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Bauträgervertrag - Beginn des Verzugs

 Von 
mibreit86
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Bauträgervertrag - Beginn des Verzugs

Liebe Forumsmitglieder,

folgender Passus findet sich in einem zwischen einem Bauträger und mir geachlossenen Kaufvertrag über eine zu errichtende Eigentumswohnung.

d) „Das Vertragsobjekt wird am 31.03.2018 übergeben. Die vollständige Fertigstellung erfolgt zum 30.05.2018. Bei Verzögerungen, die vom Verkäufer nicht zu vertreten sind, wie Streik, höhere Gewalt und Ausführung von Sonderwünschen oder außergewöhnlichen Witterungseinflüssen, die bei Abschluss des Vertrages nicht vorhersehbar sind, verlängert sich der Termin für die Bezugsfertigkeit entsprechend. Die Bezugsfertigkeit der Baulichkeit setzt nicht die Fertigstellung der Außenanlagen voraus. Die Außenanlagen sowie das sonstige Gemeinschaftseigentum sind spätestens sechs Monate nach Übergabe der Baulichkeit fertig zu stellen und zu übergeben. Der Baubeginn erfolgt voraussichtlich am 15.06.2017, sofern bis dahin alle behördlich notwendigen Genehmigungen und juristisch erforderlichen Voraussetzungen vorliegen.

e) Überschreitet der Verkäufer die zuvor genannte Fertigstellungsfrist, so räumt ihm der Käufer eine sanktionslose Nachfrist von mindestens sechs Wochen ein."

Außergewöhnliche Witterungseinflüsse kann ich im Winter 17/18 in Ostwestfalen nicht ausmachen. Es war ein ganz normaler Winter. Der Bauträger trug als Entscchuldigung unter anderem vor, dass die Elektriker bei Frost keine Kabel verlegen könnten.
Dies sehe ich zwar ein, weiß aber dass die Baustelle schlichtweg über einige Monate geruht hat. Dies ist auf eine fehlende Planung des Bauträgers und dann fehlende Handwerker-Kapazitäten zurück zu führen. Zwischenzeitlich machte auch das Gespenst der Insolvenz die Runde in der Branche.

Mit der Fertigstellung rechnet der Bauträger aktuell gegen Ende August. Unterstellen wir, dass dies hoffentlich auch so eintreten wird:

- Gehe ich richtig in der Annahme, dass der Bauträger für den Verzug haftet und dass dieser von mir aufgrund des Vertrages nicht weiter angemahnt werden muss?
- Was genau ist mit der Übergabe des Vertragsobjektes und der vollständigen Fertigstellung zum 31.05.2018 gemeint?
- Zu wann tritt der Verzug in Kraft? 31.03. + 6 Wochen oder 31.05. + 6 Wochen?
- In welcher Höhe kann ich Aufwendungen geltend machen? Ich wohne aktuell in einer Mietwohnung geringerer Qualität und geringer Größe (47 zu 99 qm). Darüber hinaus habe ich Bereitstellungszinsen als auch Zinsen für die Inanspruchnahme der damit verbundenen Darlehen zu zahlen.


Ich danke Ihnen im Voraus sehr sehr herzlich für Ihre Einschätzung!
Mir ist dabei bewusst, dass es sich um keine anwaltliche Beratung sondern um einen Austausch handelt. Vielleicht können Sie mir dennoch grob weiterhelfen.

Herzliche Grüße
Michael

-- Editiert von mibreit86 am 19.06.2018 17:30

-- Editiert von mibreit86 am 19.06.2018 17:32

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Bauträger Fertigstellung Übergabe Verkäufer


2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
nonjura
Status:
Beginner
(67 Beiträge, 32x hilfreich)

Nur meine Einschätzung: Verzug ab 30.05 , plus die 6 Wochen.

Schriftlich in Verzug setzen würde ich, um festzuhalten, dass es eben keine vom Verkäufer nicht zu vertretenden Verzögerungen gab. Ist im Baurecht meines Wissens auch zwingend vorgeschrieben.

Die Höhe des Verzuges sollte sich eigentlich auch aus dem Vertrag ergeben. Pro Monat Betrag X. Ansonsten greift evtl VOB/B oder § 281 ff BGB .

Der 31.03 soll wohl bedeuten, dass der Besitz und die Gefahr des zufälligen Untergangs und der Verschlechterung übergeht, schwierig zu beurteilen ohne den Gesamtvertrag zu kennen.

Am 30.05 sollen alle Leistungen laut Bauvertrag, Leistungsverzeichnis mit Ausnahme der Außenanlage abnahmereif übergeben werden.

Bei einem Verdacht der Insolvenz kann auch noch das Portal des Justizministeriums „Insolvenzbekanntmachungen" zu Rate gezogen werden.

Klarheit kann nur ein Anwalt bringen, der die gesamten Unterlagen prüfen kann.

Signatur:Das ist kein juristischer Rat. Ich gebe nur meine Erfahrung weiter.
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#2
 Von 
Bruce2004
Status:
Beginner
(115 Beiträge, 17x hilfreich)

31.03.2018 sollte die Übergabe erfolgen, er wollte bis 30.05.2018 Spielraum für Abschlussarbeiten und Nachbesserungen.

D.h. ab 01.04.2018 war er in Verzug, schade, dass Sie in der Vertrag keine Vertragsstrafe vereinbart haben, das ist ein Muss. Eine Verzugsstrafe nachträglich zu vereinbaren ist möglich, liste einfach alle Schaden die Sie erlitten haben seit 31.03 und machen die geltend mit Fristsetzung und droh sonst mit ein Rechtsanwalt und Klage, das muss schnell und klipp und klar sein.
über die Fristverlängerung bis August müssen Sie entscheiden, ob Sie z.B. sofortige Zahlung fordern oder zum RA.

Haben Sie alles bezahlt?

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