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Bei getrenntem Kauf von Haus und Grund nur einmal Grunderwerbsteuer?

 Von 
kimbalee
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 3x hilfreich)
Bei getrenntem Kauf von Haus und Grund nur einmal Grunderwerbsteuer?

Hallo,

mein Neffe möchten gerne ein Haus kaufen oder bauen lassen.
Heute las ich in einem Ratgeber, daß man, wenn man erst das Grundstück kauft und dann die Immobilie von jemand anderem darauf bauen lässt, nur für das Grundstück Grunderwerbsteuer zahlen muß.

Kann das stimmen?
Müssen dann z.B. für den Bau von Fertighäusern etc., keine Steuern bezahlt werden, wenn man das Grundstück selber sucht?
Gibt es hierzu einen Gesetzestext o.ä.? Mir kommt das etwas komisch vor und gerade beim Finanzamt bin ich immer für etwas mehr Vorsicht, deshalb würde ich meinem Neffen lieber davon abraten...

Gruß,
Anschi

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Grunderwerbsteuer Grundstück Haus Hausbau


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
ikarus02
Status:
Master
(4412 Beiträge, 975x hilfreich)

Hier ist das FA streng und genau:
Die Grunderwerbssteuer ist nur auf den Kaufpreis des Grundstückes zu entrichten, wenn für Grundstück und Haus getrennte Verträge von verschiedenen Verkäufern bestehen, wenn es wirtschaftlich unabhängige Verträge sind und wenn ich in der Wahl des Hauserrichters eine freie Entscheidung habe.
Es sollte auch nicht nur ein Makler für beide Käufe auftreten und möglichst ein zeitlicher Abstand zwischen den Käufen bestehen.
Gruß

-----------------
"behandle jeden so, wie du selbst behandelt werden möchtest."

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#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(32351 Beiträge, 11471x hilfreich)

Wenn die Verträge für den Kauf des Grundstückes und den Bau des Hauses getrennt sind, dann fällt die Grunderwerbsteuer nur für den Kauf des Grundstückes an.

Die Aussage in dem Ratgeber ist also völlig korrekt.

Prinzipiell muss dabei sogar der Verkäufer des Grundstückes und der Bauträger nicht einmal unterschiedlich sein.

Entscheidend ist, dass bei der Unterschrift unter den Vertrag für das Grundstück noch völlige Freiheit darüber besteht, wer das Haus baut.

Ich bin mir übrigens in dieser Sache deshalb so sicher, weil ich es selbst so gemacht habe.

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#3
 Von 
ikarus02
Status:
Master
(4412 Beiträge, 975x hilfreich)

Hallo hh und anschi, trotzdem sollte man noch vorsichtiger sein: Ich kaufte mein Grundstück über einen Makler von einer Gesellschaft.
In diesem Kaufvertrag musste ich mich verpflichten, bei Bau des Hauses eine bestimmte Firma zu beauftragen.
Nach einigen Wochen schloss ich mit dieser Fa. einen separaten Hausbauvertrag ab.
Ich musste für Grundstück UND Haus Grunderw.steuer zahlen, alle Einsprüche halfen nichts (FA Berlin/1986).
Es sollte also im Grundstückskaufvertrag NICHTS über irgendeine Verpflichtung stehen.
Gruß!


-----------------
"behandle jeden so, wie du selbst behandelt werden möchtest."

-- Editiert von ikarus02 am 23.05.2005 20:04:49

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#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(32351 Beiträge, 11471x hilfreich)

@ikarus02
In dem Fall ist auch für das haus Grunderwerbsteuer fällig.

Ich habe jedoch ein Grundstück von einer Bauträgerfirma gekauft mit der Bestätigung, dass ich nicht verpflichtet bin, dieser Firma den Bauauftrag zu erteilen.

Erst danach habe ich mir verschiedene Angebote für den Hausbau eingeholt. Weil diese Firma dann am Ende das günstigste Angebot abgegeben hat, habe ich sie ebenfalls mit dem Hausbau beauftragt.

Dies konnte ich so nachweisen. Dabei ist dann keine Grunderwerbsteuer für den Hausbau angefallen.

Wenn ich eine andere Bauträgerfirma beauftragt hätte, dann hätte es zwischen Grundstückskaufvertrag und Hausbauvertrag offensichtlich keinen Zusammenhang gegeben. Dann fällt natürlich sowieso keine Grunderwerbsteuer für den Hausbau an.

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#5
 Von 
kimbalee
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 3x hilfreich)

Hallo und danke für Eure Antworten!

Hieße das dann, daß ich bei einem Hauskauf auf Erbpachtgrund gar keine Grunderwerbsteuer bezahlen muß?

Viele Grüße,
anschi

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#6
 Von 
Goet83
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 33x hilfreich)

Wir haben jetzt ein Haus gekauft, aber das Grundstück zunächst nur Reserviert. Den Hauskauft haben wir vorgezogen, weil wir uns einen Zinssatz sichern wollten, für den ja die KFW Bescheinigung nötig ist. So jetzt werden wir dann auch in den kommenden Tagen das Grundstück kaufen. Wie sieht es in unserem Fall aus ? Die Verträge sind unabhängig voneinander und zeitlich differenziert.


-- Editiert Goet83 am 04.11.2011 10:22

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#7
 Von 
Goet83
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 33x hilfreich)

Hat da wirklich niemand ein Meinung zu ?

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#8
 Von 
joebeuel
Status:
Lehrling
(1916 Beiträge, 1336x hilfreich)

http://www.ftd.de/karriere-management/recht-steuern/:recht-steuern-spartricks-bei-der-grunderwerbsteuer/60117846.html

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#9
 Von 
TiA2010
Status:
Praktikant
(983 Beiträge, 490x hilfreich)

Hallo Anschi,

doch, auch bei Erbpachtgrundstücken musst du Grunderwerbsteuer bezahlen, dass FA tut dann so, als wenn du auch das Grundstück kaufst. Du wirst auch jährlich die Grundsteuer entrichten müssen.

Goet83 - du bist ja mutig, was ist, wenn du das Grundstück nicht bekommst, dann hast du ein Haus an der Backe, dass du nirgendwo hinstellen kannst.
Und vorallem, du müsstest doch eigentlich alles selber finanzieren, denn ich kann mir gar nicht vorstellen, wie eine Bank so etwas beleihen will - schließliche existiert das Haus noch gar nicht und eine Hypothek kann nur auf das Grundstück eingetragen werden.

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#10
 Von 
Goet83
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 33x hilfreich)

@Tia2010: Wir haben das Haus erst gekauft als wir das Grundstück verpflichtend reserviert hatten. Da wurde auch eine Gebühr fällig. Theoretisch besteht da ein Zusammenhang, aber es sind zwei unabhängige und zeitlich versetzte Kaufverträge.
Die Finanzierung wollte hauptsächlich die KFW-Bescheinigung, deshalb auch der Kauf.
Man kauft doch auch nicht schon das Grundstück ohne eine sichere Finanzierung zu haben, oder ?

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