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Garage an Grenze - Nachbarhaus 20cm Abstand - Drainage?

5. Februar 2022 Thema abonnieren
 Von 
Sunrabbit
Status:
Praktikant
(597 Beiträge, 105x hilfreich)
Garage an Grenze - Nachbarhaus 20cm Abstand - Drainage?

Das ganze soll in NRW spielen.

Stellen wir uns vor jemand möchte eine Garage direkt an die Grenze setzen (5m lang, 2,2m hoch). Das Vorhaben steht im Zusammenhang mit einem Neubau daher wurde eine Baugenehmigung beantrag und erteilt.

Nun hat der Nachbar sein Haus nicht direkt an die Grenze gebaut, sondern ca. 20cm Abstand zur Grenze. Das bedeutet zwischen (altem) Haus und neuer Garage gibt es 20cm Platz. Es gibt keine Baulasten. Das ganze spielt in NRW wo es keine Regelungen für "Schmutzwinkel" gibt. Das Thema wurde ausführlich mit dem Bauamt besprochen.

Nun plaudert man mit dem neuen Nachbarn und der meint das man beim Bau der Garage nun verpflicht wäre eine Drainage in den Boden zu legen. Den Garagenbauer überrascht das.

Erstes Problem: Wohin bitte mit der Drainage? Die Garage steht an der Grenze. Da kann der Garagenbauer ja keine Drainage mehr legen da kein Platz. Unter der Garage mit versiegelten Boden macht es ja wohl keinen Sinn. Der Garagenbauer kann wohl auch schlecht eine Drainage in den 20cm zwischen Garage und Haus legen da es nicht sein Grundstück ist. Ausserdem möchte der Garagenbauer nichts auf fremden Grundstück bauen um später nicht in die Haftung genommen zu werden.

Die nächste Frage also: warum sollte der Garagenbauer dazu verpflichtet sein? Die Garage hat einen Anschluss an die Kanalisation zur Entwässerung. Es wird also kein Wasser von der Garage auf das Grundstück des Nachbarn fliessen können. Das einzige Wasser, welches an die Hauswand des Nachbars kommen könnte, fällt auf den 20cm des Grundstücks was den Nachbarn gehört. Für die Entwässung des Grundstücks des Nachbar kann aber doch nicht der Garagenbauer verantwortlich sein, oder?

Das nächste Thema: der Nachbar möchte die Drainage an den Kanalanschluss des Garagenbauer anschliessen. Dies ist aber in dem Ort gar nicht gestattet. Der Garagenbauer wurde bereits 2 mal informiert, das keine Drainage an das Kanalsystem angeschlossen werden darf. Der Nachbar mit dem Haus möchte "das einfach mal machen". Der Garagenbauer will sich an die Vorgaben halten.


-- Editiert von Sunrabbit am 05.02.2022 09:28

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(25192 Beiträge, 4790x hilfreich)

Zitat (von Sunrabbit):
der meint das man beim Bau der Garage nun verpflicht wäre eine Drainage in den Boden zu legen.
Der Nachbar sollte die entspr. Vorschrift aus Gesetz, VO und/oder Ortssatzung nennen, dann würde man als Garagenbauer nochmal *nachdenken*. Damit wäre diese Frage beantwortet.
Der Nachbar kann den Garagenbauer nicht verpflichten. Weder zu einer Drainage noch zur Überbauung der G-Grenze.
Zum dritten Mal braucht man dem Nachbarn das mit dem nicht erlaubten Anschluss nicht erklären.

Vorschläge:
- Je nach Dachgestaltung der Garage/Anschluss an die N-Hauswand könnte man überlegen, wie man verhindert, dass überhaupt Niederschlagswasser dort hinunterläuft.
- Man könnte als Garagenbauer überlegen, ob man seine Garage nicht direkt an die G-Grenze setzt, sondern auch 20cm *Schmutzstreifen* lässt. Dann müsste es mit dem Nachbarn eine Einigung geben, wer wann dort mal in den 40 cm den *Schmutz entfernt*. Zumindest käme man besser dran.
- Solange man noch miteinander plaudert, ist vieles möglich, was auch erlaubt wäre.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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#2
 Von 
Sunrabbit
Status:
Praktikant
(597 Beiträge, 105x hilfreich)

Zitat (von Anami):
- Je nach Dachgestaltung der Garage/Anschluss an die N-Hauswand könnte man überlegen, wie man verhindert, dass überhaupt Niederschlagswasser dort hinunterläuft.


Das Bauamt meinte, das der Garagenbauer auf keinen Fall einen Aschluss and die Hauswand des Nachbar machen darf. Genauswenig dürfte der Nachbar "sein" Wasser einfach auf das Dach der "fremden" Garage leiten. Dem Garagenbauer wäre das aber egal, ob das das (wenige) Wasser auf sein Garagendach geleitet werden würde

Zitat (von Anami):
- Man könnte als Garagenbauer überlegen, ob man seine Garage nicht direkt an die G-Grenze setzt, sondern auch 20cm *Schmutzstreifen* lässt. Dann müsste es mit dem Nachbarn eine Einigung geben, wer wann dort mal in den 40 cm den *Schmutz entfernt*. Zumindest käme man besser dran.


Gehen wir einfach davon aus, das dies nicht möglich ist aus Platzgründen.

Zitat (von Anami):
- Solange man noch miteinander plaudert, ist vieles möglich, was auch erlaubt wäre.


Das ist leider das Problem :) Jeder weiss was verboten ist, aber was sinnvoll und zulässig wäre - dazu sagen die Ämter nix.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(25192 Beiträge, 4790x hilfreich)

Dann scheiden beide Vorschläge aus.
Dann kriegt der Nachbar seine 20 cm *Luft*. Weiter nichts. Das ist zulässig und wenig sinnvoll.

Wenn der geplante Stellplatz zwischen Garage und eigenem Haus nicht ca 20 cm schmaler werden darf, hat man eben ein *verquetschtes* Konzept. Schade eigentlich bei einem Neubau... steht denn inzwischen das Haus schon?

https://www.123recht.de/forum/baurecht/Abstand-Nachbarhaus-zu-fremder-Garage-Schmutzwinkel-in-NRW-__f583779.html

Der Verdacht liegt nahe, dass der Garagenbauer vor 1 Jahr noch locker hätte darüber entscheiden können, seine gesamte Planung so zu verändern, dass eben Platz zwischen den beiden Gebäuden bliebe. Es mussten keinesfalls 1,5m sein. Es hätten auch 20-30 cm genügt. Das wäre zulässig und sinnvoll gewesen.

Sinnvoll ist beim Häuslebau oft nur der eigene Sinn. :sad: Dann stößt man oft an Grenzen.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(104030 Beiträge, 37585x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Der Nachbar kann den Garagenbauer nicht verpflichten. Weder zu einer Drainage noch zur Überbauung der G-Grenze.

Mal wieder eine Deiner üblichen dümmlichen und auch schlich falschen Aussagen ...



Zitat (von Sunrabbit):
Das nächste Thema: der Nachbar möchte die Drainage an den Kanalanschluss des Garagenbauer anschliessen. Dies ist aber in dem Ort gar nicht gestattet.

Und wohin soll dann das Wasser der Drainagen?
Dann schließe man die Drainage an die Drainage vom Haus an?



Zitat (von Sunrabbit):
Für die Entwässung des Grundstücks des Nachbar kann aber doch nicht der Garagenbauer verantwortlich sein, oder?

In der Regel nicht.
Es kann aber sein, das durch die Garage sich die hydrostatischen Verhältnisse ändern, dann könnte des Eigenümer der Garage verpflichtet sein Gegenmaßnahmen zu ergreifen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#5
 Von 
Sunrabbit
Status:
Praktikant
(597 Beiträge, 105x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Der Verdacht liegt nahe, dass der Garagenbauer vor 1 Jahr noch locker hätte darüber entscheiden können, seine gesamte Planung so zu verändern, dass eben Platz zwischen den beiden Gebäuden bliebe. Es mussten keinesfalls 1,5m sein. Es hätten auch 20-30 cm genügt. Das wäre zulässig und sinnvoll gewesen.


Nicht wirklich. Inzwischen hat sich einiges an der Situation verändert. Aufgrund von anderen baulichen Gegebenheiten, die damals nicht bekannt waren, musste inzwischen eine ganz andere Garage geplant, beantragt und genehmigt werden. Daher steht der Platz tatsächlich nicht mehr zur Verfügung.

Aber selbst wenn die damalige Planung doch umgesetzt worden wäre: Das Bauamt hat vorab auf Anfrage mitgeteilt: 1,5m Abstand oder nichts. Warum das Bauamt keine 20-30cm genehmigen wollte ist unbekannt. Auf den Klageweg hat der Garagenbauer verzichtet weil die Planung leider sowiso hinfällig war.

Dem Garagenbauer ist durchaus klar, das er Rücksicht auf alle nehmen muss. Macht er ja auch. Nur... der Garagenbauer kann nicht die baulichen Mängel und Probleme der gesamten Nachbarschaft lösen. Bisher wurde sein Grundstück (ohne Rechtsgrundlage) zur Entwässerung der Nachbarn eingesetzt. Das geht nun einfach nicht mehr.

Nebenbei: dieser 20cm Streifen ist einfach Erde mit Unkraut - versickerungsfähig. Dem Garagenbauer ist auch nicht klar, warum dann dort eine Drainage gebaut werden muss.

-- Editiert von Sunrabbit am 05.02.2022 16:35

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#6
 Von 
Sunrabbit
Status:
Praktikant
(597 Beiträge, 105x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Und wohin soll dann das Wasser der Drainagen?
Dann schließe man die Drainage an die Drainage vom Haus an?


Der Garagenbauer hat sich beim zuständigen Betrieb für die Entwässerung informiert, nachdem er auch über den Begriff "Drainage" gestolpert war. Es wird von dem Betrieb wie folgt definiert:

Drainage sind (für diesen Betrieb) Rohre unter der Erde, die Wasser im Boden aufnehmen und transportieren. Diese nehmen immer auch Schwebeteilchen / Erde mit. Diese dürfen nicht an die Kanalisation angeschlossen werden, da diese die Kanalrohre mit Schlamm füllen würden und erhebliche Reinigungskosten entstehen. Auch nicht mit Filterfliess oder anderen Maßnahmen.

Dagegen dürfen alle Entwässerungsrinnen von versiegelten Flächen (Pflaster, Dach) ohne weiteres in den Kanal eingespeist werden.

Das ganze wird überigens vor Ort geprüft, dabei müssen alle Rohre auf dem Grundstück offengelegt sein um "heimliche" Anschlüsse zu verhindern.

Der Garagenbauer braucht keine Drainagen auf seinem Grundstück und hat ausschliesslich Entwässerungsrinnen an Pflaster und Dachrinnen. Nicht versiegelte Pfläche ist Rasen und erlaubt eine natürliche Versickerung.

Nabenbei: der Grundwasserspiegel liegt ca. 50m unterhalb der Garage/Pflasterflächen.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(104030 Beiträge, 37585x hilfreich)

Zitat (von Sunrabbit):
Drainage sind (für diesen Betrieb) Rohre unter der Erde, die Wasser im Boden aufnehmen und transportieren. Diese nehmen immer auch Schwebeteilchen / Erde mit.

Ja, ist bekannt.
Deshalb gibt es da auch passende Techniken das zu verhindern.



Zitat (von Sunrabbit):
Diese dürfen nicht an die Kanalisation angeschlossen werden, da diese die Kanalrohre mit Schlamm füllen würden und erhebliche Reinigungskosten entstehen. Auch nicht mit Filterfliess oder anderen Maßnahmen.

Das dürfte rechtswidrig sein, wenn denn eine Drainage nach den Regeln der Technik ratsam wäre.



Zitat (von Sunrabbit):
Das ganze wird überigens vor Ort geprüft, dabei müssen alle Rohre auf dem Grundstück offengelegt sein um "heimliche" Anschlüsse zu verhindern.

Nette Idee aber wirkungslos ...



Aber erst mal mag der Nachbar die angebliche Pflicht zur Drainage substantiiert belegen ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(25192 Beiträge, 4790x hilfreich)

Zitat (von Sunrabbit):
Nebenbei: dieser 20cm Streifen ist einfach Erde mit Unkraut - versickerungsfähig.
Ja. So sieht es häufig dort aus. Wenn die Auflage/Vorgabe/Aussage der Baubehörde so ist, dann ---mit nichts--- an die Grenze. Hoffentlich hat die Garage kein Dach mit Dachüberstand.
Zitat (von Sunrabbit):
der Garagenbauer kann nicht die baulichen Mängel und Probleme der gesamten Nachbarschaft lösen.
Stimmt. Muss er auch nicht. Der Nachbar muss selbst für die ordnungsgemäße Entwässerung seines Grundstückes sorgen, wenn das bisher illegal über ein Grundstück geschah, welches nun dir gehört.
Zitat (von Sunrabbit):
warum dann dort eine Drainage gebaut werden muss.
MUSS? Nur der Nachbar behauptet das. Ich verstehe jetzt auch, warum er das möchte ...

Signatur:

ist nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(43587 Beiträge, 15525x hilfreich)

Und warum einigen sich die Nachbarn nicht einfach darauf, dass die Garage an das Haus angebaut werden darf oder wenigstens den Streifen zuzubauen?

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
de Bakel
Status:
Lehrling
(1154 Beiträge, 224x hilfreich)

Zitat (von hh):
Und warum einigen sich die Nachbarn nicht einfach darauf, dass die Garage an das Haus angebaut werden darf oder wenigstens den Streifen zuzubauen?

Zu einfach. Überbaurente, fremdes Grundstück, was ist, wenn ich mit dem Nachbarn nicht mehr grillen kann
.... ohje, das letzte ist wohl schon der Fall.

P.S.: Ja, der Nachbar hat sich anscheinend nicht an die Regelung "Grenzbebauung" gehalten. Fordert jetzt aber vom Nachbarn, seinen Fehler auf Kosten des Nachbarn mit ungeeigneten Mitteln zu beseitigen.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Sunrabbit
Status:
Praktikant
(597 Beiträge, 105x hilfreich)

Kleines aber feines Update :)

Der "Nachbar" war weder Eigentümer noch Bevollmächtigt. Daher sind sämtlich Forderungen und Abstimmungen hinfällig. Er ist nichtmal Mieter, wird aber in dem Haus vom eigentlichen Mieter geduldet.

Inzwischen wurde zum echten Eigentümer (Grundbuchauszug) Kontakt aufgenommen. Abstimmung war angenehm und einfach.

Garagenbauer stellt Material um den schmalen Streifen zu pflastern. Das Wasser ist dann Oberflächenwasser was zu einer Abflussrinne geleitet wird. Die Pflasterarbeiten macht der (echte) Eigentümer selbst.

Materialkosten trägt also der Garagenbauer (für 1qm Pflasterfläche - bei knapp 100qm Pflasterfläche für Terrasse, Einfahrt, Garage und Bürgersteig fällt das kaum ins Gewicht). Arbeiten macht (auch aus Haftungsgründen) der Grundstückseigentümer selbst. Alle sind glücklich und die Fläche zwischen Garage und Haus ordentlich befestigt.

1x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Sunrabbit
Status:
Praktikant
(597 Beiträge, 105x hilfreich)

Zitat (von de Bakel):
Zu einfach. Überbaurente, fremdes Grundstück, was ist, wenn ich mit dem Nachbarn nicht mehr grillen kann
.... ohje, das letzte ist wohl schon der Fall.


Ich denke auf gemütliche Grillabende mit diesem "Nachbarn" kann man verzichten :)

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