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Fenstereinbau nicht nach EnEV

 Von 
gurgelhals
Status:
Beginner
(106 Beiträge, 43x hilfreich)
Fenstereinbau nicht nach EnEV

Hallo,
es geht um ein Fenster, das (mit Rahmen komplett) in 8/2014 erneuert wurde. Der Fensterrahmen wurde zunächst mit Bauschaum gehalten und dann mit Schrauben fixiert. Das war's.
Ein Handwerker hatte mir erzählt, dass nach den EnEV zusätzlich von innen die Fuge zwischen Wand und Fensterrahmen luftdicht abgeschlossen werden muss.

Frage: War das in 8/2014 bereits schon Pflicht? Wenn Ja, wo steht es geschrieben, wo kann man es nachlesen. Auf was kann man sich berufen? Oder ist es nur eine Empfehlung?

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Fenster Frage Pflicht


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
asd1971
Status:
Student
(2599 Beiträge, 913x hilfreich)

Gegenfrage: habt ihr euch überhaupt gedanken gemacht über ein Lüftungskonzept? Denn luftdichte Fenstereinbauten ohne einem Lüftungskonzept sorgen für Schimmel und andere derlei Probleme.

Die Enev ist schon länger pflicht. Trotzdem muss man das Gesamtpaket betrachten, denn im Nachgang könnte es sonst für Euch sogar teurer kommen.

Ich gehe mal davon aus, dass ihr die Fenster nur vom Fensterbauer erneuert habt, statt vom Ing. beraten zu lassen?

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#2
 Von 
Blaki
Status:
Praktikant
(868 Beiträge, 738x hilfreich)

Guten Abend,

die EnEV wurde mit Wirkung zum 01.05.2014 geändert (verschärft). Jetzt kann man darüber streiten, ob die Alt- oder Neufassung der EnEv bei Bestellung oder Bauausführung in 2014 maßgeblich war.

Die Anforderungen an die bautechnische Ausführung im Fensterbau werden in der DIN 18195 definiert.

Nach meiner Auffassung ist aus der DIN "Zugluftdicht" abzuleiten. Zugluftdicht kann durch unterschiedliche Maßnahmen erreicht werden. Es wäre fehl am Platze, sich nur auf den Einbau einer bestimmten Dichtung zurück zu ziehen. Der Einbau garantiert noch keine "Dichtigkeit". Anderseits kann moderner, feinporiger und in richtiger Menge und Ausführung aufgetragener Bauschaum vollständig dicht abschließen.

Das Dilemma von Beiputzen ist der Schwund. Bei zusätzlich falscher Ausschäumung ergibt sich Zugluft und damit Energieverlust.

Bei vollständig "dichten" Räumen ergibt sich ohne Raumbelüftungskonzept ein erhöhtes Risiko zur Schimmelbildung.

Es kommt auch auf die Benutzungsart der Räume und die Heizung an (Bad oder wenig benutzer Raum Feuchtigkeit durch Atemluft usw.)).Pauschal ist das so nicht zu beantwoirten.

So sollte es nicht sein: Wenn Sie bei geschlossenen Fenstern und mäßigem Wind draußen den Rauch einer Zigarette in Nähe des Übergangs zwischen Fensterrahmen und Mauerwerks deutlich kräuseln sehen. In diesem Fall könnte über eine Nachbesserung nachgedacht werden.

Mit freundlichem Gruß

Signatur:Blaki
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#3
 Von 
gurgelhals
Status:
Beginner
(106 Beiträge, 43x hilfreich)

Hallo,

vielen Dank für die Antworten. Sorry, dass ich mich erst jetzt melde.

Mir ging es nur darum, ob der Tischler (auch Fensterbauer) die Fenster ordnungsgemäß (nach EnEV) eingebaut hat, ob zwischen den Rahmen und Mauerwerk luftdicht abgeschlossen sein "muss", oder ob es je nach Handwerker beliebig sein kann. Denn wenn der Maurer die Fensterlaibungen verputzt und abschliesst, ist es zu spät zu reklamieren bzw. mit viel Aufwand verbunden.

Wenn es bei uns wIndig ist, zieht es aus den Ecken unserer alten Fenster (Kunstoff), sowiese unter der Fensterbank. Da hilft auch keine Abdichtung mit Acryl. Dies wollte ich bei den neuen Fenstern im Vorwege verhindern.

Ich denke mir auch, dass die Dichtheit der Fenster ganz unabhängig sein sollte, wie man den Raum später benutzt oder lüftet, oder?


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#4
 Von 
mgrasek100
Status:
Praktikant
(504 Beiträge, 175x hilfreich)

Die Frage ist wer du bist ? Bauherr ? Mieter ?

Zuerst würde ich klären ob das im bestimmten Einzelfall überhaupt viel bringt, ich denke eine Verordnung muss auch einen legitimen Zweck grundsätzlich verfolgen, ich bezweifle schon lange, dass die ständigen Änderungen überhaupt mit dem GG in Einklang zu bringen sind, allein schon deswegen weil die Enev eig Landesrecht ist also zum
Bauorsnungsrecht zählt, auch wird der legitime Zweck nicht erfüllt, von der Verletzung des Art 1 und 2 i.v.m Art 20 mal ganz zu schweigen.. BVerfG, U. v. 21.05.1952 – 2 BvH 2/52 -, BVerfGE 1, 299 /312.

Der Eigentümer hat auch Rechte: Bußgelder oder unnötige sinnlose Verordnungen die die Freiheit des Eigentümers einschränken sind nach Art 14 Abs. 1 GG zumindest verfassungswidrig (BVerfG, Beschl. v. 10. 5. 1983 - 1 BvR 820/79 -, BVerfGE 64, 87 /101; BVerfG, Urt. v 28.2.80 - 1 BvL 17/77 - u.a. , BVerfGE 53, 257 /292 ;)

Es gibt bei der Ausübung der Schranken der Eigentumsfreiheit auch Grenzen, unendlich darf man die Handlungs und Eigentumafreiheit also nicht einschränken, dass wird schon daran deutlich dass Sanierungen mit Wärmedämmung sich kaum in den Heizkosten widerspiegeln auch sind die Kosten eines Energieausweiss sehr teuer ( besonders der bedarfsorientierte A.)
Wenn also die Dämmung in 10 Jahren veraltet ist muss schon wieder ne neue her etc..
Das führt wirtschaftlich zu nix, es reamonitiert sich also net.
Der größte Kracher sind dann die Bußgelder von teils 50.000 Euro (!)
Ich finde das alles net verhältnismäßig zumal ja noch nicht mal das sinnvolle nachgewiesen wird am Gesetz
Übrigens das Grundgesetz gilt lt EU Vertrag auch auf EU Ebene genauso wie die emrk

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#5
 Von 
0815Frager
Status:
Master
(4969 Beiträge, 2262x hilfreich)

Warum antwortet man hier auf alte Treads?

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#6
 Von 
spatenklopper
Status:
Schlichter
(7994 Beiträge, 3550x hilfreich)

Vielleicht weil 2 Monate jetzt noch nicht sooo alt sind und vor allem weil der TE noch unbeantwortete Fragen hier im Thread stehen hatte?

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#7
 Von 
mgrasek100
Status:
Praktikant
(504 Beiträge, 175x hilfreich)

Also es würde uns doch auch mal gut tun, wenn wir eine wehrhafte Demokratie sind.
Man sollte schon total unsinnige Gesetze nicbt nachplappern , sondern hinterfragen oder würdet ihr jemanden dem die Todesstrafe nach dem StGB droht auch Tipps geben oder dies nicht gleich richtigerweise für verfassungswidrig halten ?

Aber da ich hier nicht unnötig daherlabern will, hier wohl noch die Antwort : Enev 2009 § 6 Ego Uskw

EnEV 2009 § 6 Abs. 1:
„... Die Fugendurchlässigkeit außen liegender Fenster, Fen- stertüren und Dachflächenfenster muss den Anforderungen nach Anlage 4 Nummer 1 genügen. ..."

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#8
 Von 
charlyt4
Status:
Student
(2726 Beiträge, 674x hilfreich)

.

Zitat (von mgrasek100):
EnEV 2009 § 6 Abs. 1:
„... Die Fugendurchlässigkeit außen liegender Fenster, Fen- stertüren und Dachflächenfenster muss den Anforderungen nach Anlage 4 Nummer 1 genügen. ...


Die Frage wäre nur, ob die EnEV auch bindend ist wenn nur 1 Fenster erneuern wird ? ( 1/10 Fensterfläche )



gruß charly

Signatur: Gruß Charly
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#9
 Von 
mgrasek100
Status:
Praktikant
(504 Beiträge, 175x hilfreich)

Kann man ggfs auch alles nachlesen : wer mehr als 10 Prozent seiner Fenster erneuert muss die enev 2014 achten.

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