Hallo zusammen,
ich plage mich seit ein paar Wochen mit einem Thema wobei mir keiner helfen kann.
Es ist auch schwer genau so einen Fall irgendwo im Internet zu finden. Meist handelt es sich dabei um Zufahrten oder kurze Sackgassen etc.
Vielleicht kann mir hier jemand einen Rat geben.
Wir wohnen in einem kleinen Dorf außerhalb Wuppertals. Uns gehört ein etwa 900 m² großes Grundstück, welches jedoch aus zwei Grundstücken besteht. Das Hauptgrundstück mit Haus, Garage und Garten und einer knapp 32 m² großer Fläche davor.
Dieses 32 m² große Grundstück beginnt an unserer Vorgartenmauer, beinhaltet den ganzen Bürgersteig und ragt dann keilförmig in die Straße hinein, so dass uns teilweise theoretisch die Hälfte der Fahrbahn gehört.
Nun hängen wir eigentlich nicht an 32 m² Asphalt. Ich habe bei der Stadt angefragt, ob diese an dem Grundstück interessiert ist. Sie würde es kaufen. Wegen dem Geld würden wir es nicht abgeben, der Betrag ist nämlich gerade mal gut 3-stellig.
Ich suche nun die ganze Zeit nach Vorteilen für uns wenn wir es abgeben. Oder eher nach den Nachteilen.
Ich habe mit Mitarbeitern vom Bauamt gesprochen. Wir dürfen mit dem Grundstück nichts machen. Keine Blumenkübel, kein Privatparkplatz, keine Maut verlangen
...
Ist halt öffentlicher Raum.
Eigentlich möchten wir es aktuell loswerden. Ich habe davon nichts außer, das mir das tatsächliche als versiegelte Fläche bei den Wasserkosten draufgerechnet wird. Bevor wir aber diesem Schritt zustimmen möchte ich mir sicher sein, das es nicht doch einen Fall gibt, für den es sich lohnt das Grundstück zu behalten.
Wenn das Grundstück mir weiterhin gehört: Wie ist wenn die Stadt die recht marode Straße mal neu machen möchte. Zahle ich dann voll für die Fläche, weil es ja mein Grundstück ist? Auch, wenn ich rein gar nichts davon nutzen kann. Oder kann ich die Baumaßnahmen sogar blockieren, wenn ich dem auf meinem Grundstück nicht zustimme? Oder spielt das alles keine Rolle?
Was ist wenn wir unsere Garage in den nächsten Jahren verdoppeln. Bekomme ich dann Probleme weil das überfahrene Grundstück nicht mehr mit gehört?
Kennt ihr da einen ähnlichen Fall oder habt sonst einen Rat dazu?
Grüße
-- Editiert von Simonaaa am 29.11.2021 11:23
Grundstück an Stadt verkaufen sinnvoll?
Es ist üblich, dass Städte solche Flächen natürlich nicht zum Preis eines Wohngrundstückes ankaufen. Ich würde an Ihrer Stelle diese Nutzlosfläche verkaufen. Sie haben dann keinen Pflegeaufwand, keine Probleme bei einem Strassenumbau, Neubau o.ä. Maßnahmen mehr.
Auf der Fläche liegt jetzt eine öffentliche Straße?
So schnell wie möglich abstoßen und klare Verhältnisse schaffen.
Es gibt meines Wissens nach keinerlei Vorteile, die sich aus dem Halten des Grundstücks ergeben könnten.
Die Vergütung erfolgt zum Bodenrichtwert. Das Ergebnis gleicht dann fast einer Schenkung
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Vielen Dank für eure Antworten.
Dann kümmere ich mich mal um die Abwicklung mit der Stadt.
Wenn es nichts gibt, was mir ggf. zukünftig einen Vorteil verschafft, werden wir es lieber los.
Danke und Gruß
Ich würde es nicht verkaufen, solange sie Eigentümer des Grundstückes sind haben sie auch Rechte. Die öffentliche Straße liegt auf ihren Grund und daher hat die Stadt nur eine Art Nutzungsrecht im Rahmen des gegenwärtigen Zustandes. Will die Stadt den Zustand verändern (z.B. Fahrbahn verbreitern) bedarf es ihrer Zustimmung, zumindest würde es der Stadt wesentlich schwerer Fallen Veränderungen (die sie vielleicht gar nicht möchten) auch gegen ihren Willen umzusetzen.
Wie breit ist denn der Bürgersteig?
-- Editiert von Alter Sack am 29.11.2021 17:09
-- Editiert von Alter Sack am 29.11.2021 17:12
Zitat :Die öffentliche Straße liegt auf ihren Grund und daher hat die Stadt nur eine Art Nutzungsrecht im Rahmen des gegenwärtigen Zustandes. Will die Stadt den Zustand verändern (z.B. Fahrbahn verbreitern) bedarf es ihrer Zustimmung, zumindest würde es der Stadt wesentlich schwerer Fallen Veränderungen (die sie vielleicht gar nicht möchten) auch gegen ihren Willen umzusetzen.
Das ist schlicht falsch.
Zitat :beinhaltet den ganzen Bürgersteig und ragt dann keilförmig in die Straße hinein, so dass uns teilweise theoretisch die Hälfte der Fahrbahn gehört.
Ich gehe mal davon aus, das diese Fläche - wie üblich - öffentlich gewidmet wurde.
Zitat :Auf der Fläche liegt jetzt eine öffentliche Straße?
So schnell wie möglich abstoßen und klare Verhältnisse schaffen.
Es gibt meines Wissens nach keinerlei Vorteile, die sich aus dem Halten des Grundstücks ergeben könnten.
Sehe ich genau so.
Vorteile marginal, Nachteile könnten schlimmstenfalls Haus und Hof kosten ...
Zitat :Das ist schlicht falsch.
Ist das so?
Ich kann auch eigener Erfahrung von folgendem Fall berichten. Eine Stadt wollte eine Dorfstraße in einen außen liegenden Vorort (die durchweg den Anwohnern gehöre, Grenze in der Straßenmitte) eine Straße komplett umgestalten und auch einen Bürgersteig an einer Fahrbahnseite anlegen. Hierbei sollte die Gesamtbreite der Straße gleich bleiben, also die breite Straße schmaler, dafür ein Bürgersteig. Die nicht unerheblichen Kosten sollten im Rahmen einer Umlage auf die Anlieger verteilt werden. Nach Protest der Anlieger und mit Androhung eines Prozesses mit Verweis auf die Eigentumsverhältnisse hat die Stadt von ihrem Vorhaben abgelassen.
Zitat :Ist das so?
Ja
Zitat :Ich kann auch eigener Erfahrung von folgendem Fall berichten.
Und ich kenne Fälle sowohl der einen, als auch der anderen Art.
Guten Morgen,
@ Alter Sack
So eine Vermutung hatte ich auch. Ich könnte bauliche Maßnahmen ggf. verhindern.
Aber: Es ist komplett anders wie in Ihrem Fall geschildert.
Vor unserem Doppelhaus ist tatsächlich der einzige Streifen Bürgersteig auf dieser Straßenseite. Rechts und links von unserem Haus gehen kleine Sackgassen mit weniger Häusern ab, wo es gar keinen Bürgersteig gibt. Laut Geodaten Auszug gehören die Straßenflächen dort zu keinem der Häuser. Das Grundstück unseres direkten Nachbarn ragt zwar auch in den Bürgersteig, das sind aber nur ein paar Zentimeter.
Ich glaube, würde die Stadt dort etwas planen würden wir alleine dort nichts ausrichten können. Das dort groß umgebaut wird glaube ich nicht, Die Straße hat aber viele Schlaglöcher. Soweit wie ich weiß kassiert die Stadt bei einer Renovierung der Fahrbahn nicht anhand der 10 Meter Grundstücksbreite an der Straße sondern prozentual je nach Gesamtgrundstücksgröße. Das würde bei knapp 900 m² dann einiges werden.
Um mich davor zu schützen hatte ich die Idee, das ich mit dem Straßengrundstück eine Renovierung verhindern könnte. Die Macht eines ganzen Dorfes, die im Besitz der halben Straße ist, haben wir hier allerdings nicht.
Das wäre für mich der Vorteil gewesen die Fläche zu halten.
@ Harry van Sell
Ja, die Straße ist öffentlich. Man würde so auch gar nicht vermuten, das die Fläche zu unserem Grundstück gehört. Rein optisch denkt jeder das an unserer Vorgartenmauer das private Grundstück endet. Ich habe ja beim Bauamt gefragt, ich kann die Fläche überhaupt nicht einschränken. Es wäre ja toll wenn ich dort einen Privatparkplatz beschildern könnte, die Fläche auf der Straße die mein PKW einnimmt, liegt vollständig auf meinem Grundstück. Aber auch das ist wohl nicht möglich.
Wenn Sie schreiben die Nachteile können Haus und Hof kosten, wage ich gar nicht zu fragen auf welchem Weg. Ich sollte die Übernahme durch die Stadt wohl versuchen zu beschleunigen... .
Vielen Dank für eure Nachrichten.
Grüße
Zitat :Die Vergütung erfolgt zum Bodenrichtwert.
Nein.
Zitat :Es ist üblich, dass Städte solche Flächen natürlich nicht zum Preis eines Wohngrundstückes ankaufen.
Richtig, mit einer Tendenz zur gewaltigen Untertreibung.
Zitat :Das Ergebnis gleicht dann fast einer Schenkung
Auch das nicht, eine Schenkung ist für den Schenker in der Regel kostenlos, was hier nicht der Fall ist.
Ich hatte / habe noch immer genau den selben Zustand wie die TE, dass Teile des Gehwegs und der Fahrbahn auf meinem Grundstück liegen.
Und habe nicht an die Stadt verkauft.
Gründe:
Bodenrichtwert Wohnbaufläche: 260€ / m²
Bodenrichtwert "Brachland": 80€ / m²
"Angebot" der Stadt: 3,14 € / m²
Notarkosten und Neuvermessung hätten von mir getragen werden müssen.
Ich habe ehrlich gesagt keinen wirtschaftlichen Nutzen und Sinn darin gesehen, ca. 3500€ zu bezahlen um < 25m² Grundstück an die Stadt zu verschenken.
Ich wage zu antworten: Es wird der allerschlimmste Fall und erst nach Ablauf aller möglichen Wege dargestellt. Dazwischen liegen lange Jahre und Welten.Zitat :Wenn Sie schreiben die Nachteile können Haus und Hof kosten, wage ich gar nicht zu fragen auf welchem Weg.
Dann kann man als *Grundstückseigentümer* in aller Ruhe abwarten, ob und wann die Stadt dort irgendwas *angedacht* hat. Das kriegt man DANN als Bürger durchaus rechtzeitig mit.Zitat :Das dort groß umgebaut wird glaube ich nicht,
Auch in Wuppertal wird nicht rucki-zucki enteignet.
Den einen stören die Schlaglöcher wahnsinnig, der andere möchte sie um den Preis der Kosten auf jeden Fall erhalten.
Wenn das keine Freiheit ist---
Es sind keine zu erkennen.Zitat :Ich suche nun die ganze Zeit nach Vorteilen für uns wenn wir es abgeben.
Es gibt mE derzeit gar keinen Grund, den Streifen zu verkaufen.
Hallo,
@ spatenklopper
Ganz so ist es bei uns nicht. Im Angebot steht das alle mit der Durchführung des Kaufvertrags verbundenen Kosten von der Stadt getragen werde.
Allerdings muss ich die Vereinigungsbaulast auf eigene Kappe löschen lassen. Wie mir mündlich zugetragen sollte das ein minimaler Aufwand sein.
Reich werden wollte ich durch den Verkauf von vorne herein nicht.
Es geht mir nur um die mögliche Verantwortung wenn man das Grundstück hat oder eben nicht (mehr).
@Anami
Dann gibt es aber auch keinen Grund den Streifen zu behalten.
Und marode Straße möchte ich nicht unbedingt wegen der Kosten erhalten. Ich würde mich sogar freuen wenn wir einen neuen Bürgersteig etc. bekommen. Auch wenn sich dann wohl noch weniger Leute an die Tempo 30 halten. Die Art der Umlage ist für mich aber unfair. Wenn ich denn da richtig informiert bin.
Zitat :Wenn Sie schreiben die Nachteile können Haus und Hof kosten, wage ich gar nicht zu fragen auf welchem Weg.
Ich schreibe schlimmstenfalls ...
2 Beispiele:
Stadt baut aus, man soll die Kosten mittragen, kann man aber nicht, am Ende werden Haus und Hof gepfändet / zwangsversteigert.
Oder wenn es richtig teuer werden soll: Es werden Giftstoffe gefunden, Beseitigung der Kontaminierung, man soll die Kosten mittragen, kann man aber nicht, am Ende werden Haus und Hof gepfändet / zwangsversteigert.
Zitat :Ich schreibe schlimmstenfalls ...
Lest bitte erst im Straßen- und Wegegesetz (des Bundeslandes) nach.
Der Regelfall ist, dass der Straßenbaulastträger auch Eigentümer des Grundstück sein "sollte".
Hinsichtlich der Rechte und Pflichten tritt der Baulastträger an die Stelle des Eigentümers.
Wenn die Kommune das Grundstück haben will, ist dies rechtskonform. Zudem wäre es auch rechtlich durchsetzbar.
Irgendwelche "Verhinderungsrechte" (wie auch immer man das bezeichnen will) auf Grund des "Eigentums" bestehen nicht. Man kann höchstens behindern.
Die Schaffung klarer Rechtsverhältnisse ist für beide Seiten klar die bessere Lösung.
P.S.: @spatenklopper - das Dein Bespiel beispielhaft ist, wage ich zu bezweifeln. "Deine" Bodenrichtwerte dürften in Bezug auf das tatsächlich betroffene Grundstück einfach falsch sein.
Zitat :Gründe:
Bodenrichtwert Wohnbaufläche: 260€ / m²
Bodenrichtwert "Brachland": 80€ / m²
"Angebot" der Stadt: 3,14 € / m²
Notarkosten und Neuvermessung hätten von mir getragen werden müssen.
Die 3,14 €/m² hören sich erstmal in Bezug auf die beiden anderen Werte als real an.
Insofern:
Zitat :Das Ergebnis gleicht dann fast einer Schenkung
Danke für die Info.Zitat :Im Angebot steht das alle mit der Durchführung des Kaufvertrags verbundenen Kosten von der Stadt getragen werden.
Es ist bei dir also nicht so wie bei @Alter Sack. Es ist auch nicht so wie bei @spatenklopper und es kommt vermutlich nicht so schlimm wie bei @HvS.
Ich meine, wenn es dir nur um die unfaire *Umlage* geht, sind doch alle deine Argumente überflüssig. Du möchtest mehr Geld, als die Stadt dir anbietet.
Kurzum: Du selbst solltest abwägen, was dir auf lange Sicht wichtig/vorteilhaft erscheint. Dann entscheiden, was mit diesem Streifen Privateigentum passieren soll.
Hier im Thread hast du das *für+wider*, das hilft dir nicht in W´tal beim Herausschlagen von *Vorteilen*.
Du wirst dich wohl noch weiterhin mit dem Thema herumplagen...es eilt ja nicht.Zitat :A)Wenn es nichts gibt, was mir ggf. zukünftig einen Vorteil verschafft, werden wir es lieber los...
B)Ich würde mich sogar freuen wenn wir einen neuen Bürgersteig etc. bekommen...
C)Auch wenn sich dann wohl noch weniger Leute an die Tempo 30 halten...
D)hatte ich die Idee, das ich mit dem Straßengrundstück eine Renovierung verhindern könnte.
Zitat :Wenn das Grundstück mir weiterhin gehört: Wie ist wenn die Stadt die recht marode Straße mal neu machen möchte. Zahle ich dann voll für die Fläche, weil es ja mein Grundstück ist? Auch, wenn ich rein gar nichts davon nutzen kann. Oder kann ich die Baumaßnahmen sogar blockieren, wenn ich dem auf meinem Grundstück nicht zustimme? Oder spielt das alles keine Rolle?
Was ist wenn wir unsere Garage in den nächsten Jahren verdoppeln. Bekomme ich dann Probleme weil das überfahrene Grundstück nicht mehr mit gehört?
Wird das Grundstück öffentlich genutzt hat sicher der vorherige Eigentümer einer Widmung zugestimmt. Wurde bereits hier geschrieben. Bedeutet die Stadt hat hier eine Verkehrssicherungspflicht zumindest für den Teil auf der Fahrbahn. Bürgersteig ist meist nach Satzung Aufgabe der Anlieger. Weiterhin darfst du
Zitat :Ich habe mit Mitarbeitern vom Bauamt gesprochen. Wir dürfen mit dem Grundstück nichts machen. Keine Blumenkübel, kein Privatparkplatz, keine Maut verlangen...
Ist halt öffentlicher Raum.
Was die Straßenausbaubeiträge betrifft kann man auf der Homepage der Stadt nachschauen. Die Städte haben ein Straßen- und Wegekonzept. Dort sind langfristige Planungen aufgeführt, wann welche Straße Instandgesetzt wird. Also genug Zeit um sich darauf einzustellen.
Aus meiner Sicht sehe ich keinen Vorteil diese paar m² zu beanspruchen.
Zitat :m mich davor zu schützen hatte ich die Idee, das ich mit dem Straßengrundstück eine Renovierung verhindern könnte. Die Macht eines ganzen Dorfes, die im Besitz der halben Straße ist, haben wir hier allerdings nicht.
Das wäre für mich der Vorteil gewesen die Fläche zu halten.
Gute Idee dann muss man aber gut versichert sein.
@nachgehakt
selten soviel Schwachfug auf einmal gelesen - selbst von Dir.
Da lohnt sich nicht einmal ein/e Kommentar/Antwort
P.S.: Manchmal bin ich halt ein wenig verschwenderisch
Und jetzt?
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