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Fenster zum Nachbarhof?

24.2.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Fenster Nachbar
 Von 
Rukain
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 9x hilfreich)
Fenster zum Nachbarhof?

Hallo zusammen, wir wohnen seit einigen Jahren in einem Haus BJ 1950 und haben kürzlich festgestellt, dass unser Nachbar zwei Fenster die zu seinem Grundstück (Hof) ausgerichtet sind mit einer Metallplatte verschraubt hat, so dass sich diese nicht mehr öffnen lassen.

Zu den Fenstern, diese sind (noch) Glasbausteine in dem ein klassisches Kippelement verbaut ist und sollen nun im Zuge der Renovierung durch ordentliche Fenster ausgetauscht werden.

Die neuen Fenster sollen mit einem Milchglas und nur einem Kippmechanismus versehen werden.

In dies legitim oder kann/darf der Nachbar dies verhindern. Eine persönlich Klärung vorab ist leider nicht wirklich absehbar.

Vielen Dank und beste Grüße,
Rukain

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Fenster Nachbar


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
-Laie-
Status:
Philosoph
(12356 Beiträge, 5095x hilfreich)

Verstehe ich das richtig? Der Nachbar hat einfach, ohne eure Zustimmung, an eurem Haus an Fenstern Metallplatten angeschraubt?

Signatur: Folgende Nutzer werden von mir blockiert und ich kann deren Beiträge nicht lesen: Xipolis; Jule28
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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(79882 Beiträge, 33759x hilfreich)

Ob das in eurer Gemeinde überhaupt möglich ist, sollte man mit dem Bauamt abklären.

Es ist nämlich nicht unüblich, das grenznahe Wände die zu den Nachbarn gerichtet sind aus Brandschutzgründen gar keine Fenster enthalten dürfen.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
Rukain
Status:
Frischling
(24 Beiträge, 9x hilfreich)

Die Fenster bzw die "Löcher" in der Wand sind ja schon seit dem die Häuser in dieser Straße gebaut wurden.
Der besagte Nachbar hat selbst Fenster in diese Richtung und der Nachbar zur anderen Seite hat dies ebenfalls in Richtung unseren Hof.

Ist es also möglich, dass ursprünglich alle falsch gebaut haben und wir nachträglich diese Fenster schließen müssten?

@ -Laie-, ja hat er, ist uns auch nicht sofort aufgefallen, da wir zu erst annahmen die Fenster werden verrosten oder geklemmt nur durch einen Zufall haben wir das entdeckt...

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#4
 Von 
Lolle
Status:
Bachelor
(3341 Beiträge, 1857x hilfreich)

Rukain: Ist es also möglich, dass ursprünglich alle falsch gebaut haben und wir nachträglich diese Fenster schließen müssten?
ist möglich

So allgemein kann man nur sagen:
Wenn die Fenster damals illegal eingebaut wurden, dann sind sie auch heute noch illegal.
Falls die Fenster damals legal eingebaut wurden, dann geniest der damals legale Zustand auch heute Bestandsschutz. Dieser erlischt aber bei Veränderungen bzw. bei Veränderungen ist heutiges Baurecht (Brandschutz!!!) einzuhalten.

Für mehr müsste man wenigstens die wichtigsten Sachumstände dazu kennen:

Werden die erforderlichen Grenzabstände eingehalten/nicht eingehalten?
Wie weit ist die Wand, in der sich die Fenster befinden, von der Grenze zum Nachbarn entfernt?

Welches Bundesland?

Dazu wäre es gut, wenn du die alten Baugenehmigungsunterlagen vorliegen hättest und wüsstest was dort zu den betreffenden Fenstern drin steht.

Signatur:Es hilft nichts,das Recht auf seiner Seite zu haben.Man muss auch m.d. Justiz rechnen - D Hildebrand
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#5
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(11440 Beiträge, 7767x hilfreich)

Zitat:
Ist es also möglich, dass ursprünglich alle falsch gebaut haben und wir nachträglich diese Fenster schließen müssten?

Nein. Das eher nicht.
Zum einen ist es möglicherweise so, dass zum Bauzeitpunkt anderer Vorschriften galten - und der Bau zum damaligen Zeitpunkt "richtig" war. Was zum Bauzeitpunkt zulässig war, hat normalerweise Bestandsschutz.
Dieser Bestandsschutz gilt aber nur für den "Status quo" - hier also für die Glasbausteine. Ein Umbau von Glasbaustein auf normales Fenster wäre somit nicht vom Bestandsschutz gedeckt. Wenn ein Glasfenster nach den aktuellen Vorschriften unzulässig wäre, dann kann man sich nicht darauf berufen, dass vorher schon ein Glasbaustein-Fenster da war. Dann müsste man entweder zumauern oder die Glasbausteine so lassen wie sie sind.
Zum anderen beruht das "Fensterverbot" ja auf dem Brandschutz (und nicht auf dem Schutz der Privatspähre, was viele denken). Gemauerte Wände sind nicht brennbar, während durch Öffnungen (wie z.B. Fenster) Flammen auf das Nachbargrundstück übergreifen können. Nach den meisten Bauvorschriften sind Öffnungen aber dann ausnahmsweise erlaubt, wenn der Brandschutz trotzdem gewährleistet ist. Glasbausteine sind ähnlich unbrennbar wie Ziegelsteine, weshalb Fenster aus Glasbausteinen oft auch da erlaubt sind, wo "normale" Fenster (egal ob Klarglas oder Milchglas) verboten sind.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(30656 Beiträge, 12283x hilfreich)

Gerade wenn es um Fenster geht, haben wir da ein sehr spezielles Recht, welches von Ort zu Ort unterschiedlich sein kann. So gab es beispielsweise zumindest bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts hinein für die Stadt Dormagen das sog. Dormagener Fensterrecht, sogar ausdrücklich im größten Kurzkommentar BGB erwähnt. Das Bauamt hilft da weiter.

wirdwerden

-- Editiert von wirdwerden am 24.02.2017 15:46

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#7
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(37252 Beiträge, 13371x hilfreich)

Nach dem Baurecht (fast) aller Bundesländer muss ein zur Grenze gerichtetes Fenster einen je nach Bundesland unterschiedlichen Abstand zur Grenze haben. Das sind z.B. in NRW 2m (§ 4 Abs. 1 NRG-NRW). Dieses Fensterrecht ist übrigens nicht von Ort zu Ort unterschiedlich, sondern in der Bauordnung oder im Nachbarschaftsrecht des jeweiligen Bundeslandes geregelt. Ob es für die Stadt Dormagen ein Spezialrecht gibt, ist mir nicht bekannt.

Ein nach altem Recht oder mit Zustimmung des Nachbarn zulässigerweise eingebautes Fenster darf der Nachbar nicht abdunkeln (Lichtrecht).

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#8
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(11440 Beiträge, 7767x hilfreich)

Zitat:
Ein nach altem Recht oder mit Zustimmung des Nachbarn zulässigerweise eingebautes Fenster darf der Nachbar nicht abdunkeln (Lichtrecht).

Hier steht aber im Raum, dass das eingebaute Fenster möglicherweise nur deshalb zulässig war, weil es aus Glasbausteinen besteht/bestand. Sollte die Eigenschaft "Glasbaustein" entscheidend dafür gewesen sein, dass das Fenster überhaupt zulässig war, dann darf der Fragesteller nicht einfach von Glasbaustein auf normales Fenster mit Milchglas umbauen.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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