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Abriss und Neubau von Nebengebäuden an der Nachbarsgrenze

 Von 
Patience!
Status:
Beginner
(126 Beiträge, 25x hilfreich)
Abriss und Neubau von Nebengebäuden an der Nachbarsgrenze

hallo,
ich hab mal wieder Fragen und hoffe auf Euch :-)

es geht um kleinere "Änderungen" in einem ca 60 Jahre alten Wohngebiet mit 1-2-Familienhäusern
Das Wohngebiet befindet sich in Hanglage,
auf dem niedriger liegenden Grundstück zweier direkt benachbarter Grundstücke hat der Eigentümer jetzt Nebengebäude abgerissen, um an gleicher Stelle ein kleineres Neues aufzubauen. Das alte Gebäude stand direkt an der Grenze, das Neue soll auch wieder an die Grenze, ein paar meter entlang der Grenze werden nicht wieder bebaut, bleiben frei.
Wer der beiden Nachbarn ist zuständig dafür, das obere Grundstück so zu befestigen, dass es (nun ohne stützende Mauer eines Gebäudes) nicht abbricht?
Wer von den beiden Nachbarn hat Sorge zu tragen, dass das Neue Gebäude gegen Feuchtigkeit etc. vom Garten des Nachbarn geschützt ist? Kann der Bauherr einfach 10cm von der Grenze wegbleiben um sein neues Gebäude trocken zu halten?
Die gartenseitige Grenze war mit Bodendeckern bepflanzt, die Bepflanzung ist leider dem Bagger zum Opfer gefallen. Wer muss die Pflanzen entsorgen und muss der Bauherr die Bepflanzung wiederherstellen?
die alte Dame des oberen Grundstücks meint, der Nachbar, der die Änderungen hervorrufe, müsse auch dafür sorgen, dass so durchzuziehen, dass ihr keine Arbeit oder kosten entstehen,
ihr Sohn sagt, da es ihr Grundstück sei, sei trotzdem sie zuständig,
der Bauherr möchte so viel wie nötig, so wenig wie möglich.
was stimmt?

vielen Dank für Eure Antworten .-)


-- Editiert von Patience! am 04.03.2019 14:13

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Grundstück Grenze Gebäude Bepflanzung


14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hausfrau66
Status:
Praktikant
(976 Beiträge, 695x hilfreich)

Zitat:
Wer der beiden Nachbarn ist zuständig dafür, das obere Grundstück so zu befestigen, dass es (nun ohne stützende Mauer eines Gebäudes) nicht abbricht?

Jeder ist für sein Gebäude und Baugrund auf seinem Grundstück verantwortlich. Da kein Bundesland dabei steht, zitiere ich aus dem § 12 der Sächsischen Bauordnung:

(1) Jede bauliche Anlage muss im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen für sich allein standsicher sein. Die Standsicherheit anderer baulicher Anlagen und die Tragfähigkeit des Baugrundes der Nachbargrundstücke dürfen nicht gefährdet werden.

(2) Die Verwendung gemeinsamer Bauteile für mehrere bauliche Anlagen ist zulässig, wenn rechtlich gesichert ist, dass die gemeinsamen Bauteile bei der Beseitigung einer der baulichen Anlagen bestehen bleiben können.

Das wird in den anderen Bauordnungen mit ähnlichen Text drin stehen ? Normalerweise verlangen die Behörden vor Beginn des Abbruches eine statische Stellungnahme zu den verbleibenden Gebäuden und einer notwendigen Geländesicherung.

Zitat:
Kann der Bauherr einfach 10cm von der Grenze wegbleiben um sein neues Gebäude trocken zu halten?

Ja, das kann er machen.





-- Editiert von hausfrau66 am 04.03.2019 15:02

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#2
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3104 Beiträge, 1770x hilfreich)

Zitat (von Patience!):
Wer der beiden Nachbarn ist zuständig dafür, das obere Grundstück so zu befestigen, dass es (nun ohne stützende Mauer eines Gebäudes) nicht abbricht?

Eventuell ist das auch nicht ganz so einfach - mich macht stutzig, dass da eine stützende Mauer vorhanden ist/war (wobei eine Gebäudewand i.A. kaum in der Lage ist, einen Hang abzufangen).

Grundsätzlich ist jeder für sein Grundstück verantwortlich - auch dafür, dass von seinem Grundstück keine für das benachbarte Grundstück schädliche Einwirkungen ausgehen (z.B. auch dass kein Erdreich auf das Nachbargrundstück abrutscht).

Wenn aber der natürliche Geländeverlauf verändert wurde (und das wird er numal äußerst gern, wenn ein Gebäude in Hanglage gebaut wird - man will ja i.d.R. eine ebene Baufläche), dann ist derjenige, der das natürliche Gelände verändert, auch für eine dadurch notwendig werdende Abstützung verantwortlich.
Geregelt ist das in § 909 BGB Vertiefung und für eine Auffüllung ergibt sich das analog aus den Nachbarrechtgesetzen der Bundesländer bzw. aus der Rechtsprechung.

Zitat (von Patience!):
Die gartenseitige Grenze war mit Bodendeckern bepflanzt, die Bepflanzung ist leider dem Bagger zum Opfer gefallen. Wer muss die Pflanzen entsorgen und muss der Bauherr die Bepflanzung wiederherstellen? ... die alte Dame des oberen Grundstücks meint, der Nachbar, der die Änderungen hervorrufe, müsse auch dafür sorgen, dass so durchzuziehen, dass ihr keine Arbeit oder kosten entstehen,

Wenn der Bauherr hier auf seinem eigenen Grundstück Pflanzen dem Bagger geopfert hat, dann ist es seine Sache, wie er seinen Hang wieder ausreichend sichert/bepflanzt.
Hat der Bauherr aber auf dem Grundstück der alten Dame gewütet, dann hat die alte Dame natürlich Anspruch auf Beseitigung aller Schäden und Wiederherstellung des vorherigen Zustands - und zwar auf Kosten des Verursachers/Störers.

Die Beschreibung ist viel zu ungenau, um dazu etwas eindeutiges sagen zu können.
Ich rate als nochmal die genauen Sachumstände zu prüfen/zu schildern.
Es wäre auch gut vorstellbar, dass die alte Dame richtig liegt.

Die Bundesländer haben meist auch Broschüren über's Nachbarrecht - hier z.B. für HESSEN
(dort ab Seite 14 Einwirkungen vom Nachbargrundstück .... Vertiefung)

hier auch noch ausführlicher zu Hangabsicherung
https://www.hausjournal.net/grundstueck-abfangen

-- Editiert von Lolle am 04.03.2019 22:24

Signatur:Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand
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#3
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7917 Beiträge, 1395x hilfreich)

Zitat (von Patience!):
Wer der beiden Nachbarn ist zuständig dafür
Auf den ersten Blick: Der untere Nachbar, der abgerissen hat. Der muss aber nicht das obere Grundstück befestigen, sondern seine Grenzseite so herstellen, dass von oben nichts nachschiebt.
Zitat (von Patience!):
dass das Neue Gebäude gegen Feuchtigkeit etc. vom Garten des Nachbarn geschützt ist?
Der Bauherr des neuen Gebäudes. Der *Unterlieger*.
Zitat (von Patience!):
Kann der Bauherr einfach 10cm von der Grenze wegbleiben um sein neues Gebäude trocken zu halten?
Das kann er machen, das wird aber auf Sicht gar nichts bringen. Wasser sucht sich immer seinen Weg. Und *Unterlieger* sind mehr betroffen als die *Oberen.* 10 cm Luftspalt sind in kurzer Zeit auf 0 verringert, nachgeschoben, zugewachsen. Außerdem kommt dort niemand mehr ran. Dort wird sich ein herrliches Feuchtbiotop bilden. Leider nicht zu bestaunen...
Zitat (von Patience!):
Wer muss die Pflanzen entsorgen und muss der Bauherr die Bepflanzung wiederherstellen?
Der *Unterlieger*. Da kommt das *hätte-hätte*-Prinzip. Hätte der nicht, dann wäre das nicht. usw.
Zitat (von Patience!):
die alte Dame des oberen Grundstücks meint, der Nachbar, der die Änderungen hervorrufe, müsse auch dafür sorgen...
Da hat die alte Dame wahrscheinlich völlig Recht. Ich sehe das auch so. Auch auf den zweiten Blick.

Bisher seit evtl. 60 Jahren ist vom oberen Grundstück kein Hang abgerutscht, durch Bepflanzungen wurde der Boden befestigt, verwurzelt, gut gehalten. Das Wasser ist schon immer abwärts geflossen, sonst wohin gesickert. Je nach steiler oder flacher Hanglage und Bodenverhältnissen schiebt/drückt etwas, wenn die alten Nebengebäude als *Widerlager/Stütze* nun fehlen. Zum Glück kommt was Neues hin, bloß nicht so breit.

Meine Empfehlung: Das neue Grenzgebäude zum Hang hin fachgerecht abdichten, (ähnlich Kelleraußenwand) auch die Sohle entspr. ausbilden. Den verbleibenden Hang-Streifen mit einer Stützmauer begrenzen. Ein Tiefbauer sagt, wie breit/tief diese Stützmauer sein müsste, damit der Hang sie nicht schiebt.
----------------------------------------------------
Zitat (von Lolle):
wobei eine Gebäudewand i.A. kaum in der Lage ist, einen Hang abzufangen)
Vielleicht ist der Hang nicht so steil ? Es waren eher Nebengebäude, nicht nur eine Wand.
Zitat (von Lolle):
(z.B. auch dass kein Erdreich auf das Nachbargrundstück abrutscht).
Das ist wohl 60 Jahre lang nicht passiert. Nun (durch Arbeiten an der Unterlieger-Seite, besteht uU die Gefahr. Dafür kann nicht der Obere verantwortlich sein. Oder gar zur Kasse bzw. Mitarbeit gebeten werden.

Zitat (von Lolle):
Wenn aber der natürliche Geländeverlauf verändert wurde
Wo ist das? Ich lese nur, alte Gebäude werden abgerissen, 1 neues soll hin, die freie Grenze muss wieder abgestützt werden. Der Geländeverlauf wird NICHT verändert. Die Hanglage bleibt.
Zitat (von Lolle):
Geregelt ist das in § 909 BGB
Den Zusammenhang verstehe ich nicht... Das Wohngebiet ist 60 Jahre alt.

Wie immer bei Nachbarn: Besser wärs gewesen, vorher an der Grundstückgrenze zu besprechen, wer was will und wer was nicht will. Wer was bezahlen muss.

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#4
 Von 
hausfrau66
Status:
Praktikant
(976 Beiträge, 695x hilfreich)

Zitat:
Den verbleibenden Hang-Streifen mit einer Stützmauer begrenzen. Ein Tiefbauer sagt, wie breit/tief diese Stützmauer sein müsste, damit der Hang sie nicht schiebt.

Eher ein Statiker oder Grundbauingenieur sagt dem Tiefbauer, was er tun soll.

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#5
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7917 Beiträge, 1395x hilfreich)

Zitat (von hausfrau66):
Eher ein Statiker oder Grundbauingenieur sagt dem Tiefbauer, was er tun soll.
Ja, das geht natürlich auch. Da wir aber nicht wissen, wie steil der Hang ist und was da so schieben könnte und wie hoch die Stützmauer werden müsste... ist auch eine statische Berechnung denkbar. Man sollte wirklich keine Kosten scheuen... ;)
Oder eben, wenn der Tiefbauer das nicht einschätzen kann. Dann muss es ein anderer berechnen.

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#6
 Von 
Patience!
Status:
Beginner
(126 Beiträge, 25x hilfreich)

vielen dank für Eure Antworten

nochmal zu den Grundlagen:
ländliches 50er-Jahre-Nachkriegsneubau-Gebiet, es wurde Wohnraum gebraucht.
Alle Grundstücke sind etwa gleich groß und wurden damals in gleicher Weise bebaut:
ein Wohnhaus, dahinter ein Garten, auf einer Seite des Gartens grenzbebaut zum Nachbarn, ein kleines Nebengebäude.
Die Grundstücke wurden auf der höheren Seite etwas abgetragen, auf der niedrigen Seite mit Erde verfüllt, so dass halbwegs waagerechte Ebenen entstanden. Auf der abgetragenenen Seite waren dann Einfahrt und Nebengebäude, auf der verfüllten Seite Garten. Sie Erde des Gartens wurde durch das Nebengebäude des Nachbarn und dort wo kein Gebäude war, mit Mauern gehalten, das Beschriebene sieht man jetzt sehr schön.
so ein Hang ist ja nicht gleichmäßig abfallend, die entstandenen Stufen liegen zwischen 60 und 100cm bei einer Grundstücksbreite von ca 15metern.

Zitat (von Lolle):
ausführlicher zu Hangabsicherung
https://www.hausjournal.net/grundstueck-abfangen
die hier am Ende beschriebene gütliche Einigung über die Hangabsicherung fand vor über 60 Jahren statt und wird jetzt einseitig verändert.

Zitat (von Anami):
Das kann er machen, das wird aber auf Sicht gar nichts bringen. Wasser sucht sich immer seinen Weg. Und *Unterlieger* sind mehr betroffen als die *Oberen.* 10 cm Luftspalt sind in kurzer Zeit auf 0 verringert, nachgeschoben, zugewachsen.
Die alte Dame befürchtet, von ihr werde verlangt, das zu verhindern, schließlich wäre es ihr Hang, der den Spalt auf Dauer füllen wird.

Zitat (von Anami):
Wie immer bei Nachbarn: Besser wärs gewesen, vorher an der Grundstückgrenze zu besprechen, wer was will und wer was nicht will. Wer was bezahlen muss.
da haben welche die Rechnung ohne den Wirt, nee, Gast, gemacht,
Bauherr und Dame waren sich einig, dann kamen der Vater des Bauherrn und der Sohn der Dame.
Erstaunlich, wieviel Einfluss eigentlich-Unbeteiligte doch nehmen können...

Zitat (von Lolle):
Die Bundesländer haben meist auch Broschüren über's Nachbarrecht - hier z.B. für HESSEN(dort ab Seite 14 Einwirkungen vom Nachbargrundstück .... Vertiefung)
ist dann Seite 18
nach dieser Beschreibung würde ich sagen, ist jetzt der Bauherr (wweil jetzt Veränderer) zuständig für die Abstützung, und zwar auf seiner Grundstücks-Seite.
Das ist hier doppelt interessant, es gibt nämlich auch genau so ein Mäuerchen, von dem bisher keiner weiß, wem es gehört. der Bauherr wärs gern los, die Dame bangt um ihren Garten dort, der Sohn sagt, wenn das dem Bauhhern gehört und der es wegmacht, müsse die Mutter sich dem beugen. Laut dieser Beschreibung müsste es zwar dem Bauherrn gehören, aber er darf es nicht ersatzlos wegreißen, richtig?
Gleiches gälte dann auch für die Stützmauern in Form von Nebengebäuden?

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#7
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7917 Beiträge, 1395x hilfreich)

Zitat (von Patience!):
nochmal zu den Grundlagen:
Es geht doch jetzt nicht um den Grund die Art und Weise der damaligen Planung und Bauausführung. Jetzt gibts den Bestand. Jetzt will der Unterlieger an seinem Grundstück und seiner Bebauung etwas verändern.
Das wird ihm nicht verwehrt werden können, er muss aber dafür sorgen, dass das obere Grundstück keinen Schaden nimmt und ihn selbst auch nicht schädigt.
Zitat (von Patience!):
Die alte Dame befürchtet, von ihr werde verlangt, das zu verhindern, schließlich wäre es ihr Hang, der den Spalt auf Dauer füllen wird.
Das sehe ich nicht so. Am oberen Grundstück will niemand etwas verändern. Deshalb muss der Eigentümer dieses oberen Grundstückes auch keine Sicherungs-oder Verhinderungsmassnahmen durchführen.
Das ist Sache des Bauherrn, der Veränderungen vornimmt.
Zitat (von Patience!):
die entstandenen Stufen liegen zwischen 60 und 100cm bei einer Grundstücksbreite von ca 15metern.
Nu jaaa, das ist ja eher ein Hängchen... :)
Zitat (von Patience!):
Erstaunlich, wieviel Einfluss eigentlich-Unbeteiligte doch nehmen können...
:grins: Zum Glück kamen nicht auch noch die seitlichen Nachbarn und wussten alles noch viel besser. ;) Oder einer, der einen kennt, der einen kennt.
Zitat (von Patience!):
es gibt nämlich auch genau so ein Mäuerchen, von dem bisher keiner weiß, wem es gehört.
Wo steht es denn? An der Grenze unten... schon klar. ;) Denkbar, dass es gemeinschaftlich damals beim Neubau gesetzt wurde. Oder inzwischen auch schon mal erneuert/repariert/verschönert wurde... Was macht das Mäuerchen jetzt? Ich stelle mir vor, es macht das, was es soll: es stützt den oberen Hang ein wenig, aber bisher erfolgreich.
Der Bauherr (und nicht sein Vater) will die Grenzbebauung zur alten Dame (und nicht deren Sohn) verändern.
Er wird also den Hang mit Mauer abstützen müssen. Er wird ein neues kleines Nebengebäude an die Grenze setzen. Er wird sein neues Gebäude zum Hang hin sichern und schützen und damit sichert und schützt er gleichzeitig den unteren Hang-/Gartenbereich der Nachbarin. Er wird die Beschädigungen auf beiden Grundstücken beseitigen und durch Neuanpflanzungen möglichst bald wieder *wie immer* aussehen lassen--- nur schöner. :cheers:
Und: Der Bauherr ist gut beraten, die Dachfläche seines neuen Gebäudes zu sich zu entwässern und einen evtl. Dachüberstand hinten nicht über die Grenze zu führen. Der/die Nachfolger der alten Dame (vllt. sogar der Sohn) kämen evtl. gleich auf die Idee, zu verlangen, dass diese *Grenzüberbauung* beseitigt wird. Es gäbe dafür nur einen einzigen Grund: Dachüberstand auf fremdem Grundstück. Und dafür lassen *Nachbarn schon mal das gesamte RECHT aufmarschieren.

Wenn die alte Dame und der Bauherr eine nachbarschaftliche Vereinbarung treffen und unterschreiben, dürfte die Aktion zu beider Zufriedenheit erledigt werden können.
Man könnte den Sohn der Dame und den Vater des Bauherrn mal nach Hause schicken.
Oder: Man könnte auch das Bauamt befragen, das Nachbarschaftsrecht lesen, die LBO auch, evtl. Bestimmungen in der Ortssatzung zum Erhalt der alten Nebengebäude finden (aber es ist ja schon abgerissen). Ach, jemand könnte auch rufen: Ich will die Grundstücke neu vermessen lassen...damit die Grenzen genau festgelegt werden.
Uferlos. :sad:


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#8
 Von 
Patience!
Status:
Beginner
(126 Beiträge, 25x hilfreich)

vielen Dank für Eure Antworten!

Fortsetzung :-/

tatsächlich haben sich Vater des Bauherrn und Sohn der Dame zurückgehalten,
die Dame hat den Bauherrn befragt: der dichtet sein Gebäude ab und verfüllt dann den Spalt, halte ich auch für die beste Lösung
was die verbliebenen paar meter betrifft hat er vorgeschlagen, Gabionen zu setzen, so wär der Hang gesichert und seine Seite hübsch.
Ach, kann das Leben einfach sein.
Wäre da nicht...
...der Vater des Bauherrn, er wohnt übrigens 2 Häuser weiter, der vor zwei tagen auf die alte Dame zutrat, sie müsse sich wohl jetzt überlegen, wie sie da ihren Hang sichere, am besten solle sie 30cm ihres Grundstücks abstechen und eine Stützmauer betonieren lassen.
die alte Dame antwortete, es sei schon mit dem Bauherrn besprochen, der setze Gabionen, im übrigen sei der Bauherr als "Veränderer" zuständig, da er die vorhandene Abstützung entfernt habe, müsse er für einen Erstaz sorgen. Der Vater des Bauherrn zog wütend von dannen.
Leider war auch hier wieder der Sohn der alten Dame dabei, er wohnt im Haus der Dame und möchte sich nicht für den rest seines Lebens mit den Nachbarn überwerfen. Also kam auch hier wieder ein, aber es ist doch unser Hang, wir müssen doch...

Hier nochmal zur Sachlage, Grenzen sind an Flurkarten ja nicht soo eindeutig abzulesen, wahrscheinlich stand die wand des alten Gebäudes 30cm von der Grenze entfernt, das Gebäude hatte die 30cm als Dachüberstand.
Die 30cm wo früher Dachüberstand war, wurden bereits "abgestochen" das neue Gebäude, eine Fertiggarage, rückt vermutlich entsprechend näher an die Grenze.
Die vom Vater des Bauherrn angesprochenen 30cm für die Stützmauer soll die Nachbarin zusätzlich abstechen.

Eigentlich waren sich alle einig, kein Streit um 10 cm Grenze, alles wird gut.
nun stelle ich aber für eine verbesserte diskussionsgrundlage, auch gegenüber dem sohn der alten dame, der sie jetzt bedrängt die Abstützung in Auftrag zu geben (haha, hier ist derart viel Bautätigkeit, dass Deponien keinen Schutt mehr aufnehmen, Bausand oder Kies/Split wochenlange Lieferzeiten haben...)
trotzdem die Fragen:
darf der Nachbar die Garage, die das vorherige Gebäude ersetzen soll, einfach 30cm näher an die Grundstücksgrenze setzen? (z.B. nach HBO§6 (10) "Ohne Abstandsfläche jeweils unmittelbar an oder mit einem Mindestabstand von 1 m zu den Nachbargrenzen sind je Baugrundstück zulässig: 1. Garagen..., gilt hier 1mtr. oder ohne abstand?)
Und verlangen, dass die neue Stützmauer, dort wo keine Garage sein wird, auf dem Grundstück der Nachbarin gesetzt wird?
Darf der Nachbar dort überhaupt statt des bisherigen Gebäudes eine Garage setzen, ein Arbeitskollege musste wegen eines offenen Carports beide Nachbarn unterschreiben lassen: den, an dessen Grenze die Zufahrt war und den an dessen Grenze der Carport gestellt wurde...

das Mäuerchen, von dem bisher keiner weiß, wem es gehört, lass ich jetzt mal außen vor.

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#9
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7917 Beiträge, 1395x hilfreich)

Zitat (von Patience!):
hat er vorgeschlagen, Gabionen zu setzen
Das wäre auch damals mein erster Vorschlag zur Güte gewesen, aber ich kenne das genaue Gelände und die Geschmäcker der Beteiligten nicht.
Zitat (von Patience!):
..der Vater des Bauherrn,
Hat doch gar kein Mitspracherecht. Und der Sohn der Dame auch nicht.

Wenn nun auf Formalien und Rückversicherung und Grundstücksquerelen und Zukunftsblicke gepocht wird, kommt man nicht umhin, sich von der zuständigen kommunalen Baubehörde mit Vorlage der Nachbar-Vereinbarung den Segen zu holen. Also erst beantragen, auch beschreiben, was man wo bauen will.
Bauherr und Dame als Beteiligte unterschreiben den Antrag in der Hoffnung, dass das Bauamt das abnickt.
Nach §6 (10) HBO gilt:
Ohne Abstandsfläche jeweils unmittelbar an oder mit einem Mindestabstand von 1 m zu den Nachbargrenzen sind je Baugrundstück zulässig:
1. Garagen einschließlich Abstellraum oder -fläche,

für deine Baustelle gilt:
Ohne Abstandsfläche unmittelbar an der Nachbargrenze sind je Baugrundstück zulässig:
1. Garagen

Auf die Schnelle habe ich im Hessischen NBRG nichts gegenteiliges gefunden.

Zitat (von Patience!):
Ach, kann das Leben einfach sein. Wäre da nicht...
Da stimme ich zu. :sad:
Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.
Hier ist es *Familie*... :fight:

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#10
 Von 
Nachgehakt
Status:
Beginner
(82 Beiträge, 40x hilfreich)

Zitat (von Patience!):
Hier nochmal zur Sachlage, Grenzen sind an Flurkarten ja nicht soo eindeutig abzulesen, wahrscheinlich stand die wand des alten Gebäudes 30cm von der Grenze entfernt, das Gebäude hatte die 30cm als Dachüberstand.

Der Spalt von 30 cm soll mit dieser Regelung in Zukunft verhindert werden. HBO Bei Grenzbebauung darf nun auch kein Dachüberstand zum Nachbarn mehr sein. Innenliegende Dachrinne ist die Lösung.

Zitat (von Patience!):
trotzdem die Fragen:
darf der Nachbar die Garage, die das vorherige Gebäude ersetzen soll, einfach 30cm näher an die Grundstücksgrenze setzen? (z.B. nach HBO§6 (10) "Ohne Abstandsfläche jeweils unmittelbar an oder mit einem Mindestabstand von 1 m zu den Nachbargrenzen sind je Baugrundstück zulässig: 1. Garagen..., gilt hier 1mtr. oder ohne abstand?)
Und verlangen, dass die neue Stützmauer, dort wo keine Garage sein wird, auf dem Grundstück der Nachbarin gesetzt wird?
Darf der Nachbar dort überhaupt statt des bisherigen Gebäudes eine Garage setzen, ein Arbeitskollege musste wegen eines offenen Carports beide Nachbarn unterschreiben lassen: den, an dessen Grenze die Zufahrt war und den an dessen Grenze der Carport gestellt wurde...

Nein, spätestens wenn die Garage angegangen wird werdet ihr genau wissen, wem die Mauer gehört. Vermessungsnachweis sonst keine Garage. Die Garage muss entweder an der Grenze (Grenzbebauung) stehen, oder mit 1 m Abstand. Dabei sind weiter Hürden zu überwinden.
Die Garage (Nebwengebäude) ist die neue Hangabstützung durch gem. Statik nachgewiesener Gründung. Fundamente usw. ist der Hang hoch müssen die Fundamente dementsprechend tiefer gegründet werden.
Eine Garage darf an einer Nachbargrenze nur eine gewisse Länge haben.
Die Wandfläche der Garagen-Wand darf nur eine gewisse mittlere Höhe haben und eine gewisse Flächengröße. Wird das eingehalten dann ohne Nachbarzustimmung ansonsten mit.
Hi, außerdem kann man nach den Grenzsteinen suchen wenn sie nicht in der Mauer verbaut sind. kleiner Scherz.

;) Hausfrau 66 u. Lolle wären für mich die Ansprechpartner bei weiteren Fragen. Eine Bitte, wenn deine Frage zufriefenstellend beantwortet ist poste es kurz rein. Ist sinnvoll sonst läuft der Topf über. Ist nicht auf dich bezogen.

Signatur:Ein reger Geist sieht die Dinge immer wieder aus einem anderen Blickwinkel Luc de Clapiers V.
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#11
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7917 Beiträge, 1395x hilfreich)

Zitat (von Nachgehakt):
Innenliegende Dachrinne ist die Lösung.
Oder eben Dachentwässerung aufs eigene Grundstück. Ist auch möglich.
Zitat (von Nachgehakt):
Vermessungsnachweis sonst keine Garage.
Wer sagt das außer dir? Oder wo steht es als Forderung?
Zitat (von Nachgehakt):
Fundamente usw. ist der Hang hoch müssen die Fundamente dementsprechend tiefer gegründet werden.
Bitte nachlesen, wie *hoch* der Hang ist.
Zitat (von Nachgehakt):
Wird das eingehalten dann ohne Nachbarzustimmung ansonsten mit.
Wo kann man das als gesetzliche landesrechtliche oder kommunale Regelung nachlesen?
In der HBO? Oder im NBRG? Oder eine Satzung i-wo in Hessen?

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#12
 Von 
Patience!
Status:
Beginner
(126 Beiträge, 25x hilfreich)

Zwischenstand:

Zitat (von Anami):
Er wird die Beschädigungen auf beiden Grundstücken beseitigen und durch Neuanpflanzungen möglichst bald wieder *wie immer* aussehen lassen--- nur schöner.
Es ist bereits jetzt schöner,
so steht tatsächlich zu hoffen:
Die Garage steht. Der Bauherr hat die Verfüllung des Spalts zwischen Hang und Garage vorbereitet, der Sohn der alten Dame hat tatkräftig geholfen, den Spalt zu füllen, der Bauherr hat bei der Gelegenheit nochmal erklärt wie und wo Gabionen hin sollen, der ebenfalls helfende Bruder des Bauherrn, selbst Ingenieur im Bauwesen, hat in einem Nebensatz gesagt "muss er doch eh in Ordnung bringen", die alte Dame hat gesagt, sie kümmert sich gern selbst um eine Neubepflanzung, unter den neuen Gegebenheiten möchte sie gern was anderes dort, der Vater des Bauherrn scheint sich auch beruhigt zu haben, er spricht wieder mit mit der alten Dame...

Jetzt kanns fast nur noch gut werden. und hoffentlich sitzen bald alle zu einem Gemütlichen beisammen

nochmal Dank an alle, die hier zu meinem Wissen, und damit der Stärkung der Dame, beigetragen haben.

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#13
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7917 Beiträge, 1395x hilfreich)

Das klingt gut!
Dann frohes Gärtnern und Zusammen auf gute Nachbarschaft.

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