"Gemauschelte" Baugenehmigung vom LRA ...

29. März 2009 Thema abonnieren
 Von 
Tiffy_61
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
"Gemauschelte" Baugenehmigung vom LRA ...

was kann uns schlimmstenfalls passieren?

Guten Morgen in die Runde,

folgende Situation: wir haben ein Grundstück mit einem ziemlich verkorksten Bebauungsplan aus den 70er Jahren gekauft.

Es handelt sich um eine Gemeinde in Oberbayern, wo man ja normalerweise in diesem unkomplizierten Verfahren ohne "richtige" Baugenehmigung bauen kann sofern man sich an den Bebauungsplan hält. Mir fällt grad der Fachausdruck nicht ein.

Wir haben seit Dezember Kontakt mit der Baubehörde der Gemeinde gehabt und praktisch gemeinsam mit denen einen Plan erarbeitet. Nachdem wir den nun mit Unterschriften der Nachbarn beim LRA eingereicht hatten, stellte sich heraus dass wir den so nicht genehmigt bekommen weil wir eine Wandhöhe überschreiten. Geschlafen hat da zu 50% das Bauamt und zu 50% unser Bauträger die das beide nicht gemerkt haben.

Wir haben dann zusammen mit den 2 zuständigen Leuten vom LRA einen geänderten Plan gemacht wobei uns vom LRA zugesagt wurde dass wir das jetzt so genehmigt bekommen und das Bauamt hat zugesagt die Unterschrift auf dem kleinen Dienstweg vom Bürgermeister der Gemeinde zu besorgen ohne dass wir nochmal durch den Bauausschuss müssen (der den ursprünglichen Entwurf einstimmig genehmigt hatte aber wohl auch ohne die Problematik der zu hohen Wand zu sehen). Der zuständige Herr vom Bauamt hat wohl ein angemessen schlechtes Gewissen weil er das so verbummelt hatte.

Nun kommt das LRA entgegen seiner ursprünglichen Zusage und sagt sie können uns aus rein rechtlichen Gründen die Baugenehmigung so nicht erteilen. Die eine der zuständigen Personen (Architektin) hat nun von Hand mit rotem Stift eine Änderung eingezeichnet und wir haben für diesen Plan mit dieser handschriftlichen Änderung nun die Baugenehmiung. Das LRA sagte uns aber wir müssten die Änderung NICHT bauen, sie würden nicht dagegen vorgehen. Schriftlich haben wir aber natürlich nichts.
Wir haben die Unterschriften aller Nachbarn für den Plan OHNE die handschriftliche Änderung.

Was kann uns jetzt passieren wenn wir ohne diese Änderung bauen? Es handelt sich darum dass unsere Wandhöhe immer noch zu hoch ist und die handschriftliche Änderung zieht das Dach soweit über den Balkon nach vorne, dass, wenn wir das so bauen müssen, KEIN Licht über die gesamte Hausbreite im OG hätten, nur durch Fenster auf den Giebelseiten.

Die Architektin im LRA sagt selbst, dass der Bebaungsplan eine Katastrophe und eigentlich nicht befolgbar ist, wenn man ein bewohnbares DG haben möchte. Z.B. ist die Wandhöhe für beide Seiten gleich obwohl es sich um ein Hanggrundstück handelt, da sollte natürlich auf der Talseite eine höhere Wandhöhe möglich sein als auf der Bergseite. Sie sagte uns, dass wir vermutlich gute Aussichten hätten wenn wir gegen ein paar Vorschriften in diesem Bebauungsplan klagen würden, aber da haben wir keine Zeit dafür, wir wollen jetzt endlich mit dem Bau beginnen. Dazu kommt dass sämtliche Nachbarn bis auf einen sich nicht an den Bebauungsplan gehalten haben. Im Gegensatz zu uns sind die aber nicht den offiziellen Weg gegangen sondern haben so getan als würden sie dem Plan entsprechend bauen und haben dann gemacht was ihnen passt. Fotobeispiele haben wir dem LRA genügend vorgelegt. Das Ziel, ein einheitliches Bild nach Bebauungsplan zu erhalten wurde völlig ad absurdum geführt weil jeder der gebaut hat nach Kräften versucht hat, den Plan einigermassen einzuhalten aber eben doch Licht im OG zu haben, dadurch gibt es jetzt ein Sammelsurium von Lichtbändern, riesigen Glasflächen in den Dächern, sonderbare Halbgeschosse, kleine hässliche windschiefe Anbauten uns Pseudo-Carports, weil nur kleine Doppelgaragen (nicht mit dem Haus verbunden) erlaubt sind und jeder aber Platz braucht für Mülleimer, Fahrräder etc.

Da wir die Unterschriften der Nachbarn ohne die handschriftliche Änderung des LRA und die mündliche Zusage des LRA haben (leider nur telefonisch, ohne Zeugen) - was kann uns schlimmstenfalls passieren wenn wir jetzt ohne diese handschriftliche rote Linie bauen, also das Dach NICHT über den kompletten Balkon rausziehen. Kann irgendjemand dagegen klagen, wenn ja, wer, und MÜSSTEN wir im schlimmsten Fall das Dach nächträglich vorne rausziehen? Wäre es in diesem Fall möglich das Dach aus Glas zu bauen? Damit würde zwar der Balkon unbenutzbar weil man nicht mehr draussen stehen könnte, aber wenigstens hätten wir noch Licht im OG. Wir würden wohl unsere Chancen bei einer Klage aussehen da ein Geschoss ohne Licht wohl kaum zumutbar ist?

Danke für Antworten und Grüsse
Tiffy_61

-- Editiert am 29.03.2009 15:32

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