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Grundstückskauf versteckte Mängel

 Von 
Rafaelsen
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Grundstückskauf versteckte Mängel

Hallo,

meine Frau und ich haben ein Grundstück von der Stadt gekauft.
Das Grundstück liegt in einem Neubaugebiet was neu erschlossen wurde und wurde ohne Baulasten verkauft.
Neben den Grundstückskosten mussten wir auch Vermesser und die Erschließung zahlen.
Jetzt wurde der Deckenhöhenplan Straßenendausbau veröffentlicht der alle Grundstückseigentümer dazu zwingt ca. einen Meter aufzuschütten.
Solche Zusatzkosten wurden weder in der Informationsbroschüre, noch bei den Kostenschätzungen oder Finanzierungsnachweisen erwähnt. Alle Bauherren fühlen sich jetzt natürlich hintergangen, weil relativ hohe Zusatzkosten für die Grundstücksaufschüttung und teilweise Befestigung auf die Leute zukommen. Die Stadt ist sich keiner Schuld bewusst und verweist darauf, dass die Höhenpläne seit Jahren fertig waren und im Bauamt einzusehen waren.
Handelt es sich hierbei um einen Mangel, der gegebenenfalls zu einer Minderung des Kaufpreises herangezogen werden kann?
Oder gibt es andere Möglichkeiten gegen die Stadt vorzugehen?
Viele Grüße

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Mangel Bebauungsplan Bauamt Gebäude


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71472 Beiträge, 32432x hilfreich)

Wenn die Höhenpläne seit Jahren fertig waren und im Bauamt einzusehen waren, dann ist da nichts versteckt.
Das die hoffnungsvollen Bauherren sich offenbar vor dem Kauf nicht vollständig informiert haben was sie da kaufen, dürfte man nicht dem Verkäufer anhängen können.

Ausnahme: es wurden verbindliche, nachweisbar gegenteilige Aussagen getätigt.


Ich rate mal: keiner wurde beim Erwerb durch einen Fachmann (z.B. Architekt) begleitet, das Geld hat sich jeder gespart?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Rafaelsen
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Wenn die Höhenpläne seit Jahren fertig waren und im Bauamt einzusehen waren, dann ist da nichts versteckt.
Das die hoffnungsvollen Bauherren sich offenbar vor dem Kauf nicht vollständig informiert haben was sie da kaufen, dürfte man nicht dem Verkäufer anhängen können.

Ausnahme: es wurden verbindliche, nachweisbar gegenteilige Aussagen getätigt.


Ich rate mal: keiner wurde beim Erwerb durch einen Fachmann (z.B. Architekt) begleitet, das Geld hat sich jeder gespart?



Hallo,

es gab eine Internetseite der Stadt zu Vermarktung. Dort wurden alle Unterlagen veröffentlicht. Nur eben nicht der Höhenplan. Der wurde erst veröffentlicht, als der Verkauf abgeschlossen war.
Die Stadt sagt, dass der Höhenplan fertig und einzusehen war. Woher hätten die Käufer das den wissen sollen.
Von 68 Grundstückskäufen ist dieses Detail auch niemanden aufgefallen.

Ist es also am Käufer sich selbstständig über jede Eventualität zu informieren? Muss man also jedes Büro im Bauamt konsultieren um anzufragen ob irgendwelche Unterlagen vorhanden sind, die das zu kaufende Grundstück betreffen?

Hinzu kommt, dass die Stadt jetzt nach Verkauf beginnt den Bebauungsplan zu ändern. Von den geplanten zwei Zufahrten wird jetzt doch nur eine gebaut und die Bezugspunkte für die Höhe der Gebäude sollen auf das Straßenniveau angepasst werden.
Insbesondere das verwundert alle, denn wenn dieses schon lange bekannt war stellt sich doch die Frage warum nicht von vornherein so geplant wurde?

Viele Grüße


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#3
 Von 
cirius32832
Status:
Student
(2098 Beiträge, 707x hilfreich)

Zitat:
Ist es also am Käufer sich selbstständig über jede Eventualität zu informieren? Muss man also jedes Büro im Bauamt konsultieren um anzufragen ob irgendwelche Unterlagen vorhanden sind, die das zu kaufende Grundstück betreffen?

Wenn man keinen Architekten hat, ja. Es nimmt einen leider keiner "bei der Hand".

Einen Mangel sehe ich hier übrigens nicht. Das Grundstück ist ja bebaubar und "in seiner Funktion" nicht eingeschränkt.

Ich werde nicht ganz schlau:
Steht das Gebäude denn schon oder nicht?!

Zitat:
Hinzu kommt, dass die Stadt jetzt nach Verkauf beginnt den Bebauungsplan zu ändern. Von den geplanten zwei Zufahrten wird jetzt doch nur eine gebaut und die Bezugspunkte für die Höhe der Gebäude sollen auf das Straßenniveau angepasst werden.

Signatur:https://www.antispam-ev.de
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#4
 Von 
Rafaelsen
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat:
Zitat (von cirius32832):

Wenn man keinen Architekten hat, ja. Es nimmt einen leider keiner "bei der Hand".

Einen Mangel sehe ich hier übrigens nicht. Das Grundstück ist ja bebaubar und "in seiner Funktion" nicht eingeschränkt.

Nun hatten die meisten Bauherren einen Architekten, Generalunternehmer oder Fertighausanbieter.
Bebaubar ist das Grundstück schon. Man muss nur vorher aufschütten und es auf die Straßenhöhe bringen.
Im Bebauungsplan war davon aber nicht die Rede und soll jetzt hinzugefügt werden.

Zitat:
Zitat:

Ich werde nicht ganz schlau:
Steht das Gebäude denn schon oder nicht?!

Zitat:
Hinzu kommt, dass die Stadt jetzt nach Verkauf beginnt den Bebauungsplan zu ändern. Von den geplanten zwei Zufahrten wird jetzt doch nur eine gebaut und die Bezugspunkte für die Höhe der Gebäude sollen auf das Straßenniveau angepasst werden.

Nein, es stehen noch keine Gebäude. Der Baubeginn wird erst mit Fertigstellung der Baustraße möglich sein.

Die Bezugspunkte für die höhe der Gebäude waren zuerst die Höhe der Grundstücke. Da die aber jetzt ca. einen Meter unter der Strasse liegen würden und es zu Problemen kommt wenn einer nicht aufschütten will, sollen die Bezugspunkte jetzt auf die Straßenhöhe erhöht werden.

Das Neubaugebiet hat laut Bebauungsplan 2 Zufahrten. Eine südliche und eine nördliche. Da die Stadt es aber versäumt hat ein Grundstück zu erwerben wo die zweite Zufahrt hätte gebaut werden sollen wird es nur eine Zufahrt geben. Können die das so einfach ändern?




-- Editiert von Rafaelsen am 13.04.2018 10:51

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#5
 Von 
cirius32832
Status:
Student
(2098 Beiträge, 707x hilfreich)

Ein Bebauungsplan kann immer geändert werden. Dazu werden in der Regel die Träger öffentlicher Belange gehört und man kan Einwände einlegen. Bevor die Änderung rechtskräftig wird, wird die Änderung bekannt gemacht und es gibt eine Einspruchsfrist.

Wenn noch nichts gebaut ist und man die Aufschüttung durch Änderung der Bezugspunkte noch ändert ist doch alles klar.

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#6
 Von 
-Laie-
Status:
Gelehrter
(11491 Beiträge, 4922x hilfreich)

Zitat (von Rafaelsen):
Ist es also am Käufer sich selbstständig über jede Eventualität zu informieren?
Ja.


Zitat (von Rafaelsen):
Muss man also jedes Büro im Bauamt konsultieren um anzufragen ob irgendwelche Unterlagen vorhanden sind, die das zu kaufende Grundstück betreffen?
Man MUSS nicht, aber es ist durchaus anzuraten.


Signatur: Folgende Nutzer werden von mir blockiert und ich kann deren Beiträge nicht lesen: Xipolis; Jule28
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#7
 Von 
Rafaelsen
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
Ein Bebauungsplan kann immer geändert werden. Dazu werden in der Regel die Träger öffentlicher Belange gehört und man kan Einwände einlegen. Bevor die Änderung rechtskräftig wird, wird die Änderung bekannt gemacht und es gibt eine Einspruchsfrist.

Wenn noch nichts gebaut ist und man die Aufschüttung durch Änderung der Bezugspunkte noch ändert ist doch alles klar.

Ok, also darf die Stadt im Grunde machen was sie will.

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#8
 Von 
Rafaelsen
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Zitat (von Rafaelsen):
Ist es also am Käufer sich selbstständig über jede Eventualität zu informieren?
Ja.


Zitat (von Rafaelsen):
Muss man also jedes Büro im Bauamt konsultieren um anzufragen ob irgendwelche Unterlagen vorhanden sind, die das zu kaufende Grundstück betreffen?
Man MUSS nicht, aber es ist durchaus anzuraten.


Aber ist es denn nicht arglistig wenn die Stadt Broschuren verschickt, eine Internetseite erstellt wo alle relevanten Dokumente veröffentlicht werden und genau das eine Dokument nicht dort veröffentlicht was eine erhebliche Steigerung der Kosten anzeigt? Hinzu den Bebauungsplan anhand völlig anderer Daten erstellt und erst nach dem Verkauf das Dokument veröffentlicht und die Pläne ändert.

Dann kann man sich ja auf nix mehr verlassen.
Wer garantiert denn, dass die Stadt dann den Bebauungsplan nicht einfach komplett kassiert und aus dem Land dann einen Park macht?

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#9
 Von 
cirius32832
Status:
Student
(2098 Beiträge, 707x hilfreich)

Zitat:
Hinzu den Bebauungsplan anhand völlig anderer Daten erstellt und erst nach dem Verkauf das Dokument veröffentlicht und die Pläne ändert.

Was glaubst du, wie viele Bebauungspläne nach Veröffentlichung geändert werden. In den wenigsten Fällen durch die Stadt - in den meisten Fällen durch Bauherren oder Erschliessungsträger.

WER diese Änderungen nun beantragt hat, weisst du nicht.

Zitat:
Wer garantiert denn, dass die Stadt dann den Bebauungsplan nicht einfach komplett kassiert und aus dem Land dann einen Park macht?

Das funktioniert erst nach einer gewissen Zeit - wenn ein gültiger Bebauungsplan nach einer gewissen Zeit nicht umgesetzt - sprich bebaut wird.

Zitat:
Dann kann man sich ja auf nix mehr verlassen.

Klar kann man das.....

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