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Hausverkauf - Übergabe vor Zahlung - wie absichern ?

 Von 
Traxdata
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 52x hilfreich)
Hausverkauf - Übergabe vor Zahlung - wie absichern ?

Hallo liebe Wissenden,

wir versuchen nunmehr schon seit über 1 Jahr (auch unter Mithilfe eines Maklers), das Haus unserer verstorbenen Eltern zu verkaufen.

Nun endlich ist ein ernsthafter Interessent aufgetaucht, der das Haus kaufen möchte. Es ist ein altes, sanierungsbedürftiges Haus auf verhältnismäßig teurem Grund und Boden. Deshalb auch so schwer zu veräußern derzeit. Hat ja niemand mehr Geld (übrig).

Der Kaufinteressent stellt sich folgende Modalitäten vor:

Notarieller Kaufvertrag binnen der nächsten 4 Wochen

Zahlung von 15% des Kaufpreises sofort, gegen Übergabe (er darf/will dann schon beginnen zu sanieren)

Zahlung des Restkaufpreises am 01. März 2007

Soweit so gut, wir brauchen das ganze Geld auch nicht jetzt, hier, gleich und sofort, aber wie schützen wir uns dagegen, dass der Käufer womöglich im März ohne Geld da steht, bzw. sein Darlehen schon ausgeschöpft hat und für uns nichts mehr da ist ?

Er meinte, er gäbe uns eine Finanzierungsbestätigung der Hausbank (Sparkasse) und würde zugunsten der Sparkasse auch eine Grundschuld bestellen.
Hmm, genügt das als Sicherheit für uns ? Wir haben diesbezüglich so unsere Bedenken... Macht hier eine Bankbürgschaft Sinn ?

Kann uns bitte jemand sagen, wie man so etwas am besten löst ?

Allen helfenden Tippfingerchen schon mal an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön !!!

LG
Traxdata

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Darlehen Haus Übergabe Zahlung


20 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wald-hase
Status:
Praktikant
(723 Beiträge, 66x hilfreich)

Ich denke, daß die Bedenken nur zu berechtigt sind.

Geld ist erst dann endgültig da, wenn es auf dem eigenen Konto gebucht wurde - oder zumindest dem Anderkonto eines Notars. Vorher sind das alles letztlich nur Versprechungen. Es ist schon so manche Finanzierung geplatzt.

Was ist, wenn der Käufer bei seinen Arbeiten das Haus 'kaputtsaniert' und hinterher kein Geld hat? Dann hat man hinterher nicht den Kaufpreis, sondern noch den Schaden dazu.

Ich würde mich auf so etwas nicht einlassen. Erst die Zahlung (ggf. auf das Treuhandkonto des Notars), dann die Übergabe. Wieso will der Kaufinteressent denn überhaupt erst im nächsten Frühjahr zahlen?

-----------------
"Mein Name ist Hase, ich wohne im Walde und weiß von nichts..."

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#2
 Von 
Traxdata
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 52x hilfreich)

@Philosoph

...erst einmal Danke für Ihre schnelle Antwort :) ...

Der Kaufinteressent kann das Haus im derzeitigen Zustand nicht beziehen und möchte schlicht und einfach die 'Doppelbelastung' sparen.

Die Miete für das , derzeitig bewohnte Haus plus Darlehenszinsen für das sanierungsbedürftige sind wohl zuviel Belastung pro Monat. Bis März sind Umbau und Sanierung weitgehend abgeschlossen...

Wir hatten gehofft, bspw. mittels einer Bankbürgschaft ausreichend abgesichert zu sein, unser Geld in jedem Falle zu erhalten, - komme da was wolle, hmm...

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#3
 Von 
wald-hase
Status:
Praktikant
(723 Beiträge, 66x hilfreich)

Eine (selbstschuldnerische?) Bankbürgschaft ist zwar schon ein Beruhigungsfaktor - aber würde die Bank des Kaufinteressenten eine solche überhaupt abgeben? Weiterhin ist die Frage, ob in so einer Bankbürgschaft nicht doch irgendwo ein Hintertürchen versteckt ist, das die Bank im Falle eines Problemes ausnutzen kann, um sich herauszureden - Einreden gegen Klauseln des Kaufvertrages oder was weiß ich. Und schließlich müßte man, wenn die Bank nicht zahlt, erstmal klagen, um an das Geld aus der Bürgschaft zu kommen.

Ich weiß nicht - das wäre mir persönlich etwas unsicher, vor allem bei den Summen, die bei einem Hauskauf anstehen. Wie heißt es so schön: 'nur Bares ist Wahres'. ;)

Man könnte alternativ beispielsweise so vorgehen, daß der Kaufinteressent den restlichen Kaufpreis auf ein Anderkonto des Notars zahlt, das als Festgeldkonto geführt wird, wobei die Zinsen dem Kaufinteressenten zustehen. Das wären derzeit bei Tagesgeld und den geeigneten Banken schon mal ca. 2,7 % p.a., und das könnte die effektive Zinsbelastung für die Kreditzinsen mindern. Dann hat man aber als Verkäufer die Gewißheit, daß das Geld selbst auf einem sicheren Konto bereitliegt und nicht nur ein Zahlungsversprechen da ist.

Vielleicht weiß noch jemand eine andere praktikable Lösung.

Letztlich ist das eine Vertrauensfrage - wobei in Geldsachen bekanntlich die Gemütlichkeit aufhört.

-----------------
"Mein Name ist Hase, ich wohne im Walde und weiß von nichts..."

-- Editiert von wald-hase am 25.11.2006 06:06:35

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#4
 Von 
guest123-684
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 201x hilfreich)

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#5
 Von 
guest123-2128
Status:
Bachelor
(3817 Beiträge, 1350x hilfreich)

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#6
 Von 
Traxdata
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 52x hilfreich)

Ihnen/Euch allen vielen Dank für die Mühe und die Antworten :wipp: !

Da hat uns unser mulmiges Gefühl ganz offensichtlich nicht getrogen...

Also am besten wäre, Kaufpreiszahlung Zug um Zug gegen Übergabe.

Was ist mit der Möglichkeit des angesprochenen Notaranderkontos ? Wäre das Geld dort abgesichert (also die Auszahlung im Streitfall nicht zurückhaltbar wie bei der Bankbürgschaft) oder könnte es auch hierbei Schwierigkeiten geben ?

Könnte das eine Möglichkeit sein, wenn Käufer im/am Haus direkt 'tätig' werden will, also noch bevor die Auflassungsvormerkung ins Grundbuch eingetragen ist ?

LG & allen hier ein schönes Weekend
Traxdata


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#7
 Von 
guest123-2128
Status:
Bachelor
(3817 Beiträge, 1350x hilfreich)

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#8
 Von 
guest123-684
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 201x hilfreich)

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#9
 Von 
Traxdata
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 52x hilfreich)

@Volker7

Danke für die ausführlichen und überaus hilfreichen Erklärungen :engel: ...

Erst nachdem der Notar den Eingang des Geldes auf dem Notaranderkonto bestätigt hat, können wir übergeben, - richtig verstanden ? Nach Vorliegen aller Kaufpreisfälligkeitsvoraussetzungen MUSS der Notar das Geld dann in jedem Fall an uns weiterreichen oder auch hier wieder Hintertürchen möglich ?

Bis die Auflassungsvormerkung als Sicherheit für den Käufer im Grundbuch eingetragen sein wird, können hier schon mal 8 Wochen und mehr ins Land gehen. Für den Käufer wertvolle Zeit, da es sich für ihn geradezu anböte, die Wintermonate zum 'Entkernen' und 'Umbauen' im Inneren zu nutzen und sich dann, wenn es wärmer wird, der Dacherneuerung zuzuwenden...

Von daher möchten wir ihm da durchaus entgegenkommen, aber natürlich unser Risiko minimieren...

LG & ein 'ach wie toll' :respekt: , dass es dieses Forum gibt
Traxdata

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#10
 Von 
guest123-2128
Status:
Bachelor
(3817 Beiträge, 1350x hilfreich)

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#11
 Von 
guest123-2128
Status:
Bachelor
(3817 Beiträge, 1350x hilfreich)

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#12
 Von 
Heinz-J.
Status:
Schüler
(395 Beiträge, 52x hilfreich)

Haus gegen Geld, besser bei Dir, aber ev. auch auf dem Notaranderkonto, muss aber da sein, Avis genügt nicht. Steitmöglichkeiten gibt aber auch dann noch, nur Deine Position ist stärker.

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#13
 Von 
guest123-684
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 201x hilfreich)

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#14
 Von 
guest123-2128
Status:
Bachelor
(3817 Beiträge, 1350x hilfreich)

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#15
 Von 
guest123-684
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 201x hilfreich)

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#16
 Von 
guest123-2128
Status:
Bachelor
(3817 Beiträge, 1350x hilfreich)

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#17
 Von 
guest123-684
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 201x hilfreich)

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#18
 Von 
guest123-2128
Status:
Bachelor
(3817 Beiträge, 1350x hilfreich)

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#19
 Von 
guest123-684
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 201x hilfreich)

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#20
 Von 
guest123-684
Status:
Schüler
(393 Beiträge, 201x hilfreich)

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