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Erlaubte Kosten für KfW55 Nachweis durch Bauträger

15.4.2020 Thema abonnieren Zum Thema: Kosten Käufer
 Von 
shirocko
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Erlaubte Kosten für KfW55 Nachweis durch Bauträger

Hallo zusammen,

wir sind gerade im Kaufprozess für eine Doppelhaushälfte in Massivbauweise nach KfW55 Standard.
In der Baubeschreibung steht mehrfach erwähnt, dass es sich um Effizienzhaus des KfW-55 Standards handelt.
Es wird auch erwähnt, dass etwaige Förderantragskosten einschließlich der Kosten für die Bestätigung eines geeigneten Sachverständigen durch den Käufer zu tragen ist.
Durch den Markler wurde ich nun an den Architekten verwiesen, welcher eine Bestätigung ausstellen kann, diese soll jedoch wohl 1.000€ kosten!
Ich halte dies für massiven Wucher.
Ist es überhaupt zulässig, dass solch ein Nachweis der Effizienzbauweise dem Käufer finanziell zur Last gelegt wird? Der Bauträger muss doch eigentlich nachweisen können, dass seine Angabe in der Baubeschreibung stichhaltig ist.
Und wenn man die Kosten auf den Käufer umlegen darf, wie hoch sind dann übliche Kosten für eine solche Bestätigung?

Vielen Dank im Voraus,
shirocko

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Kosten Käufer


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(79572 Beiträge, 33730x hilfreich)

Zitat (von shirocko):
Ist es überhaupt zulässig, dass solch ein Nachweis der Effizienzbauweise dem Käufer finanziell zur Last gelegt wird?

Ja, ist es.



Zitat (von shirocko):
Der Bauträger muss doch eigentlich nachweisen können, dass seine Angabe in der Baubeschreibung stichhaltig ist.

Das wird er auch können.
Nur wird das nicht reichen um die Förderung zu erhalten.



Ach ja, ein Tipp: Kaufpreis + 20% vom Kaufpreis für "unerwartete Nebenkosten"


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
shirocko
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Harry von Sall,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Gibt es für die Kosten einer solchen Bestätigung einen Dirchschnittspreis, welcher dafür üblicherweise verlangt wird? Oder gibt es ggf. auch gesetzliche Obergrenzen dafür?

LG shirocko

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#3
 Von 
Anami
Status:
Philosoph
(13369 Beiträge, 2042x hilfreich)

Zitat (von shirocko):
Es wird auch erwähnt, dass etwaige Förderantragskosten einschließlich der Kosten für die Bestätigung eines geeigneten Sachverständigen durch den Käufer zu tragen ist.
Eben. Der Bauträger KANN keine Förderung beantragen. Das muss der Käufer tun, wenn er Förderungen haben will. Man muss aber nicht.
Zitat (von shirocko):
diese soll jedoch wohl 1.000€ kosten!
Wahrscheinlich will oder soll der Architekt den Förderantrag stellen?

Der Bauträger baut ein solches Haus nach diesem Standard. Die Angabe KfW55 ist quasi die Typbezeichnung des Hauses.
Ziemlich weit unten findest du Hinweise zur Förderung.
https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/Das-KfW-Effizienzhaus/

Man kann es auch anders als durch die Wucherbrille betrachten: Man frage den Arch., was er für die 1.000,- machen müsste. Oder man suche sich selbst *billigere* Sachverständige.

Und warum habt ihr auch noch eine Makler?

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#4
 Von 
shirocko
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Der Architekt wurde uns vom Bauträger genannt zur Ausstellung der Bestätigung.
Ich habe heute von diesem das Angebot erhalten.
Es werden 500€ für den KfW 55 Antrag berechnet und 500€ für Dokumentation und Bestätigung der Durchführung.
Das es sich um ein Bauprojekt handelt, wo wir vom Bauträger das Haus schlüsselfertig übernehmen werden, haben wir denke ich nicht die notwendigen Unterlagen, um selbst die Bestätigung auszustellen. Im Preis sei wohl auch die finale Bauprüfung und Abnahme nach KfW55 Standard enthalten.

Den Markler haben wir uns nicht ausgesucht, dieser wurde durch den Bauträger zum Verkauf des Bauprojektes eingesetzt. Wir zahlen keine Provision.

lg shirocko

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#5
 Von 
Anami
Status:
Philosoph
(13369 Beiträge, 2042x hilfreich)

Dann könnt ihr wählen:

A) -- Das Angebot des Arch. nicht annehmen. Einen *billigeren* suchen, der das kann und darf. Vielleicht spart ihr 200,- (??)
B) -- Bauen ohne diese Fördermittel. Dann spart ihr 1.000,-.
C) -- Bauen mit Fördermitteln. Dann kostet das diese 1.000,- und ihr könnt entspr. Fördermittel (Zuschüsse oder Darlehen) bekommen. Der Arch. würde die Anträge stellen (je nachdem, was und wie ihr gefördert haben wollt), auch die Bauausführung prüfen und zum Ende entspr. bestätigen. Diese Bestätigung will der Fördermittelgeber haben.

Den Makler habt ihr schon mitbezahlt, wenn ihr das Haus kauft.

Wo sollen denn nun die Wucherkosten versteckt sein?
( psst. --->Wucherkosten sind ganz woanders versteckt beim SF-Neubau)

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(79572 Beiträge, 33730x hilfreich)

Zitat (von shirocko):
Es werden 500€ für den KfW 55 Antrag berechnet

Den kann man auch selber stellen. Wobei Fehler dann voll zu euren Lasten gehen würden.



Zitat (von shirocko):
500€ für Dokumentation und Bestätigung der Durchführung.

Erscheint nicht unangemessen.



Zitat (von shirocko):
haben wir denke ich nicht die notwendigen Unterlagen, um selbst die Bestätigung auszustellen.

Vor allem habt ihr nicht die notwendige Kompetenz.



Zitat (von shirocko):
Im Preis sei wohl auch die finale Bauprüfung und Abnahme nach KfW55 Standard enthalten.

Und mit welchem Wortlaut wurde das in den vertraglichen Vereinbarungen fixiert?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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