Bauantrag abgelehnt wg fehlender Nachbarzustimmung

11. März 2012 Thema abonnieren
 Von 
elisa500
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 49x hilfreich)
Bauantrag abgelehnt wg fehlender Nachbarzustimmung

Hallo,

Wir wollten ein EFH ohne Grenzabstände bauen, da das Grundstück nur 9,7m breit ist.

Der Bauantrag wurde abgelehnt, weil einer der beiden Nachbarn seine Zustimmung verweigert hat.

Es handelt sich um einen unbeplanten Innenbereich in Rheinland-Pfalz mit offener Bauweise.

Der verweigernde Nachbar hat selbst ohne Abstände gebaut, steht also selbst auch auf unserer Grenze. Allerdings ist sein Haus auf der "nicht überbaubaren Grundstücksfläche" platziert, also da, wo jeder in der Strasse seinen rückwärtigen Garten hat.

Anbauen wäre also planungsrechtlich nicht erlaubt. Dass der Nachbar so steht, ist eine absolute Ausnahme, die man fälschlicherweise vor 60 Jahren so genehmigt hat.

Laut §8 LbauO Rlp darf man sogar bei festgelegter offener Bauweise an die Grenze bauen, sofern der Nachbar schon auf der Grenze steht.

Aber diesen Passus verneint das Bauamt in der Ablehnung mit der Begründung, der Nachbar steht ja gar nicht auf der überbaubaren Grundstücksfläche.

Das heisst mit anderen Worten, dass der Paragraph für uns nicht gilt, weil der Nachbar selbst falsch auf dem Grundstück platziert ist. Also quasi weil das Bauamt seiner Zeit eine falsche Genehmigung erteilt hat.

Wir müssen also komplett versetzt zu ihm bauen. Und da er da nur eine Garage stehen hat und nicht zustimmt, sollen wir laut Bauamt Abstand halten.

Wenn wir allerdings den Abstand einhalten müssen wir das Haus etwas verlängern, weil uns sonst 50 qm Wohnfläche fehlen. Somit hätten wir dann zum anderen Nachbarn eine längere Grenzbebauung, und dem widerum stimmt dieser nicht zu. Dieser hat selbst alle Abstände eingehalten.

Wie wären die Erfolgsaussichten gegen die Ablehnung vorzugehen?

Im Vorfeld vielen Dank für die Antworten!

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4 Antworten
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#2
 Von 
elisa500
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 49x hilfreich)

@ AK 47:

vielen Dank für Ihren Beitrag!

quote:
Anders sähe die Sache aus, wenn es sich um die gleiche Grenze handeln würde.


Meinen Sie damit genau die selbe Grenzstelle? Es ist nämlich schon die selbe Grenze. Das Nachbarhaus steht nur weiter hinten. Unseres sollte weiter vorne stehen, da es weiter hinten nicht erlaubt ist.

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2x Hilfreiche Antwort


#4
 Von 
elisa500
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 49x hilfreich)

Widerspruch wurde schon eingelegt. Das hat ein Rechtsanwalt für Verwaltungsrecht/Baurecht übernommen.
Aber ein Anwalt würde wohl auch selten einen Fall ablehnen nehme ich an?

Er und einige andere Fachleute (Vermesser, Architekten usw) sind der Meinung, dass das Vorhaben genehmigungsfähig ist.

Bei der Nachbaranhörung auf dem Amt wollte man eigentlich "dem Nachbarn erklären, dass das Vorhaben baurechtlich in Ordnung ist".

Als dieser allerdings dennoch widersprach,war das Vorhaben auf einmal gar nicht mehr in Ordnung.

Für die Ablehnung hat sich die Behörde dann auch noch 3 Monate Zeit gelassen, um sie uns pünktlich an Heiligabend zu schicken.

Als zusätzlichen Ablehnungsgrund haben sie auf einmal noch die Bauflucht aufgeführt. Was während dem ganzen Verfahren nie ein Thema war. Ausserdem haben beide Nachbarn und das Haus neben dem einen Nachbar die gleiche Bauflucht.

Es heisst, wir dürfen uns nicht an den Nachbarn orientieren, weil diese Ausnahmen darstellen. Andererseits müssen wir aber Rücksicht nehmen auf diese Ausnahmen. Und das ist irgendwie nicht möglich, weil der unmittelbare Nachbar eben komplett anders steht, als man es von uns erwartet.

Überhaupt gibt es schon viele Ausnahmen in dem Baugebiet.



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-- Editiert elisa500 am 12.03.2012 07:19

-- Editiert elisa500 am 12.03.2012 07:21

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