro vom Konto, kommt hierher und schmeißt mich aus dem Konto nachdem sie erfahren hat, dass diese Summe kommt.
Alles war bis dahin OK.
Sie UND ich hatten bis dahin Vollmacht für das Konto, weil ich hier für Opa alles gemacht habe. Ich hatte damals Opa gebeten dass sie ebenfalls Kontovollmacht bekommt. Eben weil ich die Transparenz wollte.

Nun kommt sie und macht diese Aktion.. Jetzt hinterfrage ich mal, wie sie an meiner Stelle reagiert hätten?

0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11824 Beiträge, 3153x hilfreich)

Zitat:
Nun kommt sie und macht diese Aktion.. Jetzt hinterfrage ich mal, wie sie an meiner Stelle reagiert hätten?


Nun ich hätte erst einmal den Großvater gefragt, denn der war ja nicht zu dement um IHRE Vollmacht wieder aufleben zu lassen nicht wahr? Und dann hätte ich die Tante erst einmal nach ihren Beweggründen gefragt, denn sie ist schließlich als Tochter die nähere Verwandte, egal wie weit weg sie wohnt. Es ist eigentlich egal was Sie wollen, wichtig wäre, was der Großvater will, und warum ist es OK, wenn Sie sich durch ihm die volle Kontrolle geben lassen, aber bei Ihrer Tante ist es dann erschlichen?

Ich hätte mich letztendlich mit meinem Opa und meiner Tante, an einen Tisch gesetzt um die Dinge im Sinne des Großvaters zu regeln.



-- Editiert von AltesHaus am 04.08.2016 22:09

0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
guest-12325.03.2020 14:55:28
Status:
Gelehrter
(11824 Beiträge, 3153x hilfreich)

Letztendlich haben SIe es in Ihrem Sinne geregelt, so wie Sie meinen, dass es richtig ist. Und immer noch ist die Frage, ist das auch im Sinne des Großvaters?

0x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
Badenixe007
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Für mich ist das Thema hier auch erledigt. Ich danke allen, die einfach nur geantwortet haben... Schönen Abend!

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