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Bauträger stellt obskure Rechnungen - Betrug?

14.4.2010 Thema abonnieren
 Von 
mail
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)
Bauträger stellt obskure Rechnungen - Betrug?

Hallo,
bin ich neu hier und brauche mal einen Rat. Wir haben mit einem Bauträger gebaut der uns Sachen in Rechnung gestellt hat die garnicht be-oder verarbeitet wurden. zB Bauwasser wurden 450 Euro von uns bezahlt obwohl es bei uns Bauwasser umsonst gibt. Haben wir erst jetzt erfahren... Dann Bautenschutzmatten für die Stromleitungen dabei wurde da nur Leerrohre drübergezogen die bestimmt nicht den Betrag kosten der uns da angerechnet wurde. Dann zusätzlicher Füllsand der laut Bodengutachten 20cm mehr sein musste 2300 Euro. Wir wollten die Lieferscheine einsehen aber angeblich gibt es davon keine... wir fühlen uns jetzt etwas betrogen. Wir haben Alles schon bezahlt weil uns gesagt wurde wenn wir das nicht gleich bezahlen können die nicht anfangen zu bauen und wir müssen Ihnen schon vertrauen. Der Bau ist jetzt fertig und wir dachten, dass das was zu viel gezahlt wurde, könnten wir wiederbekommen aber die wollen sich auf nichts einlassen. Das sind jetzt nicht Unsummen aber für nicht erbrachte Leistungen will ich auch nicht zahlen. Was kann ich tun?
Lg

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
firefighter0070
Status:
Schüler
(151 Beiträge, 78x hilfreich)

normalerweise wird bei Neubauten nach der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) bezahlt. Also erst nach Beginn der Erdarbeiten die erste Rate, dann folgen weitere Raten...

Der Tatbestand des Betruges ist in § 263 StGB normiert. Voraussetzung für den Betrug ist zunächst eine Täuschungshandlung des Täters. Darunter versteht man das intellektuelle Einwirken auf das Vorstellungsbild eines anderen, z.B. durch Vorspiegeln, konkludentes Verhalten oder Unterlassen der Aufklärung.

Durch die Täuschungshandlung muss beim anderen ein Irrtum hervorgerufen oder Unterhalten werden. Aufgrund des Irrtums muss eine Vermögensverfügung stattfinden. Hierbei handelt es sich um ein ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal. Als Vermögensverfügung wird jedes Handeln, Dulden oder Unterlassen angesehen, das unmittelbar zu einer Vermögensminderung führt. Einer Vermögensminderung steht eine Vermögensverfügung gleich.

Durch die Vermögensverfügung muss ein Vermögensschaden entstehen. Ein solcher Vermögensschaden liegt vor, wenn der wirtschaftliche Wert des betroffenen Vermögens durch die Verfügung des Getäuschten nach objektiven Kriterien geschmälert wird.

Der Tatbestand des Betruges muss vorsätzlich verwirklicht werden. Es genügt jedoch Eventualvorsatz hinsichtlich aller Tatbestandsmerkmale. Hinzukommen muss die Absicht des Täters, sich oder einen Dritten zu bereichern. Der Vorteil aus der Vermögensverfügung muss dabei stoffgleich mit dem eingetretenen Schaden sein.

Schließlich muss die Bereicherung auch rechtswidrig sein. Bei der rechtswidrigkeit handelt es sich um ein Tatbestandsmerkmal. Rechtswidrig ist demnach jede Bereicherung, die objektiv im Widerspruch zur Rechtsordnung steht.

Neben dem Betrug nach § 263 StGB kennt das Gesetz auch den besonders schweren Fall des Betrugs nach § 263 Abs. 3 StGB . Dazu gehören die Regelbeispiele gewerbsmäßiges Handeln oder bandenmäßige Begehung, Herbeiführen eines besonders großen Vermögensverlustes u.a.

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#2
 Von 
mail
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo nochmal... vielleicht sollte ich dazu schreiben, dass das Haus zu einem Festpreis angeboten wurde... wir haben die Raten immer nach Fertigstellung bezahlt. Nur die Zusatzleistungen wie Bauwasser, Bauschutzmatten, Stromverteiler, Fläsche für Schwerlast(die ich nie gesehen habe),die grundstücksspezifischen Arbeiten uä musste wir vorweg bezahlen. Da wurde uns ein Angebot gemacht und für mich heisst ein Angebot die Sachen die verarbeitet wurden oder bearbeitet wurden werden im Nachhinein abgerechnet. 2300 Euro für 20cm Füllsand auf einem 9*9 Meterhaus ist doch viel zu viel. Das wollten wir nun abrechnen aber für die war es kein Angebot sondern ein Auftrag mit Festpreis. Auf dem Schreiben steht aber Angebot.

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#3
 Von 
SceneCast2010
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 2x hilfreich)

Hallo,

ich arbeite für eine Casting-Agentur und bin hier über deinen Fall gestolpert...
Aktuell betreuen wir eine neue Rechts-Dokumentation, wo es um vergleichbare Fälle geht!!

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Gruß,
David

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#4
 Von 
tiber37
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich würde die fraglichen Beträge (begründet) einbehalten und den Bauträger klagen lassen. Dann Betrugsanzeige stellen (siehe Beitrag firefighter) und das schon jetzt ankündigen.

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#5
 Von 
mail
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,
danke für die Antworten...
leider haben wir schon Alles bezahlt. Die Firma meint es ist alles rechtens da es sich um ein Festangebot der zusätzlichen Leistungen handelt das steht allerdings nirgends. Ausserdem wurde uns ja gesagt wenn wir das nicht sofort unterschreiben und zahlen, fangen die mit dem Bau nicht an. Wir hatten garkeine Möglichkeit andere Angebote einzuholen und Angebot heisst für mich das ich anschliessend abrechne und die geleistete Arbeit oder das gelieferte Material bezahle. Naja da laufen wir bestimmt gegen eine Wand denn der Aufwand mit Anwalt und Gutachter sprengt bestimmt den Rahmen.


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#6
 Von 
guest-12316.11.2010 15:51:37
Status:
Frischling
(43 Beiträge, 16x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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