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Grenzbebauung ohne Nachbarzustimmung?

 Von 
elisa500
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 47x hilfreich)
Grenzbebauung ohne Nachbarzustimmung?

Hallo,

wir hatten ein Grundstück gekauft in einer Gegend ohne Bebauungsplan. Jetzt würden wir das gerne bebauen.

Im Katasterplan ist es als Bauplatz ausgewiesen.

Es misst allerdings nur 9,5 x 26 Meter.

Wir dürfen vom Bauamt her ein Haus bauen, was sich der Gegend anpasst. Allerdings müssen wir auf die beiden Nachbargrenzen gehen, da wir sonst ja nur etwa 3 Meter an Hausbreite hätten.

Jetzt wollen aber beide Nachbarn nicht zustimmen, weil beide keine Wand sehen wollen. Wir könnten das Haus tiefer ins Grundstück setzen, das würde eine Nachbar genehmigen, das allerdings will das Bauamt nicht, weil es sich dann wiederum nicht in die Gegend einfügt, da alle Häuser weiter vorne stehen.

Und die Bauaufsicht möchte aber eine Nachbarzustimmung, wenn wir auf die Grenzen gehen.

Was kann man denn da jetzt tun?? Was für Chancen haben wir da auf rechtlichem Weg??

Kann es sein, das auch ein Gericht aufgrund fehlender Nachbarzustimmung uns verbietet, Wohnraum zu schaffen??

Zumal sonst keine baurechtlichen Bedingungen dagegenstehen!!??

Für die Antworten danke im Voraus...

Elisa

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Baugenehmigung Nachbar Haus Wohnraum


11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
elisa500
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 47x hilfreich)

Ich weiss, dass die Stadt selbst eigentlich will, dass da gebaut wird. Aber sie wollen es sich eben einfach machen, in dem sie die Nachbarzustimmung von vorn herein verlangen.

Kann man vor diesem Hintergrund nicht eventuell schon mit einem Einspruch Erfolg haben?? Also wenn die Baugenehmigung untersagt wird, weil Nachbarzustimmung fehlt??


Gruß
Elisa

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#2
 Von 
joebeuel
Status:
Lehrling
(1948 Beiträge, 1471x hilfreich)

Ich vermute mal, das du das Grundstück sehr günstig gekauft hast, denn sonst hast du einen großen Fehler gemacht. Steht im Kaufvertrag etwas zum Thema Bebaubarkeit? Falls ja, kann man den Vertrag eventuell wegen fehlender Bebaubarkeit anfechten.

Für fast alle Bauvorhaben gilt ein 3-Meter-Mindestabstand von der Grenze. Ohne Zustimmung von mindestens einem Nachbarn kann man hier nicht sinnvoll bauen.
Du solltest versuchen, das Bebaungsamt davon zu überzeugen, das nach hinter versetzte Haus zu genehmigen, oder aber das Grundstück wieder zu verkaufen.

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#3
 Von 
elisa500
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 47x hilfreich)

Also es hiess, das hinten versetzte Haus werden sie definitiv nicht genehmigen, da es sich der Umgebung nicht anpasst.

Meine Frage war, ob ein Einspruch eventuell schon dazu führen kann, dass ich die Baugenehmigung auch ohne Nachbarzustimmung bekommen kann.

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#4
 Von 
joebeuel
Status:
Lehrling
(1948 Beiträge, 1471x hilfreich)

Selbst wenn du eine Baugenehmigung für die geplante Grenzbebauung erhalten solltest: die ist nichts wert, wenn die Nachbarn anschließend dagegen klagen. Die Baugenehmigung ersetzt nicht die Zustimmung der Nachbarn.
Zitat aus http://de.wikipedia.org/wiki/Baugenehmigung:
Der Nachbar eines Baugenehmigungsempfängers kann unter engen Voraussetzungen die erteilte Baugenehmigung anfechten. ... Anerkannte drittschützende Vorschriften sind z. B. die landesbaurechtlichen Vorschriften über die Grenz- bzw. Gebäudeabstände

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-- Editiert joebeuel am 19.08.2011 14:30

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#5
 Von 
elisa500
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 47x hilfreich)
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#6
 Von 
elisa500
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 47x hilfreich)

@joebeuel:

Landesbaurechtliche Vorschriften, sind diese in der Landesbauordnung des jeweiligen Landes geregelt?

Ich ahbe hier nämlich des Auszug für Rheinland Pfalz über Abstandsflächen, und gleich der (1) Absatz ist meine ich relevant für mich, nämlich dass man an die Grenze kann, wenn der Nachbar selbst an der Grenze ist, und planungsrechtlich nichts dagegen spricht.

Verstehe ich das richtig??

http://landesrecht.rlp.de/jportal/?quelle=jlink&query=BauO+RP+%C2%A7+8&psml=bsrlpprod.psml


Danke!

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#7
 Von 
elisa500
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 47x hilfreich)

hmm doof, der Link führt nicht auf die Seite!

Landesbauordnung Rlp §8 Abstandsflächen, wenn ihr nachschauen wollt.

Danke..

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#8
 Von 
joebeuel
Status:
Lehrling
(1948 Beiträge, 1471x hilfreich)

Stehen denn die beiden Nachbarhäuser auch auf der Grenze, d.h. ist die Grenzbebauung in dieser Gegend ortsüblich?

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#9
 Von 
elisa500
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 47x hilfreich)

Die eine Nachbarin steht auf unserer Grenze. Die anderen nicht.

Die, die auf unserer Grenze steht, will NICHT genehmigen.

Die, die nicht auf unserer Grenze stehen würden genehmigen, wenn ich auf beide Grenzen gehe. Aber wenn ich dann nur auf deren Grenze will, weil die andere nicht zustimmt, dem wollen sie nicht zustimmen, weil ich das Haus dann auch um 2 Meter verlängern müsste. :-((

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#10
 Von 
joebeuel
Status:
Lehrling
(1948 Beiträge, 1471x hilfreich)

Was ich nicht ganz verstehe: wieso wehrt sich der Nachbar mit der Grenzbebauung dagegen, das an sein Haus angebaut wird? Das Argument 'will keine Wand sehen' greift hier ja nicht.

Wie auch immer: in einem Forum wirst du keine Lösung finden, denn du mußt ja zuerst das Bauamt zu einer Baugenehmgung bringen, und anschließend eventelle Klagen der Nachbarn abwehren. Hierfür benötigst du professionellen Beistand in Form eines Anwalts, der sich auf Baurecht spezialisiert hat.


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#11
 Von 
elisa500
Status:
Beginner
(61 Beiträge, 47x hilfreich)

@joebeuel

Ihr Haus ist sehr weit von der Strasse weg, etwa 20 Meter.

Mein Haus soll nur 6 Meter Abstand zur Strasse haben.

Also wenn sie aus dem Fenster schaut, schaut sie nicht direkt auf eine Wand, sondern. Sie kann quasi nur geradeaus schauen.

Dass ich hier keine Lösung für mein Problem finde ist mir klar. Man hofft halt, dass jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen hatte, oder davon gehört hat, oder Bekannte oder so. Oder gute Tipps hat, es ist ja halt ein Austausch.

Und ich beköme vielleicht einen Eindruck, ob es Sinn macht am Vorhaben festzuhalten, und evtl. den Rechtsweg einzuschlagen.

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